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wirtschaft artikel (Interpretation und charakterisierung)

Ökonomie

Kont

Alkoholismus






Die Erkenntnis, dass Alkoholismus eine Krankheit ist, die behandelt werden muss ist relativ neu. Um die Jahrhundertwende galt chronische Trunkenheit als hoffnungsloses Übel. Alkoholiker mit diesem "Übel" wurden in Gefängnisse oder Irrenanstalten gesteckt.

1935 wurde in den USA die Gruppe der "Anonymen Alkoholiker" (AA) gegründet, diese bot den Alkoholikern weltweit Unterstützung an. Ihre Ziele waren Verständnis, Akzeptanz und Hilfe um Heilung von zwanghaftem Alkoholkonsum. E.M. Jellinek stellte die These auf, dass Alkoholismus als Krankheit gelten muss. Von der American Medical Association wurde Alkoholismus in den fünfziger Jahren als Krankheit anerkannt. In Mitteleuropa fand Jellineks These erst in den sechziger Jahren Anklang. Mitte der siebziger Jahre definierte man Alkoholismus als "chronisch fortschreitende und potentiell tödliche Krankheit". Sie ist entweder durch Gewöhnung und körperliche Abhängigkeit, oder durch pathologische Organveränderungen, oder durch beides charakterisiert und zwar als direktes oder indirektes Ergebnis des Alkoholkonsums.

Bei der aktuellen Definition beachtet man auch die biologischen und psychosozialen Faktoren:



"Alkoholismus ist eine chronische Krankheit mit genetischen, psychosozialen und umgebungsbedingten Faktoren, die seine Entwicklung und seine Ausprägungsformen beeinflussen. Die Krankheit verläuft häufig progressiv und tödlich. Sie ist gekennzeichnet durch Kontrollverlust über das Trinken, durch Zentrierung des Denkens auf die Droge Alkohol, durch Konsum trotz nachteiliger Folgen sowie durch Denkverzerrung und vor allem Leugnung. Jedes dieser Symptome kann fortwährend oder zeitweilig auftreten."





2.1 Ursachen

Es gibt eine Vielzahl an Theorien zur Suchtentstehung (Alkoholkrankheit). Bei allen Erklärungsversuchen ist zu beachten, dass die Ursache oder die Ursachen von Suchtkrankheiten noch nicht eindeutig geklärt sind. Wahrscheinlich spielen viele Faktoren bei der Entstehung von Suchtkrankheiten und bei ihrer Auslösung eine Rolle. Man spricht von einem multifaktoriellen Geschehen.

Im Prinzip kann jeder Mensch süchtig werden, doch ist nicht jeder Mensch gleichermaßen suchtgefährdet. Ob sich eine Sucht, und wenn ja welche Sucht sich entwickelt, hängt von der Persönlichkeit des Einzelnen, dem Suchtmittel, dem familiären Umfeld und den sozialen Bedingungen ab. Auffällig ist, dass die Wahrscheinlichkeit von Kindern alkoholabhängiger Elternteile eine Alkoholabhängigkeit zu entwickeln, ist mehr als dreimal so hoch wie das Risiko familiär unbelasteter Kinder. Obwohl die Erkrankungswahrscheinlichkeit so hoch ist, konnte man bisher keine Ursachen in der Genetik finden.

Aus psychoanalogischer Sicht sind Suchkrankheiten grundsätzlich auf folgende Faktoren zurückzuführen:

· neurotische Störungen

· Ich-Funktionsdefizite und strukturelle Mängel

· Autoaggressionen

Durch Therapeuten, die vielfach in der Suchtkrankenbehandlung mit schrecklichen Lebensbilder konfrontiert werden, ist man zu dem heutigen Stand in der Psychologie gekommen, dass die Kindheit entscheidend die Einstellung zum späteren Leben und somit zum Alkohol, prägt.





2.2 Verlauf



Durch die Beobachtung, im Auftrag der WHO, von mehr als 2000 Krankengeschichten von Alkoholikern, erarbeitete Prof. EM Jellinek den Verlauf der Krankheit Alkoholismus.



1. Die voralkoholische, symptomatische Phase:
Diese Phase beinhaltet das Erleichterungstrinken, um Spannungen zu lösen. Die Dauer ist sehr unterschiedlich, sie variiert zwischen wenigen Monaten und zwei Jahren. Am Ende dieser Phase wird täglich Alkohol zur Erleichterung getrunken. Immer mehr Alkohol wird zu sich genommen, da sich die Toleranzgrenze fortwährend erhöht, damit die gewünschte Erleichterung eintritt. Meistens wird in dieser Zeit vermehrt nach Gelegenheiten gesucht, in denen Alkohol getrunken wird. Mit der Zeit bemerkt er jedoch den Zusammenhang zwischen Erleichterung und Trinken, was anfangs nicht der Fall ist.



