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geschichte artikel (Interpretation und charakterisierung)

Forschungsansätze - mafia





Gerade am Beispiel der Mafia zeigt sich deutlich, wie unterschiedlich die Fachdisziplinen ein Phänomen analysieren:
a) Kriminologischer Ansatz
Da die Mafia einen maßgeblichen Faktor der internationalen Kriminalität darstellt, versuchen Autoren aus der Polizeiarbeit und der Strafverfolgung, die daraus erwachsenden Probleme für eine effektive Bekämpfung der organisierten Kriminalität zu beschreiben. Diese Arbeiten greifen nur sehr knapp historische Perspektiven auf, im Vordergrund stehen die aktuellen Entwicklungen: Verflechtungen, Wirkungen und Strategien der Mafia und auch anderer krimineller Gruppierungen. Das kriminologische Schrifttum dient so einem Informationsaustausch der mit organisierter Kriminalität beschäftigten Beamten.
b) Soziologischer Ansatz
Hier wird versucht, die Mafia als Teil des süditalienischen Sozialgefüges zu beschreiben. Familien- oder gruppensoziologische Fragestellungen sollen das Phänomen der Mafia begreifbar machen. Es werden vornehmlich die Bedingungsfaktoren für die Herausbildung der cosche oder die sozialen Voraussetzungen für ihre Weiterentwicklung untersucht. Strafrechtstheoretische oder kriminalistische Überlegungen bleiben weitgehend ausgeklammert, wohingegen psychologische Aspekte sehr wohl berücksichtigt werden (etwa im Zusammenhang mit der omertà und ihren Auswirkungen). Die Mafia ist - soziologisch ausgedrückt - integraler Bestandteil der italienischen Gesellschaft.
c) Begriffsgeschichtlicher Ansatz
Er leitet den Namen Mafia etymologisch, also wortgeschichtlich, her und versucht den Ursprung der Mafia zu erschließen. So deuten manche Forscher den Namen M.A.F.I.A. als Erkennungswort aufständischer Sizilianer gegen die Herrschaft der französischen Anjou im 13. Jahrhundert (Morte ai francesi, Italia anela: Tod den Franzosen, keucht Italien; dies ist nur eines der unzähligen Beispiele, die man sich ausdenkt, um nachträglich Sinn in eine obskure \"Geheimgesellschaft\" zu bringen). Meist weiten sich begriffsgeschichtliche Darstellungen zu soziologisch-deskriptiven aus, so etwa in den meisten Lexika-Artikeln.
d) Sozialgeschichtlicher Ansatz
Er geht auf sozialwissenschaftliche Fragestellungen zurück (s. Punkt b). Sein Hauptschwerpunkt liegt aber auf der historischen Betrachtung. Die Mafia wird in ihren geschichtlichen Entstehungsbedingungen erforscht und zu mentalitäts-, wirtschafts-, und sozialgeschichtlichen Phänomenen des Siziliens des 19. Jahrhunderts in Beziehung gesetzt. Die Einordnung der Mafia in die süditalienische Feudalgesellschaft, das Pächterwesen und die Ineffektivität der staatlichen Gewalt dienen als allgemeiner Rahmen, um das Problem in seiner Komplexität zu erfassen. E. J. Hobsbawms \"Primitive Rebels\" wäre dieser Gattung ebenso zuzuordnen wie H. Hess´ \"Klassiker\" über die Mafia.

 
 




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