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deutsch artikel (Interpretation und charakterisierung)

Bearbeitung zu romeo und julia auf dem dorfe


1. Drama
2. Liebe

1. Inhalt Bereits das berühmte Eingangsbild typisiert die scheinbar unumstößliche, archaisch wirkende Ordnung des bäuerlichen Lebens:
Zwei Bauern, Manz und Marti, Nachbarn aus einem Dorf bei Seldwyla,
pflügen an einem Sommermorgen ruhevoll ihre Äcker. Getrennt werden die Äcker durch ein brachliegendes Feld, das mit Steinen und Unkraut bedeckt ist. Ohne das ein Wort fällt , schneiden die Bauern nach vollendeter Arbeit eine Furche in den Acker. Ihre beiden Kinder bringen ihnen den Mittagsimbiss und spielen dann in dieser grünen Wildnis, die sich inmitten der väterlichen Äcker befindet. Eigentümer dieses Feldes ist vermutlich der vagabundierende schwarze Geiger, der aber durch die fehlenden Papiere kein Anspruch auf das Feld hat. Manz kann schließlich das Feld auf einer Versteigerung erwerben und somit beginnt die Feindschaft der beiden Bauern und beide verkommen. Manz übernimmt einen verkommenen Gasthof in Seldwyla, Marti bleibt mit wenig Hab und Gut auf dem Lande. Beide versuchen schließlich durch das Fischen ihre Familien zu ernähren. Sali und Vrenchen kennen sich von klein auf, mit dem Streit der Väter verlieren sie sich aus den Augen und begegnen sich erst wieder, als ihre Väter auf einer Brücke in wütenden Streit geraten. Die Liebe zwischen ihnen entfacht und Sali schleicht heimlich zu ihr. Als sie aber eines Tages von Marti überrascht werden und dieser Vrenchen misshandelt schlägt Sali ihn mit einem Stein nieder. Marti wird schwachsinnig und von da an steht Salis Schuld zwischen den Liebenden. Martis Anwesen wird versteigert und Vrenchen muss das Haus räumen und zur Dienstmagd werden. Bevor dies jedoch eintritt, wollen sie noch einen Tag zusammen verbringen. Sali opfert seine Uhr und sein gespartes Geld und sie ziehen los um auf einer Kirchweih zu tanzen. Unterwegs werden sie für ein junges Brautpaar gehalten und schlüpfen sogar in die Rolle eines frisch vermählten Ehepaars , jedoch haben sie wegen ihrer Armut keine Möglichkeit zu heiraten. Sie treffen auf den schwarzen Geiger im Paradiesgärtlein, ein Wirtshaus für die Heimatlosen, der ihnen vorschlägt ein Leben außerhalb der bürgerlichen Konventionen zu führen und sich ihrer Gruppe anzuschließen. Gerade dies aber ersehnen die beiden nicht und deshalb bleibt ihnen nur ein Weg um ihre Liebe zu erfüllen. Ein am Flussufer angebundenes Boot wird ihnen zum Brautbett als auch zum Todeslager. Als man ihre Leichen findet, steht in der Zeitung zu lesen, dass es sich bei den Toten um Kinder aus verarmten und verfeindeten Familien handelt, die das Schiff gestohlen hätten.

