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geographie artikel (Interpretation und charakterisierung)

Bevölkerung

Wicklung

Indien - ein entwicklungsland?



Amtlicher Name: Republik Indien
Regierungsform: parlamentarische bundesstaatliche Republik


Fläche: 3 287 263 km²


Einwohner: 1,03 Mrd.


Hauptstadt: Delhi

Amtssprache: Hindi, Englisch; 17 Regionalsprachen


Nationalfeiertag: 26.1.

Lage: zwischen 8° und 37° n. Br. sowie 68° und 97° ö. L.





Indien ist eine Halbinsel und bildet den größten Teil des indischen Subkontinents. So bilden im Norden die Staaten Afghanistan, Tibet, Nepal und Bhutan von Westen nach Osten die Grenzen. Im Westen wird Indien in Nord-Süd-Richtung von Pakistan und dem Arabischen Meer begrenzt. Im Osten geschieht dies in gleicher Richtung durch Birma, Bangladesh und dem Golf von Bengalen. Die Südgrenze Indiens bilden die Palkstraße und der Golf von Mannar, der wiederum Indien von Sri Lanka trennt.

Durch die Lage Indiens sind sehr unterschiedliche Klimaverhältnisse vorzufinden, so herrscht von gemäßigtem bis zum tropischen Klima alles.

Verursacher der Klimaschwankungen ist der Monsun. So bringt der Süd-West-Monsun in der Zeit von Juni bis November viel Regen über Indien. Die sogenannte Regenzeit ist für die Bevölkerung lebensnotwendig, denn in dieser Zeit herrschen hohe Temperaturen (20°C-30°C; Q2) und diese würden ohne Regen Dürre und folglich Hungerkatastrophen mit sich bringen.

Jedoch verursachen die hohen und feuchten Temperaturen auch Mückenplagen, Epidemien und Atemwegserkrankungen, somit bringt der Süd-West-Monsun nicht nur Vorteile mit sich.

Im Gegensatz dazu bringt der Nord-Ost-Monsun Trockenheit und "Kälte" in der Zeit von Ende November bis Mitte Februar. Diese Trockenheit ist gekennzeichnet durch Niederschlagsarmut und niedrige Temperaturen (15°C-25°C; Q2).

Der Nord-Ost-Monsun weht vorher über Sibirien und China und kann somit keine Feuchtigkeit aufnehmen, so wie der Süd-West-Monsun, der Feuchtigkeit über dem Indischen Ozean und dem Arabischen Meer aufnimmt (Q3). Von März bis Juni herrscht eine extreme Trockenheit, wobei die Temperaturen bis zu 50°C erreichen können, umso wichtiger ist die Ablösung der extremen Trockenheit durch den Süd-West-Monsun.

Auf Grund der verschiedenen Klimaverhältnisse ist die Vegetation Indiens sehr vielfältig, so dass Pflanzen mit hohem Wasserverbrauch gedeihen können, wie z.B. Mangroven und Salbäume. Anderseits auch vorzufinden sind Steppengräser und Dornsträucher in der Wüste Tharr, die bei wenig Feuchtigkeit wachsen können (Q4).

Bei der Oberflächenstruktur Indiens sind alle Höhenlagen, von Tiefebene bis Hochgebirge, vorzufinden.

Als Hochgebirge zu nennen ist der Himalaya, der eine Höhe von ca. 8000 m erreicht. Im Gegensatz dazu gibt es die Malabar- und die Koromandelküste, die als "Tiefpunkte" des Landes bezeichnet werden, da sie "nur" 0 bis 200 m vorweisen.

In den Mittelbereich zwischen Tiefebene und Hochgebirge zu zählen, ist das Hochland von Dekan, welches durch seine Hügelketten mit geringer Höhenlage und tiefeingeschnittenen Tälern charakterisiert ist.

Durch das Vorhandensein aller Höhenlagen ist zu schlussfolgern, dass nicht alle Regionen Indiens für die Landwirtschaft geeignet sind bzw. genutzt werden können.

