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geographie artikel (Interpretation und charakterisierung)

Die insel



Entstehung Südost-Sizilien und Afrika waren am Ende des Tertiäres und während des Pleistozäns zeitweilig miteinander verbunden, und teilten dadurch das Mittelmeer hydrographisch in zwei Becken. Erdgeschichtlich stammen die geologischen Formationen des kleinen Inselreiches aus dem Tertiär. Sie sind also nach der Kreideschichtung, aber vor der Eiszeit entstanden. Als erstes wurde im Paläozän, vor rund 60 Millionen Jahren, am Meeresgrund die erste koralline Kalkschicht abgelagert. Darauf kam vor 55 Millionen Jahren zunächst globigeriner Kalk und dann "blauer" Ton. Im Oligozän vor 38 Millionen Jahren darüber zunächst Sandstein und dann eine obere koralline Kalkschicht. Im Pliozän schliesslich erhoben sich in der langen Zeitspanne zwischen 25 und 5 Millionen Jahren vor unserer Zeitrechnung Malta, Gozo und Comino die anderen Eilande langsam aus dem Wasser.


Daten zu Malta und den umliegenden Inseln

Lage: Malta liegen 95 km südlich von Sizilien, 290 km östlich von Tunesien und 350 km nördlich von Libyen.

Flächen: Die Hauptinsel hat eine Fläche von 246 km2 und mit den kleinen Inseln, Cozo, Comino und Cominotto, zusammen 316 kmFehler! Textmarke nicht definiert..
Gozo alleine, hat eine Grösse von 67 km2.
Nur Comino mit seiner noch kleineren Schwester Cominotte sind nur 2,5 km2 gross.

Umfang: Die Küstenlinie ist stark ausgelappt und beträgt 137 Kilometer.

Berge: Maltas "Hochgebirge" wird im Gebiet von Nadur stolze 250 Meter hoch, was aber recht mächtig aussieht, wenn Sie da vom Meerniveau im Gnejna-Tal hinauf blicken.
Cominos höchste Erhebung erreicht 70 Meter.

Gewässer: Auf Malta gibt es keine Seen und Bäche, ausser nach ergiebigen Niederschlägen.

Bevölkerung: Die 356 000 Einwohner sind vorwiegend römisch katholisch, 90% davon leben auf Malta, 10% auf Gozo und Comino.
Männer: 176 000 ist die Lebenserwartung: 74 Jahre
Frauen: 180 000 ist die Lebenserwartung: 79 Jahre

Bevölkerungswachstum im Jahr: 0,8%
Bevölkerungsdichte: 1,113 Einwohner/Km2

Stadtbevölkerung: 85%

Hauptstadt: La Valletta ist die Hauptstadt von Malta und den kleinen Inseln.


Wirtschaft: Landwirtschaft: 4%
Industrie: 32%

Dienstleistung: 64%

Staatsform: Republik, Mitglied im Commonwealth

Währung: Maltesische Lira (Feb. 1992: 0,19 = 1DM)




Klima und Pflanzen


Für Malta ist der trockene, heisse Sommer und feucht-milde Winter charakterisch. Den Grossteil des Jahres scheint bei typischen mediterranem Hochdruckwetter die Sonne. Im Juni, Juli, August und September liegt die durchschnitt Temperatur über 23° C. Auch der Oktober hat noch ein Temperaturmittel von 21° C.
Die sommerliche Hitze wird durch frische nordwestliche Brisen gemildert. Daneben bringen Westenwinde aus der Sahara(Sirocco) hohe Temperaturen und Luftfeuchtigkeit, Nervosität und Schwindelanfälle mit sich. Der Sommer geht in der Regel mit dem September zu Ende. Dann dringt kalte Luft aus dem Atlantik in den Mittelmeerraum ein und löst in dieser Region Stürme aus. Doch darauf folgt ein wunderschöner, beständiger Herbst, Martini-Sommer genannt. Die teils sonnigen, teils regnerischen, aber immer milden Monate, November und Dezember sind die ideale Urlaubszeit für alle, die nicht ausschliesslich Wasserratten sein wollen.


