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deutsch artikel (Interpretation und charakterisierung)

Das kindgerechte von märchen


1. Drama
2. Liebe

2.4.1. Brutalität Ein weitverbreitetes Argument gegen Märchen ist die in ihnen vorhandene Brutalität. In vielen Märchen werden die bösen Hexen und Stiefmütter zum Schluss brutal ermordet oder gequält. Ein klassisches Beispiel stellt der Schluss von ,Schneewittchen' dar.

"Da musste sie in die rotglühenden Schuhe treten und so lange tanzen, bis sie tot zur Erde fiel." 21

Es ist bestimmt gerecht, die Bösen zu bestrafen, doch in vielen Märchen fallen diese Strafen sehr hart aus. Die Kleinen verstehen nicht, dass diese Gewalt in Märchen oft übertrieben dargestellt ist und können auch noch nicht zwischen Fiktion und Wirklichkeit unterscheiden. Doch auch wenn sie diese Fähigkeiten besitzen würden, ändert das nichts an der Tatsache, dass die Kinder abgestumpft werden. Als Gute-Nacht-Geschichte eignen sich diese Bücher deshalb nicht, böse Hexen, Riesen und Kobolde könnten die Kinder in ihren Träumen verfolgen. Kinder werden bereits mit genügend brutalen Szenen aus dem Fernsehen konfrontiert. Die Trickfilme, die jeden Nachmittag zu sehen sind, haben oft nur das Töten von Monstern oder das Ärgern anderer zum Thema. Deshalb ist es sicher empfehlenswert, eine Bettgeschichte mit möglichst wenig Grausamkeit zu wählen und nicht ein Märchen.

2.4.2. Das Medium "Buch"

Bücher haben zwei wertvolle Vorteile: Zum einen können sie gelesen und vorgelesen werden, zum anderen regen sie die Phantasie an.
Kleine Kinder, die selbst noch nicht lesen können, haben die Möglichkeit, sich die Geschichten von ihren Eltern oder einer anderen Bezugsperson vorlesen oder erzählen zu lassen. So kann die Brutalität der Geschichten mit jemandem besprochen werden, was Kindern gewiss hilft, diese zu verarbeiten und zu verstehen, dass es sich bei Märchen um Fiktion handelt. Kinder kommen leicht in Versuchung, das Gehörte oder Gelesene nachzuahmen und für wirklich zu halten. Das kann man verhindern, indem man mit den Kindern darüber redet.
Das Vorlesen hat auch noch eine andere Auswirkung, es fördert das Zusammensein in der Familie. Die Zeit, in der Eltern, ältere Geschwister oder auch Grosseltern mit den Jüngsten beim Lesen von Geschichten verbringen ist bestimmt wertvoller, als wenn sie sich vor dem Fernseher verweilen würden. Durch die Gespräche während und nach dem Lesen kommt man sich nahe. Beim Fernseher wäre die Möglichkeit am Ende einer Sendung gegeben, wenn man das Gerät ausschalten würde, doch meist sieht man sich die nachfolgende Sendung auch noch an und wenn man die Kleinen dann endlich dem Bann des Fernsehers entreissen kann, ist es Zeit, ins Bett zu gehen. Gespräche während einer Sendung sind auf die Werbepausen begrenzt. Deshalb ist Lesen, nicht nur von Märchen, es gibt viele andere schöne Kindergeschichten, sicher sinnvoller verbrachte Zeit, als ein Fernsehnachmittag. Ältere Kinder, die bereits selbst lesen können, finden in Märchen ein gutes Lesebuch, da sie die Geschichten oft schon kennen und ihnen das Lesen daher sicherlich leichter fällt. Das Lesen in der Freizeit fördert die Schüler, was natürlich wünschenswert ist.
Wie bereits erwähnt, regen Märchen die Phantasie der Leser und Zuhörer an. Die Märchenbücher sind fast immer mit verschiedensten Bildern illustriert, was den Kindern hilft, sich grundlegende Szenen besser vorzustellen. Wenn ein Kind irgendwo ein Bild sieht mit einem Mädchen, das wie Schneewittchen gekleidet ist und aussieht wie sie, dann erkennt es die Figur als Schneewittchen, sofern es die Geschichte kennt. Denn Märchenfiguren werden immer mit gleicher Kleidung und gleichem Aussehen dargestellt, weil sie so wiedererkannt werden. Mit dieser Eigenschaft der Figuren wird viel Geld gemacht. Es werden Gläser, Lampen, Schultaschen und viele andere Dinge mit Gestalten aus Märchen verziert. Die Firma Ravensburger hat sogar vor Jahren das Spiel "Sagaland" auf den Markt gebracht, indem sich die Spieler die Standorte verschiedener berühmter Märchenfiguren, die verdeckt auf dem Spielbrett stehen, zu merken haben, um diese dann im richtigen Zeitpunkt aufzudecken. So werden Kinder immer wieder mit den Geschichten und deren Figuren konfrontiert, was sie anhält, sich mit diesen zu beschäftigen. Die Kinder können die Märchen in ihrer Phantasie immer wieder neu ausschmücken, sie können sich vorstellen, wie es ist, eine Prinzessin oder ein Prinz zu sein. Viele Mädchen wählen für den Fasching das Kostüm einer Prinzessin, was sicher auch auf Märchen zurückzuführen ist. Diese Identifikation kann auch mit Figuren aus dem Fernsehen stattfinden, da man auch sie an vielen Orten antreffen kann, doch die Möglichkeit, diese Geschichten auszuschmücken ist kleiner, da die Abläufe im Fernsehen nicht gestoppt werden können und deren Geschwindigkeit für Phantasie fast keinen Platz lässt.