2. Die prodromale Phase (Vorläufer der Sucht):
Plötzlich auftretende Erinnerungslücken kennzeichnen den Beginn dieser Phase. Bereits bei einem Konsum von 50-60 Gramm reinem Alkohol, erlebt der Betroffene immer öfter komplette \"Filmrisse\", kann sich also z. B. an Begebenheiten oder Situationen vom Vortag nicht mehr erinnern. Außerdem kreisen seine Gedanken jetzt nur noch um Alkohol und wie und wo er am besten beschafft werden kann.
Weil er mittlerweile körperlich abhängig ist, kippt er die ersten Gläser jetzt hastig herunter (gieriges Trinken). In dieser Phase merken Betroffene, dass mit ihren Trinkgewohnheiten etwas nicht stimmt, bekommen immer häufiger Schuldgefühle. Sie versuchen, Anspielungen auf ihr Trinkverhalten aus dem Weg zu gehen und ziehen sich immer mehr zurück (heimliches Trinken). Diese Phase kann von sechs Monaten bis zu mehreren Jahren dauern. Gedächtnislücken werden jetzt immer häufiger.




3. Die kritische Phase:
Die Betroffenen verlieren völlig die Kontrolle: Nach dem ersten Schluck können sie nicht mehr aufhören, bis sie zu betrunken oder zu krank sind, um weiter zu trinken. Weil ihr Alkoholkonsum jetzt auch nach außen hin auffällig geworden ist, geraten sie zunehmend in Konflikte mit ihrem Umfeld - in der Arbeit, in der Familie, im Bekanntenkreis. Sie erfinden Ausreden - bei allem selbst noch fest davon überzeugt, dass sie jederzeit mit dem Trinken aufhören können. Sie entwickeln ein regelrechtes \"Erklärungssystem\", verhalten sich großspurig, überschätzen sich selbst, sind oft auch aggressiv.
Dem Druck von außen folgend, ändern die Betroffenen jetzt ihr Trinkverhalten. Sie finden alle möglichen \"Methoden\", das Trinken unter Kontrolle zu halten - also z. B. nicht vor einer bestimmten Tageszeit, nur an bestimmten Orten oder nur diese oder jene Alkoholart zu trinken. Zunehmende Vorwürfe und Unverständnis von Nahestehenden und Mitmenschen führen schließlich in die Isolation. Sie verlieren die Arbeit, Freunde und Bekannte lassen sie fallen. Für den Partner oder die Familie wird das Zusammenleben mit dem Süchtigen jetzt zunehmend schwierig. Nicht selten ziehen auch sie sich aus dem gesellschaftlichen Leben zurück, um den Betroffenen zu \"decken\" Der Gedanke, dass mal nicht genügend \"Stoff\" da sein könnte, treibt den Süchtigen nun dazu, sich einen heimlichen Alkoholvorrat anzulegen. Ob WC-Spülkasten, Blumenbeet oder leere Aktenordner - er findet die \"kreativsten\" Verstecke. Essen und Sexualität verlieren zunehmend an Bedeutung. Das führt unter anderem zu Mangelernährung, was die schädliche Wirkung des Alkohols noch verstärkt. In diesem Stadium machen sich auch massive körperliche Beschwerden (Gastritis, Leberinfektionen) oder seelische Störungen (Depression) bemerkbar. Führt der Alkoholkonsum zur Bewusstlosigkeit, folgt meist eine Einweisung ins Krankenhaus. Ärzte und Pfleger erkennen in dieser Phase oft die Ursache der Beschwerden noch gar nicht. Die Betroffenen indes fangen nun bereits morgens zu trinken an, um den Alkoholspiegel im Körper auf einem konstanten Level zu halten (Spiegeltrinker).




4. Die chronische Phase:
Er betrinkt sich nun auch am Tag. Sein logisches Denken geht verloren. Er bekommt oft "Freunde", die sich unter seinem eigentlichen Niveau befinden, es ist ihm egal, wo und mit wem er trinkt. Jetzt ist es ihm auch egal, wenn er minderwertige Produkte trinkt, wie zum Beispiel Wermutwein, Haarwasser oder Franzbranntwein. Er verliert seine Alkoholtoleranz, verträgt nicht mehr soviel Alkohol. Er braucht andauernd Alkohol im Blut, ansonsten treten Entzugserscheinungen auf. Das Trinken beherrscht den ganzen Menschen und wird zum absoluten Zwang. Oft kommt es zu Selbstmordgedanken, da er mit seinem Leben nicht mehr zufrieden ist. Leider sterben viele Alkoholiker an den Folgen ihrer langen Sucht.





2.3 Diagnose



Bei der Diagnose ist es wichtig, dass der Patient unmittelbar beteiligt ist. Die Diagnose ist oft der erste Schritt zu einer Therapie. Für gewöhnlich erfolgt die Diagnose vor der Therapie, es ist aber auch während der Therapie sehr wichtig zu diagnostischen Maßnahmen zu treffen, da man an Hand dieser Diagnosen den Fortschritt feststellen kann.



Für die Diagnose eines Abhängigkeitssyndroms sollte der behandelte Arzt auf die ICD-10-Kriterien zurückgreifen: Von den sechs folgenden Punkten sollten mindestens 3 gleichzeitig erfüllt sein, um die Diagnose zu rechtfertigen.

