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biologie artikel (Interpretation und charakterisierung)

Wie die griechisch-rÖmische antike an der wende vom mittelalter zur neuzeit "wiedergeboren" wurde



Was die Antike für die Menschen des ausgehenden Mittelalters so interessant machte Die Römer hatten die Warenproduktion bereits zu einer beachtlichen Höhe entwickelt. Das frühe Mittelalter hatte spezialisierte Warenproduktion, Markt und Geldwirtschaft nicht gekannt, es hatte "von vorne" begonnen. In Norditalien waren seit jeher die aus der Levante kommenden Waren umgeschlagen worden. Hier entwickelte sich zuallererst der Handelskapitalismus. Seine "Muttersprache" ist das Italienische. Und bis auf den heutigen Tag verwenden wir italienische Vokabeln in der Banksprache. Ein ebenfalls durch den Verlauf der Verkehrswege begünstigter Raum war Flandern. Auch hier zeigten sich früh die Ansätze kapitalistischen Wirtschaftens.
Im Spätmittelalter erreichte die Warenproduktion wieder ein Niveau, das die Römer schon einmal erreicht hatten. Vieles aus der Hinterlassenschaft der Römer wurde jetzt interessant, so zum Beispiel das Römische Recht. Mit anderen Worten:
Die warenproduzierende Gesellschaft der Antike hatte der warenproduzierenden Gesellschaft des späten Mittelalters wieder etwas zu sagen. Man setzte sich deshalb mit der Antike auseinander und machte sich ihre Errungenschaften nutzbar.
Dieser Rückgriff auf die Errungenschaften der Griechen und Römer war so umfassend, daß geradezu von einer Wiedergeburt - Renaissance - der Antike gesprochen wird, obgleich natürlich die Voraussetzungen, unter denen sich die Warenproduktion jeweils entwickelt hat, völlig verschieden sind.
Bei der Bewahrung des Erbes der Antike hatten übrigens Araber und Juden eine entscheidende Rolle gespielt.
Im Mittelalter war das theologisch-philosophische System der Schlolastik geschaffen worden, das im wesentlichen das von der Patristik übernommene Dogmensystem vernunftmäßig zu begründen und mit der Philosophie des Aristoteles, den man irrtümlich für einen Christen hielt, in Einklang zu bringen versuchte. Die Scholastik stellt allerdings keine einheitliche, geschlossene Lehre dar. Aus der Vielzahl der Namen sei der wichtigste herausgegriffen: Thomas von Aquin (1225/26 - 1274).
Bei fortschreitender Entwicklung von Produktion und Gesellschaft konnte die Theologie ihre Herrschaft über das Denken der Gebildeten nicht mehr aufrecht erhalten. Die Wissenschaft begann sich von der Bevormundung durch die Theologie zu befreien.
Vieles, was früher Sache des Glaubens gewesen war, wurde Gegenstand der Wissenschaft.
Wie eine von der Vorstellungswelt des Handelsbürgertums geprägte Ideologie entstand, in deren Mittelpunkt der Mensch und nicht mehr Gott stand Waren- und Geldwirtschaft rationalisierten das bürgerliche Denken, brachten in Italien eine neue, von der Vorstellungswelt des Handelsbürgertums geprägte Ideologie hervor, den Humanismus, eine Ideologie, in deren Mittelpunkt der Mensch und nicht mehr Gott stand. Der Humanismus stand der Religion (wenigstens in Italien) skeptisch und ironisch, aber nicht feindlich gegenüber.

Ein paar Namen:
Italien: Francesco Petrarca (1304 - 74), Giovanni Boccaccio (1313 - 1375), Gian Francesco Poggio (1380 - 1459), Lorenzo Valla (1406/07 - 57), Giovanni Pico della Mirandola (1463 - 94)
Frankreich: Guillaume Budé (1467 - 1540), Jacobus Faber Stapulensis (um 1450 - 1536/37)
England: Thomas Morus (1478 - 1535)
Niederlande: Erasmus von Rotterdam (1469 - 1536)
Deutschland: Johannes Reuchlin (1455 - 1522), Philipp Melanchton (1497 - 1560), Ulrich von Hutten (1488 - 1523)
Sowohl der Körper des Menschen, als auch seine geistige Tätigkeit weckten wissenschaftliche Neugier. Die Aufarbeitung der geistigen Hinterlassenschaft der Antike bedingte die philologischen Studien der Humanisten. Renaissancekünstler betonten jetzt gern die Menschennatur Jesu Christi und stellten oft Menschen aus bäuerlichem oder bürgerlichem Milieu in den Mittelpunkt ihrer Darstellungen. Der berühmte von Grünewald geschaffene Isenheimer Altar beispielsweise zeigt Jesus nicht als Gottessohn, sondern als entstellten, verkrampften Leichnam eines geschundenen Menschen.
Noch ein paar Namen:
Italien: Alberti (1404 - 1472), Bramante (1444 - 1514), Brunelleschi (1377 - 1446), Donatello (1386 - 1466), Ghiberti (1378 - 1455), Leonardo da Vinci (1452 - 1519), Mantegna (1431 - 1506), Masaccio (1401 - 1429), Michelangelo (1475 - 1564), Piero della Francesca (1410/20 - 1492), Raffael (1483 - 1520)
Niederlande: Campin (1375 - 1444), Hugo von der Goes (um 1440 - 1482) Jan van Eyck (um 1390 - 1441), Rogier van der Weyden (1399/1400 - 1464),
Deutschland: Cranach (1513 - 1537), Dürer (1471 - 1528), Grünewald (1470/80 - nach 1529) Holbein (1494 - 1519),
Peutinger (1465 - 1547),

Pirckheimer (1467 - 1532),

Wie die Menschen einander trotz aller Arbeitsteilung noch als unverwechselbare Individuen begegneten und noch nicht zu Bestandteilen einer Maschinerie degradiert waren Bei aller Rationalisierung der Wirtschaft aber waren die ökonomischen Beziehungen noch überschaubar, sie blieben Beziehungen von Mensch zu Mensch. Die Menschen traten einander noch als ganze Persönlichkeiten, als unverwechselbare Individuen gegenüber. "Gleichzeitig drückt auch der Erzeuger den Gegenständen ungeachtet der gesteigerten Rationalisierung des Arbeitsprozesses noch immer seinen persönlichen Stempel auf, denn noch vernichtet die Arbeitsteilung nicht die Verwertung seiner persönlichen Eigenschaften und Fähigkeiten. Der starke, bis heute bewunderte künstlerische Einschlag im Handwerk der damaligen Zeit ist ein Beweis dafür".
Die allseitig entwickelte Persönlichkeit war das Bildungsideal des Humanismus, das von niemandem besser verkörpert wurde als von Leonardo da Vinci.
Heute, am vorläufigen Endpunkt des Prozesses der Durchrationalisierung der Wirtschaft, versucht das dem Produktionsprozeß eingegliederte Individuum seine Individualität abzustreifen, die doch nur hinderlich wäre, Reibungsverluste mit sich brächte, es fühlt sich eingeschränkt, unfrei. "Ausbildung" ist dementsprechend und zum Unterschied von der -humanistischen - "Bildung" die Erzeugung von Normwesen, die über ausreichende Kenntnisse und Fertigkeiten verfügen und ausreichend trainiert sind, um sich ohne solche Reibungsverluste der Produktion einzugliedern, ihre Individualität aber im "Frei"zeitbereich zurücklassen.

 
 

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