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biologie artikel (Interpretation und charakterisierung)

Ökosystem wald





Ein Ökosystem setzt sich aus unbelebten (abiotischen) und belebten (biotischen) Komponenten zusammen. Die Gesamtheit der biotischen Organismen - also der Tiere und Pflanzen - wird auch als Biozönose oder Lebensgemeinschaft bezeichnet. Die Biozönose besiedelt einen unbelebten Lebensraum, das Biotop.
Unbelebte Komponenten sind z.B. das Gestein, der Mineralboden, die Luft und das Klima mit seinen Temperatur-, Luftfeuchtigkeits- und Niederschlagsbedingungen. Biotop und Biozönose bilden also gemeinsam ein Ökosystem.
Je nach den sich daraus ergebenden Lebensbedingungen entwickeln sich unterschiedliche Ökosysteme, wie z.B. ein Wald, eine Wiese, ein Gewässer oder ein Moor. Im Laufe der Entwicklung stellt sich ein ökologisches Gleichgewicht ein, das durch zahlreiche miteinander vernetzte Stoffkreisläufe (z.B. Sauerstoff-, Kohlenstoff-, Wasser- und Nährstoffkreislauf) aufrecht erhalten wird.Unter allen Landnutzungsformen ist der Wald eine Lebensgemeinschaft, die sich durch hohe Stabilität und Vielfalt besonders auszeichnet. Als langlebiges Ökosystem ist er zur Selbstregulation fähig und enthält viel Biomasse. Dies trifft auch für den in vielfältiger Weise pfleglich und standortgerecht aufgebauten Wirtschaftswald zu. Vor 2000 Jahren war der größte teil von Europa mit Wald bedeckt, doch durch das Ausarbeiten der menschlichen Siedlungen wurden große Waldgebiete zerstört. Heute sind nur noch 30% von Deutschlands Gesamtfläche mit Wäldern bedeckt, die alle, mit Ausnahme einiger Naturschutzgebiete, forstwirtschaftlich genutzt werden. Der Wald ist ein räumliches Ordnungsgefüge, das einen klaren Stockwerksaufbau erkennen lässt. Er ist auch ein zeitliches Ordnungsgefüge. In erster Linie ist jedoch der Wald ein Wirkungsgefüge. Die Leistungen des Waldes lassen sich gliedern in Nutz-, Erholungs- und Schutzfunktionen. Wald liefert Holz, den umweltfreundlichen Rohstoff für die Holz verarbeitende Industrie. Mit wachsender Freizeit, steigendem Lebensstand, größerer Mobilität und steigendem Stress sind die Erholungsansprüche an dem Wald ständig gewachsen. Entsprechend der jeweiligen Faktorenkombination entwickeln sich unterschiedlich strukturierte Waldlebensgemeinschaften. Das Auftreten einer Pflanzenart an einem bestimmten Wachsort hängt von ihren physiologischen Ansprüchen), aber auch von den Konkurrenzverhältnissen zu anderen Arten ab. Die Schicht- oder Stockwerkstruktur des Waldes ist Folge der Anpassung verschiedener Arten an die unterschiedlichen Lichtverhältnisse. Schattenbaumarten wie Buche, Tanne und Linde ertragen in ihrer Jugend viel Schatten. Sie können in lichtarmen Verhältnissen lange verharren, ohne einzugehen. Die Lichtbaumarten wie Eichen, Kiefer, Lärche oder Birke dagegen stellen hohe Ansprüche an das Licht und spenden wegen ihres lichtdurchlässigen Blätterdaches selbst wenig Schatten. Stoffkreisläufe sind unabdingbar für den Erhalt eines Ökosystems. Der biotische Teil des Waldes hat die Dynamik, sich durch die ständige Produktion neuer Substanz immerwährend selbst zu erhalten. Daher besitzt der Wald die Fähigkeit zu einer gewissen Selbstregulierung.
Anhand der Nahrungskette lässt sich der Kreislauf der Biomasse sehr gut verdeutlichen. Am Beginn jeder Nahrungskette stehen die grünen Pflanzen. Ihnen allein ist es möglich mit Hilfe von Sonnenlicht aus Kohlendioxid und Wasser energiereiche Verbindungen wie z.B. Traubenzucker herzustellen. Einen Teil der energiereichen Stoffe verbrauchen die Pflanzen wieder, um Energie für die eigenen Lebensvorgänge zu gewinnen. Einen anderen Teil bauen sie in organische Verbindungen um, die sie für das Wachstum und die Erneuerung ihrer Zellen benötigen. Diese organische Biomasse dient den Herbivoren (Konsumenten I. Ordnung; z.B. Vögel) als Nahrung. Sie setzten mit Hilfe von Sauerstoff und unter Abgabe von Kohlendioxid (Atmung) einen Teil der Energie für die Lebensvorgänge frei und bauen einen anderen Teil der Stoffe in körpereigene Substanz um. Die letzten Glieder der Nahrungskette sind meist sehr kleine Abbauorganismen wie Bakterien und Pilze. Sie verwerten sowohl Ausscheidungen wie auch abgestorbene Lebewesen. Diese werden dabei vollends zu Ausgangsstoffen abgebaut; die gebundene Energiemenge ist damit aufgebraucht. Die Ausgangsstoffe werden wiederum von den Bäumen über die Wurzeln aufgenommen, die für den Aufbau von Biomasse notwendig sind. Der Kreislauf der Biomasse ist somit geschlossen.