Auch stellt die natürliche Wasserversorgung im Landesinneren ein Problem dar, da es außer den Indus, Brahmaputra und Ganges im Norden kaum andere Gewässer gibt.



Indien hat eine sehr lange Geschichte, die bis ca. 200 000 Jahre vor Christus zurückreicht. Aus dieser Zeit wurden Höhlenmalereien und altes Steinwerkzeug gefunden, die die menschliche Existenz belegen.

Weiterhin beweisen die archäologischen Funde, dass um ca. 2500 vor Christus eine vorarische Induskultur existierte, die zu den frühesten Hochkulturen des Landes gehört. Circa 1000 Jahre später kam es dazu, dass arische Nomadenvölker in Nordwestindien Eingedrungen sind. Die Ureinwohner Indiens wurden dadurch zum Teil vernichtet oder unterworfen. Später drangen die Nomadenvölker bis in das Gebiet des heutigen Delhi und in das Gangesgebiet vor, während ihr Dreiklassensystem der Arier (Erbadel, arische Priester, gewöhnliche Stammesmitglieder) zur Grundlage des Kastensystems wurde.

Im Laufe der Geschichte bildeten sich viele Religionen im Land, wie zum Beispiel der Buddhismus und der Jinismus. Die verschiedenen Religionen führten zu einer Uneinheit des Landes und zu vielen religiösen Auseinandersetzungen.

Von 320 bis ca. 185 vor Christus entstand das Gebiet der heutigen Patna unter der Maurya-Dynastie, das erste Großreich Indiens, dass unter König Ashoka seine größte Ausdehnung erreichte. Südindien blieb außerhalb dieses Reiches und durchlief bis zum 14. Jahrhundert eine eigenständige Entwicklung.

Das sogenannte "Goldene Zeitalter" Indiens war unter der Dynastie der Gupta von ca. 320-467 nach Christus.

Im 8. Jahrhundert drangen islamische Eroberer in Indien ein und es folgten im 12. Jahrhundert viele Eroberungszüge durch türkische Moslems. Das Land wurde Islamisiert, im 13. Jahrhundert entstand das erste Sultanat Indiens und bis zum 16. Jahrhundert gab es viele Auseinandersetzungen zwischen Moslems und Hindus.

Am Anfang des 16. Jahrhunderts brachten die Moguln weite Teile Indiens unter ihre Herrschaft. Zunächst war der bekannteste Herrscher Akbar an der Macht. Er dehnte das Reich Indiens weit aus und war bekannt für seine Toleranz gegenüber anderer Religionen. Er sorgte für Frieden zwischen Hindus und Moslems und garantierte religiöse, sowie kulturelle Freiheit.

Circa 100 Jahre später kam jedoch Aurangzeb, ein Mogul, an die Macht. Seine Politik führte dazu, dass sich Hindus und Moslems wieder bekämpften und in feindliche Fronten spalteten.

Der Herrscher dieser Zeit war gegen den Hinduismus und ließ unter anderem hinduistische Tempel abreißen und hinderte die Menschen an ihrer Religionsausübung. Seine Politik führte zu mehreren Rebellionen und schließlich zum Untergang seiner Dynastie.

Später kamen einige Herrscher, die vorher im Dienst der Moguln standen, an die Macht. Auch sie scheiterten durch ihre Politik und den Versuch ein Großreich zu errichten. Auch unterlagen sie gegen eindringende Afghanen und verloren die Kriege gegen die englische Ostindiengesellschaft.




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Als Entwicklungsland bezeichnet man ein Land, welches nach den materiellen, sozialen und gesundheitlichen Maßstäben unserer Zeit, in seiner Entwicklung zurückgeblieben ist.

Das Indien eines von vielen Entwicklungsländern ist, wird bei genauerer Betrachtung der Bevölkerung, der Wirtschaft, der Geschichte in der Kolonialzeit, der Industrie und der Infrastruktur deutlich.