Ort: La Valletta Land: Malta

40° N. Br. 14° E.L. 70 m m. ü. Meer

Mittlere Jahrestemperatur: 18,8 °C Schwankung: 14 °C

Jahresniederschlag: 519 mm Klimatyp: Mittelmeerklima



Für Touristen ist das Klima ideal. Die nur jahreszeitlich bedingte Luftfeuchtigkeit macht Malta zu der besten Klimazone im Mittelmeer. Täglich lacht die Sonne. Der erste Regen gegen Ende September, nach vielen absolut trockenen Sommermonaten, macht die Insel grün, der zweite macht sie bunt. Der Winter beschert einen Teppich von Blüten. Wenn sich nach den ersten zaghaften Schauern die Krokusse und Sternnarzissen vorsichtig hervorwagen, so steigert sich das Bild über Oktober und November in die Blüte der Büschelnarzissen, der Glockenheide, der herrlich grossen Christsterne, die über alle Mauern lugen. An Weihnachten sind die Rosenblüte, Orangen und Zitronen reif und setzen fast gleichzeitig wieder Knospen an. Zum Jahreswechsel sind die Mandelbäume rosa überhaucht. Je nach Winden, und Malta lebt mit seinen Winden, überzieht sich das Land gegen Mitte Februar mit knallgelben Kronenmargeriten, die dann zusammen mit dem kräftigroten Lupinenklee das Land von Horizont zu Horizont mit einem kunterbunten Teppich überziehen, in dem die blaue Iris, die weisse Federdistel und die tieflilafarbene wilde Gladiole kräftig mitmischen.
Im März blühen die Mimosen - und der Judasbaum setzt berauschende Akzente. Erst gegen Ende Mai geht das wilde Blühen auf den offenen Flächen zu Ende. Es übernehmen Oleander, Hibiskus, die Bougainvillea, Bleikraut und kräftig aromatische Kräuter das Feld. Weitere Pflanzen die auf Malta wachsen heissen, Stechginster über Thymian, Glockenheide, Mastix und Wolfsmilch, Rosmarin und Weinraute bis zur Zistrose, diese wachsen in noch so kleinen Felsspalten.
Die Araber hatten den Johannisbrotbaum eingeführt, doch vom Wind wird er zu einem pyramidenförmigen Blätterhaufen an den Boden gedrückt, und die glattblättrige Opuntie, die nach der Entdeckung Amerikas den Weg in den ganzen Mittelmeerraum fand, wird auch schon bald als heimisch bezeichnet.
Aleppo-Kifern bilden kleine Haine und Wäldchen. Dazu gehören seit Jahren einige Eukalyptusarten, vor allem die Eukalyptus- "Mimose", die Tamariske und die heimische Olive.




GESCHICHTE

Daten zur Geschichte

Entstehung

60'000'000 v. Chr. Wurde die erste koralline Kalkschicht abgelagert

55'000'000 v. Chr. Zunächst lagerte sich globigeriner Kalk und dann "blauer" Ton ab.

38'000'00 v. Chr. Sandstein und obere koralline Kalkschicht kam darüber.

25'000'000-5'000'000 Erhoben sich Malta, Gozo, Comino und die anderen Eilende.

Frühste Spuren

500'000-12'000 v. Chr. Paläolithikum (Altsteinzeit)

Höllenfunde von Gahar Dalam

8000-4000 v. Chr. Mesolithikum (Mittelsteinzeit)
Jüngere Funde in Ghar Dalam

5200 v.Chr. Erstbesiedlung von Stentinello (Sizilien) her

etwa 4000-2500 v. Chr. Neolithikum (Jungsteinzeit)
Mauer der Wohnanlage von Skorba; graue und rote Keramik im National Museum of Archeology; Ta-Hagrat-Tempel und Hypogäum von Hal Saflieni; Tempel von Ggantija, Hagar Qim und Mnajdra; Venus von Malta im National Museum. Jungsteinzeitliche Menschen sterben aus.


etwa 2500-1500 v. Chr. Frühbronzezeit
Tempel von Tarxien; Megalith-Tempel von Skorba; "Friedhofleute" in Tarxien

etwa 1500-750 v. Chr. Bronzezeit
Ruinen und "Karrenspuren" von Borg-in-Nadur


Von Phöniziern und Puniern besiedelt

900 v. Chr. Die Phönizier besiedeln Malta als Handelskolonie. Sie nannten die Hauptinsel Malet, was soviel heisst wie "Zufluchtsort".

500-600 v. Chr. Die Punier aus der phönizischen Tochterstadt Karthago übernehmen den Inselstützpunkt



Von Römern und Arabern erobert

218 v. Chr. Nach dem Zweiten Punischen Krieg wird Malta, von den Karthagern an Rom abgetreten, und es wurde Römisch. Malta, wurde von den Römern Melita genannt. Für die Römer war Malta ein Lagerhaus und Umschlagplatz auf den langen Nachschubrouten nach West, Süd, Ost und Nord.

