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philosophie artikel (Interpretation und charakterisierung)

Max frisch, homo faber und die frauen






Faber kann seine Mitmenschen nicht ertragen und will sie nicht verstehen. In seiner Ichbezogenheit kann er sich weder auf sie einstellen, noch ihnen emotionale Zuwendung geben. Dies gilt insbesonders für die Frauen.
Frauen sind für Homo Faber das absolute Gegenteil von ihm. Während er logisch und realitätsbezogen denkt, beschreibt er die Frauen als irrational und mystisch. Es fällt auf, daß Faber wenn er sich über eine Frau konkret äußert, von ihrer Individualität schnell absieht und sich pauschal über sie als Gruppe äußert.
So ist ihm bewußt, daß Ivy, wie jede Frau, eigentlich nur wissen möchte, was er fühlt und was er denkt.
Oder er urteilt pauschal: "Alle Frauen haben einen Hang zum Aberglauben.
Durch dieses Klischeedenken befreit er sich von der Notwendigkeit, der jeweiligen Notwendigkeit gerecht zu werden. Belastend und lästig für den "wirklichen Mann" Walter Faber ist das Gefühls- und Anlehnungsbedürftig der Frauen, die Sachlichkeit bei Männern "nicht vertragen" und kein Verständnis für den Wunsch des Mannes haben, um seiner Freiheit und Selbständigkeit willen allein zu sein: "Wo ist die Frau, die das begreift?" fragt er und klagt über die weibliche Aufdringlichkeit. Noch unangenehmer ist Faber die fordernde weibliche Sexualität. Ohne innere Beteiligung wurde er in seine erste sexuelle Begegnung hineingezogen: "Das war absurd".
Sexuelle Kontakte gehen deshalb in der Regel - nach Fabers Darstellung - von der Frau aus, und zwar gegen seinen Willen. Das ist bei Ivy und bei Sabeth in Avignon (Awinjo) der Fall. Bei dieser Sehweise ist es verständlich, daß Faber die Geschlechterbeziehung in erster Linie als Kampf um die Überlegenheit sieht.
Ivy verkörpert einmal die Welt und die Lebensweise, die zu Faber gehört und die er verlassen will, da sie für ihn offensichtlich einen Riß bekommen hat. Faber formt sie außerdem nach dem Bildnis, das er sich zum Selbstschutz von Frauen allgemein gemacht hat: "Ivy heißt Efeu, und so heißen für mich eigentlich alle Frauen". Er haßt die "klammernde" Art der Frauen.
Die relativ ausführliche Art, mit der Faber den letzten Abend in New York schildert, läßt das für ihn typische Denken in Gegensätzen erkennen: Auf Fabers Seite stehen Gefühlsarmut, Freundschaft, Statistik und Wahrscheinlichkeit, auf Ivys Seite Gefühle, Tränen, Zärtlichkeit und "Wahrsagerei".
Die Begegnung mit Sabeth:
Obwohl Sich Faber für einen "Homo Faber" hält und in Caracas einen solchen darstellen will, geht aus seinen Aufzeichnungen, wenn auch gegen seinen Willen, deutlich hervor, daß diese Bezeichnung für ihn unzureichend und irreführend ist. Er muß im Verlaufe des Buches erst zu seiner wahren Identität finden. Einen entscheidenden Faktor in diesem Prozeß spielt sein Verhältnis zu Sabeth. Die Entwicklung dieser Beziehung ist es, welche die Technikerrolle Fabers zum Verhängnis wird und welche Faber zwischen Rollenfixiertheit und Rollendistanz schwanken läßt.
Zwar will der Leser sich selbst und den Leser glauben lassen, es habe sich nicht um eine ernsthafte Beziehung gehandelt und ihm sei das Verhältnis mehr oder weniger gleichgültig gewesen, doch läßt er, ohne es zu wollen, durch die Art der Darstellung seine wachsende Zuneigung zu dem Mädchen erkennen, was eigentlich nicht in sein bisherige Frauenbild paßt:
Noch in Paris hätte es "auch ganz anders kommen können". Faber hätte wieder zu seiner Rolle finden und sich den Bereich des üblichen einordnen können. Aber sein Selbstbild hat Risse: Faber geht in den Louvre, den er noch nie besucht hatte, um Sabeth wiederzusehen. Als er sie nach mehrmaligen Besuchen tatsächlich trifft, faßt er den folgenreichen Entschluß, "ein bißchen Ferien zu machen", und fährt mit Sabeth durch Frankreich und Italien nach Griechenland.
Auf dieser Reise in Glück und Tod zerbröckelt Fabers Technikerrolle noch stärker als bei der Schiffsreise. Einerseits versucht er wieder, sein Selbstkonzept beizubehalten, andererseits öffnet er sich immer mehr den Eindrücken und Gefühlen, die auf ihn einwirken. Im weiteren Verlauf der Beziehung und unter dem Eindruck der Zuneigung des Mädchens gibt Faber die Rolle des Technikers weitgehend auf.

Kein Sexist

Bugs Bunny ist kein
Frauenhasser. Zu dieser
Entscheidung kam eine
kanadische
Rundfunkkommission. [20.8.99]


Eine Fernsehzuschauerin hatte den
Zeichentrick-Hasen des Sexismus beschuldigt.
Nach Angaben der Tageszeitung \"Ottawa Citizen\"
vom Donnerstag hatte die Kanadierin sich über eine
Bugs-Bunny-Episode geärgert, in der das
Grimmsche Märchen \"Hänsel und Gretel\" parodiert

wurde.

Zum Schluss der Episode des Jahrzehnte alten
Zeichentrick-Klassikers juxt Bugs Bunny nach
erfolgreicher Verwandlung der hässlichen
Kinderfresserin in eine wunderschöne Häsin: \"Aber
sind sie nicht alle ganz tief drin Hexen?\" Diesen
Satz fand die Zuschauerin so empörend, dass sie
sich zunächst beim Fernsehsender beschwerte, der
den Zeichentrickfilm ausgestrahlt hatte.

Die Entschuldigung des Senders akzeptierte die
Frau nicht. Sie wandte sich dann an die
Regierungsbehörde Canadian Broadcast Standards
Council. Diese Kommission kommt in ihrer jetzt
veröffentlichten Entscheidung zu dem Schluss, dass
die kritisierte Zeile zwar eine \"unbestreitbare
Andeutung\" enthalte, aber der Film als Ganzes
keinen negativen Kommentar über die Rolle von
Frauen darstelle

 
 




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