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geschichte artikel (Interpretation und charakterisierung)

Die neubesinnung






Einfluss, übte die im Jahre 1930 gehaltene „Rede über Österreich“ vom Dichter Anton Wildgans aus. Sie versteht die Österreicher als Erben eines übernationalen Reiches, in dessen Hauptstadt Wien aus, nicht nur Jahrhunderte hindurch Weltpolitik mitbestimmt wurde, sondern auch wichtige Elemente europäischer Weltkultur erzeugt wurden. Als Träger dieser historisch bedingten Eigenschaften, werden die Neuösterreicher als Erben ihrer großen Vergangenheit und Geschichte zu Werkleuten eines österreichischen Neubeginns aufgerufen. Gerade die damals vorherrschenden Empfindung der Verunsicherung, Depression und der Orientierungslosigkeit, hatte diese Rede von Anton Wildgans eine magnetische Wirkung auf viele seiner Landsleute. Inmitten der Trümmer des alten Reiches begründete er einerseits eine historisch geprägte Identität und errichtete andererseits Maßstäbe einer Orientierung für die Zukunft.
Die Elemente der neuen Österreich-Ideologie können ganz kurz zusammengefasst werden:

• Um der damaligen Orientierungslosigkeit und den Minderwertigkeitsgefühlen vieler Österreicher entgegen zu wirken, erinnerte die neue Österreich-Ideologie an die großen historischen Leistungen, als zahlenmäßig kleines Volk, für die Monarchie, Deutschland und für Europa. Die historische Rolle der Österreicher hatte nicht nur eine deutsche, sondern auch eine ausgeprägte, übernationale Dimension. Das neue Österreich verstand sich als das Erbe und als das Kernvolk der Donaumonarchie.
• Die Schöpfer des neuen Österreichs gingen davon aus, daß die Kulturformen eines Volkes entscheidend durch seine Umwelt und seine historischen Erfahrungen mitgeprägt seien.
So sagte Dollfuß 1933: „Gerade das jahrhundertelange Zusammenleben mit anderen Nationen hat den Österreicher weicher, duldsamer, verständnisvoller für fremde Kulturen gemacht, so sehr er auch auf die Erhaltung der Reinheit seiner eigenen Kultur und Art bedacht war...“
Das österreichische Volk, verkörperte eine traditionsreiche Schicksalsgemeinschaft, die auf deutsch-sprachigen Boden und durch vielseitige Kultureinflüsse einen besonderen Lebensstil und Menschentyp geschaffen haben.
• Dollfuß meinte, Österreich sei wegen dessen Lage im Zentrum Europas am ehesten von jedem europäischen Konflikt berührt und habe daher größte Interesse für das Problem des Weltfrieden. Mit der Verteidigung der Unabhängigkeit Österreichs, leiste Österreich einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung des Friedens in Europa. Die Schöpfer der neuen Österreich-Ideologie betonten immer wieder, daß ohne ein unabhängiges Österreich der Friede Europas und der Welt auf das schwerste gefährdet sei. So wurde Österreich als „Mutterzelle der neuen europäischen Solidarität“ verstanden.
• Es gab zwar unter dem Ständestaat, wie auch in den letzten Jahrzehnten und in vielen Staaten des damaligen Europas einen Anti-Semitismus. Doch das neue System brachte keine schlechtere Lage für jüdische Bürger. Ein Hirtenbrief aller österreichischen Bischöfe, wurde zu Weihnachten 1933 von jeder Kanzel katholischer Kirchen vorgetragen, in dem der Nationalsozialismus heftig angegriffen wurde: „...darum verurteilen wir den nationalsozialistischen Rassenwahn, der zum Rassenhass und Völkerkonflikten führt....Darum prdigen wir die Tugend des christlichen Patriotismus, verurteilen den Verrat am Vaterland und verurteilen den radikalen Rassen-Antisemitismus...Österreich will wieder werden, was es Jahrhunderte hindurch war: ein Bollwerk des Völkerfriedens, ein zentrum abendländischer Kultur auf der Grundlage des christlichen Glaubens.“ Die „jüdische Front“ kommentierte am 1. Mai 1937: „ Es dürfte daher keinen aufrecht österreichischen Juden geben, der diesen Staat nicht freudig bejaht und bereit ist, ihm bedingungslos zu dienen und nach Kräften zu seinem Wohl und Aufbau beizutragen.“

Weiters schreibt das „Wiener jüdische Familienblatt“:
„Dollfuß heißt Österreich ! Der Kanzler hat uns zum Vaterland geformt.“

 
 




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