Startseite   |  Site map   |  A-Z artikel   |  Artikel einreichen   |   Kontakt   |  
   
  •  
    Biologie
    Themen der Chemie
    Deutsch online artikel
    Englisch / Englische
    Franzosisch
    Geographie
    Geschichte
    Informatik
    Kunst
    Mathematik / Studium
    Musik
    Philosophie
    Physik
    Recht
    Sport
    Wirtschaft & Technik



    Biographie

    Impressum

wirtschaft artikel (Interpretation und charakterisierung)

Karte

Wettbewerb

Inflation

Bildung

Lohn

Kredit

Steuern

Preis

Marktforschung

Arbeitslosigkeit

Bank

Markt

Vwl - skript





Bedürfnisse / Bedarf / Nachfrage
Ein Bedürfnis ist ein Mangelgefühl mit dem Ziel, dies zu befriedigen.


Arten

! materielle Bedürfnisse # sie werden durch Güter befriedigt

! immaterielle Bedürfnisse # sie können nicht durch Güter befriedigt werden


(Liebe, Anerkennung).

! Existenzbedürfnisse # sie dienen der Lebenserhaltung (Nahrung, Kleidung,


Wohnung)

! Kulturbedürfnisse # dies sind Bedürfnisse, die dem normalen gesellschaftlichen


Anspruch entsprechen. Sie sind vom kulturellen Umfeld

abhängig. (Bücher, Reisen, Kunst, Mode, Auto)

! Luxusbedürfnisse # sie übersteigen den normalen gesellschaftlichen Anspruch


(Porsche, Pelz, Kaviar u.a.)

! individuelle Bedürfnisse # sie können individuell befriedigt werden (Auto, Brot, Pelz)

! kollektive Bedürfnisse # sie können nur im Kollektiv befriedigt werden (innere u.


äußere Sicherheit, Recht, Straße).

! offene Bedürfnisse # sie sind uns bewusst

! latente Bedürfnisse # sie sind unbewusst und müssen erst geweckt werden


(z.B. durch Werbung).


Ursachen für Unterschiede in den Bedürfnissen

persönliche Erfahrung, Kultur, Freunde, Werbung, Erziehung, örtliche und zeitliche Situation.


Bedarf


Bedarf ist das mit Kaufkraft ausgestattete Bedürfnis.


Nachfrage


Nachfrage liegt vor, wenn der Bedarf am Markt wirksam wird, wenn das entsprechende Gut gekauft

wird. Voraussetzung ist ein entsprechendes Angebot.

Knappheit / Ökonomische Prinzipien


Knappheit

Zur Befriedigung der unendlichen Bedürfnisse stehen nur eine begrenzte Anzahl von Gütern zur


Verfügung. Man spricht von Knappheit.

Ursache der Knappheit ist ein begrenzter Vorrat an Rohstoffen, Arbeitskräften und Zeit (Ressourcen).

Die Knappheit zwingt uns mit den vorhandenen Ressourcen zu wirtschaften, sie sinnvoll und effektiv


bzw. ökonomisch einzusetzen.


Ökonomische Prinzipien

- Minimalprinzip # ein gegebenes Ziel soll mit möglichst wenig Mitteln erreicht werden.

- Maximalprinzip # mit gegebenen Mitteln soll ein möglichst großes Ziel erreicht werden


2


Güter


Arten


$ freie Güter

# sie sind in ausreichendem Maße vorhanden und verursachen keine Kosten der Bereitstellung.


$ wirtschaftliche Güter

# sie sind nicht in ausreichendem Maße vorhanden (Die Bedürfnisse sind größer als die


Gütermenge) (knappe G.) und die Bereitstellung verursacht Kosten.


$ Sachgüter

# sie sind materieller Natur. Sie können angefasst werden (Auto, Brot).


$ Dienstleistung

# sie sind immaterielle Natur. Sie können nicht angefasst werden. Sie ergeben sich aus der

unmittelbaren Leistung eines Menschen (Haarschnitt, Rechtsberatung, Massage)


$ Rechte


# Patente, Lizenzen.


$ Konsumgüter

# sie dienen unmittelbar der Bedürfnisbefriedigung. Güter, die an den Endverbraucher gehen


(Brot, Kaffeemaschine).


$ Produktionsgüter

# sie dienen nur mittelbar der Bedürfnisbefriedigung. Güter, die der Produktion anderer Güter


dienen (Maschinen).


$ Gebrauchsgüter

# sie werden über einen längeren Zeitraum mehrmals verwendet (Auto, Messer).


$ Verbrauchsgüter

# sie können nur einmal verwendet werden. Mit der Verwendung gehen Sie unter (Brot, Benzin).

! komplementäre # Güter, die sich gegenseitig ergänzen (Auto und Reifen).

! substitutive # Güter, die untereinander austauschbar sind (Butter und Margarine).

! homogene # Güter, die gleichartig sind.

! heterogene # Güter, die ungleichartig (verschieden) sind.


Produktion / Produktionsfaktoren


Güter müssen hergestellt werden.. Die Herstellung erfolgt in den Unternehmen. Dort werden die


Produktionsfaktoren eingesetzt, um Güter zu produzieren. Man spricht in diesem Zusammenhang auch

von einer Kombination der Produktionsfaktoren.


Produktionsfaktoren


Boden

Er umfasst die genutzte Bodenfläche und die Bodenschätze. Er dient zum Anbau (Landwirtschaft),


Abbau (Bergbau) und als Standort (für Unternehmen, Straßen, u.a.).

Arbeit

Er umfasst das gesamte Arbeitskräftepotential einer Volkswirtschaft.

Es ist zu unterscheiden nach Arbeit folgender Art


- geistig / körperlich

- dispositiv (leitend) / exekutiv (ausführend)


- gelernt / ungelernt / angelernt


- selbständig / unselbständig


3


Kapital

Es umfasst das gesamte Sachkapital (Realkapital) und Geldkapital.

Das Realkapital entspricht der Summe aus Anlagen, Maschinen und Gebäuden, die der Produktion der

Güter dienen.

o Zweck der Kapitalbildung ist die Verbesserung der Produktionsmöglichkeiten.

o Voraussetzung ist Sparen bzw. Konsumverzicht.

o Die Kapitalverwendung nennt man Investition.

Man unterscheidet die folgenden Investitionsbegriffe:

- Bruttoinvestition = Summe aller Investitionen.


- Abschreibungen = Summe der Investitionen, die den Werteverzehr (Verschleiß / Untergang)

des Kapitals der Vorperiode ausgleichen soll. Man nennt sie auch Ersatzinvestitionen.

- Nettoinvestitionen = Summe der Investitionen, die den Kapitalstock im Vergleich zur

Vorperiode vergrößern. Man nennt sie auch Erweiterungsinvestitionen.

Zusammenhang: Bruttoinvestitionen = Nettoinvestitionen + Abschreibungen


Arbeitsteilung

Früher haben sich die Menschen selbst versorgt. Sie haben nur für den eigenen Bedarf produziert. Sie


lebten in Subsistenzwirtschaft.

Heute leben wir in einem arbeitsteiligen Wirtschaftsprozess.


Arbeitsteilung bedeutet, dass man sich auf eine bestimmte Tätigkeit spezialisiert, in diesem

Tätigkeitsbereich über den eigenen Bedarf produziert und anschließend die Güter, die nicht für den

eigenen Bedarf bestimmt sind, auf dem Markt gegen Güter tauscht, die man braucht aber nicht


produziert hat.


Arten der Arbeitsteilung


Personale

# Es kam früher zunächst zu einer Berufsbildung (Zimmermann, Schied, Bauer), die sich in einer

Berufsspaltung (Goldschmied, Hufschmied) fortsetzte und bis heute fortgesetzt hat (Ärzte,


Softwarespezialisten, Raumfahrer)

Innerbetriebliche

# Innerhalb des Betriebes wird der Produktionsprozeß in einzelne Arbeitsschritte aufgeteilt oder die

Mitarbeiter spezialisieren sich nach bestimmten betrieblichen Funktionen (Beschaffung, Fertigung,

Absatz, Personal).

Zwischenbetriebliche oder volkswirtschaftliche (die Wirtschaftssektoren)

# Die Betriebe spezialisieren sich auf die Tätigkeit in bestimmten Wirtschaftssektoren.

Der primäre Sektor entspricht der Land- und Forstwirtschaft, der Fischerei sowie dem Bergbau.

