Startseite   |  Site map   |  A-Z artikel   |  Artikel einreichen   |   Kontakt   |  
  


geographie artikel (Interpretation und charakterisierung)

Tourismus

Landwirtschaft

Neuseeland - wirtschaft






Die Landwirtschaft und der Export von Wolle, Fleisch und Molkereiprodukten bilden die Grundlage für die Entwicklung einer modernen Wirtschaft. Die Landwirtschaft ist noch immer von zentraler Bedeutung, und die traditionellen Erzeugnisse bestimmen den Außenhandel. Doch die neuseeländische Wirtschaft war in den letzten 20 Jahren von tief greifenden Änderungen betroffen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt 52 845 Millionen Dollar (1998). Die Landwirtschaft stellt 7,4 Prozent des BIP, während die Industrie einen Anteil von 26 Prozent hat und der Dienstleistungssektor annähernd 66,6 Prozent beiträgt. Seit Ende der achtziger Jahre wurde der Fremdenverkehr zu einer immer größeren Einnahmequelle. Mehr als eine Million Touristen pro Jahr brachten insgesamt rund eine Milliarde US-Dollar ins Land.

Seit Mitte der achtziger Jahre hat sich die Wirtschaft Neuseelands von einem protektionistischen zu einem liberalen System gewandelt. Die Veränderungen zielten nach zwei Jahrzehnten der Stagnation auf eine Wiederbelebung des Wirtschaftswachstums, die Kontrolle der Inflation und die Verringerung des Haushaltsdefizits und der hohen Staatsverschuldung. Mittlerweile scheinen diese Ziele ganz oder beinahe erreicht worden zu sein. Die Inflation hat sich auf 1,60 Prozent jährlich verringert, gegenüber 11 Prozent Ende der achtziger Jahre. Das Wirtschaftswachstum beträgt 3,10 Prozent, in den achtziger Jahren lag es bei 2 Prozent. Finanzielle Überschüsse wurden jedoch nur durch eine drastische Reduzierung der Mittel im sozialen Bereich erreicht. Die medizinische Versorgung ist nicht mehr kostenlos, die Höhe der Renten wurde verringert, und für andere Beihilfen wurde die Bedürftigkeitsermittlung eingeführt. Die Zahl der Arbeitslosen ist gestiegen.



A. Landwirtschaft



Durch den intensiven Einsatz von Maschinen in der Landwirtschaft und dank des milden, feuchten Klimas gehören die Farmen des Landes zu den produktivsten der Welt. Niederschläge fallen das ganze Jahr über, so dass immer fruchtbares Weideland für die Schafe und Rinder zur Verfügung steht.

Beim Ackerbau konzentriert man sich auf den Anbau von Weizen, Mais und Gerste. Weitere wichtige Anbauprodukte sind Zitrusfrüchte und anderes Obst, Kartoffeln und Hafer. Als Teil der Versuche, neue Märkte zu erschließen, haben die Bauern seit den siebziger Jahren ihre Produktion auf neue Erzeugnisse ausgeweitet. Die Haltung von Rotwild hat rapide zugenommen. Die Kiwi oder Chinesische Stachelbeere war die erfolgreichste der neuen Anbaufrüchte; Neuseeland ist heute der weltweit größte Exporteur von Kiwis. Auch der Weinbau ist im Wachstum begriffen, vor allem um Marlborough auf der Südinsel und um Wairarapa und Manuwato auf der Nordinsel.

Der Export von Fleisch, Milchprodukten und Wolle ist von großer Bedeutung für die neuseeländische Wirtschaft. Diese Produkte machen etwa ein Drittel des gesamten Exportvolumens aus. Neuseeland ist der größte Exporteur von Butter und Käse, einer der größten Fleischexporteure und nach Australien der zweitgrößte Wollproduzent und -exporteur der Welt.







B. Forstwirtschaft und Fischerei



Etwa 40 Prozent des Holzeinschlags werden für die Zellstoffherstellung verwendet. Über 96 Prozent der Produktion gehen auf eingeführte Baumarten zurück, vor allem Kiefern. Die Produktion einheimischer Nutzhölzer, insbesondere Rimu (auch Maniu, eine Harzeibe, Dacrydium cupressium) und Birken, ist rückläufig.

Der Fischereisektor ist im Wachstum begriffen. Seit Ende der achtziger Jahre sind die Exporte um etwa ein Drittel gestiegen, vorwiegend wegen der Zunahme der Fangmenge. Zu den gefangenen Meerestieren gehören Makrelen, Thunfische, Barrakudas und Tintenfische.



