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deutsch artikel (Interpretation und charakterisierung)

Als verbotener autor in deutschland - 1933 bis 1945


1. Drama
2. Liebe



Ein Jahr nach Erscheinen des Buches fand in Berlin einen Großkundgebung statt, die zu einer der eindrucksvollsten Aktionen gegen die Hitlerdiktatur werden sollte. Um ihrem Kampfwillen Ausdruck zu verleihen marschierten am 25. Januar 1933 über 150 000 Kommunisten, Sozialdemokraten und Parteilose in Berlin auf. Nachdem Hitler von Hindenburg zum Reichskanzler ernannt worden war, rief man auch Künstler und Schriftsteller zum Protest auf. Mit der Hilfe prominenter Personen, wie beispielsweise Albert Einstein, Heinrich Mann, Käthe Kollwitz und zahlreichen anderen, wollte man die faschistische Diktatur verhindern. Unter den Teilnehmern dieser Kampagne befand sich natürlich auch Erich Kästner, der einige Gedichte beisteuerte.
In den entscheidenden Wochen des Machtwechsels in Deutschland befand sich Kästner auf einer Urlaubsreise in der Schweiz. Als am 27. Februar 1933 der Reichstag brannte, hielt er sich in Zürich auf. Trotz allen Warnungen der in die Schweiz emigrierten Flüchtlinge und Freunde kehrte er dennoch in sein Heimatland zurück. In einem Epigramm gibt er später Gründe dafür an. Es habe in zurück in seine Heimat gezogen, wo er, wenn es sein müsse, auch sterben wolle. Seine Zukunft in Berlin war zu dieser Zeit ungewiß. Er wußte nicht, ob und wann er sich einer Hausdurchsuchung unterziehen müßte. Es geschah aber vorerst nichts. Einige seiner engen Freunde waren entweder schon tot oder verhaftet worden. Er selbst stand ohne daß er es wußte bereits auf der Liste der Gegner der Nazis. Von Kästner waren alle Werke verboten mit Ausnahme des Kinderbuches \"Emil und die Detektive\". Man wollte es nicht riskieren, dieses beliebte Buch zu verbieten, da man ansonsten auf Unverständnis gestoßen wäre. Schon bald waren alle Bibliotheken von Kästner Werken gesäubert. Nun gehörte er zu den verbotenen Dichtern.
Am 10. Mai 1933 wurden schließlich in einer groß angelegten Aktion in Anwesenheit der Presse und zahlreicher Zivilisten Bücher von insgesamt einundzwanzig Autoren in Berlin verbrannt. Dies ging unter der persönlichen Anleitung von Propagandaminister Goebbels über die Bühne. Kästner war selbst Augenzeuge dieses Ereignisses. Er stand anonym unter der Menge der Schaulustigen und lauschte den Parolen gegen Publizisten und Schriftsteller.
Die Ereignisse des Jahres 1933 machten zweifellos eine Neuorientierung erforderlich. Kästner wollte auf jeden Fall in Deutschland bleiben, koste es was es wolle. Außerdem entschied er weiter zu arbeiten. Jedoch konnte es sich in seinen Werken nicht mehr um kritische, politisch, akzentuierte Stoffe handeln, selbst wenn die Bücher im Ausland erschienen. Von den Nazis erhielt Kästner glücklicherweise dieses Privileg, weil er dadurch zum Devisenbringer wurde. Natürlich unterstand er der Zensur und konnte deshalb auch nichts gegen das Hitlerregime unternehmen. Er konnte in seiner Situation also nichts gegen das Dritte Reich schreiben, um so weniger, als er schon vor 1933 den Nazis verhaßt war, wie tausend satirische, pazifistische, humanistische oder konservative Autoren, die ins Exil gingen. In den Jahren bis 1938 wurden mehrere Werke im Ausland veröffentlicht, die aber mehr einen unterhalterischen Wert hatten als einen kritischen. Dafür erntete er heftige Kritik seiner ins Ausland geflohenen Kollegen, wie Klaus Mann, der sich über seine eher unpolitische Haltung erbost zeigte. In der zeitlichen Abfolge: 1933 \"Das fliegende Klassenzimmer\", 1934 \"Drei Männer im Schnee\" sowie \"Emil und die drei Zwillinge\", 1935 \"Die verschwundene Miniatur\", 1936 \"Doktor Erich Kästners lyrische Hausapotheke\", 1938 \"Georg und die Zwischenfälle\" und im selben Jahr als letztes Buch \"Till Eulenspiegel\". In der Zeit nach Beginn des zweiten Weltkrieges schrieb Kästner keine Bücher, es entstanden lediglich Entwürfe für spätere Werke. Das Erscheinen seiner Bücher im Ausland sicherte Erich Kästner die materielle Existenz und bedeutete gleichzeitig einen gewissen Schutz für seine Person. Solange Werke von ihm immer wieder auf dem Buch- und Filmmarkt im Ausland präsent waren, war es komplizierter, seine Existenz anzugreifen. Jedoch sollte dies nicht mehr lange so sein, da die Nazis mit der Beschlagnahmung der Konten ihrer Feinde begannen. So saß der Autor nach einigen Monaten mehr oder weniger auf dem Trockenen.
