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chemie artikel (Interpretation und charakterisierung)

Wirkung des nikotins


1. Atom
2. Erdöl



Wenn der Tabak glimmt, wird das Nikotin freigesetzt. Gebunden an die winzigen Teerteilchen im Rauch gelangt es in die Lunge und von dort ins Blut. Beim Rauchen werden etwa 30% des in der Zigarette enthaltenen Nikotins freigesetzt
Nach dem Inhalieren des Zigarettenrauchs gelangt bis zu 95% des Nikotins über die Lunge in die Blutbahn. Der überlebenswichtige Gehirnstoffwechsel ist durch die sogenannte Blut-Liquor-Schranke vor körperfremden Stoffen geschützt. Nikotin durchdringt diese Schranke jedoch problemlos und innerhalb von 7-8 Sekunden erreichen 25% des Nikotins das Gehirn. In verschiedenen Teilen des Gehirns finden die Nikotinmoleküle die Rezeptoren für den Botenstoff Acetylcholin. Nikotin ist dem Acetylcholin ähnlich, es bindet sich an dessen Rezeptoren und schaltet die Ausschüttung unterschiedlicher Neurotransmitter ein - wie Dopamin, Serotonin, Noradrenalin und Endorphinen. Die Wirkung ist bemerkenswert: Nikotin erregt und hemmt zur gleichen Zeit. Der Körper spannt sich an: Das Herz schlägt schneller, der Blutdruck steigt, die Durchblutung der inneren Organe und der Körperperipherie wird reduziert, die Körpertemperatur sinkt, der Hautwiderstandes nimmt ab. Diese Form der Anspannung ist der typischen instinktiven Reaktion auf eine Bedrohung ähnlich, bei der sich der Körper auf eine Flucht oder einen Angriff vorbereitet.
Ein Zug an einer Zigarette bringt also den Körper in einen Alarmzustand.
Zu den zentralen Effekten gehören vor allem die Steigerung der psychomotorischen Leistungsfähigkeit sowie der Aufmerksamkeits- und Gedächtnisleistungen.
Es wird vermutet, dass Nikotin besonders auf das Belohnungszentrum im Gehirn wirkt und zwar dem Nucleus accumbens. Er sorgt für ein gutes Gefühl, die Entspannung, all das, wofür das \\\"Ich rauche gern\\\" -Lebensgefühl der unverbesserlichen Raucher steht. Daneben entsteht beim Nikotinabbau im Körper Nikotinsäure, ein Vitamin des Vitamin-B-Komplexes, das gefäßerweiternd wirkt und die mentale Leistungsfähigkeit stärkt. Nikotin regt so einerseits an und entspannt zugleich.

Die Auswirkungen des Nikotins auf das Nervensystem sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich.
Nikotin wirkt anfänglich und in kleinen Dosen anregend auf die Hirntätigkeit, welche mit einem vorübergehenden Motivationsschub einhergeht. Das Zigarettenrauchen kann in monotonen Situationen die Konzentrationsfähigkeit erhalten und wird als leistungssteigernd empfunden. Nikotin wird über die Schleimhäute der Atemwege bzw. des Magens resorbiert und verteilt sich schnell über den ganzen Organismus.
Hierdurch wirkt es auf die Herztätigkeit und den Kreislauf wie folgt ein:

- Verengung der Blutgefäße
- Beschleunigung des Herzschlags

- Erhöhung des Pulses
- Anstieg des Blutdrucks
Nikotin wirkt in höheren Dosen beruhigendend und muskelentspannendend.
Es mildert Hunger- und Angstgefühle und Aggression und setzt die Stresstoleranz herauf.

Auswirkungen/Folgen/Risiken:
Bei Missbrauch tritt eine gegenteilige Wirkung von Nikotin auf:
- Lähmung der Ganglien-/Nervenzellen des vegetativen Nervensystems durch Störung der Reizübertragung an

der Synapse
- Beeinträchtigung des Sehvermögens
- Reizung des Magen-Darm-Traktes, wodurch Entzündungen und Geschwüre entstehen können.
- Belastung der Leber durch den Nikotinabbau
Bei ständigem Nikotinmissbrauch kommt es zu:
- Verkalkungen der Blutgefäße/Arteriosklerose durch Verengung und Anrauung der Gefäße
- nekrotische Extremitätsveränderungen (als Folge von Durchblutungsstörungen)vor allem der Beine, die unter
Umständen in Gefäßverschlüssen mit der Folge einer Amputation enden (Raucherbein)
- verengten Koronargefäßen, was zu schwerwiegenden Durchblutungsstörungen insbesondere der
Herzkranzgefäße und der äußeren Gliedmaßen führen kann, und Thromboseneigung begünstigt und
die das Herzinfarktsrisiko deutlich erhöhen kann
- schwersten Schäden der Luftwege die zu einem Lungenkarzinom führen können (als Folge der
Rauchinhalation - der Rauch enthält Nikotin, Teer und mehr als 20 verschiedene polyzyklische
Kohlenwasserstoffe) (polyzyklisch = Kohlenwasserstoff der in mehreren Ringen angeordnet ist),
Etwa 4-5mg Nikotin bei Nichtrauchern und 10mg bei Rauchern können zu einer Nikotinvergiftung bis hin zum Tod führen. Dabei treten auf: - Übelkeit
- Erbrechen

