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deutsch artikel (Interpretation und charakterisierung)

Dezembermorgen- günter eich


1. Drama
2. Liebe



Dezembermorgen
Rauch, quellend über die Dächer,

vom Gegenlichte gesäumt,

Ich hab in die Eisenblumenfächer

deinen Namen geträumt.



Diesen Dezembermorgen

Weiß ich schon einmal gelebt,

offenbar und verborgen,

ein Wort auf der Zunge schwebt.



Wachsen mir in die Fenster

Farne, golden von Licht

zeigt sich im Schnee beglänzter

Name und Angesicht.



Muss ich dich jetzt nicht rufen,

weil ich nahe gespürt?

Über die Treppenstufen

hat sich kein Schritt gerührt.



Günter Eich



Interpretation



Um einen Text richtig zu analysieren zu können, muss man mehrere Dinge beachten, wie z.B. die Frage nach dem inneren Aufbau (Reihung, Steigung.), den Schlüsselwörtern, verschiedenen Wortfeldern, die Deutung verschiedener Zusammenhänge und die ständige Frage nach dem "Warum", und noch vieles mehr. All dies führt letztendlich zu dem Ergebnis.



Aus dem Titel des Gedichtes "Dezembermorgen", von Günter Eich, kann man schließen, dass es um etwas Vergangenes handelt, evtl. eine Liebe, da im Dezember, welcher ja auch der "Kalte Monat" genannt wird, die Natur stillsteht und das Leben somit wie eingefroren ist. Dort gibt es kein Wachstum mehr, kein Erblühen und keine Wärme, wie für die Liebe, welche das lyrische Ich in diesem Gedicht vermisst, damit er sich nicht so einsam und verloren fühlt, oder auf welche es wartet. Die Wärme ist wie die Liebe im Dezember vergangen, sie blüht nicht mehr auf, ist wie eingefroren und nun sitzt es, das lyrische Ich, im dunkeln, wie die langen, kalten, dunklen Winternächte.



Im 1. Abschnitt beschreibt das lyrische Ich, wie der Rauch, die Wärme, aus den Häusern durch die Kamine entweicht, langsam an den Dächern entlang säumt und schließlich in die Kälte übergeben wird, was unter anderem auch auf die Situation des lyrischen Ichs hindeutet, denn auch bei ihm entweicht die Wärme/Liebe und geht über zur Kälte und Einsamkeit. Es steht an seinem Fenster, welches mit Eisblumenfächern übersät ist, das heißt, es ist so kalt, dass die winzigen Wassertröpfchen an den Fensterscheiben erstarren und kleine Eiskristalle bilden, welche ihn ein wenig seine Sicht versperren und er alles nur etwas verzerrt sieht, so wie er evtl. auch seine Zukunft betrachten kann, denn es weiß nicht genau was es erwartet. Seine Gedanken drehen sich allerdings nur um eine bestimmte Person, das lyrische Du, denn bei seinen Beobachtungen auf die Welt außerhalb von ihm träumt er trotzdem weiterhin den Namen der speziellen Person in die vereisten Eisblumenfächer hinein.



Das lyrische Ich weißt im 2. Abschnitt daraufhin, dass es diese Gefühle, wie an diesem kalten Dezembermorgen schon einmal erlebt hat. Es hat also schon öfters diese Kälte gespürt bzw. diese Sehnsucht durchlebt oder auf diese unerfüllte Liebe gewartet. Daraufhin überlegt es, ob es etwas dagegen unternehmen soll, da er ja seiner Meinung nach irgendetwas tun muss, weil es so nicht für es weitergehen kann, doch es weiß nicht wie und was es sagen soll und somit bleibt es im Verborgenem und doch schwebt ihm das Wort auf der Zunge, es will also doch seinem Willen irgendwie folgen.



Schließlich, im 3. Abschnitt, hofft es darauf, dass die Fenster doch wieder klar werden könnten, und somit seine Sicht wieder frei wäre. Die "Farne, golden von Licht", würden die Eisblumenfächer zerstören und die Wärme käme wieder zu ihm herein. Die goldenen Farne sind weiterhin Schlüsselwörter, denn Farne sind grün, und spiegeln neues Leben wieder und Hoffnung, weiterhin ist grün sprichwörtlich "Die Farbe der Hoffnung". Nachdem der Schnee langsam schmelzen würde, könne sich seine Liebe auch wieder auftauen und seine Liebe stehe wieder neu, glücklich und bereit für einen neuen Anfang Angesicht zu Angesicht wieder vor ihm.