1. starker Wunsch oder Zwang, psychotrope Substanzen (Alkohol) zu konsumieren
2. verminderte Kontrollfähigkeit des Konsums
3. körperliches Entzugssyndrom bei Beendigung oder Reduktion des Konsums
4. Toleranzentwicklung - die Notwendigkeit, höhere Dosen zu konsumieren, um die gleiche Wirkung zu erreichen
5. Vernachlässigung anderer Interessen oder Hobbies zugunsten des Substanzkonsums
6. anhaltender Substanzgebrauch trotz Nachweis eindeutig schädigender Folgen

Für einen Therapeuten ist es sehr wichtig folgende Informationsquellen zu beachten und sie miteinander zu vergleichen:

· Selbstbeurteilungsangaben des Alkoholikers

· das diagnostische Anamnesegespräch


· die Verhaltensbeobachtung


· medizinische Untersuchungen

· Angaben einer dritten Person, z.B. Ehepartner

Bei fehlendem Leidensdruck kann leider nicht immer mit der Mitarbeit des Patienten gerechnet werden, der die ganze Situation verleugnet. Nach Möglichkeit sollte der Therapeut mehrere Informationsquellen heranziehen, damit die Diagnose auch wahr ist, bei der erfasst wird wie hoch der Alkoholkonsum des Patienten ist. Hierbei gibt es große Schwierigkeiten bei der Grenzziehung zwischen der "Harmlosigkeitsgrenze" ( Frauen: 16 g reiner Alkohol/Tag; 24 g reiner Alkohol/Tag) und der "Gefährdungsgrenze".






2.4 Behandlung - Therapie



Während einer Therapie steht das Alkoholproblem im Vordergrund (z.B. Eheprobleme werden von den Therapeuten oft für nicht so wichtig angesehen). Das große Ziel der Behandlung sollte die Heilung der körperlichen und psychischen Krankheit sein. Bei chronischen Alkoholikern wird zumindest eine Verminderung der alkoholbedingten Symptome und Probleme angestrebt. Es gibt aber auch Alkoholiker, die sich damit zufrieden geben müssen, dass sie durch eine Therapie ihr physisches Überleben sichern können. Bei jeder Therapie will man erreichen, dass jeder Alkoholiker wieder in der Lage ist sein Leben frei zu gestalten.

Die Alkoholabstinenz ist also nicht das Ziel der Behandlung, sondern eine Voraussetzung bei süchtigen Trinkern, damit das Ziel der freien Entscheidung erreicht werden kann. Durch weiteren Konsum von Alkohol würde der oder die Betroffene schnell wieder in sein süchtiges Trinkmuster zurückfallen und viele körperlichen Alkoholfolgeschäden könnten sich nicht zurückbilden.




Die therapeutische Behandlung




Die therapeutische Behandlung beinhaltet in der Regel die Zusammenarbeit von mehreren Therapeuten, das heißt Ärzten, Psychologen, Sozialpädagogen und Arbeits- und Beschäftigungstherapeuten. Ebenfalls von großer Bedeutung für den Erfolg der Therapie ist, dass der Therapeut und der Betroffene gut zusammenarbeiten können. Für viele Alkoholkranke ist es wahnsinnig schwierig zu realisieren, dass sie ein Alkoholproblem haben, dass sie ohne professionelle Hilfe nicht in Griff kriegen. Die erste Aufgabe eines Therapeuten ist es den Patienten für eine Therapie zu motivieren, was oft nicht leicht ist.






Zwischenziele einer Therapie:

· Erkennen der Notwendigkeit einer Änderung der gegenwärtigen Situation -"So geht es nicht mehr weiter"

· Anerkennung der Hilfsbedürftigkeit - "Ich schaffe es nicht mehr allein\"

· Akzeptieren der angebotenen Hilfe - "Ich lasse mir helfen"

· Anerkennung des Abhängigenstatus - "Ich bin Alkoholiker"

· Anerkennung des Abstinenzangebotes - "Ich darf überhaupt keinen Alkohol mehr trinken"

· Anerkennung des Ziels der allgemeinen Verhaltensänderung - \"Ich muss mein Leben anders gestalten, wenn ich nicht mehr rückfällig werden will"

Anmerkung: Die nächste Zwischenstufe sollte nur dann angestrebt werden, wenn die vorangegangene Stufe erreicht wurde. Dieser Motivationsprozess kann Wochen, Monate oder sogar Jahre dauern.




Ablauf der Therapie:

Eine Therapie dauert oft mehrere Jahre, darum erfolgt ein großer Teil der Behandlung ambulant. Jede Behandlung lässt sich in vier Phasen einteilen.




Kontaktphase:


Sie umfasst:


die diagnostische Abklärung
die Abklärung der psychologischen und sozialen Situation
die Abklärung der Behandlungsfähigkeit und Behandlungsbereitschaft
erste Versuche, eine mindestens vorübergehende Abstinenz zu erreichen und

Entzugserscheinungen zu behandeln.
Eine ausführliche Exploration sollte zu einem gemeinsamen Verständnis der jetzigen Lage des Patienten führen, Vertrauen herstellen und zur weiteren Behandlung motivieren. Im Vordergrund steht die Entscheidung, ob ambulant oder stationär, privatärztlich oder durch eine spezialisierte Stelle behandelt werden soll.

Entgiftungsphase:
Sie wird bei Alkoholikern mit starken körperlichen Entzugssymptomen im allgemeinen stationär während ein bis drei Wochen durchgeführt. Der Alkoholentzug sollte wenn möglich abrupt eintreten. Bei Entzugserscheinungen werden vom Arzt oft Medikamente verabreicht, bei denen aber die Gefahr besteht, dass sie selbst süchtig machen können. In dieser Phase ist es wichtig eine Bezugsperson einzubeziehen.