C. Bergbau



Die wichtigsten Bodenschätze sind Kohle, Eisensand, Kalkstein, Bentonit, Bimsstein, Ton, Dolomit, Quarzsand, Kies und Gold, das in den Anfangsjahren der Kolonialisierung ein Hauptexportgut war. Zu Beginn der neunziger Jahre nahm die Gewinnung von Gold um fast 50 Prozent auf 6 758 Kilogramm zu. In den siebziger Jahren wurden neue Erdgas- und Erdölvorkommen entdeckt. Auch Uran und Thorium wurden gefunden. Neuseeland besitzt energiewirtschaftlich ein großes Potential. Neben Kohlekraftwerken gibt es geothermische Kraftwerke in der vulkanischen Hochebene. Etwa drei Viertel der Energie werden in Wasserkraftwerken an schnell fließenden Flüssen gewonnen.



D. Industrie



Etwa 250 000 Erwerbstätige sind in der Industrie beschäftigt. Die Verarbeitung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen und von Obst gehören zu den wichtigsten Industriezweigen. Weitere bedeutende Sektoren sind die Herstellung von Papier und Papiererzeugnissen, chemischen Produkten, Metallwaren, Maschinen, Bekleidung, Schnittholz, Fahrzeugen, Elektromaschinen, raffiniertem Erdöl und Druckerei-Erzeugnissen. Der Industriesektor hat sich ständig ausgeweitet. Die heimische Industrie wurde seit Mitte der achtziger Jahre durch die Einführung von Schutzzöllen gestützt. Seit Anfang der neunziger Jahre ist die neuseeländische Wirtschaft offen für Importe. Dadurch geriet die Auto- und Elektronikindustrie unter Druck. Der Mangel an Rohstoffen und die hohen Kosten für deren Einfuhr haben die Entstehung von Schwerindustrie begrenzt. Auckland ist das wichtigste Industriezentrum.



E. Währung und Bankwesen



Als 1967 die Dezimalwährung eingeführt wurde, löste der Neuseeland-Dollar (= 100 Cents) das Neuseeland-Pfund als Währungseinheit ab. Die Reserve Bank of New Zealand (gegründet 1934) gibt die Währung heraus und ist verantwortlich für die Geldpolitik. Anfang der neunziger Jahre wurde sie aus der staatlichen Kontrolle entlassen, unter der Maßgabe, die Inflation unter zwei Prozent zu halten.

Das Finanzsystem umfasst auch registrierte Handels- und Gewerbebanken, Remboursbanken, regionale gemeinnützige Sparkassen, die in der Trust Bank zusammengefasst sind, die Post Office Savings Bank, Baugenossenschaften, Finanzierungsgesellschaften und eine Börse. Der Finanzsektor wurde bis Anfang der achtziger Jahre von einigen wenigen staatlichen und ausländischen Banken beherrscht; dann wurde er, als Teil des wirtschaftlichen Umstrukturierungsprogramms der Regierung, von staatlicher Kontrolle befreit. Dieser Sektor ist seitdem konkurrenzfähig.



F. Außenhandel



Neuseelands Wirtschaft ist stark vom Export abhängig. Bis zu Beginn der siebziger Jahre war Großbritannien der wichtigste Handelspartner; die Hauptexportgüter waren Fleisch, Käse und Butter. 1973 wurde der Zugang des Landes zu seinem wichtigsten Markt stark beschränkt, als Großbritannien der Europäischen Gemeinschaft (heute Europäische Union) beitrat. Außerdem sah sich Neuseeland einem zunehmenden Protektionismus der Industrienationen gegenüber seinen landwirtschaftlichen Exportgütern ausgesetzt. Infolgedessen wurden andere Märkte erschlossen, die Palette der Exportgüter wurde erweitert. Heute sind Australien, Japan und die USA die Haupthandelspartner. Der Handel mit Großbritannien macht nur noch 6 Prozent aus. Außerdem wurden die Handelsbeziehungen mit Ländern des Pazifischen Raumes wie China, Indonesien, Malaysia und Taiwan während der neunziger Jahre intensiviert. Die Handelsbilanz ist positiv.

Der Export von landwirtschaftlichen Produkten macht knapp über 60 Prozent der gesamten Exporteinnahmen aus. 25 Prozent der landwirtschaftlichen Exportgüter werden heute durch Fisch und Kiwifrüchte erzielt. Die Ausfuhr nicht landwirtschaftlicher Güter ist im Steigen begriffen, zwischen 1989 und 1994 nahm der Umfang von industriellen Produkten um 70 Prozent zu. Die wichtigsten Importgüter sind Maschinen und Industrieprodukte, Elektrogeräte, Fahrzeuge, Rohöl, Kunststoffe, Arzneimittel, Metalle und chemische Produkte. Bis zu Beginn der achtziger Jahre wurde die neuseeländische Industrie durch die Erhebung von Schutzzöllen geschützt. Seither sind die meisten Zölle abgeschafft worden, und das Land besitzt heute eines der liberalsten Wirtschaftssysteme der Welt; etwa die Hälfte der Industriegüterimporte kommt zollfrei ins Land.



