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deutsch artikel (Interpretation und charakterisierung)

Arnes nachlaß: interpretationsansatz


1. Drama
2. Liebe



Wie in einer klassischen Tragödie nimmt die Handlung in dieser stillen, aber intensiven Romanwelt ihren Gang. Sie läßt sich durch keinen väterlichen Zuspruch, durch kein freundschaftliches Wort aufhalten. Den Leser und auch die anderen Romanfiguren bewegt die ganze Zeit die Frage: Warum hat Arne sich denn eigentlich umgebracht? Siegfried Lenz erklärte in einem Interview mit dem Hamburger Abendblatt (Ausgabe vom 14. August 1999): "Es geht um das Dilemma des arglosen Menschen in einer Welt, die ihm ganz andere Spielregeln nahelegt. Arne scheitert ja schließlich an seiner Sehnsucht, in diese kleine, überschaubare Gemeinschaft aufgenommen zu werden. Er scheitert aus Arglosigkeit und der Unfähigkeit, seine Prinzipien aufzugeben.

    " Arne folgt, das erklärt uns auch Hans, anderen Spielregeln als der Rest der Welt. Wo er abgelehnt wird, biedert er sich umso mehr an. So erkauft er sich das Dabeisein auf der "Winnie" indem er die Reparatur finanziert. Durch die Mithilfe beim Diebstahl versucht er sich die Mitreise auf dem Kutter zu erschleichen. Dabei verwechselt er jedoch Geduldet-Sein mit Aufgenommen-Sein und ist unfähig zu akzeptieren, daß man Freundschaft nicht erkaufen kann. In seinem preisgekrönten Aufsatz beschreibt Arne die dunklen, vergessenen Seiten des Hamburger Hafens und bekommt dafür nur den zweiten Preis.

     Der erste Preis geht an "Ein Fest fürs Auge" (S. 40), die Beschreibung eines bombastischen Hafenfestes. Dessen Verfasserin kann zwar fast nicht lesen, dafür ist sie hübsch und gefällt: Sie beherrscht die Spielregeln. Arne steht in seiner Tiefgründigkeit dagegen immer etwas im Abseits. Zu sehr gemahnt er uns an die dunkleren Seiten des Lebens, die wir lieber verdrängen. Seine Altersgenossen reagieren darauf instinktiv, ihnen ist Arne schlichtweg nicht cool genug.

     Reifere Personen wie Hans oder Kalluk liegen dagegen eher auf seiner Wellenlänge: Der Junge scheint seinem Alter voraus, überreif zu sein. Jedoch nicht reif genug, um sich selbst so zu akzeptieren wie er ist und sich mit der Nichtakzeptanz von Lars Clique abzufinden. Arne hat andere Werte als seine Altersgenossen und kann sich nicht in sie hineinversetzen. Wenn er einen Nachmittag mit Winnie verbringt, sie aber dann aus ehrlichem Verantwortungsbewußtsein ihren Eltern ausliefert, wundert es uns nicht, daß Winnie sich verraten fühlt. Das gleiche Spiel wiederholt sich nach dem Diebstahl: Arne gesteht aus schlechtem Gewissen und stößt sich damit selbst aus der Gruppe aus. Ihre Zurückweisung zusammen mit der für ihn untragbaren Schuld, die er auf sich geladen hat, kann er scheinbar nur durch seinen "Ausfall" begleichen.

     Das Schicksal seines Vaters wiederholt sich in tragischer Weise an ihm. Dabei schenkt Hans Vater dem geständigen Arne im Moment der größten Not noch ein "Buddelschiff". Und was tut Arne mit dieser Liebesgabe? "Er übersah es, vergaß es" (S. 197). Arne vergißt das Geschenk, so wie er vergißt, daß es auch Menschen gibt, die ihn lieben und daß die Zurückweisung einiger weniger nicht das Ende aller Tage sein sollte. Erzähltechnisch bleibt Arne eine Leerstelle im Roman, er selber kommt nicht zu Wort.

     Und so wie die anderen Figuren die Leerstelle nicht wirklich füllen können, bleiben auch Arnes Beweggründe für seinen frei gewählten Tod letztendlich unverständlich. An Arnes Beispiel wird deutlich, was doch schon jeder weiß: Ein jeder ist allein, niemand kann einen anderen ganz verstehen. "In der vollkommenen Stille, die uns jetzt umgab" (S. 207) bleiben Hans, Wiebke, Lars und der Vater zurück. Und auch sie werden mit ihren Gefühlen am Ende allein gelassen.

 
 




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