Entwöhnungsphase:
In der Entwöhnungsphase soll der Abhängigkeitsprozess abgebrochen werden. Der Patient muss versuchen, ein Leben ohne Alkohol zu führen. Diese Phase dauert meist mehrere Wochen bis mehrere Monate. Die Behandlung während dieser Phase kann ambulant, teilstationär sowie stationär erfolgen. Ein Behandlungsprogramm umfasst eine Vielfalt von verschiedenen Behandlungsinstrumenten, wie zum Beispiel Verhaltenstherapie, Gruppentherapie, Entspannungstherapie wie autogenes Training und Musiktherapie, Arbeits- und Gestaltungstherapie, Sport und andere physikalische Therapien. Was auch sehr wichtig ist, dass der Patient den Umgang mit möglichen Rückfällen lernt, dafür werden extra verhaltenstherapeutische Maßnahmen entwickelt.

Nachsorgephase:
Sie soll den Behandlungserfolg stabilisieren und dauert mehrere Jahre. Zum Beispiel hilft man dem Betroffenen sich wieder in ein Berufsleben einzugliedern, wie auch seine Freizeit sinnvoll zu gestalten. Auch in diesem Abschnitt der Behandlung sollten Angehörige mit einbezogen werden. Bei sozial instabilen Menschen ist die Nachbetreuung auch im Wohnheim möglich.


Selbsthilfegruppen:

Selbsthilfegruppen und das Mitteilen unter Gleichgesinnten sind in jeder Therapie sehr wichtig, deshalb sollte jeder Alkoholiker eine solche Gruppe besuchen, auch wenn es dem Betroffenen anfangs schwer fällt über sein Problem zu sprechen. Ziel der Selbsthilfegruppen ist es, durch Vermittlung von Erfahrungen, Verhalten und durch die Aktivitäten der Gruppenmitglieder sich selbst und anderen ein suchtmittelfreies Leben zu ermöglichen. Die Mitarbeit in den Gruppen ist grundsätzlich völlig freiwillig. Jeder Interessent sollte einige Erfahrungen sammeln und unterschiedliche Gruppen besuchen, bevor er sich für eine entscheidet.


Selbstgruppen helfen:



· Verständnis zu finden, da die anderen Gruppenmitglieder ähnliche Erfahrungen gemacht haben

· Isolation und Heimlichkeit zu durchbrechen

· das Selbstwertgefühl durch regelmäßiges \"Arbeiten an sich selbst\" zu stärken

· die Selbstbestimmung zu verbessern, da in der Gruppe jeder für sich selbst verantwortlich ist


· neues Verhalten zu erlernen

· der Wahrheitsfindung, da Ausflüchte und Lügen in der Gegenwart von Betroffenen schwer vorzutragen sind



Die Teilnehmer von Selbsthilfegruppen sind nur Betroffene bzw. Angehörige von Betroffenen. Das Problem \"Alkohol\" ist allen bekannt und verständlich. Durch die persönlichen Erfahrungen, die die Gruppenmitglieder mit ihrer Krankheit gemacht haben, können sie Hilfesuchenden Hinweise und Ratschläge geben. Dies betrifft nicht nur die Suchterkrankung, sondern auch die Auswirkungen auf das Umfeld und die Schwierigkeiten, die sich in der Gestaltung des täglichen Lebens ergeben, wie zum Beispiel die Auseinandersetzung mit Wohnungsverwaltungen, Sozialämtern, Arbeitsämtern, Wohngeldstellen, Krankenkassen und Rentenversicherungsträgern. Im Rahmen der oft langjährigen Gruppenarbeit entdecken die Gruppenmitglieder immer neue Möglichkeiten der Hilfe, die im Netz der Sozialdienste zur Verfügung stehen.










2.5 Folgen von Alkoholismus



Man kann zwischen drei Arten von Folgeschäden unterscheiden:




· Medizinische Folgeschäden


· Alkoholembryopathie


· Psychosoziale Folgen




Medizinische Folgeschäden:



Akute Alkoholvergiftung ("Alkoholrausch"):

Die meisten Menschen weisen das klinische Bild einer Alkoholvergiftung bei einem Blutalkoholspiegel von 3 %o auf, Voraussetzung ist, dass sie keine Toleranz gegenüber Alkohol entwickelt haben. Alkoholvergiftungen mit tödlichem Verlauf kommen ab einem Blutalkoholspiegel von 5 %o bis 8 %o vor. Es gibt aber auch Menschen die bei einer niedrigeren Konzentration sterben könne. Bei einem Alkoholrausch ist auch die Persönlichkeitsstruktur, die gegenwärtige körperliche und psychische Verfassung sowie die äußere Umgebung ausschlaggebend.



Alkoholräusche lassen sich in verschiedene Stadien einteilen:



· leichte Räusche (BAS 0,5 %o - 1,5 %o): Leichte Störungen des Gehvermögens, außerdem wird auch vermehrt geredet.