G. Verkehrswesen



Die Einrichtungen des öffentlichen Verkehrs sind auch in den abgelegenen Gebieten gut entwickelt. Das Straßennetz hat eine Länge von 92 200 Kilometern (1998). Das Eisenbahnnetz, betrieben von der New Zealand Rail, die 1993 privatisiert wurde, ist 3 913 Kilometer lang (1997). Der Verkehr zwischen Nord- und Südinsel wird über einen Fährdienst abgewickelt. Die wichtigsten Häfen des Landes sind Auckland, Wellington, Tauranga und Lyttelton (nahe Christchurch). Internationale Flughäfen gibt es in Auckland, Christchurch und Wellington. Die Fluggesellschaft des Landes ist die Air New Zealand, die 1988 privatisiert wurde.



H. Energie



65,82 Prozent des neuseeländischen Stromes werden in Wasserkraftwerken erzeugt; der Rest wird durch die Verbrennung von Kohle und Erdgas gewonnen. Außerdem gewinnt der geothermische Dampf im Bereich des vulkanischen Zentralplateaus der Nordinsel als Energiequelle an Bedeutung. Wichtige Wasserkraftanlagen befinden sich an den Flüssen Waikato auf der Nordinsel und Clutha und Waitaki auf der Südinsel. Über ein Stromkabel, das unter der Cook-Straße verläuft, wird Strom von der Südinsel zur dichter besiedelten Nordinsel übertragen.



I. Arbeit



Etwa 9 Prozent der arbeitenden Bevölkerung sind in der Landwirtschaft beschäftigt (1997), 24 Prozent arbeiten in der Industrie. Der überwiegende Teil ist im Dienstleistungssektor beschäftigt: etwa 28 Prozent in Sozialdiensten, 11 Prozent im Finanzsektor und etwa 21 Prozent im Groß- und Einzelhandel, in Hotels und in Restaurants. Bis in die achtziger Jahre war die Arbeitslosenquote im Allgemeinen niedrig und der Lebensstandard vergleichsweise hoch. Dazu trugen das ausgedehnte Sozialsystem Neuseelands, sein traditioneller Industrieprotektionismus und die starken Gewerkschaften bei. Die Wirtschaftsreformen, die Mitte der achtziger Jahre durchgeführt wurden, trieben jedoch die Arbeitslosigkeit in die Höhe. Die Arbeitslosenquote beträgt 7 Prozent (1997). In Neuseeland gibt es etwa 80 Gewerkschaftsverbände mit über 600 000 Mitgliedern. 1991 wurde die Pflichtmitgliedschaft in der Gewerkschaft in bestimmten Wirtschaftszweigen abgeschafft, und das lange Zeit gültige staatliche Tarifverhandlungssystem wurde durch ein System von Einzelverträgen und örtlichen Lohnabsprachen abgelöst.

 
 



Datenschutz
Top Themen / Analyse
Arrow Sibirien Schatzkammer Russlands
Arrow Der islamische Glaube:
Arrow Friedrich II und die bildende Kunst
Arrow AFRIKANISCHE VÖLKER
Arrow Mali Bevölkerung und Ernährung
Arrow Innere Sicherheit
Arrow KANADA
Arrow Das ostmeer
Arrow China KLIMA
Arrow DIE RÜCKKEHR ZUM ISOLATIONISMUS:




Datenschutz
Zum selben thema
icon Niederschlag
icon Treibhauseffekt
icon Industrie
icon Atmosphäre
icon Flora
icon Klima
icon Erdbeben
icon Berge
icon Länd
icon Verstädterung
icon Vulkan
icon Geologie
icon Gewitter
icon Staudämme
icon Kultur
icon Steppen
icon Religionen
icon Höhle
icon Vegetation
icon Jahreszeiten
icon Bevölkerung
icon Handel
icon Planeten
icon Deutschland
icon Tourismus
icon Ozon
icon Tornados
icon Erwärmung
icon Fauna
icon Energie
icon Wüste
icon Städt
icon Umwelt
icon Fossilien
icon Ökologie
icon Ernährung
icon Lawinen
icon Wicklung
icon Verkehr
icon Region
icon Regen
icon Böden
icon Bodenschätze
icon Erdöl
icon Erforschung
icon Wälder
icon Globalisierung
icon Wasser
A-Z geographie artikel:
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z #

Copyright © 2008 - : ARTIKEL32 | Alle rechte vorbehalten.
Vervielfältigung im Ganzen oder teilweise das Material auf dieser Website gegen das Urheberrecht und wird bestraft, nach dem Gesetz.
dsolution