Der sekundäre Sektor entspricht der weiterverarbeitende Industrie.

Zum tertiären Sektor gehören die gesamten Dienstleistungen (Handel, Banken, Versicherungen,


Transport, Telekom, Medien, u.a.).


Auch eine Spezialisierung auf bestimmte Vorprodukte für die nächst höhere Fertigungsstufe gehört

zu der zwischenbetrieblichen Arbeitsteilung.


Regionale / Internationale

# Die Ursache dafür sind klimatische Unterschiede, Rohstoffvorkommen, Umweltrecht,

Arbeitskosten, Qualität der Arbeitskräfte, technische Entwicklung, u.a.


Vorteile

- Hohe Produktivität. Dies Bedeutet mehr Güter bei gleichem Faktoreinsatz.

- Jeder wird nach seinen Fähigkeiten eingesetzt.


4

- Der Einsatz von Spezialmaschinen ist möglich.


Nachteile


- Fremdbestimmtheit


- Gegenseitige Abhängigkeit

- Einseitige Beanspruchung führt zu Monotonie und Gesundheitsschäden.


Nachfrage der Haushalte

Die Nachfrage entspricht den Kaufwünschen der Wirtschaftssubjekte. Ziel der Nachfrage ist es, die

Bedürfnisse zu befriedigen. Die Mittel, die dazu verwendet werden, entsprechen dem zuvor

erwirtschafteten Einkommen der Wirtschaftssubjekte.


Die Nachfragekurve

Sie stellt die Beziehung zwischen dem Preis eines Gutes und der von diesem Gut nachgefragten Menge

dar.


Bestimmungsgröße der Nachfrage

1) Der Preis des Gutes

- je höher der Preis desto geringer ist die Nachfrage


2) Stärke des Bedürfnisses / Nutzen des Gutes

- je höher das Bedürfnis, desto höher die Nachfrage

3) Das Einkommen

- je höher das Einkommen, desto höher die Nachfrage

4) Preise anderer Güter


a) komplementäre Güter

- steigt der Preis von Gut 2, sinkt die Nachfrage nach Gut 1 (und umgekehrt)


b) substitutive Güter

- steigt der Preis von Gut 2, steigt die Nachfrage nach Gut 1 (und umgekehrt)


Verhalten der Nachfragekurve

a) Bewegung auf der Kurve

Zu einer Bewegung auf der Kurve kommt es, wenn die Beziehung zwischen dem Preis eines Gutes und

der Nachfragemenge dargestellt wird. Sinkt der Preis, wird mehr von dem Gut nachgefragt. Die


Nachfragekurve hat somit einen fallenden Verlauf.


P


P1


P2


X1 X2 X


b) Verschiebung der Nachfragekurve

Hier wird die Beziehung zwischen der Nachfragemenge eines Gutes und anderen, externen, Faktoren


untersucht.


Einkommenseffekt

Frage: Wie ändert sich die Nachfragemenge eines Gutes, wenn das Einkommen steigt, der Preis des


Gutes aber unverändert bleibt?

Bei Einkommenssteigerungen werden bei konstanten Preisen mehr Güter nachgefragt. Die


Nachfragekurve verschiebt sich nach rechts.


5

Sinkt das Einkommen kommt es zu einer Linksverschiebung.


P


P1


X1 X2 X


c) Elastizität der Nachfrage

Die Elastizität misst, welchen Einfluss Veränderungen des Preise dieses Gutes, das Einkommen oder

die Preise anderer Güter auf die nachgefragte Menge haben. Man unterscheidet dabei die folgenden


drei Elastizitätsbegriffe.


Formel


Preiselastizität der Nachfrage (Epx) = Prozentuale Mengenänderung der Nachfrage


Prozentuale Preisänderung


Elastizitätsbegriffe


Vollkommen unelastische Nachfrage

Sie tritt auf, wenn die Nachfragemenge überhaupt nicht auf Preisveränderungen reagiert. Epx = 0


P


X


Unelastische Nachfrage

Die Nachfragemenge reagiert relativ schwach auf Preisveränderungen. Epx < 1.


P


X


Elastische Nachfrage

Die Nachfragemenge reagiert relativ stark auf Preisveränderungen. Epx > 1.


P


X


6


Vollkommen elastische Nachfrage

Die Nachfragemenge reagiert hier schon bei kleinsten Preisveränderungen mit massiver (unendlicher)


Zu- bzw. Abnahme. Epx = ∞.


P


X


Das Angebot der Unternehmen

Das Angebot entspricht den Verkaufswünschen der Wirtschaftssubjekte. Das Ziel des Angebotes ist es,

Einkommen zu erwirtschaften. Die gelingt nur, wenn das Angebot den Bedürfnissen der anderen


Wirtschaftssubjekte entspricht.


Bestimmungsgrößen des Angebotes

1) Der Preis des Gutes

- je höher der Preis, desto höher das Angebot


2) Die Preise der Produktionsfaktoren (Kosten)

- je höher die Kosten, desto geringer das Angebot

3) Der Stand der Technik

- je besser die Technik, desto höher das Angebot

4) Gewinnerwartungen

- je besser die Gewinnaussichten, desto höher das Angebot


Verhalten der Angebotskurve

a) Bewegung auf der Kurve

Zu einer Bewegung auf der Kurve kommt es, wenn die Beziehung zwischen dem Preis eines Gutes und

der Angebotsmenge dargestellt wird. Steigt der Preis, wird mehr von dem Gut angeboten. Die


Angebotskurve hat somit einen steigenden Verlauf.


P


A


P2


P1


X1 X2 X


b) Verschiebung der Angebotskurve

Zu einer Verschiebung der Angebotskurve kommt es immer, wenn die Beziehung zwischen der


Angebotsmenge und anderen Faktoren (außer dem Preis) untersucht wird.


7


Die Faktorkosten (Produktionskosten)

Steigen die Kosten bei konstanten Preisen, reduzieren sich die Gewinne des Anbieters. Dies führt dazu,

dass er sein Angebot reduzieren wird. Die Angebotskurve verschiebt sich nach links.


P A2

A1


P*


X2 X1 X

Marktformen und Preisbildung


Markt

Er ist der Ort an dem Angebot und Nachfrage aufeinandertreffen (Gemüsemarkt, Kaufhaus, Börse,

Internet)


Arten

! Faktormärkte # Arbeitsmarkt, Kapitalmarkt, Bodenmarkt

! Gütermärkte # Konsumgütermarkt, Produktionsgütermarkt

! Geldmärkte # Geld-, Wertpapier-, Devisenmarkt


Preis

Er ist der in Geld ausgedrückte Tauschwert einer Ware.


Preisbildung


a) Marktgleichgewicht

Der Markt ist im Gleichgewicht (GG), wo sich Angebotskurve und Nachfragekurve schneiden. Hier


entspricht das Angebot der Nachfrage.

Es bilden sich der GG-Preis (P*) und die GG-Menge (x*).


P A


P*


N


X* X


8

b) Angebotsüberschuss (AÜ) und Käufermarkt


P A


P1


N


XN XA X

Ein AÜ liegt vor, wenn das Angebot größer als die Nachfrage ist. Die Käufer haben hier die größere


Marktmacht. Deshalb wird diese Situation auch Käufermarkt genannt. Hier setzen sich die Nachfrager


durch. Es wird die Menge XN umgesetzt.


Anpassung zum GG

Die Lager werden größer. Um sie abzubauen, werden die Anbieter sich im Preis solange gegenseitig


unterbieten, bis das GG erreicht ist.

c) Nachfrageüberschuss (NÜ) und Verkäufermarkt


P A


P1


N


XA XN X

Ein NÜ liegt vor, wenn die Nachfrage größer als das Angebot ist. Die Verkäufer haben hier die größere


Marktmacht. Deshalb auch Verkäufermarkt. Hier setzen sich die Anbieter durch. Es wird die Menge


XA umgesetzt.


Anpassung zum GG

Es werden nicht alle Bedürfnisse befriedigt. Um den Mangel abzubauen, werden sich die Nachfrager

solange gegenseitig im Preis überbieten, bis das GG erreicht ist.

Der Umsatz auf dem Markt ist am größten, wenn sich der Markt im Gleichgewicht befindet. Denn

dann ist das Produkt aus Menge mal Preis (X * P) am größten.