2.4.3. Der lehrreiche Charakter

Ein Grund, warum das Märchen so grosse Popularität erreicht hat, ist, dass die Mütter des frühen 19. Jahrhunderts ein Vorlesebuch suchten, das schöne Geschichten für Kinder enthielt. Dieses Kriterium erfüllen die Kinder- und Hausmärchen, doch zusätzlich haben sie noch einen lehrreichen Charakter. ,Frau Holle' zeigt den Kindern, dass der Fleissige im Gegensatz zum Faulen belohnt wird, denn als die Goldmarie wieder in ihre Welt zurückkehren will, wird sie nach den Worten von Frau Holle:

"Das sollst du haben, weil du so fleissig gewesen bist..." 22

mit Gold überschüttet. So enthalten viele Märchen eine Botschaft wie auch der ,Froschkönig', "Halte was du versprichst!", ,König Drosselbart', "Sei nicht eitel und verspotte andere Menschen nicht!", oder ,Dornröschen', "Tu nicht, was man dir verbietet!". Den Kindern soll so vor Augen geführt werden, was recht ist und was Ungehorsam in einer übertriebenen Welt für Konsequenzen haben kann. Die Märchen vermögen dies anschaulich und schon für kleine Kinder verständlich darzustellen. So wurden die Märchen der Brüder Grimm im ganzen deutschsprachigen Raum bekannt und sind es noch heute. Dass sie ihren Stellenwert während über 150 Jahren in einem so grossen Raum behalten und sogar noch weiter ausdehnen konnten, verdanken sie sicher auch diesen Aussagen, die die Märchen beinahe zu einem erzieherischen Mittel machen.


2.4.4. Die gebildete Sprache

Märchen erkennt man meist auf den ersten Blick. Nicht nur am Inhalt, sondern auch an bestimmten Formulierungen, wie "Es war einmal..." oder "...und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.". Diese Wendungen kommen allerdings nicht in allen Märchen vor, die zweite sogar äusserst selten. Ausser diesen Wortlauten findet man noch eine andere Erkennungsmöglichkeit, nämlich die Sprache der Märchen. An einem Beispiel aus ,Schneewittchen', es wäre auch jedes andere Märchen der Brüder Grimm geeignet, kann diese Sprache gut aufgezeigt werden.

"Da erschrak sie, denn sie wusste, dass der Spiegel keine Unwahrheit sprach, und merkte, dass der Jäger sie betrogen hatte und Sneewittchen noch am Leben war. Und da sann sie aufs neue, wie sie es umbringen wollte; denn solange sie nicht die schönste war im ganzen Land, liess ihr der Neid keine Ruhe." 23

Diese Sprache enthält keine Schimpfwörter, die Worte sind gewählt, auch wenn teilweise ungebräuchliche Ausdrücke zu finden sind. Dies kommt daher, dass die Brüder Grimm sich gebildete Damen ausgesucht haben, die ihnen abgerundete und wohl formulierte Märchen erzählten. Die gute Bildung dieser Damen und der Gebrüder Grimm prägten die Sprache der ,Kinder- und Hausmärchen'. So ist es bestimmt sinnvoller, die Kinder an eine solche Sprache zu gewöhnen, nur wegen ein paar Märchen werden sie kaum anfangen, auch so zu sprechen, als an die eher schmutzige Sprache des Fernsehens.

 
 
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