60 n. Chr. Schiffbruch und Aufenthalt des heiligen Paulus; der römisch Statthalter Paulus Publius wird erster Bischof Maltas

397 Nach der Teilung des Römischen Reiches fällt Malta wahrscheinlich an Byzanz (keine genauere Dokumentation).

533 Nach der Eroberung Afrikas läuft Belisar auf dem Weg nach Rom Malta an und bestätigt die byzantinische Oberhoheit.

698 Nach der Eroberung Nordafrikas durch moslemische Araber werden Maltas Küsten regelmässig überfallen.

870 Die Araber erobern Malta, aus der Hauptstadt Melite wird Mdina (von arabisch "Medina")


Unter Normannen und Staufern


1048 Versuch von Byzanz, die Inseln zurückzuerobern.

1091 Roger I.,Graf von Sizilien, bringt Malta und Gozo unter normannische Herrschaft und gliederten es, in ihr sizilianisches Königreich ein.

1113 Die Bruderschaft vom "Hospital" in Jerusalem wird von Papst Paschalis II. als Orden anerkannt

1187 Dieser "Johanniter-Orden" übersiedelt nach der Räumung Jerusalems durch die Kreuzfahrer nach Akko an der Küste Palästinas

1194 Barbarossas Sohn Heinrich IV. wird König von Sizilien und damit Landesherr von Malta. So fällt Malta an die Staufer

1198-1250 Friedrich II. herrscht als König von Sizilien über Malta

1250-1254 Friedrichs Sohn Konrad IV. regiert Malta

1258 Konrads Bruder Manfred wird König von Sizilien

1265 Papst Clemens IV. belehnt Karl von Anjou mit Neapel, Sizilien und Malta

1266 König Manfred fällt in der Schlacht bei Benevent, von Karl von Anjou besiegt


Französisches Zwischenspiel und spanische Herrschaft

1266 Beginn der Herrschaft Karls I. von Anjou über Malta und Gozo

1284 Im Gefolge der Sizilianischen Vesper besiegt Admiral Ruggero de Loria die Anjou Flotte im Grand Harbour und nimmt die Insel für König Peter III. von Aragon in Besitz

1291 Johanniter verlassen nach dem Fall von Akko das Heilige Land und bleiben vorerst auf Zypern

1302 Im Frieden von Caltabellotta werden Malta und Gozo endgültig von Anjou an Aragon abgetreten

1306-1309 Johanniter erobern Rhodos

1350 Bestätigung des maltesischen Adels durch König Ludwig von Sizilien.

1372 Friedrich III. von Aragon besucht Malta

1397 Maltas erste "Verfassung", die Charta König Martins des Älteren

1415 Ferdinand I. bestellt den ersten aragonischen Vizekönig für Sizilien und Malta

1428 Alfons V., der Weise, beendet mit der Magna Charta die Verpachtung Maltas an spanische Granden und verleiht Mdina den Ehrennamen "Notabile"

1432 König Alfons erhält bei seinem Besuch von Malta den Beinamen "der Grossmütige"

1469 Ferdinand von Aragon heiratet Isabella von Kastilien

1479 Malta wird dem durch diese Eheschliessung vereinigten Königreich Spanien angeschlossen

1504-1530 Die spanischen Vizekönige von Sizilien regieren die Inselgruppe

1523 Johanniter müssen Rhodos den Türken überlassen



Ordensstaat der Malteser-Ritter

1530 Erhielt der Johanniterorden Malta, Gozo und Tripolis als " ewiges Lehen" von Kaiser Karl V.

1551 Tripolis geht an die Türken verloren


1552 Fort Saint Elmo gebaut

1565 Die "Grosse Türkenbelagerung" vom 19. Mai bis 8. September


1566 Grundsteinlegung für Valletta

1571 Übersiedlung des Ordens von Birgu nach Valletta

1573-1577 Dom des heiligen Johannes gebaut

1582-1655 Lebte Maltas erster Historiker Gian Francesco Abela Fra Wolfgang Philipp Guttenberg wirkt als Wohltäter der maltesischen Bevölkerung

1722 Letzter türkischer Versuch, Malta zu erobern

1731 Manoel-Theater gebaut, eines der ältesten Europas


1768 Universität Malta gegründet

1782 Gesetzbuch des Grossmeisters de Rohan-Polduc

1783 Die Vereinigten Staaten eröffnen Konsulat in Malta

1798 Napoleon I. landet am 10. Juni in Malta, letzter Grossmeister von Hompesch kapituliert und begibt sich nach Triest unter österreichischen Schutz; Aufstand der maltesischen Bevölkerung gegen die Franzosen.


