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deutsch artikel (Interpretation und charakterisierung)

SexualitÄt


1. Drama
2. Liebe

Die Frage der Sexualethik ist immer in einem gesellschaftlichen Kontext, auf dem Hintergrund politischer und ökonomischer, sozialer und historisch-kultureller Bedingungen zu sehen:



Die Aussagen des AT
Der Schöpfungsbericht zeigt, dass Sexualität der Verantwortung des Menschen zur Gestaltung übergeben wird. Die Existenz des Menschen ist durch die Ergänzungsbedürftigkeit von Mann und Frau dazu bestimmt, sich dem anderen zu öffnen: Partnerschaft und Sexualität werden als gute Gabe Gottes gesehen. Diese Freude an der Leiblichkeit und Sinnlichkeit wird im Hohenlied im AT deutlich.




Die Aussagen im NT
Jesus handelte im persönlichen Umgang mit der Frau - gemessen an Recht und Brauch seiner Zeit - frei und ungezwungen. Zu einzelnen Fragen der Sexualität berichten die Evangelien keine konkreten Anweisungen Jesu. Sein Anliegen ist die religiöse Berufung, und diese gilt für Mann und Frau gleich. Darin gründet auch ihre gleiche Würde und Verantwortung.

Paulus begegnete in seiner Mission der sexuellen Freizügigkeit in griechischen Städten. Korinth war die Vergnügungshauptstadt der Welt von damals. Paulus nimmt in seinem Brief an die Korinther dazu Stellung. Manche scharfe Äußerung zu Fragen der Sexualität und der Ehe sind bei Paulus als Reaktion auf harte Angriffe oder auf extreme Situationen der Umwelt zu sehen.



Kirchenväter und Augustinus
Durch eine einseitige Interpretation des Paulus und durch den Einfluß gnostischer Strömungen (Dualismus: der Leib ist das Schlechte, der Geist das Gute) entfaltete sich im Laufe der Zeit eine Lehre, die Ehe und Fortpflanzung als Folgen des Sündenfalls sah. Augustinus wollte den Manichäismus abwehren, der in der Sexualität eine Bedrohung der Besonnenheit und der Freiheit sah, und verteidigte die schöpfungsmäßige Gutheit der Sexualität. Zugleich aber wollte er das Unheil der Sünde und die erbsündliche Begierde des Menschen in seiner Lehre verankert wissen, sodaß er die Bedeutung der Lust nur im Dienste der Zeugung und der Treue deuten konnte. Damit eliminiert er die Sexualität als Fähigkeit des Menschen zur Freude und Lust und lehrt einen Dualismus zischen einer rein geistigen ehelichen Liebe, und der geschlechtlichen Hingabe. Dieser augustinische Dualismus hast das christliche Verständnis der Sexualität bis in die Gegnwart stark belastet. Vor allem die Ehegüterlehre hatte eine lange anschließende Tradition. 3 Ehegüter: Nachkommenschaft, Treue, Sakramentalität.




Zweites Vaticanum
Betont wird die gegenseitige Annahme der Partner, Sexualität ist Ausdruck der Liebe.





Heute versucht das Christentum eine personal-ganzheitliche Sicht der Sexualität zu vertreten: Die Liebe ist oberstes Ziel und Maßstab der Sexualität.

Die Sexualität ist in erster Linie eine Kraft, die dem Menschen von Natur aus mitgegeben ist. Sie zeigt sich unter vielen verschiedenen Ausdrucksformen: der Wunsch, in den Armen gehalten zu werden; liebkosen, genießen, Kinder zeugen und in die Welt setzten, sich freuen können, anerkannt sein; sich mit Eifer für etwas einsetzen.

Sie Sexualität ist weitaus mehr als bloß Genitalität, Geschlechtsverkehr, Verliebtheit, Flirt, Selbstbefriedigung, sexuelle Erregung, Pornographie...: all dies sind nur Zeichen, Ausdrucksformen der Sexualität.





Die Sexualität hat im Wesentlichen vier große Aspekte:



Identitätsaspekt
Der Mensch kann nur leben, wenn er Bestätigung und Selbstbestätigung durch ein DU erfährt. Die Geborgenheit, die Anerkennung und Wärme brauchen die Menschen, um ihr Leben zu bejahen und sich zu entwickeln. Arme, die einen fest umschließen, Hände, die einem zärtlich streicheln, Lippen, die einen küssen und die sagen: Gut, dass es dich gibt! Solche Gesten und das, was sie ausdrücken, sind lebenswichtig für das Baby, für den Jugendlichen, für den Erwachsenen aber auch für alte, todkranke Menschen.


Lustaspekt
Die Lust, Freude und das Genießen. Das sind Grundbedürfnisse des Menschen die gestillt werden sollen. Solche Erfahrungen bezaubern den Menschen und lassen ihn die Schwere des Lebens mutig ertragen.

Beziehungsaspekt
Sexualität ist die Sprache der Liebesgefühle in einer Beziehung. Liebesworte, die oft nicht die Empfindungen ausdrücken können, brauchen auch noch Liebesgesten und Liebeszeichen, damit sie wahr, verstehbar und überzeugend sind.


Fruchtbarkeitsaspekt
Sexualität steht im Dienste des Lebens. Kinder in die Welt setzen und großziehen, Sorge tragen für andere, ein gemütliches Zuhause einrichten...





Die Sexualität ist eine naturgegebene Kraft, die der Mensch gestalten lernen muß. Der Einklang von Natur-Gefühl-Wille ist eine lebenslange Aufgabe. Die Sexualität des Menschen ist offen für das Gute und das Böse. In der Sexualität vermögen Menschen den anderen zu beglücken, aber auch zu beleidigen und verletzen, bis hin zur Versklavung. Sexuelle Normen, Tabus, Vorschriften wirken oft einengend. Sie müssen deshalb immer neu angepasst werden an die Zeit.





Minimale Anforderungen von Werten in der Gestaltung von Sexualität

Ich achte eigene und fremde Gefühle.
Ich respektiere die Freiheit meines Partners.

Ich handle wahr und glaubwürdig.
Ich bedenke die Konsequenzen meines Handelns.
Ich spreche meine Erwartungen und Ängste offen aus.
Ich handle nicht gegen die elementaren Prinzipien der Selbst- und Gottesliebe.



Vor- und außereheliche Beziehungen
In der Beurteilung soll vom Standpunkt einer ganzheitlich integrierten Sexualität ausgegangen werden. Grundsatz ist, dass die leibliche Ausdrucksform sexueller Beziehung stets der personalen Beziehung der Partner entsprechen soll. Aufgrund dieses Kriteriums lässt sich allgemein sagen, dass da, wo die Liebes- und Bindungsfähigkeit (noch) fehlen, die menschliche Vorraussetzung für eine vollendete Geschlechtsgemeinschaft nicht gegeben sind. Wird Geschlechtsverkehr in einer verfrühten Phase aufgenommen, so verführt er leicht zur Illusion persönlicher Befriedigung ohne personale Hingabe.

Voreheliche Beziehungen können als gut und richtig gelten, solange sie Ausdruck der Vorläufigkeit sind und nicht intensiver gestaltet werden, als es dem Grad der zwischen den Partnern bestehenden personalen Bindung und der daraus resultierenden Vertrautheit entspricht.



Keuschheit
Vom lat. conscius (= bewusst, mäßig, sittsam): meint Bewusstheit, Verantwortungsbewusstheit wie auch Enthaltsamkeit und Maßhalten. Das kann je nach Lebenssituation verschieden aussehen.

 
 
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