Durch das genauere Eingehen auf diese Kategorien werden wir im folgenden Text belegen, dass es sich bei Indien um ein Entwicklungsland handelt.





Mit der Schlacht von Plassey übernahm Großbritannien im Jahre 1757 die Herrschaft in Indien. Die Briten herrschten bis 1857 indirekt durch die Ostindiengesellschaft über das Land, beuteten es dennoch wirtschaftlich aus. Südindien und die Gangesebene wurden am Ende des 18. Jahrhunderts unter britische Gewalt gebracht, später folgten Zentralindien, Nordindien (1830) und der Punjab (1849).

Die Ausbeutung Indiens sollte mit dem India Act von 1784 beendet werden. Privathandel wurde verboten, die Agrarsteuer wurde vereinheitlicht und ein System unabhängiger Gerichte wurde eingeführt.

Die Regulierung des Landbesitzes führte allerdings zu einer erheblichen Belastung der Landwirtschaft, welche viele Hungersnöte mit sich brachte und die Bevölkerung immer unzufriedener werden ließ.

Durch den Import englischer Tuche, die weitaus billiger war, verloren viele Weber und Färber in Indien ihren Arbeitsplatz. Dazu kam, dass Indien als Rohstoffland behandelt wurde, ohne andere nützliche Faktoren zu beachten. Es kam dazu, dass immer mehr Missionare in das Land gereist sind, um die Bevölkerung zu bekehren, was allerdings nicht klappte. Aufgrund dessen erlebte der Hinduismus unter der Überwachung der Missionare, eine Reform.

Die Briten führten ein Zivil- und Strafrecht nach britischem Vorbild ein, was unter Anderem Menschenverachtende Praktiken, wie Witwenverbrennung oder Ritualmorde verbot. Auch wurde in Form von Unterricht dafür gesorgt, dass die Inder Englisch lernen und diese Sprache zur neuen und alleinigen Amtssprache Indiens wurde.

Im Jahre 1857 gab es die Sepoy Rebellion, die durch die vielen Veränderungen im Landesinneren ausgelöst wurde. Vor allem Bauern haben sich an dieser Rebellion beteiligt, jedoch wurde sie in einer blutigen Serie von militärischen Aktionen beendet. Nach der niedergeschlagenen Rebellion erlangte Großbritannien die direkte Kontrolle über Indien.

1884 wurde die Kongresspartei in Indien gegründet und 1877 wurde Königin Viktoria zur Kaiserin von Indien proklamiert. Die muslimische Oberschicht blieb hier noch auf Abstand, ihr Wortführer Sayyid Ahmad Khan befürchtete jedoch, dass sie durch die neue Regierungsform in den Hintergrund gedrängt würden und kein Mitspracherecht mehr hätten, also wurde im Jahre 1906 die Muslim League gegründet.

Im ersten Weltkrieg verhielt sich der Großteil der Bevölkerung Indiens loyal und hielt zu Großbritannien, jedoch waren die Briten nicht bereit die Mitspracherechte der Inder auszuweiten und es kam zu größeren Forderungen nach Unabhängigkeit. Auch die Muslime begannen sich um die Unabhängigkeit Indiens zu bemühen. Gewaltfrei erlangte Indien im Jahre 1947 die Unabhängigkeit, u.a. durch Mahatma Gandhi und Jawaharlal Nehru.

Mit der Unabhängigkeit wurde Indien in zwei Staaten geteilt: Die Indische Union und die islamische Republik Pakistan. Mit dieser Teilung ging Großbritannien auf die Forderungen der Muslim League ein.

Diese Teilung brachte eine Menge religiöse Auseinandersetzungen mit sich. So wurden Hindus und Sikhs aus Pakistan vertrieben und Moslems aus Indien, wobei zahlreiche Menschen ums Leben kamen. Diese Vertreibung ist ein Beispiel für eine ethnische Säuberung, die keinen Krieg verursacht hat. Jedoch gibt es seitdem zwischen den Grenzen beider Länder den Kaschmirkonflikt.