2. Personen
- Marti: Vater von Vrenchen

- Manz: Vater von Sali
 Zu Beginn der Erzählung sind sie noch vorbildliche Vertreter der kleinbürgerlich-bäuerlichen Gesellschaft
 Anzeichen moralischer Verwilderung; können Recht von Unrecht nicht unterscheiden
 Misstrauen gegenüber Ungewohntem und Andersartigem
 Äußerliche Werthaltung ist, das beide Ehre mit Besitz gleichsetzen; öberflächliche Auffassung von Werten
 Fragwürdiges Rechtsbewusstsein
 Vernachlässigung der Arbeit; Bösartigkeit gegeneinander
 Blindheit gegenüber der Wirklichkeit; falsche Selbsteinschätzung
 Zerstörung der sozialen Bindungen, Zerfall der Familien
 Tragen typisierende Züge
- Schwarzer Geiger: Ausgestoßener der Gemeinde Seldwyla
 Da er keine Papiere besitzt, akzeptiert ihn niemand, obwohl es in Seldwyla bekannt ist, dass er in diesem Orte geboren ist
 Er ist das Haupt einer lebenslustigen Gruppe von solchen Heimatlosen
- Sali und Vrenchen
 Verlieben sich in einander, als der Konflikt zwischen Manz und Marti seinen Höhepunkt erreicht
 Werden durch die Leidenschaft erwachsen, körperliches Begehren
 Salis Charakter: ehrbar, treuherzig und sanftmütig; im Verhalten gegenüber Vrenchen zeigt er sich als zärtlich, liebevoll und selbstlos; realistische Figurenzeichnung
 Vrenchens Charakter: komplexe Persönlichkeit. Ist einerseits bescheiden, demütig und von natürlicher Sittsamkeit und andererseits sinnlich, leidenschaftlich und lebenslustig
 Liebe ohne Hoffnung und Erfüllung durch verschiedene Faktoren, wie Salis moralische Schuld, ihre soziale Lage und die Liebenden stehen außerhalb der Gesellschaft
 Eine auswegslose Situation, sie sich an die bürgerliche Weltordnung gebunden fühlen und die Lebensform der Heimatlosen ist keine Alternative für das Paar
 Bürgerliche Ehe ist für sie unerreichbar, jedoch bestimmt die Heiratsfrage ihre Träume
 Der Ehrbegriff; schließen sich vorerst der Gruppe der Heimatlosen an und die Rückkehr ins bürgerliche Leben bedeutet die Trennung des Paares
 Unterschiedliches Temperament; Vrenchen voller Energie und Tatendrang, Sali lässt sich mitreißen
 Entschluss zum gemeinsamen Sterben

- Die Ehefrau des Manz
 Macht ähnliche Entwicklung durch wie ihr Mann
 Aus ihren weiblichen Fehlern werden mit der Zeit Laster, ohne die Fähigkeit sie zu erkennen. Sie hält sich für liebenswürdig und klug; in der Ehe ist sie der dominierende Teil
- weitere Personen:
 Gruppe von Heimatlosen, Bäuerin, Wirtin
3. Zur Thematik der Novelle
Der Titel der Novelle verweist auf den alten Romeo und Julia-Stoffes,
dessen bekannteste Bearbeitung die Tragödie des englischen
Dramatikers William Shakespeare (1564-1616) ist. Keller hat lediglich
die tragische Liebesgeschichte übernommen. Er stellte die Geschichte
in einem "neuen Gewand" dar, und setzt völlig neue Schwerpunkte:
a) Bei Shakespeare dient die Stadt Verona lediglich als Kulisse, bei Keller jedoch spielt das soziale Milieu eine große Rolle. Handlung spielt sich in einem festen gesellschaftlichen Bezugsrahmen ab, wie der Titel "Romeo und Julia auf dem Dorfe" anzeigt.
b) In der Dramenbearbeitung kommt der gesellschaftlichen Schicht, der die Familien abstammen, für den Ablauf des Geschehens keine Bedeutung zu. Handlung beruht vielmehr auf tragischen Zufällen. In der Novelle ist jedoch die Tatsache, dass die Figuren einer bestimmten gesellschaftlichen Gruppe mit einem festen Wertsystem entstammen, für den tragischen Ablauf des Geschehens sehr wichtig. Die Tragödie entspinnt sich nicht aufgrund verhängnisvoller Zufälle, sondern weil die Figuren gegen die gesellschaftlich-sittlichen Normen der sozialen Gemeinschaft verstoßen. In der Novelle werden zwei Geschichten erzählt, die aufs engste miteinander verknüpft sind.
c) Im Gegensatz zu Shakespeares Tragödie dient die Geschichte der beiden Familien bei Keller auch als Exempel für menschliches Fehlverhalten.
d) Die Geschichte beruht, wie der Erzähler nachdrücklich betont, auf eine wahre Begebenheit. So konnte Keller in der Züricher Freitagszeitung vom 3.September 1847 lesen, das in Sachsen ein 19jähriger und eine 17jährige, Kinder armer, verfeindeter Familien, nach einer durchtanzten Nacht Selbstmord durch Kopfschuss begangen. Man fand die Leichen auf einem Feld.
4. Symbole und ihre Funktion
In der Erzählung finden sich zahlreiche Symbole:
 Der wilde Acker, Stein, Geiger: Symbole für die Schuld,

Zerstörung sozialer Bindungen
 Haus, Bett: Bürgerliches Lebensglück, Geborgenheit in
einem gesicherten Zuhause, soziale Heimat
 Fluss, Schwarzer Geiger: Untergang und Tod
 Wiederaufnahme von Situationen und Handlungen
 Gegenläufige Entwicklung der Beziehungen zwischen den

