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philosophie artikel (Interpretation und charakterisierung)

Seneca

Seneca - seine werke





Das reiche Werk Senecas umfaßt hauptsächlich Prosa. Neben drei Trostschriften (consolationes) "Ad Marciam", "Ad Helviam matrem" "Ad Polybium", eine typisch stoischen Gattung, bediente sich Seneca vor allem zweier literarisch-philosophischer Ausdrucksformen: der Abhandlung (Traktat) und des Lehrbriefes. Zwar werden in der handschriftlichen Überlieferung die Traktate als Dialogi zusammengefaßt, doch findet sich darunter nur ein wirklicher philosophischer Dialog "De tranguillitate animi". Die übrigen Dialoge sind Lehrschriften, die einzelne Problemkreise der Ethik behandeln, wie "De ira", "De via beata", "De providentia", "De constantia sapientis", "De otio", "De brevitate vitae". Mit der Abhandlung "De clementia", die er Nero widmete, ist Seneca der einzige Vertreter der (hellinistischen) Gattung des Fürstenspiegels in der römischen Literatur.
Neben den Dialogi sind die in 20 Büchern zusammengefaßten 124 Briefe ,,Epistulae morales ad Lucilium" in der Zeit nach Senecas Rückzug vom Hof entstanden. Bei den Episteln handelt es sich um echte Privatbriefe. Die Form des Privatbriefes war eine beliebte Möglichkeit um eine an die Allgemeinheit gerichtete philosopische Belehrung zu verpacken.
Die "epistulae morales ad Lucilium" bieten allerdings kein philosopisches System an, sondern sie beschäftigen sich mit wechselnden Themen und Problemen des Lebens wie Freundschaft, Freiheit, Tod und dergleichen. Themen also, deren Bedeutung für jedes menschliche Leben unabweisbar ist.
Lucilius, an den sich Seneca in seinen Briefen wendet, ist ein ungefähr 10 Jahre jüngerer Freund des Philsophen, der aus kleinen Verhältnissen stammte und sich durch persönliche Tüchtigkeit emporgearbeitet hatte, er war in den Ritterstand aufgestiegen und verwaltete zur Zeit des Briefwechsels die Provinz Sizilien. Möglicherweise aber ist Senecas Adressat Lucilius auch eine erfundene Person.
Ein Gelegenheitswerk ist die "Apocolocyntosis" (=Veräppelung; wörtlich : Verkürbissung), eine ätzende Satire auf den kurz vorher verstorbenen Kaiser Claudius. Sie stellt Senecas schonungslose Abrechnung mit dem kurz zu zuvor verstorbenen Kaiser dar. Als Beweisstück für die angebliche "Gesinnungslosigkeit" Senecas wird sie öfter in der modernen Kritik sehr niedrig eingeschätzt.
Von besondere Wichtigkeit sind auch Senecas neun Tragödien, "Hercules furens", "Hercules Oetaeus", "Troades", "Phoenissae", "Medea", "Phaedra", "Oedipus", "Agamemno" und "Thyestes", in denen er die Stoffe der großen Tragiker des 5 Jahrhunderts. v. Chr., vor allem des Euripides, als Musterfälle für die nach stoischer Weise verderben bringenden Wirkung der Affekte zum Ausdruck bringt. Es ist allerdings unklar, ob diese Stücke zur Aufführung, oder als reine Lesedramen gedacht waren. Grausige Szenen erspart der Dichter dem Leser und Zuhörer nicht. Anspielungen auf das Zeitgeschehen finden sich in den Dramen oft: Verfolgungen, Hinrichtungen und schwere Übergriffe eines diktatorischen Regimes gehörten zu den Begleiterscheinungen des Lebens.
Die unter Senecas Namen überlieferte historische Tragödie "Oktavia", die von der Verstoßung der Gattin Neros handelt, stammt von einem unbekannten Seneca-Nachahmer. Wegen mancher Verwandtschaft mit christlichen Lehren brachte man Seneca bereits im Altertum in Zusammenhang mit dem Apostel Paulus. Wohl im 4. Jahrhundert wurde ein Briefwechsel der beiden fingiert, den Hieronymus und Augustinus für echt hielten.
Senecas Bestreben ist es, den Leser immer wieder zu überraschen und so dessen Aufmerksamkeit immer neu zu wecken. Zu diesem Zweck setzt er einen abgehackten Stil ein, eine Sprache, die Perioden meidet, Gegensätze (Antithesen) liebt, kurze Hauptsätze statt Nebensätzen und zwischen hohem pathetischen.Stil und Alltagsprache wechselt (z.B. "fortis" in der Bedeutung "stark" nicht "tapfer") sowie reichlich Gebrauch von Metaphern und Bildern macht. Der Stil ist durch den starken Einfluß der Rethorik und sehr pointierte Redeweise gekennzeichnet.

 
 




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