Renten


a) Konsumentenrente


9

Dies ist der Betrag, der zwischen dem tatsächlichen Preis und der individuellen Zahlungsbereitschaft

(Nachfragekurve) liegt ( Fläche I).Der Nachfrager, dessen Zahlungsbereitschaft genau dem Preis


entspricht heißt Grenznachfrager.


b) Produzentenrente

Dies ist der Betrag, der zwischen dem tatsächlichen Preis und den individuellen Kosten (Grenzkosten /


Angebotskurve) liegt (Fläche II). Der Anbieter, dessen Kosten genau dem Preis entspricht, heißt


Grenzanbieter.


P A


I


P*

II


N


X* X


Politische Preisbildung


a) Mindestpreise

Ziel: Schutz der Anbieter (z.B. Landwirtschaft).


P A


Pmin


P*


N


XN X* XA X


Auswirkungen: - es kommt zu einem Angebotsüberschuss


- es bilden sich illegale, graue Märkte

- bei staatlichen Abnahmegarantien kommt es zu riesigen Lagern

Lösungen: - Mengenregulierung (z.B. Reduzierung der Anbauflächen)


- Vernichtung der Waren

- Nachfrageerhöhung durch Preissubventionen


Problem: Es kommt zu einer Verschwendung von Ressourcen.


b) Höchstpreise


Ziel: Schutz der Nachfrager.


Auswirkungen: - es kommt zu einem Nachfrageüberschuss


- es bilden sich Schwarzmärkte

- es bilden sich Schlangen vor den Verkaufsstellen

Lösung: Rationierung durch Ausgabe von Bezugsscheinen


10


Problem: Langfristig werden in diesem Güterbereich keine Investitionen getätigt, da sie nicht

rentabel sind. (z.B. Mietwohnungen in der DDR)


P A


P*


Pmax


N


XA X* XN X


Preisbildung im Polypol (Preisbildung bei vollständiger Konkurrenz)

Bei vollkommenem Markt stehen sich eine Vielzahl von Anbietern einer Vielzahl von Nachfragern


gegenüber.

Voraussetzungen eines vollkommen Marktes


% Homogenität der Güter

Die Güter sind nach Inhalt, Form, Farbe, Geschmack u.a. völlig identisch.


% Vollkommene Markttransparenz

Jeder Marktteilnehmer kennt alle Preise und alle Qualitäten.

% Es existieren keine räumlichen, zeitlichen oder persönlichen Präferenzen der Konsumenten.


Für sie zählt nur der Preis des Gutes.

% Es herrscht unendliche Anpassungsgeschwindigkeit.


Auf jede Marktänderung wird sofort, ohne zeitliche Verzögerung reagiert.


Preisbildung

Der Konsument hat alle notwendigen Marktinformationen und kann problemlos den Anbieter, bei dem

er kauft, wechseln, da alle Anbieter genau das gleiche Produkt anbieten. Entscheidet sich nun ein


Anbieter den Preis über den Gleichgewichtspreis anzuheben, werden seine gesamten Kunden sofort zu

einem anderen Anbieter wechseln. Eine Preiserhöhung wird er somit nicht vornehmen. Senkt er

dagegen seinen Preis, werden alle Kunden seiner Konkurrenten zu ihm kommen. Diese riesige


Nachfrage kann er jedoch rein technische nicht befriedigen. Eine Preissenkung kommt also auch nicht

in Frage. Die Anbieter werden also in einem Markt mit vollständiger Konkurrenz den Gleichgewichts

akzeptieren und nicht von ihm abweichen. Das einzige, was sie tun werden, ist die Anpassung ihrer


Angebotsmenge an den Gleichgewichtspreis. Sie werden soviel Güter anbieten, bis sie ihr

Gewinnmaximum erreicht haben. Man nennt sie deshalb auch Mengenanpasser.

Preisbildung im Monopol

Einem Anbieter steht eine Vielzahl von Nachfragern gegenüber. Die Besonderheit besteht darin, dass

der eine Anbieter keine Konkurrenz zu befürchten hat. Er kann den Preis seiner Güter nach belieben

festsetzen. Eine Abwanderung der Kunden zur Konkurrenz ist nicht möglich. Diese Situation führt


11

dazu, dass im monopolistischen Markt der Preis der Güter höher und die Nachfragemenge geringer ist

als im polypolistischen Markt. Es werden also weniger Bedürfnisse zu höheren Preisen befriedigt. Der


Wohlstand der Bevölkerung sinkt.

Der Monopolist muss zwar keine konkurrierenden Anbieter fürchten, doch hat er das Verhalten der

Konsumenten zu beachten. Denn die könnten auf Substitutionsprodukte ausweichen oder auf den Kauf

dieses Gutes verzichten, da es zu teuer geworden ist.


P A


Pm B


P* A


C


N


Xm X* Grenzerlös X

Preisbildung im Oligopol

Ein paar großen Anbietern stehen eine Vielzahl von Nachfragern gegenüber. Im Oligopol muss jeder


Anbieter die Reaktionen seiner Konkurrenten beachten. Es kann dabei zu folgenden Preisstrategien


kommen.

- Preiserhöhungen führen zu Abwanderungen der Konsumenten und unterbleiben somit

- Preissenkungen zwecks Erhöhung des Marktanteils, führen zwar zu einem Zustrom von

Konsumenten, doch werden die Konkurrenten die Abwanderung ihrer Konsumenten nicht

einfach hinnehmen. Auch sie werden die Preise senken, um Ihre Kunden zu halten. Der


Marktanteil ist also trotz der Preissenkung konstant geblieben, der Umsatz ist sogar gesunken.

Senkt daraufhin der Erste wiederum seine Preise, kann dies zu einer nach unten gerichteten


Preisspirale kommen, die zu Preisen führt, die nicht mehr kostendeckend sind. Man nennt


diesen Prozess auch ruinöse Konkurrenz.


Preisruhe

Da beide bisherigen Strategien wenig Sinn machen, bleiben die Preise eher starr, da keiner die Preise


hebt oder senkt.


Preiskartelle

Eine weitere Strategie ist die Preisabsprache zwischen den Oligopolisten, um Monopolgewinne

zu erhalten. Dies kann an Hand von Verträgen geschehen, oder aber durch die Preisführerschaft eines

Oligopolisten (Abgestimmtes Verhalten). Bei der Preisführerschaft ergreift ein Oligopolist je nach


Marktsituation die Initiative bei Preissenkungen oder Preissteigerungen. Da er weiß, dass die anderen

Oligopolisten automatisch nachziehen, so dass auf dem Markt ein einheitlicher Preis besteht, wird er

den Preis wie ein Monopolist wählen. So wird der Prozess der ruinösen Konkurrenz vermieden und die

Gewinne entsprechen den stattlichen Monopolgewinnen. Der Wettbewerb zwischen den Oligopolisten

verlagert sich dabei vom Preiswettbewerb hin zu einem Kosten- und einem Nichtpreiswettbewerb.

Gelingt es einem Oligopolisten die Kosten stärker zu senken als den anderen, wird sein Gewinn höher


ausfallen.


Nichtpreiswettbewerb bedeutet, dass zu dem eigentlichen Produkt (Benzin) andere angeboten werden

(Getränke, Nahrungsmittel, Reifenwechsel, guter Service, u.a.) oder dass über eine verstärkte Werbung

versucht wird, Kunden an sich zu binden.


12


Wettbewerb und Konzentration


1) Wettbewerb

Begriff: Wettbewerb ist der Leistungswettstreit am Markt


Arten: Preis-, Produkt-, Konditionenwettbewerb


a)Voraussetzung

Voraussetzung für einen funktionsfähigen Wettbewerb ist eine ausreichend große Anzahl von


Konkurrenten.


b) Funktion

Der Wettbewerb sorgt für eine bedarfsgerechte und kostengünstige Versorgung der Bevölkerung mit


Gütern. Durch seine Innovationsfunktion nennt man ihn auch den Motor der Wirtschaft.

2) Konzentration


a) Definition

Konzentration ist die Zusammenballung von wirtschaftlicher Macht, die es erlaubt die

Vertragsbedingungen einseitig zu diktieren.


b) Arten


Horizontale Konzentration

Dies ist ein Zusammenschluss von Unternehmen auf gleicher Produktionsstufe. ( z.B. bei Autos der

Zusammenschluss von Daimler und Chrysler)


Vertikale Konzentration:

Dies ist ein Zusammenschluss von Unternehmen mit vor- oder nachgelagerten Produktionsstufen. (

VW kauft einen Zulieferbetrieb oder ein Vertriebsunternehmen auf.)