· Mittelschwere Räusche (BAS 1,5 %o - 2,5 %o): Glücksstimmung oder aggressive Gereiztheit, Enthemmung, starke Gehstörungen, Müdigkeit

· Schwere Rauschzustände (BAS über 2,5 %o): Extreme Bewusstseinsstörungen, Verlust der Orientierung und des Realitätsbezuges




Alkohol-Entzugs-Syndrom:

Diese Syndrom tritt dann auf, wenn ein Alkoholiker abrupt aufhört zu trinken, welches sich aber durch erneuten Alkoholkonsum wieder schnell beseitigen lässt. Die Symptome können von einigen Tagen bis wenige Wochen andauern und unterschiedlich stark sein.




Die häufigsten Symptome sind:



· Magen-Darm-Störungen: Brechreiz, Durchfall

· Vegetative Störungen: Schweißneigung, Schlafstörungen

· Kreislaufstörungen: Herzklopfen, Pulsbeschleunigung

· Psychische Störungen: Angst, vermehrte Reizbarkeit, Depression, Gedächtnisstörungen




Erkrankungen der Leber:

Alkoholbedingte Lebererkrankungen reichen von der Fettleber bis hin zur Leberentzündung (Hepatitis) und Leberzirrhose. Die Leberzirrhose führt meist zum Tod. Diese Erkrankung ist die häufigste Todesursache bei Alkoholikern.










Persönlichkeits- und Hirnveränderung:

Nach mehrjährigem chronischen Alkoholmissbrauch sind häufig Hirnveränderungen festzustellen, die Hirndurchblutung wird stark vermindert. Die Aufmerksamkeit, Wahrnehmungsfähigkeit und das Gedächtnis werden stark verändert.

Sie zeigt sich durch Störungen des Gedächtnisses, der Feinmotorik, der Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit. In schweren Fällen können Störungen der Antriebsleistung und Depressionen auftreten. Bei strikter Abstinenz kann sich dieses Krankheitsbild wieder zurückbilden. Denkstörungen, Vergesslichkeit, gestörte Realitätswahrnehmung, Psychosen.



Schädigung der Nervenbahnen (Alkohol-Polyneuropathie):

Diese Störungen treten bei ca. 20% der Alkoholiker auf. Erkennbar beispielsweise durch Taubheitsgefühle und \"Ameisenkribbeln\" vor allem in den Beinen, Empfindungsstörungen, Muskelschwäche und Krämpfe sowie Nervenschmerzen. Auch der bei Alkoholikern oft zu beobachtende tapsige unsichere Gang ist darauf zurückzuführen.




Magenschleimhautentzündung (Gastritis):

Durch die ständige Reizung der Magenschleimhaut, besonders durch hochprozentige Getränke, kann es zur Gastritis kommen. Sie zeigt sich durch Oberbauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Erbrechen von dunkelrotem Blut, Teerstuhl. Bei dauernder Schädigung kann es dadurch zu Magengeschwüren kommen.



Entzündung der Bauchspeicheldrüse (akute oder chronische Pankreatitis):

Gürtelförmige Oberbauchschmerzen, Darmverschluss, Kreislaufversagen, Nierenversagen und auf Dauer gesehene Gewichtsabnahme kennzeichnen dieses Krankheitsbild. Diese Entzündungen enden meistens tödlich.




Speiseröhre:

Venen in der Speiseröhrenwand erweitern sich zu Krampfadern (Varizen) und können platzen. Der Betroffene kann verbluten.



Es gibt unzählige Krankheiten von Alkoholikern, die in Folge ihrer Sucht entstanden sind. Diese betreffen nicht nur schon die genannten Krankheiten sondern reichen von einer reduzierten Fruchtbarkeit, über geschädigte Blutgefäße, Krampfanfälle zu einer gestörten Wundheilung. Folgende Grafik sollte eine Zusammenfassung darstellen:




Schaubild - Alkoholschäden












Alkohlembyropathie:

Schon seit langer Zeit vermutet man, dass vermehrter Genuss von Alkohol während der Schwangerschaft, dem ungeborenen Kind schwer schadet. Die Alkoholembryopathie (fötales Alkoholsyndrom) stellt eine der häufigsten angeborenen Schädigung dar. Diese sind sogar häufiger als das "Down-Syndrom". Wie schwer dieses Syndrom ist, hängt nicht von der Menge des getrunkenen Alkohols, sondern von der Verträglichkeit der Mutter ab.




Folgende Schäden treten auf:



· pränataler und postnataler Minderwuchs


· Missbildungen



Die Entstehung der Alkoholembryopathie ist noch nicht ganz ausgeforscht, man weiß jedoch, dass die Plazenta für Alkohol durchlässig ist.

Selbst erfahrene Ärzte erkennen nicht immer gleich, dass es sich um eine Alkoholembryopathie handelt.




Körperliche Anzeichen könnten sein:


kleiner Kopfumfang ( Mikrozephalie)
Hautfalten an den Augenecken

kleine Augenöffnungen
tiefe Nasenbrücke (\"Stubsnase\")

kurze abgeflachte Nase
dünne Oberlippe
kleine Rinne zwischen Nase und Oberlippe
Minderwuchs

Untergewicht
Verhaltensauffälligkeiten und Entwicklungsstörungen:

Abbildung: Typische Anzeichen von Alkoholembryopathie

Hyperaktivität

Aufmerksamkeitsmangel
Lernschwierigkeiten

Gestörte Feinmotorik
Schwierigkeiten, sich an neue Bedingungen anzupassen

verzögerte geistige Entwicklung
Sprachstörungen

Hörstörungen
Ess-Störungen

Psychosoziale Folgen:



Im Laufe einer Alkoholikerkarriere kommt es nicht nur zu gesundheitlichen Schädigungen, sondern auch zu negativen Auswirkungen auf das soziale Umfeld und auf das Opfer selbst (zum Beispiel Führerscheinentzug).