Es kam zu zwei Kriegen durch diesen Konflikt, 1971 kam es zu einem dritten, ausgelöst durch die Unabhängigkeitsbewegung im damaligen Ost-Pakistan. Dieser Krieg führte zur Teilung Pakistans und der Gründung, des ebenfalls islamischen Staates Bangladesch.

Indiens heutige Fläche beträgt ca. 3287263 km². Auf dieser Fläche leben zur Zeit ca. 1,03 Milliarden Einwohner und somit ist Indien, nach China, das zweitgrößte Land der Erde, was die Bevölkerungsdichte angeht.

Das Land Indien hat ein sehr großes Bevölkerungswachstum vorzuweisen. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen wird Indien in den nächsten Jahrzehnten sein Bevölkerungswachstum kaum abschwächen und die VR China bis zum Jahre 2045 als bevölkerungsreichstes Land der Erde abgelöst haben.

30% der Bevölkerung Indiens leben in der Stadt, während die restlichen 70% auf dem Land arbeiten und wohnen.

Obwohl man in Indien ein gutes Wirtschaftswachstum beobachten kann, haben ca. 44% der Einwohner Indiens, laut Angaben der Weltbank, weniger als einen Dollar pro Tag zur Verfügung.
Die unzureichende Wasserversorgung ist ebenfalls ein Problem. So haben nur ca. 16% der indischen Bevölkerung Zugang zu sanitären Anlagen und sehr wenige Haushalte verfügen über eine Abwasserentsorgung. Dieses Problem führt zu verschmutztem Wasser, wodurch eine sehr große Seuchengefahr entsteht.

Kulturelle Probleme zeigen sich in den Religionen. Zwar ist der Hinduismus die Hauptreligion Indiens, jedoch spalten sich weitere Glaubensrichtungen, wie der Buddhismus, das Judentum, der Islam und andere ab. Die Menschen leben im Normalfall friedlich miteinander, jedoch gibt es in einigen Gebieten, wie zum Beispiel im Punjab noch religiöse Auseinandersetzungen zwischen Moslems und Sikhs.

Auch gibt es in Indien eine große Vielfalt an Sprachen, Hindi und Englisch sind die Amtssprachen Indiens, Bengali, Rajastani und Tamil einige der vielen weiteren Sprachen. Es herrscht also eine kulturelle Uneinheit in Indien, die zu Problemen führen kann.

Auch das traditionelle Kastensystem ist ein Problemfaktor für Indiens Bevölkerung. Laut diesem System wird jeder Mensch in eine Kaste hineingeboren, aus der er niemals wieder hinaus kommen kann. So können Leute, die in die Kaste der Armen geboren wurden, niemals zu Reichtum kommen, sie können keine Berufe erlernen, die es in ihrer Kaste nicht gibt etc. Auch können diese Menschen keine Leute aus anderen Kasten heiraten, ein sozialer Aufstieg ist damit also unmöglich. Zwar wurde das Kastensystem verboten, jedoch findet es, gerade in ländlichen Gegenden Indiens, noch Anwendung. Da die meisten Bewohner Indiens auf dem Land leben, stellt das Kastensystem einen großen Problemfaktor dar.

Dazu kommen die Kastenlosen, die nur niedere Arbeit, meist ohne Bezahlung, verrichten dürfen. Sie werden daran gehindert Bildung zu erlangen und werden von vielen Menschen verachtet.

Die Geburt bestimmt mit dem Kastensystem welche Zukunft ein Mensch hat.

Problematisch ist auch die Analphabetenquote in Indien. So sind 45% der Inder über 15 Analphabeten und können somit keine Berufe, bei denen Lesen und Schreiben wichtig sind, erlernen.