Konglomerate Konzentration

Dies ist ein Zusammenschluss von Unternehmen verschiedener Produktionsstufen oder Branchen

(Diversifikation). Es werden Mischkonzerne wie die Veba (Öl, Telekommunikation, Transport)


gebildet.


c) Formen


Kartelle

Hier erfolgt eine Absprache zwischen verschiedenen Unternehmen, wobei sie ihre wirtschaftliche

Selbständigkeit teilweise aufgeben, ihre rechtliche Selbständigkeit jedoch vollständig erhalten. Man

Unterscheidet Preis-, Quoten-, Gebiets- und Submissionskartelle.


Konzerne

Durch den Kauf von Unternehmensanteilen erwirbt ein Unternehmen eine Mehrheitsbeteiligung an

einem anderen Unternehmen. Das gekaufte Unternehmen bleibt zwar rechtlich selbständig, verliert

jedoch seine wirtschaftliche Selbständigkeit. (VW und Audi oder Metro und Kaufhof)


Fusionen (Trusts)

Zwei oder mehrere Unternehmen schließen sich unter Aufgabe ihrer wirtschaftlichen und rechtlichen

Selbständigkeit zu einem Unternehmen zusammen. (Daimler AG und Chrysler AG werden zur


Daimler Chrysler AG)


13

3) Konzentrationskontrolle

Die nationale und internationale Öffnung der Märkte, damit neue Wettbewerber Zugang haben

(Aufbrechen der Monopole wie z.B. in der Telekommunikation).

Das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkung (GWB oder auch Kartellgesetz)

Kartellverbot: Wettbewerbsbeschränkende Kartelle sind grundsätzlich verboten, wobei es eine


Vielzahl von Ausnahmen gibt.

! Verbot von abgestimmten Verhalten (vertraglich oder durch Parallelverhalten /


Frühstückskartelle).

! Fusionskontrolle: Zusammenschlüsse von größeren Unternehmen müssen der Kartellbehörde

angezeigt werden und bedürfen je nach Größe ihrer Zustimmung.

! Marktbeherrschende Unternehmen unterliegen der Missbrauchsaufsicht


Der Wirtschaftskreislauf


In einer Volkswirtschaft bestehen die unterschiedlichsten Beziehungen zwischen den verschiedenen

Wirtschaftssubjekten. Zur einfacheren Darstellung werden die Wirtschaftssubjekte zu einheitlichen

Gruppen zusammengefasst. Dies sind die privaten Haushalte, die Unternehmen, der Staat, das


Ausland und die Vermögensbildung (auch Kapitalsammelstelle oder Bank).


Der Wirtschaftskreislauf stellt das Beziehungsgeflecht zwischen diesen Gruppen in vereinfachter Form

dar.


In einem Wirtschaftskreislauf werden zwei Stromgrößen dargestellt.

Der Güterstrom stellt dar, wie viel "Güter" in Form von Produktionsfaktoren die Unternehmen von

wem bezogen und an wen sie die produzierten Güter in welchen Mengen abgeben werden.

Die Wirtschaftssubjekte stellen die Güter natürlich nicht kostenlos zur Verfügung. Jedem


Güterstrom steht ein gleich hoher Geldstrom gegenüber. Die Produktionsfaktoren erhalten

Löhne, Mieten, Zinsen und Gewinne und für die Konsum- und Produktionsgüter werden Preise


gezahlt.

Definition der Transferzahlungen: Dies sind Einkommenszahlungen aus dem öffentlichen Haushalt

ohne direkte Gegenleistung (Sozialhilfe, BAföG, Rente, Subventionen, Steuererlass, EG-Beiträge, u.a.)


Das Sozialprodukt


1) Definition

Es ist die Summe aller in einem Jahr produzierten Güter und Dienstleistungen in einer

Volkswirtschaft. Es ist ein Indikator für die Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft und für den


Wohlstand eines Volkes.

2) Probleme

$ es erfasst nur den quantitativen nicht aber den qualitativen Wohlstand

$ negative Auswirkungen der wirtschaftlichen Tätigkeit wie Umweltverschmutzung oder erhöhte

Unfallzahlen oder die Reduktion von Freizeit werden nicht berücksichtigt

$ es gibt keine Auskunft über die Einkommensverteilung

$ Arbeitslosigkeit findet keine Berücksichtigung

$ es werden nur Leistungen bewertet, die über den Markt ausgetauscht werden. Eigenleistungen von

Unternehmern, Bauern (Eigenverbrauch) oder privaten Haushalten (Hausputz, Kindererziehung)


werden nicht erfasst.

$ die Bewertung von unentgeltlichen Leistungen des Staates ist schwierig, da keine Marktpreise


existieren.


14

Die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (VGR)


1) Zweck

Sie ist ein statistisches Instrument zur Erfassung der gesamtwirtschaftlichen Vorgänge. Sie soll

Auskunft geben über


- Die Höhe des Sozialproduktes

- Entstehung, Verteilung und Umverteilung der Einkommen

- Die Produktion und die Verwendung der Güter

- Die Vermögensbildung und ihre Finanzierung

Sie ist Voraussetzung für die Analyse der Wirtschaftslage und bildet die Grundlage für die

Wirtschaftspolitik und für Lohnverhandlungen. Außerdem dient sie dem internationalen Vergleich und

dem zeitlichen Vergleich zu den Vorjahren.

2) Sozialproduktkennziffern


a) Bruttoproduktionswert (BPW)

Er entspricht dem Wert aller von den Unternehmen verkauften Güter (und Dienstleistungen). Dies ist

die Summe aller Ausgangsrechnungen. Allerdings ist er kein guter Wertmesser, da es zur


Doppelzählung der Vorleistungen kommt.

Bsp.: Ein Autoproduzent kauft Autoreifen zu 1000 DM und montiert sie an seinem Auto, welches er

dann einschließlich der Reifen zu einem Preis von 15000 DM verkauft. Der BPW entspricht hier


16000 DM. Allerdings wurden hier die Reifen zweimal berechnet. Einmal beim Verkauf des

Reifenproduzenten und dann sind sie noch im Preis des Autos enthalten.

Um ein realistisches Bild der Wirtschaftsleistung zu erhalten, muss in jeder Produktionsstufe die

Vorleistung eines anderen Produzenten (hier die Reifen) herausgerechnet werden, damit die eigentliche

Wertschöpfung der jeweiligen Produktionsstufe (hier das Auto) ermittelt wird. Zieht man die

Vorleistung vom Autopreis ab, so erhält man den Beitrag, den der Autoproduzent zum Sozialprodukt

geleistet hat (seine Wertschöpfung). Sie beträgt in diesem Fall 14000 DM. Addiert man die

Wertschöpfung jeder Produktionsstufe zusammen, wird die Doppelzählung vermieden, und die

Leistungsfähigkeit realistischer dargestellt. Eine andere Möglichkeit ist es vom BPW alle

Vorleistungen abzuziehen. Der so ermittelte Wert entspricht dem Bruttosozialprodukt zu Marktpreisen

bzw. der Bruttowertschöpfung (hier 15000 DM).

b) Bruttosozialprodukt zu Marktpreisen (BSP/M)

Subtrahiert man von dem BPW die Vorleistungen, so erhält man das BSP

c) Nettosozialprodukt zu Marktpreisen (NSP/M)

Vom BSP/M sind die Abschreibungen abzuziehen, um das NSP/M zu erhalten

d) Nettosozialprodukt zu Faktorkosten (NSP/F) / Volkseinkommen (VE)

Subtrahiert man vom NSP/M die indirekten Steuern und addiert die Subventionen hinzu, erhält man


das NSP/F oder auch das VE.


BPW


- Vorleistungen


BSP/M


- Abschreibungen


NSP/M


- indirekte Steuern


+ Subventionen


NSP/F = VE


15


Berechnungsmethoden


1) Verwendungsrechnung

Hier wird untersucht, wofür die produzierten Güter verwendet wurden. Bei einem Konsum (C) von


500 und Bruttoinvestitionen (Ibr) von 300 und einem Außenbeitrag (Export (Ex) minus Import (Im) )


von 100 ergibt sich ein BSP/M von 900.