Durch einen vermehrten Alkoholkonsum wird die berufliche Leistung stark beeinflusst. Es gibt zwar Fälle von Alkoholikern, die eine erheblich höhere Toleranz aufweisen und bei mäßig hohem Blutalkoholspiegel mehr Leistung erbringen als bei vollkommener Nüchternheit, doch ist es Fakt, dass es bei Alkoholkranken oft zu Unfällen während der Arbeit kommt. Eine Folge des beruflichen Abstiegs, der sich nicht kontinuierlich, sondern etappenweise vollzieht, ist die Arbeitslosigkeit





Oft kommt es zu einer Unterschätzung der Wirkung des Alkohols und zu einer gesteigerten Risikobereitschaft. Durch den Alkoholeinfluss ist der Fahrer nicht mehr in der Lage den Mehrfachtätigkeiten nachzukommen.






2.6 Co-Abhängigkeit



"Co-Dependency" ist ein amerikanischer Begriff und bedeutet "Co-Abhänigigkeit". Es ist eine Bezeichnung für Verhaltensweisen von Bezugspersonen des Alkoholabhängigen, mit denen das Suchverhalten des Betroffenen unterstützt und eine rechtzeitige Behandlung verhindert wird. Es geht dabei meistens darum, dass sich die Bezugsperson unterbewusst mit dem Abhängigen verbündet, was soviel heißt, dass der Außenstehende zum Teilhaber an der Erkrankung wird und führt so ungewollt zu einer Verlängerung der Erkrankung.



Laut Schneider (1997) zeigen Angehörige, wie Ehepartner(in), Geschwister, Kinder Freunde, Arbeitskollegen, aber auch Therapeuten ein co-abhängiges Verhalten, wenn sie:



Verantwortung für den Abhängigen übernehmen
sein Verhalten entschuldigen oder rechtfertigen
ihm Belastungen abnehmen oder ersparen wollen.
sein Verhalten kontrollieren, indem sie z. B. Verstecke, in denen der Abhängige sein Suchtmittel verbirgt, suchen oder ihn z. B. vom Alkohol und Trinkanlässen fernhalten oder ihn beim Lügen ertappen wollen u.s.w.
unaufrichtig dem Abhängigen, anderen Personen oder sich selbst gegenüber sind, was die Tatsachen und Gefühle im Hinblick auf die Abhängigkeit betrifft
In fast allen Fällen hilft die Familie dem Abhängigen, das Problem zu verheimlichen. Allmählich entsteht ein Teufelskreis aus Drohungen, Erpressungen und Nachgeben. Man droht ihm die Trennung an, er verspricht Verbesserung und tut es dann doch nicht. Der Alkoholkranke muss sich ändern, was er auch weiß. Die ständigen Auseinanderstetzungen werden zum Nervenkrieg, in dem alle nur verlieren können.



Die Folge ist meistens, dass die Co-Abhängigen durch ihr Verhalten zunehmend selbst in Schwierigkeiten geraten, und ohne es zu wissen, selber professionelle Hilfe benötigen. Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass das psychische Wohlbefinden des Co-Abhängigen mehr und mehr von einigen den erwähnten Verhaltensweisen abhängt. So muss er z. B. befürchten, den Partner zu verletzen, ihm zu schaden oder selbst an Ansehen zu verlieren, wenn er das Verhalten des Partners nicht entschuldigt oder rechtfertigt. Die Folge davon ist, dass es oft für den Co-Abhängigen schwierig ist sein Verhalten zu stoppen, er flüchtet sich meistens in vernünftigt klingende Begründungen. Es entsteht ein weiterer Teufelskreis, denn je hilfsbedürftiger der Alkoholiker wird, um so mehr kümmert sich der Co-Abhängige um ihn und um so enger dreht sich die Spirale der Co-Abhängigkeit.

Um sich von Co-abhängigen Verhaltensmustern zu befreien, sollten sich die Betroffenen an eine Suchtberatungsstelle oder an eine Selbsthilfegruppe wenden. Über diese Wege kann der Kontakt zu ebenfalls Betroffenen hergestellt werden, der für die Beseitigung Co-abhängigen Verhaltens bedeutsam sein kann.