In der Folgezeit mehrten sich die Angriffe auf Kästner von Seiten der Nazis. In Propagandaschriften ging man massiv gegen ihn und andere Autoren, wie Berthold Brecht, vor. In den Leihbüchereien verschwand sein Name allmählich und an die Stelle seiner Werke traten Bücher wie \"Hitlerjunge Quex\" von Aloys Schenzinger. Unter der Bevölkerung erfreuten sich seine Stücke aber ungetrübter Beliebtheit. Viele Leser beschafften sich auch Exemplare im Ausland. Man entzog Kästner ein weiteres Standbein, als die Nationalsozialisten 1935 die letzten zwei Kabaretts in Berlin schlossen, an denen Kästner bis zur deren Liquidation mitgearbeitet hatte. Man rechtfertigte das Verbot beider Bühnen mit der angeblichen Gefahr, die sie für das Volk und den Staat darstellten. Kästner wurde von jetzt an sehr vorsichtig, beschränkte sich auf einen festen, ihm bekannten Personenkreis und vermied neue Bekanntschaften, mußte aber feststellen, daß viele seine alten Freunde auf die andere Straßenseite wechselten, wenn sie ihn kommen sahen. Der Kreis um Kästner lichtete sich immer mehr, und auch Trier wanderte nach London aus.
1936 erschien in Österreich und der Schweiz der Gedichtband mit dem Titel \"Doktor Erich Kästners lyrische Hausapotheke\", der auch ein großer Erfolg wurde. Er enthielt witzige, satirische Gedichte mit viel Humor, Übertreibung und Ironie und sollte eine Medizin zum Lesen gegen die alltäglichen Leiden sein. Obwohl auch dieses Werk in Deutschland verboten war, waren dennoch viele Exemplare im Umlauf. In den Jahren der faschistischen Okkupation in Polen wurde dieser Band sogar in handgeschriebener Form verbreitet. Heute kann man eine solche Schrift im jüdischen Museum in Warschau betrachten.
In den letzten Monaten vor dem Krieg brachen nach und nach die Kontakte zu den Freunden im Ausland ab. Kästner geriet zunehmend in Einsamkeit, man sah ihn nur mehr im Kaffee oder auf dem Tennisplatz, wobei er aber diese Gewohnheiten auch mehr und mehr vernachlässigte, da die Qualität des Kaffees und des Bieres zu wünschen übrig ließ. In einem Brief an sich selber gesteht er sich diese Isolation ein. Man könnte sogar meinen, er hätte resigniert. Seine Mutter brachte ihm auch während des Krieges regelmäßig frische Wäsche aus Dresden. Im Januar 1944 wird schließlich seine Wohnung durch Phosphorbomben in Schutt und Asche gelegt, und fast alles wofür er gearbeitet hatte war nun zerstört. Davor im Jahre 1942 erhielt er von der UFA den Auftrag, das Drehbuch für \"Münchhausen\" zu verfassen. Zu diesem Auftrag kam er unter Umständen, die bis heute nicht geklärt sind, war ihm doch ein Schreibverbot auferlegt worden. Durch besonderes Engagement eines Regisseurs konnte eine Sonderverordnung erwirkt werden, und Kästner konnte mit dem Schreiben beginnen. So entstand unter den widrigen Bedingungen einer desolaten Kriegswirtschaft, die bereits die letzten Reserven aufgebraucht hatte, ein aufwendiger Farbfilm mit Hans Albers in der Hauptrolle. Danach widmete er sich den zwei weiteren Filmen \"Der kleine Grenzverkehr\" und \"Das doppelte Lottchen\", den er später auch in einem Buch verewigte.
Nachdem Kästner im Januar 1944 ausgebombt war, zog er in die Wohnung seiner Freundin Luiselotte Enderle, die er noch aus der Zeit kannte, als er für Beyers tätig gewesen war. Mit ihr blieb er die kommenden Jahre zusammen. Am 2. März wurde schließlich Erich Ohser verhaftet und zum Tode verurteilt. Kästner selbst hatte unglaubliches Glück, daß er die letzten Monate des Krieges unbeschadet überstand. Als nach dem Stauffenberg Attentat auf Hitler die große Verhaftungswelle einsetzte befand er sich gerade in Dresden. Er ahnte die drohende Zerstörung seiner Heimatstadt und ging wenige Tage davor noch einmal die Wege seiner Kindheit ab, um sich an der barocken Schönheit dieser Stadt zu erfreuen. Außerdem entging er mehrmals der Rekrutierung. Den Wirrwarr der letzten Monate vor Kriegende vergleicht er mit einem aufgestörten Ameisenhaufen. Sich selbst sieht er auch als eine Ameise unter Millionen, nur mit einem kleinen Unterschied: \"Ich war eine Ameise, die Tagebuch führte.\" Die letzten Tage des Krieges überstand er unbeschadet an mehren Orten. Einmal hielt er sich mit den UFA Leuten in Mayrhofen auf, dann in einem Bauernhof am Schliersee. Der zweite Weltkrieg endete mit der Kapitulation Deutschlands 1944.

 
 




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