Mit der Information, dass die Abschreibungen (Ab) 150, die indirekten Steuern (Tind) 70 und die

Subventionen (Z) 20 betragen, lasen sich die anderen Kennziffern berechnen.

C + Ibr + Ex - Im = BSP/M = 900


- Ab - 150


NSP/M = 750


- Tind - 70


+ Z + 20


NSP/F = 700 = VE

2) Verteilungsrechnung

Hier wird untersucht, wie das Sozialprodukt auf die einzelnen Wirtschaftssubjekte verteilt wurde, wie


hoch ihr Einkommen war.

Das Einkommen aus unselbständiger Arbeit (Löhne und Gehälter) ( Enu) beträgt 500, Das Einkommen

aus Unternehmertätigkeit und Vermögen (Gewinne, Mieten, Zinsen) (Eu) beträgt 200. Daraus ergibt

sich ein VE bzw. ein NSP/F von 700. Mit den Angaben von oben lassen sich wieder die anderen


Kennziffern errechnen.


Enu + Eu = NSP/F = VE = 700


+ Tind + 70


- Z - 20


NSP/M = 750


+ Ab + 150

BSP/M = 900

3) Entstehungsrechnung

Hier wird untersucht, wie hoch die Wertschöpfung der einzelnen Wirtschaftsbereiche wie

Landwirtschaft, Industrie, Bau, Energie, u.a. ist. Die Summe der Wertschöpfungen entspricht dem

BSP/M.

andere Kennziffern der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung


1) Nominales / reales BSP

Beim nominalen BSP wird die Gütermenge zu aktuellen Marktpreisen bewertet. Das BSP von 1996

beträgt z.B. 2950 DM in Preisen von 1996.

Beim realen BSP wird die Gütermenge zu den Preisen eines Basisjahres bewertet, um die


Preissteigerungsrate herauszurechnen. Im Basisjahr von 1990 lag der Preisindex bei 100. Im Jahr 1996

liegt er bei 109,5. Daraus ergibt sich 1996 eine reales BSP zu Preisen von 1990 von 2950 · 100 ÷

109,5 = 2694,06 DM.

2) Wachstum des BSP

Es gibt an, um wie viel Prozent das BSP im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist.

BSP 1996 = 2950 DM, BSP 1995 = 2892,17 : Daraus ergibt sich eine Wachstumsrate von 2%.

3) Lohnquote

Sie gibt an, wie hoch der Anteil der Einkommen aus unselbständiger Arbeit am gesamten VE ist.

Enu = 500 DM, VE = 700 DM: Daraus ergibt sich eine Lohnquote von 71,43 %.


16

4) Bruttoinlandsprodukt (BIP)

Das BSP ist ein Inländerkonzept, es ist personenbezogen. Es misst die Werte, die von Inländern in

einem Jahr erbracht worden sind. Zu den Inländern gehören auch diejenigen, die ihr Faktoreinkommen

im Ausland erworben haben (Lohn für Pendler, Monteure, Künstler / Zinsen für Kapital).

Das BIP ist ein Inlandskonzept, es ist gebietsbezogen. Es misst die Werte, die im Inland innerhalb

eines Jahres (auch von Ausländern) erwirtschaftet worden sind.

Subtrahiert man vom BSP alle Faktoreinkünfte, die Inländer im Ausland erzielt haben, und addiert man

alle Faktoreinkünfte, die Ausländer im Inland erzielt haben, erhält man das BIP.


5) Einkommen / verfügbares Einkommen oder primäre / sekundäre Einkommensverteilung

Die direkten Markteinkommen (primäre Einkommensverteilung) halten viele für ungerecht. Dies führt

dazu, dass der Staat die Einkommen umverteilt. Das Ergebnis ist das verfügbare Einkommen bzw. die


sekundäre Einkommensverteilung.

Subtrahiert man von dem Markteinkommen die direkten Steuern und die Sozialabgaben und addiert

die Sozialleistungen (Transferzahlungen ) hinzu, erhält man das verfügbare Einkommen.

Das Ziel ist eine gerechtere Einkommensverteilung.


Geld


1) Definition

Geld ist, was Geldfunktionen ausübt.


Geld ist alles, was an liquiden Mittel zur Verfügung steht, um Güter und Leistungen zu kaufen.

2) Historische Entwicklung des Geldes


In der Subsistenzwirtschaft war Geld nicht notwendig, da jeder nur für den eigenen Bedarf produzierte

und Gütertausch nicht stattfand. Mit der Entwicklung der Arbeitsteilung entstand auch die

Tauschwirtschaft. Zunächst fand jedoch nur ein Naturaltausch statt. Ware wurde gegen Ware

getauscht. Es entstand das Problem der doppelten Übereinstimmung. Die Tauschpartner mussten genau

die Ware anbieten, die der andere gerade nachfragte. Darüber hinaus mussten auch die Werte der

angebotenen und nachgefragten Waren übereinstimmen. Zur Überwindung dieses Problems ging man

zur Geldwirtschaft über. Ware wird gegen ein allgemeines Tauschmittel (Geld) und dieses wieder in

Ware getauscht. Die doppelte Übereinstimmung war nicht mehr erforderlich. Der Tauschprozess wird


dadurch einfacher und billiger.

3) Geldeigenschaften


Geld muss bestimmte Eigenschaften aufweisen, damit es sich als Tauschmittel eignet.


- es muss allgemein anerkannt sein

- es muss teilbar, transportierbar und aufbewahrbar sein


- es muss fälschungssicher sein

4) Geldarten


Münzgeld

- zunächst wurden Edelmetalle in eine bestimmte Form gepresst und mit einer Prägung

versehen, die den Wert der Münze bzw. der Edelmetallmenge angab (Kurantmünzen).

- später lag der Metallwert der Münze unter dem aufgeprägten Wert der Münze


(Scheidemünzen).


Papiergeld


17


Buchgeld

- dies ist das Sichtguthaben bei einer Bank (Betrag auf dem Girokonto).

- per Scheck, Überweisung, Scheckkarte oder Kreditkarte kann man über das Buchgeld


verfügen.

5) Geldfunktionen


Tausch- und Zahlungsmittelfunktion

Der Tausch wird billiger, da die Suchkosten reduziert werden. Außerdem können die Tauschvorgänge


jetzt zeitlich auseinanderfallen.


Wertaufbewahrungsfunktion

Erworbenes Geld kann über einen längeren Zeitraum gelagert werden und erst später zu einem

günstigeren Zeitpunkt ausgegeben werden.

Funktion als Wertmaßstab und als Recheneinheit


Geld dient als gemeinsamer Nenner. Es macht verschiedene Güter wertmäßig addierbar und


vergleichbar.

6) Das Bankensystem

Der europäische Bankensektor besteht aus dem Europäischen System der Zentralbanken (ESZB) und

aus einer Vielzahl privater Geschäftsbanken (Deutsche Bank, Sparkassen, Barkleys usw.). Das ESZB

besteht aus der Europäischen Zentralbank (EZB) und den nationalen Zentralbanken (NZB). Die

deutsche Zentralbank heißt Deutsche Bundesbank.


a) Aufgaben des ESZB

- sie hat das ausschließliche recht Banknoten auszugeben.

- sie betreibt die Geldpolitik der Gemeinschaft mit dem Ziel der Preisstabilität.


- sie führt die Devisengeschäfte durch.

- sie verwaltet die Gold- und Währungsreserven der Mitgliedstaaten.

- sie übernimmt Bankdienstleistungen zur Abwicklung des Zahlungsverkehrs zwischen den


Geschäftsbanken.

- sie wirkt mit bei der Kreditaufnahme und der Abwicklung des Zahlungsverkehrs der nationalen


Regierungen.

Während die EZB für die Festlegung der Geldpolitik zuständig ist, obliegt den nationalen

Zentralbanken, die Durchführung der geldpolitischen Maßnahmen. Darüber hinaus sind sie zuständig

für die Bankenaufsicht und die Abwicklung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs.


b) Organe des ESZB


Der EZB-Rat

Er bestimmt die Währungs- und Kreditpolitik des ESZB und stellt die allgemeinen Richtlinien für die


Geschäftsführung auf.