Gedanken einer Angehörigen:



"Wenn ich zurückdenke, muss ich sagen, ich war in meiner Kindheit ein glückliches, kleines Mädchen, mit vier Brüdern und einer Schwester. Wir wuchsen auf einem mittelgroßen Bauernhof auf. Ich war das zweitjüngste Kind und wurde eigentlich von meinen Eltern und meinen Geschwistern behütet und geliebt. Aber die allerbeste und stärkste Bindung hatte ich zu meinem um zwei Jahre älteren Bruder. Wir hingen immer zusammen, wir teilten jedes Geheimnis und waren immer für einander da. Bis, ich war ungefähr 11 Jahre alt, Günther, mein Lieblingsbruder, betrunken nach Hause kam. Für mich ging eine Welt in Brüche, er war so anders, ich kannte das nicht, er war mir einfach fremd. Und so begann ganz langsam, ohne dass es zuerst jemandem bewusst war, eine sehr, sehr lange Suchtkrankheit. Günther war immer öfter betrunken, mit seinen damals 15 - 17 Jahren gab es eigentlich nie, dass er Ausgang hatte (durch den Musikverein) ohne zuviel getrunken zu haben. Die Probleme in der Familie nahmen natürlich immer mehr zu. Mein Vater nannte ihn immer öfter einen "Lump". Wenn er den ganzen Sonntag nur herumzog und trank, hatten wir zu Hause die äußerst schlechte Laune der Eltern zu spüren. Es wurde immer unerträglicher. Es fehlte dieses Gemütliche von früher. Ich wurde meinem Bruder dadurch auch fremder, aber ich liebte und vor allem "bemitleidete" ihn immer mehr. Mit zwanzig habe ich dann geheiratet, dadurch sah ich alles aus einer etwas größeren Entfernung. Mir wurde plötzlich klar, Günther ist ein Alkoholiker, er will trinken, er wird sonst mit seinem Leben nicht fertig. Er ist etwa 22 - 23 Jahre alt, aber ich möchte heute sagen, er lebt mitten in dieser schrecklichen Sucht. Ich als Schwester sah sein Elend, er aber macht die Augen zu und erklärt dich für blöd und altmodisch, für sekkant, unsensibel und sagt, du gehst ihm auf die Nerven. Langsam merkst du, wie er den Sinn zur Realität verliert, er arbeitet nicht mehr regelmäßig, alles ist ihm egal. Es tat mir einfach weh, was soll ich tun? Diese Frage hatte ich mir oft gestellt, aber keine Antwort darauf gefunden. Eines wusste ich immer, Günther hat einen guten Kern und ich darf ihn nicht im Stich lassen. Diese Trinkerei ging dann noch 16 Jahre so weiter, man kann sich nicht vorstellen, wie kaputt das eine Familie macht. Bei jedem Familientreffen war "er" das Hauptthema. Weihnachten, Ostern, Muttertag, ganz egal wann. Jeder schimpfte nur, dieser "Lump", dieser "faule Hund". Mir tat es in meinem innersten einfach weh, mein Herz schien manchmal zu zerspringen, ich liebte ihn doch. Aber er hörte nicht auf mich, er lachte mich aus oder weinte nur. Er war selber nicht glücklich. Vielleicht war er der Unglücklichste von allen, ich weiß es bis heute nicht. Dann mit 36 Jahren heiratete er eine 18 Jahre ältere Frau. Ich glaube, sie gab ihm in seinem Elend Halt. Er war schon so weit, dass er immer trinken MUSSTE, er ging nicht mehr ins Bett. Zum Schluss trank Günther täglich 6 l Wein, regelmäßiges Erbrechen, Zittern, der letzte Rest menschlicher Würde war verloren, ein kleines Häufchen Elend. Ich besuchte ihn immer öfter, ich merkte, er braucht Hilfe. Mit 39 Jahren war es soweit, er wollte auf Entzug. Es war eine sehr schwere, aber zugleich die schönste Zeit mit meinem Bruder. Wir haben uns gegenseitig geholfen. Auch seine Frau hat eingesehen, dass das der beste Weg für Günther ist. Sie war anfangs sehr skeptisch, vielleicht hatte sie Angst ihn zu verlieren. Aber heute ist mein Bruder seit fast zwei Jahren trocken. Es ist die schönste Zeit, die ich mit ihm und meiner Großfamilie erleben durfte. Ich glaube, ich bin dadurch noch viel reifer für mein Leben geworden. Ich stehe allem viel offener, toleranter und auch selbstsicherer gegenüber. Denn ich habe gelernt, gegenseitige Hilfe ist zu Großem fähig."







2.7 Rückfall

Während einer Behandlung oder einer Therapie treten Rückfälle immer wieder auf, die die Patienten sowie die Therapeuten stark belasten. Jede Therapie muss ihre Bewährungsprobe nach der stationären Behandlung ablegen. Denn erst dann wird der Patient wieder mit Alltagsproblemen und Alltagssituationen konfrontiert.

Einen Rückfall verursachen Suchtkranke, die trotz der Notwendigkeit und es Vorsatzes der Abstinenz mit einer erneuten Einnahme von Alkohol beginnen. Alkoholkrankheit ist nicht heilbar, man kann sie nur zum Stillstand bringen. Trotz der häufig erlebten Kontrollverluste in ihrer Vergangenheit, glauben viele Alkoholkranke bereits nach einiger Zeit der Abstinenz, nun doch mit dem Alkohol umgehen zu können oder der Betroffene meint, momentan nicht ohne das Suchtmittel auskommen zu können.

Die meisten Rückfälle ereignen sich innerhalb des ersten Jahres nach einer Behandlung und davon wiederum der größte Teil im erstel Vierteljahr nach einer getroffenen Abstinenzentscheidung. Verschiedene Arten des Rückfalls:

Der sofortige Rückfall:
Manche Alkoholkranke haben nach einer Zeit der Abstinenz ein starkes Verlangen nach Entspannung und Erleichterung. Nach einem erneuten Alkoholkontakt kommt es zu einem unkontrollierbaren Rückfall von übermäßigen Alkoholgenuss.


