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philosophie artikel (Interpretation und charakterisierung)

Mein gott, das muß anders werden





Skizze zu einem Jugendgottesdienst/> I. Aus der Tiefe rufe ich zu dir....!

Babylon. Die Israeliten, vielmehr das, was von ihnen nach der großen Katastrophe übrigblieb, haben ihre Harfen in die Weiden gehängt. Ihre Freudenlieder sind verstummt. Noch immer können sie kaum fassen, was geschah: Das Land liegt am Boden. Die Häuser sind ein Raub der Flammen. Der Tempel, die lieblichen Wohnungen ihres Gottes Zebaoth liegen in Trümmern. "Wie könnten wir das Lied des Herrn noch singen im fremden Lande?
Einer sieht weiter: Der Prophet Jesaja, aus dessen Buch unsere Jahreslosung entnommen ist. Er fragt: Wie geht es mit euch weiter? Was kommt? Wer hilft?
Wir singen: Aus der Tiefe rufe ich zu dir, Herr, höre meine Klagen
(U.Seidel, O.G.Blarr, aus: Wenn der Stacheldraht blüht, 1981)

Wir sitzen auf den Trümmern unserer Vergangenheiten und fragen was kommt? Wer hilft? Wie geht es mit uns weiter?
Zufällig zusammengetragene Erlebnisse aus einer Sommerfreizeit mit 13-17jährigen:
"Vor vier Wochen habe ich erfahren, daß ich Diabetes habe. Und das mit 16! Ich kann von nun an nicht mehr so leben, wie alle anderen. Immer brauche ich eine Sonderbehandlung. Ständig muß ich mich einschränken. Warum geschieht das gerade mir?"
"Meine Eltern haben mir meine ganze Kindheit verdorben mit ihren ständigen Streitereien. Ich bin total sauer auf sie. Ich hätte mir das Leben so schön, so unbeschwert vorgestellt. Und jetzt fällt ihr ganzer Beziehungsschrott auf mich ab."
"Nie hat jemand Zeit, um mit mir vernünftig zu reden. Alles nur schnell schnell. Die Arbeit, der Garten, das Auto sind anscheinend wichtiger als ich und meine unbequemen Fragen. Ich störe doch nur."
"Eigentlich hatte ich viele Freunde, früher. Aber ich bin wohl zu oberflächlich und zu eigensinnig gewesen. Ich habe Freundschaften nie richtig ernst genommen und deshalb haben sie nie richtig lange gedauert. Jetzt stehe ich alleine da. Sicher habe ich viele verletzt, vielen wehgetan."
"Lernen, nichts als Lernen! Den Übergang von der Realschule zum Gymnasium hätte ich mir leichter vorgestellt. Jetzt bin ich die einzige aus meiner alten Klasse, sonst alles neue Schülerinnen und Schüler. Und die erste Mathearbeit habe ich schon voll verhauen. Muß ich mir das antun? Ich komme zu nichts mehr! Und wozu das alles?"
Wir sitzen auf den Trümmern unserer Vergangenheiten und fragen, was hilft. Wir tragen unsere Trümmer vor, vor zum Altar und gestehen unsere Hilflosigkeit ein.
II. Mein Gott, das muß anders werden, aber wie...?

Wir singen: Mein Gott, das muß anders werden...
(Ch.Lehmann, aus: Fünf Brote und zwei Fische - Kinderbeatmesse, 1977)
Mein Gott, das muß anders werden! Fragt sich nur wie? Wir haben unsere verschiedenen Methoden entwickelt:
Abhauen: Sex, Drugs, Rock'n Roll, das sei Glück, meinen die einen. Ich verkriech mich in meine Ecke, sagen die anderen. Ich mach einen drauf, meinen wieder andere. Es gibt viele Möglichkeiten, um sich den Alltagsproblemen nicht stellen zu müssen.
Aussitzen: Manche Menschen bringen ihr Leben zu wie ein Gesäß. Sie sitzen die Probleme aus, bis sie nicht mehr existieren. Meinen sie. Ob das geht?
Dreinschlagen: Macht kaputt, was Euch kaputt macht! Ich finde schon einen Schuldigen, eine Schuldige. Denn einer ist immer der Arsch.
Das alles sind keine Lösungen. Ändern tut sich gar nichts. Alles wird nur noch schlimmer!
Mein Gott, es muß anders werden. Fragt sich nur wie?

Wir bringen unsere Klagen vor Gott:
Unsere Kyriegebete
Wir singen: Herr, erbarme dich, erbarme dich
(A.Albrecht, P.Janssens, aus: Ein Halleluja für dich", 1973)
Wir hören auf Gottes Zusage: Wendet euch zu mir, so werdet ihr gerettet, aller Welt Enden; denn ich bin Gott, und sonst keiner mehr.
Wir erzählen Rettungsgeschichten aus der Bibel der Hebräer oder der Christen , Befreiungsgeschichten, und bekommen Anteil an der Hoffnung der Menschen, die Gott vertrauten (Auszug aus Ägypten, Führung durch das Wüstenland, Elia oder andere).
Wir feiern das Mahl der Befreiung und erleben die Gemeinschaft untereinander.
Wir singen: Neue Hoffnung, neues Leben, kann uns Gott alleine geben.
(E.Bücken, C.Lehmann, aus: Exodus, 1979)

Daß Menschen sich Gott zuwenden und darin Befreiung und Hilfe erfahren, soll nicht gelehrt, sondern gefeiert werden. Wir wenden uns Gott zu im Gebet, wir wenden uns Gott zu und spitzen die Ohren für seine Befreiungsgeschichten, wir erleben die Gemeinschaft untereinander im Mahl.
III. Hilf mir, es besser zu machen, mein Gott, erbarme dich...

Befreiung wird konkret in den Schritten, die wir miteinander in die Freiheit gehen. Wir haben uns Gottes Nähe vergewissert. Wir haben die Gemeinschaft untereinander erlebt, indem wir unsere Sorgen teilten und im Mahl das neue Leben schmeckten, zu dem uns Gott berufen will. Nun wenden wir uns noch einmal unseren Trümmern zu. Die Israeliten bauten die Stadt und den Tempel wieder auf. Auch wir tun, was uns gegenseitig aufbaut.
Wir geben einander Zeit, um miteinander zu reden. Wir sagen uns gegenseitig unsere Unterstützung zu. Wir überlegen die nächsten Schritte, die wir miteinander gehen. Wir ermutigen uns, an unseren Zielen festzuhalten. Wir treffen Absprachen, um uns wieder zu treffen.
Wir teilen uns gegenseitig mit, wo wir Hilfe erfahren, wo für uns der Weg weitergeht. Wir vergewissern uns, daß wir nicht alleine sind.

Wir gehen unter Gottes Segen.
Wir singen: Steh mit mir auf, geh mit mir los
(H.J.Netz, P.Janssens, aus: Exodus, 1979)

Jugendpfarrer Wolfgang Sönning, Esslingen

 
 




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