Französische und britische Kolonie


1798 Napoleon I., der neue Herr von Malta, nimmt 65 Ritter als Freiwillige nach Ägypten mit. Die anderen des Ordens werden ausgewiesen.

1799-1800 Britische Blockade durch Admiral Nelson, Aufstände der Malteser gegen die Franzosen; Malta wird britisches Protektorat


1800 Grossbritannien annektiert Malta

1802 Im Frieden von Amiens wird Malta dem Johanniterorden zugesprochen.

1814-1815 Frieden von Paris und Wiener Kongress wird Malta britische Kronkolonie

1879 Malteser-Ritter werden Souveräner Orden ohne Territorium

1909 Entstand ein gewaltiger Wellenbrecher

1917 Gelang Dom Nintoffs Arbeiterpartei ein weiteres Mal an die Regierung.

1919 Volkserhebung gegen den Status als Kolonie

1921 Erste Verfassung mit Ansätzungen zur Selbstverwaltung

1929 Erreichte Malta den Höhepunkt der britischen Garnison. Nämlich 21045 Mann waren auf Malta stationiert.

1940-1942 Schlacht um Malta zwischen Alliierten und Achsenmächte

1946 Einführung der allgemeinen Schulpflicht

1947 Wurde der Insel innere Autonomie erteilt, doch behielt sich Grossbritannien Einspruchsrecht vor.

1955 Volksabstimmung für Anschluss an England oder Unabhängigkeit


1959 Neues Verfassungsprovisorium


1961 Malta erhält die Selbstverwaltung

1964 Am 21. September wird Malta unabhängig; die britische Königin bleibt Staatsoberhaupt.

1965 Der Inselstaat wurde Commenwealth Mitglied und trat dem Europarat bei. Obwohl nicht Mitglied der NATO, ist Malta Stützpunkt von britischen NATO-Streitkräften.

1971 Hafenbetriebe vom Staat übernommen.


1972 Währung auf Dezimalsystem

1973 Air Malta, die nationale Fluglinie des Inselstaates, eröffnet den Luftverkehr nach Zürich, Frankfurt, Hamburg, München und Köln; für Malta beginnt das "Tourismus-Zeitalter"


Republik Malta



1974 Am 13. Dezember wird Malta Republik

1979 Am 1. April hat der letzte britische Soldat die Inseln verlassen

1983 Entstand die modernste und grösste Meerwasserentsalzungsanlage.

1984 Am 22. Dezember übergibt Maltas langjähriger politischer Führer Dom Mintoff (1971-1984) die Regierungsgeschäfte an Carmel Mifsud Bonnici

1987 Neuwahlen am 9. Mai; Edward Fench Adami neuer Regierungschef

1988 Paul Xuereb bleibt vorerst Übergangspräsident der Republik Malta

1995 EU - Beitritt angenommen

Johanniterorden

Der geistliche Johanniterorden entstand um die Mitte des 11. Jahrhunderts. Das von Kaufleuten aus Amalfi gestiftete Spital in Jerusalem diente zur Pilgerbetreuung und Krankenpflege. Gerard, vermutlich ein Provençale, leitete zu Beginn des 12. Jahrhunderts das Spital und rief einen 1113 von Papst Paschalis II. bestätigten Orden ins Leben, der aus den im Spital tätigen Helfern und anderen Gleichgesinnten bestand. Unter Gerards Nachfolger, Raimond de Puy (1118-1160) wandelte sich die Gemeinschaft, die schon vor 1137 Waffendienste geleistet hatte, in einen Ritterorden um, der seit 1267 von einem Grossmeister geleitet wurde. Die Ritter trugen schwarze Mäntel mit weissem Kreuz. Ordenssitz war nach dem Fall Jerusalems (1187) die Festung Margat, danach Akko (1285-1291). Nach dessen Eroberung durch die Moslems fand der Johanniterorden auf Zypern Zuflucht und war 1309-1522 Eigentümer von Rhodos. Von 1530-1798 lag der Hauptsitz, des Ritterordens auf Malta. Nach dem Verlust Maltas lebte der Orden, manchmal in geänderter Form, in einigen Ländern (G.U.S, Deutschland, Österreich und England) weiter, und wurde im 19. Jahrhundert reorganisiert. Neuer Sitz des Grossmeisters wurde neu Rom. In Deutschland bestehen ein evangelischer Zweig des Johanniterordens. Ein katholischen Zweig, Malteserorden genannt, der sich wie jener früher vornehmlich karitativen Zwecken, wie Kranken- und Verwundetenbetreuung im Krieg sowie in dauernd tätigen Hospitälern und Kinderheimen widmet.
Seit der Grossen Türkenbelagerung von 1565 wurde die Insel zu einer Festung ausgebaut. Die vielen Wachttürme, Paläste und Kirchen sind alle aus dem Stein von Malta gewachsen. Ein Wunder das es den Fels Malta noch gibt.