Figuren
 Symbolische Vorwegnahme einer Handlung
 Spiegelung innerer Vorgänge in der Außenwelt
 Symbolfigur des schwarzen Geigers: Sinnbild für Ungerechtigkeit der Bauern, Symbol des Todes, übernatürliche Züge, Züge des Dionysos

5. Interpretation
Keller verfolgt zwei Handlungsstränge:
- Verfall der Väter, die sich und die Familie ruinieren
- Liebesgeschichte der Kinder
Nicht die Feindschaft der Väter vernichtet das Liebesglück, sondern das
materielle Elend und die Erinnerung an die verlorene, scheinbar heile
Welt ihrer Kinderzeit. Der Streit der Väter ist mehr ein psychologischer
als wirtschaftlicher Konflikt. Manz und Marti sind Narren der
Uneinsichtigkeit, verbohrt in die Auffassung, nur ihnen sei Unrecht
widerfahren. Der Erzähler entlässt die Kinder der Väter nicht aus der
Familiengeschichte, auch an ihnen wird der Zerfall des Hauses
sichtbar. Sali und Vrenchen geben sich ihren Illusionen hin und die
Angst vor dem Alleinsein, verloren in der Welt, bestärkt ihre Liebe. Die
Hochzeit der Liebenden wird immer mehr zur inneren Wahrheit, je
weniger die äußere Wahrheit dem Wunschtraum entspricht. Sie
werden ihre bäuerlich-bürgerliche Prägung nicht los. Die Entscheidung
für den freiwilligen Tod lässt sie auf jede Rücksicht verzichten und ihr
Besitzdenken können sie auch nicht überwinden. Sie erkennen, dass
ihr Glück schon am nächsten Tag zerstört sein würde, wenn sie sich
trennen müssten, um jeder für sich einem Beruf in der Fremde
nachzugehen. Wenn sie aus dieser Welt gehen, kann sie dort drüben
Niemand mehr scheiden. Als habe das flüchtige Glück keinen
dauerhaften Ort in dieser Welt, als sei es nur durch die Vermeidung
der Wirklichkeit für eine kleine Weile zu bewahren, beschließen die
beiden Menschen, es sich nicht wieder rauben zu lassen. Sie wollen es
festhalten bis zum Ende; das ist der Besitz, auf den Sie Wert legen.
6. Zur Novelle und dem bürgerlichen und poetischen Realismus
Die Leute von Seldwyla handeln von Sonderlingen und Menschen mit charakterlichen Schwächen, die durch ihr Verhalten aus der Gemeinschaft herausfallen. Die "Charakter-Erzählungen" , wie Keller sie nennt, werden in einem humorvollen und ironischen Ton erzählt. Lediglich in Romeo und Julia auf dem Dorfe tritt der Humor hinter dem ernsten Erzählton zurück und dient vor allem als "comic relief": durch komische Einlagen wird die Spannung, die durch die Schilderung der dramatischen Ereignisse im Leser entstanden ist, auf kurze Zeit abgemildert.
Der Novellenzyklus wird sowohl dem "bürgerlichen" , als auch dem "politischen Realismus" zugeordnet. Mit dem ersten Begriff wird eine historische Einordnung vorgenommen. Er dient zur Beschreibung dessen, was erzählt wird. Der zweite Begriff wird zur Beschreibung von poetologischen Besonderheiten literarischer Werke verwendet. Romeo und Julia auf dem Dorfe , aber auch die anderen Novellen der Sammlung, sind soweit dem "bürgerlichen Realismus" zuzuordnen, als in ihnen, im Gegensatz etwa zu Shakespeares Dramen, nicht das Schicksal gesellschaftlich hochrangiger Personen im Mittelpunkt steht. Nicht mehr von Adligen, Prinzen und Königen wird erzählt, sondern von Menschen aus dem bürgerlichen Milieu. Kellers Figuren entstammen dem ländlichen Bürgertum. Er erzählt von einfachen , durchschnittlichen Menschen aus dem Volk, Menschen , die keine Machtposition innehaben. Behandelt werden in erster Linie allgemeine menschliche Probleme. In Kellers Die Leute von Seldwyla gibt es eine vermittelnde Instanz, die Welt wird in diese Novellen nicht aus der perspektivischen Sicht der Figuren beschrieben, sondern von einem allwissenden Erzähler, der das Geschilderte auch bewertet und kommentiert.

 
 
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