Um 1500 gelangte man zur Einsicht, dass man ein Natursystem nicht ausbeuten darf, wenn man es nutzen will. Der Dreißigjährige Krieg und sein Not führten bald wieder zum Raubbau im Wald. Für die absolutistischen Fürsten war er die Kulisse ihrer Jagdlust. Das gehegte Wild hielt den jungen Laub aufwuchs knapp. Folge: Waldbesitzer und Förster entdeckten die Vorzüge des Nadelwaldes.
Salinen und ihr Siedholzbedarf verschlangen ganze Laubwälder, der holländische Schiffsbau räumte noch größere Areale aus. Auch Bergbau und Glashütten bedienten sich. Ersatz war meist Nadelwald. Allerdings waren die anspruchslosen Pionier-Baumarten Kiefer und Fichte in manchen Regionen die letzte Rettung der inzwischen geregelten Forstwirtschaft, die angerichteten Schäden des Raubbaus wieder gut zu machen.
Bis zu den uns allen bekannten Winterstürmen hatte der Nadelwald 66% der Gesamtwaldfläche erobert. Seither hat sich ein Erkenntniswandel vollzogen; der Laubwald gewinnt wieder Raum. Er liefert wohl nicht so schnell den Rohstoff Holz, aber das wertvollere, und er ist sturmfester und als Lebensraum und Ökosystem viel interessanter und wertvoller. Wald als Wasserspeicher
Der Wald saugt mit seinen Moosen, Pilzen und durstigen Wurzeln auch starke Regengüsse wie ein Schwamm auf, filtert das Wasser und gibt es langsam an Quellen und Grundwasser weiter.
Wald schützt die Böden
Bedingt durch die Wasserhaltefähigkeit des Waldbodens bewahrt er die Landschaft vor Bodenabtrag durch rasch abfließendes Oberflächenwasser. An Steilhängen ist das weitverzweigte Wurzelnetz der beste Schutz vor Erdrutsch, und Wälder sind der beste Lawinenschutz.
Wald als lokaler Klimaregulator
Durch Temperaturunterschiede zwischen Stadt und Wald kommt es zu einem ständigem Luftaustausch. Während die aufgeheizte Luft über der Stadt aufsteigt, zieht sie kühlere, gleichzeitig sauerstoffreiche, gefilterte und feuchtere Luftmassen aus dem Wald in die Stadt.
Wald als weltweiter Klimaregulator
Der Wald bindet in seiner Biomasse unvergleichlich viel Kohlenstoffdioxid, das den Treibhauseffekt auf der Erde vorantreibt. Bei der Fotosynthese entziehen die grünen Pflanzen der Luft dieses Gas, setzen den Sauerstoff daraus frei und bauen den Kohlenstoff in ihre Substanz ein.

 
 




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