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philosophie artikel (Interpretation und charakterisierung)

Konstruktivismus

Empirismus

Pragmatismus

Francis bacon





Geschichte Francis Bacon wurde am 22. Januar 1561 und starb am 9. April 1626. Er war englischer Philosoph, Staatsmann (Politiker) und Naturwissenschaftler.
Er wurde ständig zwischen seinen politischen, seinen schriftstellerischen und wissenschaftlichen Interessen hin und her gerissen.
Er verfasste zahlreiche philosophische, literarische und juristische Schriften.
Wie Montaigne schrieb er seine Gedanken zu allen möglichen Themen in kurzen Aufsätzen nieder. Sog. Essays.

Politisch stieg Bacon 1617 zum Großsiegelbewahrer und 1618 zum Lordkanzler auf. 1621 wurde er wegen einer Bestechungsaffäre vom Parlament gestürzt und zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, die ihm vom König jedoch erlassen wurde.

Die Geschichtsschreibung stellt Bacon als zwiespältige Persönlichkeit dar: einerseits intelligent und begabt, andererseits maßlos ehrgeizig.

Die 1885 gegründete Bacon-Gesellschaft vertritt bis heute die These, Francis Bacon sei der Verfasser der Werke Shakespeares.




Philosophie


Philosophie muss die allgemein verbindliche Methode der Wissenschaft finden.

Wissen ist Macht: Hier sagt Bacon das, was die neuere Naturwissenschaft weitgehend bestimmt hat: Praktische Nutzanwendung, Naturbeherrschung im Interesse des Fortschritts ist das Ziel der Wissenschaft. Der Mensch kann die Natur aber nur soweit beherrschen, wie er sie kennt.

Dabei hat er insbesondere mit dem Ziel einer Begründung der Wissenschaft durch die Logik gearbeitet, wobei er die abstrakte Methodik des Aristoteles durch empirische Methoden ersetzen wollte. Er vertrat die These, dass die Erfahrung als Ausgangspunkt für jede Erkenntnis dienen müsse.

Empirismus: Durch seine Erkenntnislehre "Über die Würde und den Fortgang der Wissenschaften" (1605) und sein philosophisches Hauptwerk "Novum Organon" (1620) gehört Francis Bacon zu den Begründern des auf die Kenntnis von Naturgesetzen gestützten und am Ziel einer idealen Weltordnung orientierten Empirismus.
Erfolg verbürgt allein die Erfahrung, das Befragen der Natur selbst. Man darf aber nicht planlos Tatsachen und Beobachtungen sammeln, sondern muss systematisch vorgehen: Arbeitshypothese als Ausgangspunkt, Sammlung von Erfahrungen mittels Experiment, Ziehen der Folgerung und Formulierung allgemeiner Sätze, Nachprüfung dieser Sätze durch neue Experimente usw.

Exkurs: Empirismus: Erkenntnistheoretische Richtung, die alle Erkenntnis aus Sinneserfahrungen ableitet.
Einer der Hauptvertreter des Empirismus ist John Locke, der der These René Descartes von angeborenen Ideen (Rationalismus) widersprach. Nach Locke gleicht der Geist eines Neugeborenen einer unbeschriebenen Tafel (tabula rasa), die durch Sinneseindrücke zu beschreiben ist. Weitere wichtige Vertreter des Empirismus sind George Berkeley und David Hume. Während nach Locke die Wahrnehmungen Auskunft über die Körperliche Welt geben, sind für Berkely und Hume nur die Wahrnehmungen real. Eine gegenständliche Welt, die die Wahrnehmungen auslöst, ist nach ihnen nicht existent.

Wissenschaftliche Methode: Um dieses Ziel zu erreichen, bedarf es der richtigen Methode. Zu dieser gehören zweierlei:
Reinigung des Denkens von allen Vorurteilen und überlieferten Irrtümern (Idole).
Kenntnis und Anwendung der richtigen Methode des Denkens und des Forschens.

Er schlug dabei die Induktion als eine Methode vor, allgemeine Aussagen über die Welt zu erzielen.