Ein Grund für die hohe Analphabetenquote ist die enorme Verbreitung der Kinderarbeit (Q5), die in Indien am größten ist. Kinder arbeiten zum größten Teil in der Land- oder Hauswirtschaft als Dienstpersonal. Andere Beschäftigungen finden sich in der Bauwirtschaft, dem Bergbau, der Zigarettenindustrie, als Straßenhändler und auch in der Prostitution. Die Bedingungen, an den Arbeitsplätzen der Kinder sind meist menschenverachtend und lebensgefährlich. Die meisten Kinder arbeiten in sogenannter Schuldknechtschaft. Das heißt, dass die Eltern sie verkauft haben und die Kinder diese Schuld abarbeiten müssen.

Es wurden viele Verbote gegen die Kinderarbeit ausgesprochen und in die Verfassung aufgenommen, jedoch werden diese Verbote meistens missachtet, weil es an der Durchsetzung hapert.

Auf Grund der Abhängigkeit der Arbeit, wodurch Geld für die Familie verdient wird, bekommen viele Kinder nicht die Möglichkeit den Schulalltag kennen zu lernen. Der Schulbesuch scheitert auf Grund verschiedener Nichtmöglichkeiten, so ist häufig keine Transportmöglichkeit gegeben oder keine Finanzierung von Schulmaterial wie auch der vorgeschriebenen Uniform möglich. Wenn diese Hürden jedoch genommen werden können, bekommt meist nur der Sohn der Familie die Chance auf den Schulbesuch. Doch weitere Probleme entstehen dann in der Schule, zum einem durch den, Klassenunterschied (Reich-Arm), aber auch durch die lebensfernen Unterrichtsthemen und die Überlastung der Klassen, da meist 60 Schüler eine Klasse besuchen. Diese Probleme führen häufig zu der Entscheidung von Eltern und Kindern, dass Arbeiten der Schule vorzuziehen. Da die Eltern sogar auf das Einkommen der Kinder angewiesen sind, bleibt für die medizinische Versorgung auch meist kein Geld übrig. Viele Krankheiten bedeuten für die Kinder bleibende Schäden, da ihr Immunsystem durch Unterernährung, Vitaminmangel und unhygienische Verhältnisse schon stark geschwächt ist. Der fehlende Schulbesuch stellt nicht nur ein Bildungsproblem dar, sondern auch ein medizinisches, da die Kinder dort größtenteils geimpft werden. Die Dringlichkeit einer Verbesserung der medizinischen Versorgung Indiens zeigt folgende Statistik: Ansteckende Seuchen und Krankheiten, Komplikationen bei und nach der Geburt sind die Ursache für 470 Todesfälle je 100000 Einwohner.

Indiens Wirtschaft hat seit der Unabhängigkeit von England erhebliche Gewinne erzielt. Der Grund dafür ist die Umstrukturierung des Landes, die mit der Unabhängigkeit begonnen wurde.

So wurden zum Beispiel viele Industrien verstaatlicht, private Sektoren wurden kontrolliert und Agrarreformen durchgesetzt. Auch wurden Maßnahmen zum Schutz der eigenen Produktion, wie zum Beispiel Zölle, eingeführt. Mit diesem Wirtschaftssystem wurden viele Erfolge erzielt. So verlief das Wirtschaftswachstum positiv und die Inflationsrate, sowie die Staatsverschuldung konnten niedrig gehalten werden. Trotzdem war die jährliche Wachstumsrate zu gering. Das Bruttosozialprodukt lag 1992 bei 310 US-Dollar pro Kopf und der Großteil der Bevölkerung litt an Unterernährung.
Eine weitere Umstrukturierung der Wirtschaft gab es 1991. Diese "neue" Wirtschaft setzte auf die Privatisierung, auch wurde der Wirtschaftsmarkt für ausländische Geldgeber geöffnet. Im ersten Jahr erlitt Indien erhebliche Verluste, doch dann erzielte das Land mit dem neuen System Gewinne.

