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philosophie artikel (Interpretation und charakterisierung)

Das barock:





Das 17. Jahrhundert war geprägt von der Spannung zwischen unversöhnlichen Widersprüchen. Einerseits gab es weiterhin die lebensbejahende Weltsicht der Renaissance - andererseits hielten sich viele ans andere Extrem und führten ein Leben der Weltverneinung und religiösen Zurückgezogenheit. In vieler Hinsicht war das Barock geprägt von Eitelkeit und Torheit, aber auch um die Vergänglichkeit aller Dinge.
Auch die Philosophie war von harten Kämpfen zwischen widersprüchlichen Denkweisen geprägt. Manche Philosophen hielten das Dasein für im Grunde seelischer oder geistiger Natur. Einen solchen Standpunkt nennt man Idealismus. Der entgegengesetzte Standpunkt heißt Materialismus. Damit ist eine Philosophie gemeint, die alle Phänomene des Daseins auf konkrete stoffliche Größen zurückführen will. Auch der Materialismus hatte im 17. Jahrhundert viele Fürsprecher. Der einflussreichste war der Philosoph Thomas Hobbes.
Ein wichtiger Philosoph namens Leibniz wies darauf hin, dass der große Unterschied zwischen allem, was aus Stoff und allem, was aus Geist gemacht ist, darin besteht, dass das Stoffliche in immer kleinere Teile zerlegt werden kann, aber die Seele lässt sich nicht in Stücke schneiden.
Die beiden wichtigsten Philosophen des 17. Jahrhunderts waren Descartes und Spinoza. Auch sie beschäftigten sich mit Fragen wie dem Verhältnis zwischen Seele und Körper.

 René Descartes (1596-1650) reiste zeitlebens viel in Europa hin und her. Nach der berauschenden Neuentdeckung von Mensch und Natur in der Renaissance entstand abermals das Bedürfnis, die zeitgenössischen Gedanken in einem einzigen zusammenhängendem philosophischen System zu vereinen. Der erste große Systembauer war Descartes, und ihm folgten Spinoza, Locke und Berkeley, Hume und Kant. Er war, wie Platon, davon überzeugt, dass zwischen Geist und Materie eine scharfe Grenze besteht.
Er geht davon aus, dass es 2 verschiedene Formen der Wirklichkeit gibt - oder 2 Substanzen. Die eine Substanz ist das Denken oder die Seele, die andere die Ausdehnung oder die Materie. Wir bezeichnen Descartes als Dualisten, das bedeutet, dass er eine scharfe Trennlinie zwischen der geistigen und der räumlichen Wirklichkeit zieht. Er kam zu dem Schluss, dass der Mensch ein Doppelwesen ist, das sowohl denkt als auch Raum einnimmt.

 Baruch Spinoza (1632-1677) gehörte zur jüdischen Gemeinde in Amsterdam. Spinoza setzte ein Gleichheitszeichen zwischen Gott und der Natur. Er sah Gott in allem, was existiert, und alles, was existiert, in Gott. Alles, was ist, lässt sich auf ein und dasselbe zurückführen, meinte er. Dieses Eine bezeichnete er einfach als Substanz. Er hat keine dualistische Wirklichkeitsauffassung wie Descartes, man bezeichnet ihn als Monisten. Das bedeutet, dass er die gesamte Natur und alle Lebensverhältnisse auf ein und dieselbe Substanz zurückführt. Spinoza hielt Gott - oder die Naturgesetze - für die innere Ursache von allem, was geschieht.

Beide, sowohl Descartes als auch Spinoza, sind ausgeprägte Rationalisten. Ein Rationalist ist jemand, der an die Wichtigkeit der Vernunft glaubt.
Dieses rationalistische Denken war für die Philosophie des 17. Jahrhunderts typisch. Auch im Mittelalter war sie stark vertreten, im 18. Jahrhundert aber wurde sie einer immer tiefer schürfenden Kritik ausgesetzt. Mehrere Philosophen vertraten den Standpunkt, dass wir überhaupt keine Bewusstseinsinhalte haben, solange wir noch keine sinnlichen Erfahrungen haben. Eine solche Ansicht wird Empirismus genannt.
Die wichtigsten Empiristen - oder Erfahrungsphilosophen - waren Locke, Berkeley und Hume, alle 3 waren Briten. Die tonangebenden Rationalisten des 17. Jahrhunderts waren der Franzose Descartes, der Niederländer Spinoza und der Deutsche Leibniz. Deswegen unterscheidet man gern zwischen dem englischen Empirismus und dem kontinentalen Rationalismus.

 
 




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