Es fragt sich abschließend im letzten Abschnitt, ob es sich für ich lohnen würde, jetzt nach seiner Liebe zu rufen, da es ja in diesem Moment einen solch Mut zusprechenden, erfrischenden Gefühlsaufschwung erlebt hat, dass es denken könne es hätte sie ganz nahe gespürt, welches seine große Sehnsucht nach dieser Liebe abermals widerspiegelt. Doch kurz daraufhin wird es in die Realität zurück gerissen und merkt, dass es doch ganz alleine, in dem immer noch mit Kälte durchzogenem Dezember lebt. Es belegt es ganz logisch mit den Tatsachen, dass es unmöglich sei, dass jemand, ohne dass es ihn hörte, die Treppenstufen hinauf zu ihm gekommen sein könne. Der erfreuliche, und schöne Funken Hoffnung ist somit eben so schnell gegangen, wie er auch eingetroffen ist. Letztendlich ist es also immer noch derselbe eisige Dezembermorgen.










Analyse



Untersuchung des Gedichtes auf traditonelle oder moderne Merkmale



Das Gedicht "Dezembermorgen" von Günter Eich ist ein modernes, sowie auch ein traditionelles Gedicht, da es Merkmale von beiden Arten hat.

Geschrieben ist das Gedicht in einem zusammenhängenden Text, der mit lyrischen Merkmalen, wie Kreuzreimen, präziser Wortwahl und Form ausgeschmückt ist. Zudem verstärkt der Autor den Inhalt mit gehobener Sprache. Es fehlen Wortteile (Konjunktionen, Verben) z.B. Zeile 1+2, die die Aussage des Textes nur mit einzelnen Begriffen oder Bruchteilen von Sätzen beschreibt und alles so geheimnisvoll erscheinen lässt. Diese "Verknappung der Aussage" ist ein Merkmal für moderne Gedichte, doch dies ist nur teilweise im Text nach zu weisen. In den Zeilen 7+8 versteht der Leser zuerst nicht, was der Dichter mit seiner Aussage meint, da er seine Gedanken, Gefühle und spontane Einfälle unverbunden zusammenreiht. Der Leser muss sich selbst Ordnung verschaffen und den Sinn des Textes finden, was sich dann auf die Erschließung des Textes bezieht.

Der Autor arbeitet in diesem Gedicht mit vielen Bildern, die sich im Kopf des Lesers bilden. Er arbeitet mit Bildern, die jeder schon einmal gesehen hat.

Es ist Winter. Alles ist gefroren und Rauch kommt aus den Schornsteinen. Dieses Bild beschreibt der Autor. Zwar sind es keine Metaphern und Symbole in erster Hinsicht, doch das Bild im Kopf jedes Lesers ist gleich. Das ist wohl die Absicht des Verfassers, mit Bildern den Text auszuschmücken und den Inhalt zu verdeutlichen. Dies sind wieder Merkmale von modernen Gedichten.

Das Gedicht hat in jeder Strophe Kreuzreime, was einem modernen Gedicht nicht entspricht. Moderne Gedichte sind schon gereimt, doch auf eine andere Weise. Dabei werden Silben (Vorhebung; Senkung) betont, ohne jede klare Struktur im Gegensatz zu altmodischen Gedichten. Dieses Gedicht hat keine klare Betonung wie den Jambus oder Trachäus, sondern der Autor möchte nur bestimmte Silben betonen, um damit den Inhalt und die Atmosphäre zu betonen.

Aus all dem könne wir schließen, dass das Gedicht zum Teil die traditionelle, sowie auch die moderne Gestaltungsweise hat. Es weißt zwar auf viele Merkmale von modernen Gedichten hin, doch im Ganzen überragt der altmodische Stil.






Poetische Texte






Situation des lyrischen Ichs im Gedicht



Das lyrische Ich ist in einer Situation, in der es auf eine Person vergeblich wartet, die es liebt. Das Beispiel dafür sieht man in der letzten Strophe.

Es wurde verlassen und fühlt sich jetzt einsam, man kann dies in den Zeilen 3 und 4 des Gedichtes erkennen. Es ist sehr betroffen von diesem und es hängt sehr an dieser Person. Es klagt förmlich die Person an, auf die es wartet. Es hat große Hoffnungen, die aber nicht erfüllt werden (Zeile 15+16).

" Muss ich dich jetzt nicht rufen, weil ich dich nahe gespürt?" Das lyrische Ich spricht das lyrische Du auf direktem Wege an. Dadurch kann man sich in die Person hineinversetzen und man fühlt selbst, was das lyrische Ich von einem will.








Das lyrische Ich- Definition


Der Ausdruck des Lyrischen Ichs bezeichnet in der Literatur den Sprecher oder Stimme eines Gedichtes. Das sprechende Subjekt des Gedichtes wird so von dem Autor unterschieden.
Ein Beispiel dafür ist, dass sich nicht der Autor in dem Gedicht spricht und träumt. Es ist eine Person, welche vielleicht gar nichts mit dem Auto zu tun hat. Möglicherweise kennt der Autor die Situation der Einsamkeit, doch er möchte absichtlich nicht eine Situation von ihm beschreiben, sondern eine völlig andere, die jeder Leser anders interpretieren kann.

 
 





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