Ebenfalls ist Indien ein Agrarland, denn über die Hälfte der Landesfläche wird, teilweise mit künstlicher Bewässerung, bebaut. Die Agrarwirtschaft in Indien befasst sich zum größten Teil mit der Landwirtschaft, ein geringer Anteil ist bei der Forstwirtschaft zu nennen. Die Forstwirtschaft beschränkt sich auf die nördlichen Gebiete um den Himalaya herum. Obwohl es in Indien eine enorme Abholzung der Wälder gibt, trägt die Forstwirtschaft nicht viel zum Bruttoinlandsprodukt bei. Das meiste Holz wird von der Bevölkerung als Brennholz genutzt und die Aufforstung kann mit der Abholzung nicht mithalten.

Die Landwirtschaft ist als größter Wirtschaftssektor zu nennen, denn sie spielt die größte Rolle in Indiens Wirtschaft. Circa zwei Drittel der Bewohner Indiens arbeiten auf dem Land und tragen somit einen erheblichen Beitrag zu Indiens Bruttosozialprodukt bei.

Die wichtigsten Anbauprodukte Indiens sind Reis, Hirse, Weizen, Zuckerrohr, Sesam, Erdnüsse und Bananen als Eigenbedarf und Jute, Tee, Kaffee, Kokosprodukte und Pfeffer als Exportwaren.

In Indien leben ca. 209 Mio. Rinder, deren Fleisch aber aus religiösen Gründen ungenutzt bleibt. Jedoch zählen die Häute und das Fell der Tiere ebenfalls als wichtige Exportartikel.

Auch ist Indien reich an Bodenschätzen, wie zum Beispiel Eisen, Kohle, Erdöl, Bauxit, Mangan, Chrom und Antimon.

Indien ist der Hauptanbieter auf dem Weltmarkt von Glimmer und hat weltweit das größte Vorkommen von Thoriumoxid, was ein wichtiger Ausgangsstoff für radioaktive Brennstoffe ist.

Diese Rohstoffe werden größtenteils für den Export genutzt, denn die Tatsache, dass einige Bodenschätze in beinahe unerschöpflichen Mengen vorliegen, stellt für die Wirtschaft und den Außenhandel des Landes, seit der Unabhängigkeit, einen wichtigen Antriebsfaktor dar.

In Indien sind sowohl Großkonzerne vorzufinden, wie auch kleine familiäre Handwerksbetriebe. Obwohl die Großkonzerne, vor allem die Schwerindustrie die Produktionsmengen beherrschen, haben die Familienbetriebe eine wichtige Rolle bezüglich der Arbeitspolitik.

Außer der Schwerindustrie sind die Textilindustrie, chemische Industrie und Nahrungsmittelindustrie wichtige Branchen Indiens. Diese Industriezweige haben einen hohen Wichtigkeitsfaktor in der Wirtschaft Indiens, da sie ca. ein Viertel des Bruttosozialproduktes des Landes ausmachen.

Ein weiteres Problem Indiens ist die Infrastruktur. Zwar verfügte Indien schon seit der Unabhängigkeit über ein gut ausgebautes Verkehrsnetz, welches weiter ausgedehnt wurde, jedoch finden sich noch heute große Mängel in der Infrastruktur. Sie ist so weit ausgebaut, dass es in Indien einen Binnenflugverkehr gibt, der auch abgelegene, ländliche Gebiete erreicht, einen Schiffsverkehr und das Hauptverkehrsmittel, die Eisenbahn, deren Gleislänge ca. 62700 km beträgt. Das indische Straßennetz umfasst ca. 3 Millionen km, jedoch sind ca. 45% der Dörfer nicht über dieses zu erreichen. Die zahlreichen Straßen sind zwar häufig asphaltiert, dem steigenden Verkehr und Frachttransport aber nicht mehr gewachsen. Für den Schiffsverkehr sind die häufigst genutzten Häfen Kalkutta, Bombay und Madras, aber sie sind verstopft und schlecht ausgestattet, dadurch verweilen die Schiffe fünf bis sechs Tage im Hafen.

