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geschichte artikel (Interpretation und charakterisierung)

Rückschlag durch verhängung des kriegsrechtes



Die wirtschaftliche Situation Polens besserte sich allerdings nicht. Immer wieder aufflackernde Streiks, Provokationen seitens der Staatsorgane und zermürbende Verhandlungen über die Realisierung der Beschlüsse von Danzig prägten die Situation. Und über allem hing die Angst vor der drohenden militärischen Intervention durch die Sowjetunion, ob begründet oder unbegründet, ist nicht geklärt. Deswegen verhängte die polnische Regierung in der Nacht vom 12 auf den 13. Dezember 1981 Kriegsrecht über das ganze Land. Tausende, darunter fast die gesamte Führung der "Solidarnosc" wurden verhaftet, die demokratischen Rechte wurden außer Kraft gesetzt, die unabhängigen Gewerkschaften wurden zunächst suspendiert, dann verboten, eine nächtliche Ausgangssperre wurde verhängt, ein Versammlungsverbot erlassen und die totale Zensur eingeführt. Trotz Verhängung des Kriegsrechtes gelang es nicht, die "Solidarnosc" zu zerschlagen. Obwohl die Gewerkschaft offiziell verboten war und neben vielen Führern auch mehr als 10 000 ihrer Mitglieder und Anhänger in Internierungslagern und Gefängnissen waren und unzählige ihren Arbeits- bzw. Studienplatz verloren, lebte die "Solidarnosc" im Untergrund weiter. Nicht nur passiver Widerstand wurde geleistet, immer wieder flackerten auch Streiks auf, die zum Teil, wie in der Kohlengrube "Wujek" bei Kattowitz, blutig niedergeschlagen wurden (87 Bergleute kamen ums Leben). Auch die Mehrzahl der Intellektuellen verweigerte die Zusammenarbeit mit dem Regime. Statt in staatlichen Theatern und Konzertsälen aufzutreten, spielte sich das kulturelle Leben nun vor allem in den Kirchen ab. Hier fanden nicht nur Theateraufführungen, Konzerte und Ausstellungen statt, sondern es wurden Versammlungen abgehalten, die weniger religiös als politisch waren.

Auch wirtschaftlich ging es während des Kriegszustandes und nach dessen Aufhebung am 31.Dezember 1982 weiter bergab. Immer deutlicher zeigten sich die Folgen des übersteigerten Investitionsbooms den Giereck ausgelöst hatte. Auch die neue Wirtschaftsreform, die das Militärregime verkündete, bei der Selbstständigkeit und Selbstfinanzierung die Stellung und Struktur der Betriebe verändern, und somit die polnische Wirtschaft nach vorne bringen sollte, scheiterte schnell an der chaotischen Umsetzung. Ständig wechselnde Ausführungsbestimmungen, Sonderregelungen für bestimmte Wirtschaftszweige, Vertagung von Reformelementen, teilweise Rücknahme von bereits ausgeführten Neuerungen usw. führten nur noch tiefer in die Krise.

 
 

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