Er besteht aus den Mitgliedern des Direktoriums und den Präsidenten der nationalen Zentralbanken,


die der Euro-Zone beigetreten sind.

Das Direktorium

Es verwaltet die EZB und ist für die Durchführung der Entscheidungen des EZB-Rates zuständig.

Wobei mit der Durchführung die Erteilung der erforderlichen Weisungen an die nationalen


Zentralbanken gemeint ist.

Es besteht aus dem Präsidenten, dem Vizepräsidenten und vier weiteren Mitgliedern.


Der Erweiterte Rat

Er besteht aus dem Präsidenten und dem Vizepräsidenten der EZB und den Präsidenten aller NZB`s

der EU. Sie erfüllen Beratungsfunktionen, statistische Aufgaben, verfassen die Berichte der EZB, u.a.


18


c) Organe der Bundesbank


Der Zentralbankrat

Er besteht aus dem Präsidenten und dem Vizepräsidenten der Bundesbank, den Mitgliedern des

Direktoriums der Bundesbank und den Präsidenten der Landeszentralbanken.

Das Direktorium

Es besteht aus dem Präsidenten und dem Vizepräsidenten der Bundesbank und bis zu sechs weiteren


Mitgliedern.


Die Vorstände der Landeszentralbanken

Sie führen die Geschäfte, die in den Bereich ihrer regionalen Hauptverwaltung fallen.


d) Aufgaben der Geschäftsbanken


Abwicklung des Zahlungsverkehrs zwischen ihren Kunden (Nichtbanken).

Kapitalsammelstelle

Die Geldmenge und ihre Bedeutung für die Preisstabilität


1) Geldmengenkonzepte


$ Geldmenge M1

Der Bargeldumlauf plus den Sichtguthaben der Nichtbanken bei den Banken.


$ Geldmenge M2

Dies ist M1 plus Termineinlagen mit einer Befristung unter vier Jahren.


$ Geldmenge M3

Dies ist M2 plus den Spareinlagen mit gesetzlicher Kündigungsfrist.

2) Änderung der Geldmenge

a) Geldschöpfung / -vernichtung durch die Bundesbank

Durch den Ankauf von Vermögensteilen (Wertpapiere, Gold, Devisen, u.a.) und durch die Gewährung

von Krediten bringt die Bundesbank mehr Geld in den Umlauf (Geldschöpfung)

Durch Verkauf von Vermögenstiteln und durch Rückzahlung von Krediten entnimmt die Bundesbank

dem Wirtschaftskreislauf Geld.(Geldvernichtung)

b) Buchgeldschöpfung durch das System der Geschäftsbanken


Passive Buchgeldschöpfung / Buchgeldvernichtung

Dies geschieht, wenn eine Nichtbank Bargeld in Sichtguthaben (Einzahlung auf Konto) umwandelt. Es

verändert sich zwar nicht die Geldmenge, jedoch hat die Bank auf Grund der erhöhten Liquidität mehr

Möglichkeiten zur aktiven Buchgeldschöpfung.

Hebt eine Nichtbank Bargeld vom Konto ab, kommt es zur Geldvernichtung. Der Spielraum für die

aktive Buchgeldschöpfung verringert sich.

Aktive Buchgeldschöpfung

Da die Geschäftsbanken die Sicht- und Spareinlagen ihrer Kunden zur Vergabe von Krediten

verwenden können, eröffnet sich ihnen die Möglichkeit die Geldmenge einer Volkswirtschaft zu


beeinflussen.

Der Prozess läuft wie folgt ab: Ein Kunde A zahlt 10000 DM Bargeld auf sein Konto bei der Bank A

ein. Entsprechend der Bundesbankforderung muss sie 10% als Mindestreserve bei der Bundesbank

hinterlegen. Weitere 10% hält sie freiwillig als Kassenreserve, um jederzeit ihren Kunden Geld

auszahlen zu können. Den Rest von 8000 DM (Überschussreserve) vergibt sie als Kredit an einen

anderen Kunden. Der zahlt damit eine Rechnung per Überweisung an den Kunden B bei der Bank B. In


19

diesem Moment ist zusätzlich eine Geldmenge von 8000 DM entstanden. Denn Kunde A hat Anspruch

auf die 10000 DM seines Kontos und Kunde B hat Anspruch auf die 8000 DM seines Kontos. Bank B

kann diesen Prozess fortführen. Nach Abzug der Mindest- und der Kassenreserve von insgesamt 1600

DM kann sie einen Kredit von 6400 DM vergeben, der dann irgendwann auf dem Konto von Kunde C

landet. In diesem Moment würde die Geldmenge um weitere 6400 DM auf 24400 DM ausgeweitet.

Der Prozess endet, wenn keine Überschussreserve mehr übrig bleibt. In unserem Beispiel wäre die


Geldmenge dann um das fünffache von 10000 DM auf 50000 DM gestiegen.


Formel: Geldmengenmultiplikator = 1 * 100 ÷ (Mindestreserve + Kassenreserve)


= 100 ÷ (10 +10) = 5


3) Geldmenge und Preisstabilität / die Fischer'sche Verkehrsgleichung / die Quantitätsgleichung

Um Preisstabilität zu erzielen, muss die von der Bundesbank herausgegeben Geldmenge dem Wert der

in einer Volkswirtschaft produzierten Güter entsprechen.

Bsp.: Eine Volkswirtschaft produziert in einem Jahr 1000 Gütereinheiten und die Bundesbank gibt 1000 DM heraus.

Daraus ergibt sich ein Preis pro Gut von 1 DM. Erhöht sich die Produktion im nächsten Jahr auf 1050 Stück, muss die

Bundesbank die Geldmenge um 50 DM steigen lassen, damit die Preise stabil bleiben. Hält sie die Geldmenge konstant,

reduzieren sich die Preise auf 1000 ・1050 = 0,95 DM.

Erhöht sie die Geldmenge auf 1100 werden die Preise auf 1100 ・1050 = 1,05 DM steigen.

Da jede DM in einem Wirtschaftskreislauf mehrmals zum Einsatz kommt, muss in der

Verkehrsgleichung die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes berücksichtigt werden. Wenn 1000 von der

Bundesbank herausgegebene Geldeinheiten (die eigentliche Geldmenge) vier mal im

Wirtschaftskreislauf verwendet wird, ergibt sich eine "tatsächliche" Geldmenge von 4000 DM

Die Verkehrsgleichung lautet: H * P = G * U

Sie bedeutet, dass das Handelsvolumen (H) (Gütermenge) multipliziert mit den Preisen (P) genauso

groß sein muss wie die Geldmenge (G) mal der Umlaufgeschwindigkeit (U).

Die Gleichung macht zwei wichtige Zusammenhänge deutlich

! Steigt die Gütermenge an, so muss, um stabile Preise zu gewährleisten, auch die Geldmenge


steigen.

! Steigt die Geldmenge an, ohne dass die Gütermenge entsprechend angestiegen ist, kommt es


automatisch zu Preissteigerungen.

Um Preisstabilität zu erreichen ist es also wichtig, dass die Bundesbank die Geldmenge so steuert, dass

sie sich in dem gleichen Maße verändert wie die Gütermenge.


Konjunktur


1) Definition

Die Konjunktur ist ein Begriff, der verwendet wird, um die wirtschaftliche Gesamtlage, die sich aus

dem Zusammenwirken der einzelnen ökonomischen Größen wie BIP, Konsum, Investition, Staatsverbrauch


und Außenbeitrag ergibt, zu beurteilen.

20

2) Konjunkturphasen

Der Konjunkturzyklus wird in die folgen vier Phasen eingeteilt.


a) Aufschwung / Expansion

Die Produktion, die Beschäftigung, das Einkommen, die Nachfrage und die Geldmenge nehmen

langsam zu. Die Produktionsfaktoren werden zunehmend ausgelastet. Die Preise steigen nur langsam,

da das Angebot relativ elastisch ist. Die Stimmung ist optimistisch und die Investitionen nehmen zu.

Man spricht hier von einer Mengenkonjunktur.


b) Hochkonjunktur / Boom

Die Nachfrage übersteigt allmählich das Angebot. Die gute Wirtschaftslage führt zu einer expansiven

Lohnpolitik. Beides heizt die Inflation an (Preiskonjunktur). Da die Kapazitätsgrenze erreicht ist, steigt

das reale BSP nur gering. Die Stimmung und die Investitionstätigkeit in der Wirtschaft sinkt.


c) Abschwung / Rezession

Der Investitionsrückgang führt zu Entlassungen und zur Arbeitslosigkeit. Die Einkommen der privaten

Haushalte gehen zurück und mit ihnen die Konsumausgaben. Dies erhöht die Arbeitslosigkeit weiter.