Diese infrastrukturellen Mängel sind ein großes Hindernis für Indiens Konkurrenzfähigkeit.

Auch die vielfältigen Umweltprobleme Indiens geben dem Land den Status eines Entwicklungslandes. Unter anderem trägt das Bevölkerungswachstum dazu bei, da es zur Übernutzung der Ressourcen wie auch zu einer Verknappung des Bodens geführt hat. Seit der Unabhängigkeit Indiens wurden ca. 85 Mio. Hektar des fruchtbaren Bodens zerstört, dies geschah überwiegend durch Bodenvernässung und Versalzung. Das Land sollte zu einem Drittel bewaldet bleiben, doch durch Folgen von Dammbauten und durch das illegale Abholzen von Wäldern, sind nur noch 14% des Landes bewaldet. Auch ist das Wasser der meisten Flüsse unbrauchbar, da die Städte Indiens nur zu einem Fünftel über Abwasser- und Kläranlagen verfügen. Weiterhin stellt die Luftverschmutzung ein Problem dar, die sich durch die Industrialisierung und den zunehmenden Verkehr stark verschlimmert hat. Die Umwelt wurde von der Schwerindustrie vor allem durch hohe Energieintensität geschädigt, aber auch dadurch, dass die Atomkraftwerke verstrahltes Kühlwasser in die Flüsse abließen, aus denen die Anwohner ihren Trinkwasserbedarf deckten. Nicht nur die Anwohner, sowie ihre Neugeborenen, die mit Missbildungen auf die Welt kamen, sondern auch die Arbeiter, die ohne ausreichende Schutzkleidung zur Arbeit geschickt wurden erlitten extreme Schädigungen.

Jedoch ist das größte Umweltproblem die Abholzung der Wälder. Wie schon erwähnt, sind 86% des ursprünglichen Bestandes bereits vernichtet, wodurch es zu starken Bodenerosionen, Erdrutschen und Überschwemmungen kommt, was wiederum dazu führt, dass Teile der Bevölkerung Indiens ihr Zuhause verlieren und obdachlos werden.

Diese Fakten sind nur ein paar von vielen Ursachen, die die Umweltprobleme hervorrufen.



Abschließend lässt sich sagen, dass Indien gute Voraussetzungen besitzt um den Status eines Entwicklungslandes abzuwerfen, jedoch muss in einigen Sachen noch mehr auf Beachtung und Durchsetzung geachtet werden. Näheres dazu wird im Lösungsansatz beschrieben.



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Um die Grundlegenden Probleme Indiens zu beseitigen muss man viele Dinge anpacken. Natürlich können lange nicht alle Probleme gelöst werden, jedoch muss man einige Sachen härter durchsetzen und auch darauf achten, dass Gesetze und Verbote Beachtung finden.

Ein guter Anfang wäre die Abschaffung des Kastensystems, bzw. die Durchsetzung der Gesetze zum Verbot des Kastensystems, die durch Mahatma Gandhi in die Verfassung Indiens eingingen. Durch die noch immer stattfindende Ausführung des Kastensystems ist es den Menschen der unteren Kasten unmöglich einen guten Beruf zu erlernen, bzw. zu qualifizierten Arbeitskräften ausgebildet zu werden. Dadurch, dass die unteren Kasten überwiegen und das System in den ländlichen Gebieten, wo die meisten Menschen leben, angewendet wird, stellen die Kasten ein großes Problem dar und verhindern die wirtschaftliche Weiterentwicklung des Landes. Ändert man dies, können mehrere Menschen bessere Arbeit erlernen und zu einem Aufschwung in der Wirtschaft beitragen.

Auch die Kinderarbeit muss beseitigt werden. 1938 wurde ein Gesetz erlassen, was die Kinderarbeit an gefährlichen Orten verbietet, jedoch wird auch hier nicht genau darauf geachtet, ob dieses Gesetz befolgt wird.

