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geschichte artikel (Interpretation und charakterisierung)

Panslawismus und russische expansion



Da Russland zum größten Teil von Slawen besiedelt wird, sah sich Russland schon immer als der "Beschützer" und als "Führungsmacht" aller slawischen Völker.
Das führte in Kombination mit dem sich neuentwickelten Nationalismus zu einer sehr expansiven Außenpolitik wie bei allen anderen europäischen Mächten, allerdings unterscheidet sie sich von diesen doch elementar.
Anstatt auf irgendwelchen fremden Kontinenten Eingeborene zu unterjochen und das Gebiet kurzerhand zur Kolonie zu erklären, "beschützte" Russland einfach angrenzende Nachbarstaaten (und davon gab es bei aufgrund der Größe des Landes wirklich genug) und annektierte diese kurze Zeit später.
Diese kontinentale Ausrichtung der Expansion hatte gewisse Vorteile.
Zum ersten entfiel die Notwendigkeit, eine starke Flotte als Transportmittel der Rohstoffe von den und der Waren zu den Kolonien, zum Zweiten sicherte die Nähe zum Mutterland ein schnelles Eingreifen heimatlichen Militärs bei eventuell auftretenden Unabhängigkeitsbewegungen, was die Chance auf sich unabhängig erklärenden Kolonien (wie z. B., es in den Neuenglandstaaten der Fall war) erheblich verringerte.
Auch fühlen sich die Kolonisten auf diese Weise irgendwie an das Mutterland gebunden, so daß sie sich früher oder später in dieses gänzlich eingliedern werden.
Eine solche Annexion begann immer mit der Intervention Russlands in einem seiner Nachbarstaaten, um diese vor "unzivilisierten Wilden" zu schützen, welche das durch einen Einfall in diesem Land das russische Reich bedrohen könnten.
Das ganze nannten die Russen dann Protektorate (Schutzherrschaften), und nachdem diese über das betreffende Gebiet eine gewisse Zeit aufrechterhalten wurde, annektierten sie das Gebiet offiziell; und das russische Reich wurde wieder ein Stückchen größer.
Diese Taktik der Gebietsvergrößerung wurde von Russland schon lange vor dem Zeitalter des Imperialismus betrieben, jedoch erreichte sie in dieser Epoche einen (traurigen) Höhepunkt und wurde vermehrt angewendet.
Ein schönes Beispiel dafür bilden von 1781 - 1741 die diversen Protektorate über die Kasachen, welche (wie oben beschrieben) 100 Jahre später zu Russland angegliedert wurde.
Der Zar als Initiator dieser Expansionspolitik expandierte in mehrere Hauptstoßrichtungen, um damit mehrere Ziele zu verfolgen.
Zum Ersten wollte er damit die Meerengenfrage lösen, bei der es für Russland um die Vorherrschaft auf dem Balkan, die Kontrolle des türkischen Bosporus und als wichtigsten Fakt um einen freien Zugang zum für den Handel wichtigen Mittelmeer ging.
Demzufolge zielte die erste Hauptstoßrichtung in Richtung Mittelmeer.
Die zweite Richtung, auf die Russland Wert legte, war die Expansion gen Mittelasien, um einen Zugang zum Indischen Ozean zu bekommen. Das führte zu Konflikten mit Großbritannien, da diese ihre Interessen im Afghanistan, dem Pufferstaat zur englischen Kolonie Indien bedroht sahen.
Diese Diskrepanzen wurden aber 1885 in einem Abkommen der beidseitigen Interessensphärenaufteilung beigelegt.
Zu guter Letzt breitete sich Russland verstärkt in Richtung Nordosten aus, was der Erschließung von Erschließung Sibiriens und der verstärkten russischen Präsenz an der Grenze zu China dienen sollte und nach den sogenannte "Ungleichen Verträgen", in denen China mehrere Randprovinzen an Russland abtreten mußte, schließlich 1900 in der Besetzung der rohstoffreichen und strategisch gut gelegenen Mandschurei gipfelte, welche auch ein wichtiger Absatzmarkt war, der nach der Fertigstellung der Transsibirischen Eisenbahn im Jahre 1905 auch relativ gut erreicht werden konnte.
Diese Expansion und verstärkte russische Präsenz wiederum mißfiel der gerade erstarkenden Macht Japan, das ebenfalls gerade versuchte, auf dem asiatischen Kontinent Fuß zu fassen, und so kam es 1904/05 zum russisch - japanischen Krieg.
Diesen verlor das Riesenreich überraschend, so daß Russland gezwungen wurde, die Mandschurei 1905 an China zurückzugeben.
1905 kam es dann in Russland zu einer Revolution, was ein vorläufiges Ende der russischen Expansionen zur Folge hatte.
Allerdings setzten die späteren kommunistischen Machthaber die seit dem Mittelalter bestehende Tradition des protektorieren und annektieren fort.
Mit dieser Expansionspolitik der letzten Jahrhunderte lassen sich auch die Spannungen und Konflikte erklären, die heute noch immer wieder die Gegenden in und um Russland erschüttern und die dortige politische Situation recht instabil und brüchig erscheinen lassen.

 
 

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