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kunst artikel (Interpretation und charakterisierung)

Expressionismus

Geistesgeschichtlicher hintergrund





Im Bezug auf die Wissenschaft gab eine Reihe von Revolutionen. 1909 wurden auch erstmals Kunststoffe entwickelt, die in unserer Zeit nicht mehr weg zu denken sind. Für die Chemie gab es 1913 einen Fortschritt durch Niels Bohr. Albert Einstein bewegte die Welt mit seiner allgemeine Relativitätstheorie. Weiterhin bekam Max Planck den Nobelpreis für die Quantentheorie.
In der Naturwissenschaft brachte der Darwinismus eine Revolution, die durch die Vererbungslehre und die Evolutionstheorie neue Ideen brachte, die das christliche Vorbild sprengte und somit den Wandel der Zeit festigte. Dadurch wurde der Mensch determiniert und es folgt der Verlust des ganzheitlichen Menschen.

In der Philosophie öffnete Friedrich Nietzsche (1844-1900) neue Pforten, indem er neue Gedanken in die Welt setzte, die einen großen Einfluß auf den Expressionismus hatten. Seine Hauptmerkmale lagen in der Existenzphilosophie. Er sprach von Umwertung der Werte und den Ausdruck des Willens durch die Kunst. Er lehnte das Christentum ab.

Weiterhin wurde die Psychoanalyse durch Siegmund Freud erforscht. Er entdeckte das Unbewußte, er entwickelte die Traumdeutung und die Lehre von Ich, Es und Über-Ich. Dies führte zu einem Verlust der Identität.

Zwischen den Expressionisten der Literatur herrschte ein großes Zusammengehörigkeitsgefühl. Sie bildeten Vereinigungen und brachten Zeitschriften heraus. Die bekanntesten waren ,,Der Sturm\" und ,,die Aktion\". Die gängigen Themen waren politische Thesen, sozialistische Forderungen, Frieden und Weltverbrüderung. Wie in der Kunst nannte man dies die Avantgarde.
Nach dem ersten Weltkrieg waren ,,Moderne Nervosität\" und ,,Zivilisationshass\" Kennzeichen der Literatur und Dramatik. Ihre Gedanken waren, daß es keine Helden mehr gibt und alles vorgeschrieben sei. Man fühlte sich der industrielle Revolution ausgeliefert. Ein Beispiel war das Drama ,,Gas 1\" aus dem Jahr 1918.

Merkmale der Literatur

Epik
Die erzählende Dichtung tritt im Expressionismus etwas in den Hintergrund, da sie nicht so häufig angewendet wird. Die Dichter lehnen die Psychologie und Kausalität zur Erklärung von Mensch und Welt ab. Dabei tendieren sie zur Kürze, zu Wucht und Prägnanz des Ausdrucks.
Parataxe, Ellipse und syntaktische Sprachverzerrung überwiegen im Sprachlich-Stilistischen. Kürze und Prägnanz sollen durch Vereinfachung zur Steigerung führen. Da die epischen Werke kurz gehalten sind, erhalten sie beinahe novellistischen Charakter, der aber nicht dem Inhalt entspricht.

Lyrik
Das Wesen des Expressionismus verwirklichte sich in der Lyrik am besten. Gottfried Benn beschreibt ihn als \"Wirklichkeitszertrümmerung, als rücksichtsloses An-die-Wurzel-der-Dinge-Gehen\".
Moralischer Pathos, visionärer Sturm, Intensität und Verkündigung sollen aus Formzwängen hinaus, zu freiem Bekennertum führen. Mit der Sprache wird bewußt gespielt, wobei das Wort im Vordergrund steht, das als Zeichen, als Chiffre oder für neue Wortkombinationen verwendet wird. Die Lyrik beinhaltet außerdem die Reflexion in langen Monologen, scharfe Ironie sowie die schamlose Darstellung des Peinlichen und Häßlichen. Die Inhalte sind relativ nebensächlich.

Dramatik
Im Drama konnten expressionistische Dichter ihre Ideen der Wandlung und Steigerung wirkungsvoll demonstrieren. Daher übernahm es neben der Lyrik eine beherrschende Rolle. Auf der Bühne wird die Geburt des neuen, gewandelten Menschen - hervorgerufen durch Abstraktion und Einfühlung - dargestellt.
Unterstützt wird das Drama durch Musik, Tanz, Pantomime, Bühnenbild und Lichteffekte. Die Personen werden nicht als individuelle Wesen, sondern typisiert dargestellt (\"Mann\", \"Frau\", \"Tochter\" ...). Die Charaktere werden oft übersteigert oder grotesk verzerrt, um die Seele aufzudecken.
Im eigentlichen Dramentyp des Expressionismus wird das Stück von einem Wortführer (Protagonist) beherrscht. Auf allegorisch-symbolische Demonstration der Verwirklichung ethischer Werte ausgerichtet, führt es am Menschen, begriffen als Mitte der Welt, Erlösung durch Wandlung vor. Auf der Bühne erscheint ein Einzelmensch, um (oft namenlos mit Maske) das Allgemeingültige vorzutragen.

 
 



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