Die Gewinne und die Zuwachsraten der Löhne sinken. Die Preise werden wieder stabiler. Die

Arbeitslosenquote steigt. Die Stimmung ist pessimistisch.


d) Tiefstand / Depression

Die Auslastung des Produktionspotentials hat den Tiefpunkt erreicht, da die Investitionsgüter- und die

Konsumgüternachfrage sehr gering ist. Die Arbeitslosenquote ist auf dem Höchststand. Die Banken

haben eine hohe Liquiditätsreserve. Die Stimmung ist depressiv.

Ziele der Wirtschaftspolitik / das magische Viereck


Aufgabe der Wirtschaftspolitik ist es, den Wirtschaftsprozess so zu beeinflussen, dass die zyklischen

Schwankungen der Konjunktur nicht allzu groß werden und so das wirtschaftliche, soziale und


politische System gefährden.

Ende der sechziger Jahre wurde das Gesetz zur Förderung von Wachstum und Stabilität, das

sogenannte Stabilitätsgesetz, erlassen. In ihm sind die vier wesentlichen wirtschaftspolitischen Ziele


festgehalten.

1) hoher Beschäftigungsstand (Vollbeschäftigung)


a) Arten der Arbeitslosigkeit

Friktionelle Arbeitslosigkeit (Sucharbeitslosigkeit)

Sie ist die Arbeitslosigkeit, die zwischen der Entlassung und der Neueinstellung auftritt. Sie ist relativ


kurzfristig.

Die Ursache besteht in einer mangelnden Marktübersicht hinsichtlich offener Stellen und hinsichtlich

des Bedarfsprofils. Mangelnde Mobilität in räumlicher und qualitativer Hinsicht ist eine andere


Ursache.


Saisonale Arbeitslosigkeit

Sie entsteht wegen jahreszeitlicher Produktions- oder Nachfrageschwankungen. Sie ist eine


kurzfristige Form der Arbeitslosigkeit.

Bsp. sind die Winterruhe in der Bauwirtschaft oder der sommerliche Nachfrageboom im Tourismus.

21

Konjunkturelle Arbeitslosigkeit

Sie ist Folge der gesamtwirtschaftlichen Schwankungen in der Güterproduktion und in der


Güternachfrage. Sie ist mittel- bis langfristig.


Strukturelle Arbeitslosigkeit

Sie entsteht auf Grund von Ungleichgewichten auf Teilarbeitsmärkten hinsichtlich des Angebotes von

und der Nachfrage nach Arbeit. Sie ist eine langfristige Arbeitslosigkeit. Die Ursache besteht in einem

beruflichen, sektoralen oder regionalen Strukturwandel. Es steigt der Bedarf an geistiger Arbeit, wobei

der Bedarf an körperlicher Arbeit sinkt. Stahl, Kohle und Schiffsbau sind Wirtschaftssektoren mit

schlechten Zukunftsaussichten. Die ganzen Bereiche der EDV, der Telekommunikation und der

Medien haben dagegen gute Zukunftsaussichten. Regional ist die Wirtschaftskraft in Süddeutschland

sicherlich besser als in der Küstenregion oder in Ostdeutschland.


b) Indikator

Arbeitslosenquote = Zahl der registrierten Arbeitslosen *100


Gesamtzahl der Erwerbspersonen

Eine Arbeitslosenquote von 3-4% gilt als Vollbeschäftigung


2) Preisniveaustabilität / Inflation / Deflation / Binnenwert des Geldes


Definition der Inflation


Inflation liegt vor, wenn der Geldwert sinkt bzw. das Preisniveau steigt. Für die gleiche Gütermenge


muss mehr bezahlt werden.


Ursachen


Nachfrageinflation

Voraussetzung für das Entstehen einer Nachfrageinflation ist, dass es bei gut oder vollständig

ausgelasteten Produktionsfaktoren zu einem Nachfrageüberschuss kommt und dass die Bundesbank die

Wirtschaftssubjekte mit der entsprechenden Geldmenge, die zum Kauf der Güter erforderlich ist,

ausstattet. Da in dieser Situation die Unternehmen an der Kapazitätsgrenze arbeiten, können sie die

nachgefragte Menge nicht befriedigen. Ihre Strategie ist es, den Konsumenten zu befriedigen, der den

höchsten Preis bietet. Die Preise werden also steigen. Man unterscheidet die folgenden Formen der


Nachfrageinflation.


Konsuminflation

Kreditaufnahme, Entsparen und Lohnerhöhungen, die über dem Produktivitätsfortschritt liegen,

verursachen eine Nachfragesteigerung nach Konsumgütern, die zu einem Nachfrageüberschuss und


damit zur Inflation führt.

Investitionsinflation

Wollen die Unternehmen mehr Geld investieren als an Spargeldern zur Verfügung steht, werden diese

über Kredite finanziert, die das Bankensystem (die Geschäftsbanken aber vor allem die Bundesbank)

zur Verfügung stellt. Es kommt zu einem Nachfrageüberschuss auf dem Produktionsgütermarkt, der zu


einer Inflation führt.


Fiskalinflation

Übersteigen die Staatsausgaben die Steuereinnahmen und wird dieses Budgetdefizit über Kredite des

Bankensystems finanziert, kommt es zu einem Nachfrageüberschuss und damit zur Inflation.

Importierte Inflation

Fragt das Ausland verstärkt inländische Güter nach, führt dies zu einem Nachfrageüberschuss und so


zur Inflation. Bei flexiblen Wechselkursen ist der Effekt nicht so stark, da es bei einem

Exportüberschuss zu einer Aufwertung der inländischen Währung kommt und so der Import von


Gütern für das Ausland teuerer wird. Bei festen Wechselkursen ist die Bundesbank jedoch verpflichtet,

22

die Devisen gegen Deutsche Mark aufzukaufen. Dies führt zu einer Erhöhung der Geldmenge und so


zur Inflation.

Angebotsinflation

Bei konstanter Nachfrage fordern die Anbieter aus unterschiedlichen Gründen für ihre Produkte einen


höheren Preis.


Kosteninflation

Steigende Produktionskosten wie erhöhte Löhne, Lohnnebenkosten, Steuern, Zinsen, Wechselkurse

oder Rohstoffpreise veranlassen die Anbieter, ihre Verkaufspreise anzuheben.


Gewinninflation


Anbieter mit Marktmacht können die Preise diktieren. Zur Verbesserung der Gewinne kann es zu


Preiserhöhungen kommen.


Indikator


Als Indikator wird die Preissteigerungsrate bzw. der Preisindex verwendet.

Beim Preisindex vergleicht man die Preise eines festgelegten Warenkorbes zu einem bestimmten

Zeitpunkt (Berichtsjahr) mit den Preisen des gleichen Warenkorbes zum Basisjahr. Für die Preise des

Basisjahres legt man den Preisindex auf 100 fest. Steigen die Preise im Verlauf der Zeit, erhöht sich


auch der Preisindex.

Ein Preisindex von 117,5 im Jahr 1996 bedeutet dann, dass die Preise im Vergleich zum Basisjahr

(1990) vom 100 auf 117,5 also um 17,5 % gestiegen sind.

Die Preissteigerungsrate gibt die Preissteigerung gegenüber dem Vorjahr an. Steigt der Preisindex von


115 auf 118, ergibt sich daraus eine Preissteigerung von 100 - (118 ・115) * 100 = 2,61%.

Zu unterscheiden ist zwischen den Begriffen der Preissteigerung in Prozent und der Preissteigerung in


Prozentpunkten. Die Preissteigerung in Prozent wird wie im obigen Beispiel berechnet (2,61%). Die


Preissteigerung in Prozentpunkten ergibt sich, wenn man die beiden relevanten Indexzahlen

voneinander abzieht. 118 - 115 = 3 Prozentpunkte.

