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philosophie artikel (Interpretation und charakterisierung)

Denken

Die gegenwärtige situation:





Die Menschheit ist an einem Wendepunkt angelangt. Sie bricht auf in eine neue Epoche ihrer Geschichte. Vier Gesichtspunkte kennzeichnen diese Umbruchszeit näher:

I) Der Fortschrittsglaube ist zusammengebrochen. Die Menschen glauben kaum mehr, daß ihre Probleme von der Wissenschaft und Technik bewältigt werden können. Das Vertrauen in das grenzenlose Wachstum ist zusammengebrochen. Der Traum von der endlosen Erweiterung der Lebensmöglichkeiten ist ausgeträumt. Der Mensch erfährt heute, mehr denn je, seine äußere und innere Unvollendetheit.

Die Menschheit selbst stößt immer mehr an ihre Grenzen:

a) BEVÖLKERUNGSEXPLOSION:

Das exponentielle Wachstum der Bevölkerung ist eines der größten Probleme auf der Erde. Die Weltbevölkerung wächst täglich um ca. 250.000 Menschen. Sie fällt in den Entwicklungsländern weit stärker aus als in den hochentwickelten Industrieländern und von derzeit 5.5 Mrd. auf schlimmstenfalls etwa 10 Mrd. anwachsen. Das Bevölkerungswachstum frißt in vielen Teilen der Welt, z.B. Afrika, das Wirtschaftswachstum wieder auf.
An dieser Entwicklung ist auch die kath. Kirche nicht ganz unschuldig. Ihre konservative Haltung in Bezug auf Geburtenregelung hat das Problem verschärft. In allen anderen Religionen, z.B.: im Islam, gibt es von der Seite der Religion keine Einwände und dulden die modernen Formen der Geburtenregelung.


b) WELTERNÄHRUNG:

Jahrzehntelang wuchs die Nahrungsmittelproduktion auf der Welt schneller als die Menschheit. Doch nun zeigen die Äcker in ganzen Regionen Ermüdungserscheinungen, die Massentierhaltung stößt an ihre Grenzen und die Ozeane sind bald leergefischt. Ohne eine zweite grüne Revolution lassen sich die Massen der Zukunft nicht ernähren. Ein weiteres Problem ist die ungleiche Verteilung der Nahrung. Während die Industrieländer Überschüsse tonnenweise auf die Müllhalde gekippt werden, verhungern in den Entwicklungsländern täglich 35.000 Menschen an den Folgen der Unterernährung.
Seit 1945 ist ein Weideland in der Größe von China und Indien zusammen verlorengegangen und der Verlust ist nicht aufzuhalten. Die Qualität der Böden ist auch im Abnehmen begriffen. Der Pestizideinsatz hat sich seit dem Beginn der grünen Revolution vervielfacht.

c) UMWELTZERSTÖRUNG:

Seit in den Industrienationen der technische "FORTSCHRITT" und maßloser Konsum erhoben wurden, ist in einem Zeitraum von nur wenigen Jahrzehnten die Gefahr einer unwiderruflichen Zerstörung des schmalen Spielraums für irdisches Leben heraufbeschworen worden. Dies ist die Kehrseite einer geradezu explosionsartigen Technisierung und Chemisierung der Umwelt.

Ernste Gefahren drohen dem Menschen vor allem in bezug auf:

LUFTVERSCHMUTZUNG (Treibhauseffekt, Ozonloch)

WASSERVERSCHMUTZUNG
WACHSENDE MÜLLBERGE (Industrienationen)

ABHOLZUNG DER WÄLDER (z.B.: Brasilien)
d) SEUCHEN, KRANKHEITEN:

Infektionskrankheiten haben den Menschen schon immer begleitet. Wie bei allen anderen Lebewesen wirkten sie auch bei ihm lange als Bevölkerungsregulativ, das erst von der modernen Medizin ausgeschaltet wurde. Doch die Geißeln der Menschheit lassen sich nicht ausrotten. Seuchen - von Aids bis TBC - sind wieder im Vormarsch.

II) Der Mensch verfügt durch Wissenschaft und Technik über die Macht, die Schöpfung und damit seine eigene Lebenssubstanz zu vernichten (z.B.: Atomwaffen). Er fragt nicht, ob alles was machbar ist, eher seinem Untergang als seiner Zukunft dient.
Der Mensch ist buchstäblich zum Schöpfer einer neuen Welt geworden durch die Eroberung des Kosmos, durch die Entwicklung der Gentechnik, der Atomenergie oder der Computertechnik.

III) Die Welt rückt immer näher zusammen. (Stichwort "RAUMSCHIFF ERDE") Das Schicksal eines jeden Staates hängt von allen anderen ab und umgekehrt. Dieser Prozeß wird aber zugleich durch Anarchie und weltweites Chaos auf Grund des Kampfes aller gegen alle bedroht.

IV) Der Mensch gebraucht den Mitmenschen und die Natur als bloßes Mittel für sich selbst. Es entsteht der Zwang zum "Noch Mehr". Er ist immer bestrebt seinen Lebensstandard zu erhöhen, auch auf Kosten anderer.
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Diese Entwicklungen sind natürlich vorhergesehen worden, diese Fragen waren Gegenstand einer umfangreichen Untersuchung. Der sog. "CLUB OF ROME", ein Team vom 22 Wissenschaftlern hat diese Fragen eingehend untersucht. 1972 gaben sie ihren ersten Bericht heraus. Die "GRENZEN DES WACHSTUMS" hatten die Weltöffentlichkeit aufgerüttelt, der Bericht wurde zum Anstoß für den breiten Durchbruch der Ökobewegung. Die neuesten Erkenntnisse zeigen aber, daß die damaligen Aussagen nicht nur bestätigt, sonder auch noch im negativen Sinne übertroffen wurden. Sie sind zu folgendem Ergebnis gekommen:

1) Wenn die gegenwärtige Zunahme der Weltbevölkerung, der Indust-rialisierung, der Umweltverschmutzung, der Nahrungsmittelproduktion der Ausbeutung von natürlichen Rohstoffen unverändert anhält, werden die absoluten Wachstumsgrenzen auf der Erde im Laufe der hundert Jahre erreicht. Mit großer Wahrscheinlichkeit führt dies zu einem ziemlich raschen und nicht aufhaltbaren Absinken der Bevölkerungszahl und der industriellen Kapazität.

2) Es erscheint möglich, die Wachstumstendenzen zu ändern und einen ökologischen und wirtschaftlichen Gleichgewichtszustand herbeizuführen, der auch in Zukunft aufrechterhalten werden kann. Es könnte so erreicht werden, daß die materiellen Lebensgrundlagen für jeden Menschen auf der Erde sichergestellt sind.

Generell muß der Grundsatz gelten: "WIR MÜSSEN MIT DER NATUR RECHNEN". Das derzeitige Wachstum wird auf Kosten der Natur und Umwelt erkauft.

Als Extrembeispiel wurde auf das "Wirtschaftswunder" in Asien, wie z.B. Taiwan oder China, verwiesen. Der "CLUB OF ROME"-Bericht dazu: "Aus Bequemlichkeit ignorieren wir dabei die enormen Kosten dieses Wunders: die ökologische Zerstörung, die Plünderung der Ozeane, den Verbrauch natürlichen Kapitals dieser Regionen, die unterbezahlten Arbeiter und die fehlende soziale Absicherung".

 
 




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