- Durchfall
- Herzklopfen

- Schwindelgefühl
- Zittern

- Krampfanfälle
Nikotin selbst wirkt weder krebserzeugend noch teratogen [= Missbildungen erzeugend], noch ist es hauptverantwortlich für die chronischen Gesundheitsschäden der Raucher. Diese gehen zu Lasten von Kohlenmonoxid, Cyanwasserstoff, Benzol, Cadmium, Nitrosaminen und zahlreichen anderen gesundheitsschädlichen Bestandteilen des Tabakrauchs.

Durch die Konsumform des Rauchens sind insbesondere die Atmungsorgane von Schädigungen bedroht - von einer chronischen Bronchitis bis hin zu Lungenkarzinomen, die in 90-95% der Fälle im Alter zwischen 35 und 69 Jahren als Folge des Rauchens eingeschätzt werden. Darüber hinaus werden 40-45% alle Krebstodesfälle ursächlich auf das Rauchen zurückgeführt.
In Deutschland muss jährlich von 111.000 tabakbedingten, frühzeitigen Todesfällen ausgegangen werden, das heißt täglich sterben ca. 270 Raucher oder Raucherinnen. Die durch das Rauchen verursachten Kosten (Karzinome, Herzkreislauf-Erkrankungen) werden auf jährlich 75 Milliarden Euro geschätzt.
Von den Krebsarten, die durch Rauchen verursacht werden, tritt Lungenkrebs am häufigsten auf. Rund 83 Prozent der 139 000 Sterbefälle durch Lungenkrebs hingen ursächlich mit dem Rauchen zusammen.
Die Wahrscheinlichkeit, an Lungenkrebs zu erkranken, ist bei einem Raucher siebenmal höher als bei einem Nichtraucher. Außerdem besteht bei Rauchern ein fünffach höheres Risiko von Kehlkopf-, Mund- und Luftröhrenkrebs. Und etwa ein Drittel aller Krebserkrankungen der Blase, Nieren und Bauchspeicheldrüse werden auf das Rauchen zurückgeführt.
Rauchen erhöht das Risiko um das Fünffache, an chronischer Bronchitis oder einem Emphysem zu sterben, und es erhöht die Sterberate bei Herzerkrankungen und Erkrankungen der Herzkranzgefäße um das Zweifache. Rauchen erhöht das Risiko eines Schlaganfalls um 50 Prozent - 40 Prozent bei Männern und 60 Prozent bei Frauen.
Eine weitere Krankheit, die offensichtlich durch das Rauchen gefördert wird, ist die Akne inversa, eine schwere Entzündungskrankheit. Bei dieser Krankheit entstehen Abszesse im Bereich von Schweißdrüsen, die auf Grund des Rauchens Nikotin absondern. Das Nikotin bewirkt einen Entzündungsreiz, der zur Abszessbildung führt.
Wie Rauchen Gefäße schädigt: Ein Enzym (NO-Synthase), das normalerweise die Gefäßinnenwände vor Ablagerungen schützt, verändert bei Rauchern seine Funktion und fördert nun die Verkalkung. Das Enzym synthetisiert eigentlich den Botenstoff Stickstoffmonoxid (NO), der das Verkleben von Blutzellen verhindert. Durch Einwirkung im Zigarettenrauch enthaltener Reaktionsprodukte erzeugt das Enzym statt NO freie Radikale, die den Prozess der Verkalkung beschleunigen.
Ein akutes Risiko für Kinder ist die mögliche Vergiftung durch den Verzehr ungerauchter Zigaretten oder Zigarettenkippen
Geistige Fähigkeiten wie Lernvermögen, Gedächtnis und Sprachfertigkeiten sind bei Rauchern im Alter häufig beeinträchtigt. Möglicherweise komme es bei Rauchern relativ häufig zu einem kleinen, unbemerkt gebliebenen Schlaganfall. Auch der Hörverlust im Alter ist bei Rauchern besonders hoch.
Raucher gehen im Alter ein viermal höheres Risiko ein, wegen einer Durchblutungsstörung der Netzhaut zu erblinden

 
 




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