Die Kaufkraft gibt an, wie viel das Geld nach der Preissteigerung noch Wert ist. Wenn im Basisjahr

200 Gütereinheiten 200 DM gekostet haben, kosten die gleichen 200 Gütereinheiten im Berichtsjahr

bei einem Preisindex von 125 250 DM. Wenn aber weiterhin nur 200 DM zum Kauf zur Verfügung

stehen, reduziert sich die Nachfragemenge auf 160 Gütereinheiten. Die Kaufkraft des Geldes ist auf


80% gesunken. (100 ・125) * 100 = 80%. Für das gleiche Geld können nur 80% der Waren gekauft


werden.

Auswirkungen der Inflation

! Bezieher fester Einkommen haben einen Nachteil, da sich die Kaufkraft des Einkommens


verringert.

! Eigentümer von Geldvermögen verlieren (Kaufkraftverlust).

! Eigentümer von Sachwerten gewinnen, da diese Wertstabil sind.

! Gläubiger verlieren (Kaufkraftverlust)

! Schuldner gewinnen, da Rückzahlung das Geld an Wert verloren hat.

! Exporte nehmen ab, da Waren für Ausländer zu teuer werden.

! Importe nehmen zu, da es billiger ist im Ausland einzukaufen.

! Die wirtschaftliche Entwicklung wird schwächer, da es zu einem allgemeinen


Nachfragerückgang kommt

23


Deflation, Ursachen und Folgen

Deflation liegt vor, wenn der Geldwert steigt bzw. das Preisniveau sinkt. Für die gleiche Gütermenge


muss weniger bezahlt werden.

Verringert sich die Geldmenge oder steigt die Geldmenge weniger stark als die Gütermenge, geht die


Nachfrage zurück, da das Geld zum Kauf fehlt. Die Preise werden sinken. Es kommt zu Produktionseinschränkungen


und zu Arbeitslosigkeit.

3) Außenwirtschaftliches Gleichgewicht


Indikator


Als Indikator wird der Außenbeitrag verwendet (Ex - Im). Ein außenwirtschaftliches Gleichgewicht

liegt vor, wenn der Außenbeitrag 1 - 2% des BSP beträgt. Er sollte leicht positiv sein

(Exportüberschuss), um den internationalen Zahlungsverpflichtungen an die UNO oder EG

nachkommen zu können und um Entwicklungshilfe leisten zu können.


Die Zahlungsbilanz

Sie gibt Auskunft über das Ausmaß und die Struktur der wirtschaftlichen Verflechtung einer

Volkswirtschaft mit dem Ausland. Sie erfasst alle Transaktionen zwischen Inländern und Ausländern


für einen bestimmten Zeitraum.


Untergliederung der Zahlungsbilanz


α) Leistungsbilanz

Sie erfasst alle "realen" Transaktionen wie die Ein- und Ausfuhr von Waren und Dienstleistungen

sowie Geld- und Sachleistungen an das Ausland ohne unmittelbare Gegenleistung. Sie ist noch einmal


untergliedert in

- Handelsbilanz. Sie erfasst den Austausch von Waren.

- Dienstleistungsbilanz. Sie erfasst den Dienstleistungsaustausch (Transport, Versicherung,


Patentgebühren, Tourismusausgaben, Zinszahlungen u.a.)

- Übertragungsbilanz. Sie erfasst die Einkommensübertragungen, die ohne konkrete Gegenleistung

erfolgen. (Beiträge für internationale Organisationen, Entwicklungshilfe, Wiedergutmachung)

Sind die Exporte größer als die Importe spricht man von einer aktiven Bilanz, sonst von einer passiven.

Die deutsche Leistungsbilanz ist in der Regel aktiv, wobei die Handelsbilanz einen großen Überschuss

verzeichnet und die Dienstleistungs- und Übertragungsbilanz ein Defizit aufweisen.


β) Kapitalbilanz

Sie erfasst die monetären Transaktionen bzw. den Kapitalverkehr eines Landes. Zum Kapitalverkehr

gehören der einfache Rechnungsausgleich, die Gewährung von Krediten, der Kauf von ausländischen


Aktien, Anleihen, Unternehmen und Immobilien. Es gehören sowohl der Kapitalexport als auch der

Kapitalimport dazu.


χ) Devisenbilanz

Sie zeigt die Devisenzu- und Devisenabflüsse der Bundesbank an.


Wechselkurs

Der Wechselkurs macht verschiedene Währungen vergleichbar. Er ermöglicht so einen Preisvergleich

im internationalen Handel. Der Wechselkurs gibt den Preis für 100 (manchmal 1 oder 1000)

ausländische Währungseinheiten, ausgedrückt in inländischen Währungseinheiten, an. Ein


Wechselkurs von hfl = 88 bedeutet, dass 100 Holländische Gulden 88 DM kosten.

Der Wechselkurs bestimmt sich durch das Angebot von und die Nachfrage nach Devisen.

24

Wirkungen von Wechselkursänderungen / der Außenwert des Geldes


α) Aufwertung

Steigt der Außenwert der inländischen Währung, spricht man von einer Aufwertung der inländischen

und einer Abwertung der ausländischen Währung. Bei einer Aufwertung der DM fällt z.B. der Kurs

von 2 DM pro $ auf 1 DM pro $. Der $ ist für uns also billiger geworden. Wir bekommen für jede

Mark jetzt mehr $ (je 1 DM jetzt 1 $ statt wie bisher 0,5 $).


Auf den Güterhandel hat die Aufwertung die folgende Wirkung. Die Importe werden billiger und

nehmen zu, die Exporte werden teurer und nehmen ab. Auf die Preisstabilität übt die Aufwertung eine

positive Wirkung aus, während die Wirkung auf die Konjunktur und die Beschäftigung negativ ist.


β) Abwertung

Sinkt der Außenwert der inländischen Währung spricht man von einer Abwertung der inländischen und

einer Aufwertung der ausländischen Währung. Der Kurs steigt von 1,50 DM pro $ auf 2,50 DM pro $.


Der $ ist für uns also teurer geworden.


Im Güterhandel werden die Importe teurer und nachlassen, die Exporte werden billiger und steigen.

Die Verteuerung der Importe heizt die Inflation an, während die Exportsteigerung die Konjunktur

anregt und die Beschäftigtenzahl steigen lässt.

Wechselkurssysteme

α) Flexible Wechselkurse (Floating Exchange Rates)


An den Devisenbörsen werden die Wechselkurse bei freier Preisbildung bestimmt. Täglich werden

neue Wechselkurse durch das Aufeinandertreffen von Angebot und Nachfrage gebildet. Steigt die


Nachfrage nach einer Währung steigt auch ihr Kurs. Sinkt die Nachfrage, sinkt entsprechend der Kurs.

Der Staat greift in den Preisbildungsprozess nicht ein.

Die Bundesbank kann durch massive Devisenauf- oder Devisenverkäufe den Kurs einer Währung

stabilisieren. Man bezeichnet das als "managed floating" , da eine staatliche Behörde ein

 
 




Datenschutz

Top Themen / Analyse
Die Grundschuld
Wirtschaftliche Landesverteidigung:
DISTRIBUTIONSPOLITIK -
Organisationsmethodik
Die Anbahnung des Kaufvertrags
Tertiärisierung als Prozess
Über die Möglichkeiten der Verwertung von Auslandsmigrationen für die wirtschaftliche Entwicklung Kosovas
Die Nationalsozialistische Partei Deutschland (NPD)
DER AUFSICHTSRAT
Staatsrechtliche Überlegungen zum Bürger in Europa





Datenschutz

Zum selben thema
Buchführung
Kont
Arbeitslosigkeit
Handel
Ökonomie
Kosten
Rationalisierung
Umsatzsteuer
Steuern
Aktien
Kredit
Lohn
Euro
Bildung
Tarifrecht
Wettbewerb
Dividende
Vertrieb
Verpflichtungen
Sicherheit
Management
Gesellschaften
Inventur
Bank
Vollmachten
Marktforschung
Umstellung
Preis
Kaufvertrag
Globalisierung
Kapitalismus
Anleihen
Finanz
Regierung
Börse
Verhandlungen
Inflation
Versicherung
Zielgruppen
Valuten
Karte
Förderungen
Kalkulation
Politik
A-Z wirtschaft artikel:
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z #

Copyright © 2008 - : ARTIKEL32 | Alle rechte vorbehalten.
Vervielfältigung im Ganzen oder teilweise das Material auf dieser Website gegen das Urheberrecht und wird bestraft, nach dem Gesetz.