Wenn man es schafft, dass weniger Kinder arbeiten, können sie die Schule besuchen und Lesen bzw. Schreiben erlernen um später einen besseren Beruf zu erlangen. Auch die Bildung im Allgemeinen würde Indien helfen aus einigen Problemen herauszukommen.

Des Weiteren muss man die Ausbeutung Indiens, z.B. der Bodenschätze, durch andere Länder verhindern. Dieser Faktor stellt ein großes Problem dar, denn Indien ist auf das Geld anderer Länder angewiesen und dieses kommt zum Teil vom Verkauf der Rohstoffe auf dem Weltmarkt. Würden jedoch mehrere Menschen arbeiten, hätte Indien mehr Geld und könnte den Rohstoffhandel zurückschrauben.

Ein weiterer Faktor zur Lösung ist, dass man Indien die Staatsschulden erlassen kann. Indien verschuldet sich immer mehr, weil das Land kaum Nahrungsmittel für die eigene Bevölkerung anbaut sondern alles auf dem Weltmarkt einkauft. Je mehr Menschen in Indien leben, desto mehr Nahrungsmittel werden benötigt und umso mehr Schulden entstehen. Indien kann aus dieser Schuldenfalle nur schwer wieder herauskommen, was nicht zur Besserung der Umstände im Land führen kann.

Ein weiteres Problem, was allerdings sehr schwer zu lösen ist, ist das Bevölkerungswachstum. Es müsste eingeschränkt werden, weil es mit der Zeit zur Übernutzung der Ressourcen kommt. Jedoch lässt sich das Bevölkerungswachstum nicht so einfach einschränken und die Indische Regierung will nicht solche Gesetze wie in China (z.B. nur ein Kind pro Familie) verabschieden.

Des Weiteren müsste für eine bessere medizinische Versorgung gesorgt werden damit die Bevölkerung Indiens höhere Überlebenschancen und ein menschenwürdiges Dasein hat. Jedoch kommt man hier wieder auf das Problem der mangelnden Bildung zurück, die es vielen nicht erlaubt, Arzt zu werden.

Auch die Wasserversorgung sollte verbessert werden um die Umwelt zu schützen. Dies würde weniger Krankheiten durch verseuchtes Wasser und mehr Trinkwasser für die Bevölkerung bringen.

Das gleiche gilt für die Forstwirtschaft, man sollte darauf achten, dass die Aufforstung mit der Abholzung mithalten kann, denn durch weniger Bäume kommt es zu Schäden der Umwelt und zu einer Gefährdung der Gesundheit.

Auch die Infrastruktur müsste verbessert werden, denn somit kann die Konkurrenzfähigkeit Indiens steigen, es würde bessere Versorgungsmöglichkeiten für die Bevölkerung geben (wie z.B. bessere medizinische Versorgung, mehr Nahrung und Bildung). Auch würde die Verbesserung der Infrastruktur bessere Informationsmöglichkeiten für das Land mit sich bringen.





Die Indische Regierung hat sich dazu geäußert, dass sie nur noch Entwicklungshilfe, von Ländern wie Japan, den USA, der EU und Russland empfangen will. Grund dafür ist, dass das Land die eigene Verwaltung in den Griff bekommen will um die Ausbeutung durch andere Länder zu verhindern.

Es gibt viele Projekte die Indien helfen. Verschiedene Hilfsorganisationen befassen sich mit den Themen Bildung, Rechte, Frauen, Arbeit etc. um dem Land zu helfen.

Das Problem hierbei ist, dass Indien auf Hilfe anderer angewiesen ist und die meisten Spenden nur eingehen, wenn eine Katastrophe stattfand.

Die bisher gezahlte Entwicklungshilfe hat dem Land teilweise geholfen, teilweise wurde das Geld jedoch verschwendet. Hilft man allerdings weiter, könnte es sein, dass Indien in ferner Zukunft nicht mehr zu den Entwicklungsländern zählt.

 
 
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