Der stufenweise Rückfall:
In Prinzip beginnt dieser Rückfall wie der sofortige Rückfall, doch er stellt sich schleichend ein und entsteht aus dem Gedanken mit Alkohol umgehen zu können. Meist liegen zwischen dem ersten und zweiten Rückfall Wochen. Dem Betroffenen gelingt es anfangs nur mäßig oder gelegentlich zu trinken, trinkt aber im weiteren Verlauf wieder in übermäßig und regelmäßig Alkohol.

Der schleichende Rückfall:
Der Betroffene trinkt nur einmalig, d. h. hier handelt es sich um einen \"Ausrutscher\". Es bleibt aber nur bei einem einmaligen Vorfall, wenn der Rückfall ernst genommen wird und weitgehende Aufarbeitung erfolgt.

Ursachen für einen Rückfall können sein:

unvollständige Bearbeitung der Ursachen der Sucht
Wunsch nach kontrolliertem, mäßigen Trinken
Konfliktsituationen (Streit, Ärger, Wut) und der Wunsch nach emotionaler Entlastung durch Alkoholwirkungen
unangenehme Gefühlszustände (Angst, Langeweile, Depression, innere Unruhe)
Verführungssituationen (Feiern, Arbeitsplatz)
angenehme Erlebnisse (noch eins oben drauf setzen)
unausgeglichene Lebensweise (wenig Freude, viel Frust)
zu viele gute Vorsätze, die nicht erfüllt werden können und die dadurch bedingte Frustration
körperliche Beschwerden (Erkrankungen, Schlafstörungen)
Rückfallschock nach dem ersten Alkoholschluck ("jetzt ist doch alles egal..."), der weiteres Trinken bewirkt.
Kommt es zu einem Rückfall, muss dies keine Katastrophe bedeuten, wenn der Betroffene wieder mit seinem Trinken aufhört und sich erneut für eine Abstinenz entscheidet. Bedeutsam ist hierbei, dass die Gründe für den Rückfall zu erkennen und aufzuarbeiten. Der Patient muss seine Einstellung ändern und das in sein Verhalten umsetzten. Bei der Mehrzahl der Rückfälle der Alkoholkranken, die sich oft hilflos fühlen, da sie den Grund nicht erkennen, wird das erste Glas jedoch nicht versehentlich oder aus Unachtsamkeit getrunken, sondern mit dem (unbewussten) Ziel, in den Rauschzustand zu flüchten. Dafür gibt es Gründe, die häufig mit Ihrem Lebensstil und/oder mit ihren Erwartungen an sich und andere zusammenhängen.

Der trockene Alkoholiker sollte aber auch beachten, dass es in vielen Lebensmitteln "versteckten" Alkohol gibt. Normalerweise müsste er klar auf der Zutatenliste aufgeführt sein, doch dies ist leider für den Leihen nicht immer gleich erkennbar. Folgende Liste kann sehr hilfreich sein:




Getränke

alle alkoholhaltigen Getränke (Bier, Wein, Sekt, Likör und andere Spirituosen)
Mischgetränke wie \"Schorle\", \"Radler\", \"Alsterwasser\", Mischgetränke aus Alkohol und Limonade oder Saft, auch Hausgetränke wie Apfel- und Beerenwein.
angeblich alkoholfreies/r Bier, Wein, Sekt
angegorene Fruchtsäfte, Federweißer

Malzbier
Kefir

Modegetränk \"Kombucha\"


Speisen

Soßen, die mit Alkohol verfeinert wurden
flambierte Gerichte, mit Alkohol angereicherte Wurstwaren

diverse Cocktailsaucen, Worcestersauce
verschiedene Weichkäse-Sorten
mit Alkohol abgeschmeckte Marmeladensorten
Weinessig und Weinsauerkraut

Süßigkeiten und Süßspeisen

gefüllte Schokoladen (z.B. Mon-Cherie, Weinbrandbohnen, Ritter-Rum etc.)
viele Eisbecher (z.T. auch angeblich alkoholfreie!)
Weinschaumcreme oder Sabbaione

Rumtopf, in Alkohol eingelegte Früchte
Alkoholische Zusätze in Kuchen und Torten, Stollen, Lebkuchen, Marzipan und diversem Kleingebäck sowie die Back-Aromen Rum, Arrak und Amaretto

Stärkungs- und Aufbaupräperate (mit Vol%-Angabe)



Beispiele:

Klosterfrau Melissengeist (80,0 Vol.%)

Aktivanadsaft (12,0 Vol.%)
Nervosana (16,0 Vol.%)

Veen (14,0 Vol.%)

Flüssige Medikamente (insbesondere Hustensäfte)



Es ist davon auszugehen, dass in der flüssigen Darreichungsform eines Medikamentes meist Alkohol enthalten ist. Um sicher zu gehen, sollte man in jedem Fall den Apotheker unter Hinweis auf die vorliegende Suchtkrankheit fragen. Im Zweifelsfall sollte man grundsätzlich die Tablettenform vorziehen.


 
 




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