Beispiel-Induktion:
Beobachtung
Ich beobachte in Schottland sehr viele Schafe und alle sind schwarz
Induktive Schlussfolgerung

Alle Schafe in Schottland sind schwarz.

Organisation der Wissenschaft: Francis meint, dass eine internationale Organisation der Wissenschaft notwendig ist, damit die Erkenntnisse der verschiedenen Länder und verschiedenen Generationen effektiv gesammelt und verarbeitet werden können.

Idolenlehre: Bacon stellt die Lehre von den Idolen (Trugschlüssen) auf: Die Lehre von den Idolen ist der berühmteste Teil der Philosophie Bacons. In ihr analysiert er die menschlichen Irrtümer und ihre Quellen. Vier Arten von Idolen werden unterschieden:
idola tribus: Trugbilder des menschlichen Stammes. Irrtümer, zu die uns die menschliche Natur verführt. Dazu gehören:
Die Menschen sehen in den Dingen eine größere Ordnung und Regelmäßigkeit, als wirklich in ihnen ist. (Schritt in Richtung Kant, der behauptet, wir trügen jegliche Ordnung in die Welt der Dinge hinein.)
Unser Denken wird durch den Willen und die Affekte (Gefühle, Leidenschaften) getrübt.
Haben wir erst einmal einen Satz, so blicken wir gerne auf das, was ihn stützt und übersehen gerne, was gegen ihn spricht. Deshalb sollte ein Forscher alles, was gegen eine Annahme spricht, mit vermehrter Sorgfalt prüfen. (Später von Popper aufgegriffen: Falsifikationsprinzip).
idola specus: Trugbilder der Höhle. (Zu dieser Bezeichnung gelangt Bacon in Anlehnung an Platons Höhlengleichnis.) Irrtümer, die aus der Beschaffenheit und Lage des einzelnen Individuums entstehen, also biologische Konstitution, Sozialisation, Lebenslage und Einstellungen/Überzeugungen.
Hier handelt es sich um die Absolutsetzung des eigenen, subjektiven Blickwinkels. Verzerrung also der Erkenntnis oder ihr Ausbleiben durch fehlende Überwindung der Subjektivität des Erkennenden.
idola fori: Trugbilder des Marktes. Hier nun handelt es sich um die Vorurteile für die Beobachtung und das Denken, die sich aus der Sprache ergeben. Konkret stellt Bacon sich das so vor, dass Wörter entweder die Existenz von Dingen suggerieren, die es faktisch nicht gibt, oder dass sie die Wirklichkeit anders darstellen, als sie ist. Also: die Sprache verfügt über Wörter für Dinge, die nicht existieren. (z.B. Wort Glück), und benennt Dinge, die tatsächlich existieren, nicht mit den ihnen angemessenen Wörtern.
idola theatri: Trugbilder des Theaters. Irrtümer, die aus der Tradition, aus den überlieferten Lehrsätzen entstehen. Diese überlieferten Lehrsätze, mit denen man die Wahrheit zu erkennen glaubte, gleichen in Wirklichkeit mehr erfundenen Theaterstücken (deshalb der Name idola theatri).

Mensch (Anthropologie): Sein Menschenbild ist nicht ganz so zynisch wie das Machiavellis, aber ähnlich skeptisch, was den Menschen und die Menge betrifft.

Exkurs: Menschenbild Machiavellis: Die Natur des Menschen ist unveränderlich. Er sieht den Menschen als asoziale, unpolitische Triebwesen an, die unaufhörlich vom blinden, unstillbaren Ehrgeiz besessen sind.

Staatstheorie: An Platon orientierte Idealvorstellungen. Statt der Herrschaft von Politikern und Demagogen, die Herrschaft der Gelehrten.

Spätere Kritik: Bacons Methode der Induktion ist nicht genau die der heutigen Naturwissenschaft. Er legte zuviel Gewicht auf das Sammeln und Vergleichen von Tatsachen und unterschätzte die Bedeutung der Theorie, der Deduktion. Auch zur Mathematik hatte er keine Beziehung.

 
 




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