Napoleon

Als Napoleon Anfang des Sommers 1798 mit 472 Schiffen und 49'600 Mann Truppen an Bord, auf seinem Weg nach Ägypten, in Schlachtordnung in maltesischen Gewässern erschien, war sich Grossmeister Fra Ferdinand von Hompesch halbwegs der Absicht des Korsen bewusst. Auf sein Ersuchen hin, im Grosshafen Wasser bunkern zu dürfen, bekam er Erlaubnis für nur je zwei Schiffe zur gleichen Zeit. Napoleon schickte daraufhin ein Ultimatum.
Ferdinand von Hompesch, der erste und einzige deutsche Grossmeister, gerade ein Jahr im Amt, entschloss sich zur Kapitulation, da die Ordensregel einen Kampf gegen Christen verbot und er unnützes Blutvergiessen vermeiden wollte.
So fiel die grösste Zusammenballung von Verteidigungsanlagen in Europa, ohne dass ein Schuss zu ihrer Verteidigung abgefeuert worden wäre. Am 13. Juni zog Napoleon in die Hauptstadt ein. Eine radikale Änderung alles Althergebrachten folgte. Aus einer gezielten Plünderung der Ordensschätze, der Klöster und der Kirchen, sollten die Truppen in Ägypten bezahlt werden. Die Beute wurde auf das Flaggschiff Orient verladen und ging mit ihm kurze Zeit später in der Schlacht von Abukir unter. In den acht Tagen seines Aufenthaltes, versuchte Napoleon der Bevölkerung die Prinzipien der Revolution aufzuzwingen, stiess damit aber auf eine zunehmende Abscheu. In kürzester Zeit bildete sich eine Untergrundbewegung, die die unter Admiral Nelson vor der sizilianischen Küste liegende britische Flotte zu Hilfe rief. Der Französische General Vaubois, musste sich mit seinen Truppen nach Valletta und dem Fort Chambray auf Gozo zurückziehen.
Abgesehen von diesen zwei Festungen, war Malta jetzt unter eigener Führung. Um die Franzosen aus Valletta und Chambary zu vertreiben entschied Nelson sich für eine hinziehende Belagerung. Doch am 5. September 1800 kapitulierten die Franzosen auf der Insel, da sie unter der Nachschubblockade sehr stark litten.


Britische Kolonie

Die Schlacht bei Abukir hatte England zwar die Vorherrschaft im Mittelmeerraum gebracht, aber erst 1814 wurde Malta im Frieden von Paris als Besitz der englischen Krone anerkannt. Die Insel wurde von nun an zum wertvollen Hauptstützpunkt der englischen Flotte im Mittelmeer und Zwischenstation für das Heer. Mit der Eröffnung des Suezkanals nahm seine Bedeutung noch zu. 1879 besass Malta eine Garnison von 10777 Mann und war damit die stärkste unter allen britischen Kolonien. Der Höhepunkt wurde 1929 erreicht, denn 21045 Mann garantierten die Sicherheit von 86 Einheiten der Royal Navy.



Zweiter Weltkrieg

Während des Zweiten Weltkriegs wurde Malta zum "unsinkbaren Flugzeugträger" und Schiffsbasis der Alliierten. Es störte empfindlich das Auslaufen der italienischen Streitkräfte und die Nachschubrouten der Achsenmächte nach Nordafrika. 1941/42 steigerten sich deren See- und Luftangriffe zur totalen Blockade. Am 15. August 1942 gelang es einem durchkommenden britischen Geleitzug, die Bevölkerung vor dem Hungertod zu retten. Für das heldenhafte Durchhalten dieser schweren Zeit wurde der ganzen Nation das Georgskreuz verliehen, das heute noch im weissen Feld der rot-weissen Landesfahnen zu sehen ist. Die offizielle Bezeichnung der Insel lautet seitdem "Malta G. C." (George Cross).
Valletta, die Hafengegend und alle Dörfer auf der zentralen Hochebene, wo sich die riesenhaften militärischen Flugplätze befanden, waren vollkommen zerstört. Nach dem Krieg zahlte Grossbritannien 30 Millionen Pfund Sterling für den Wiederaufbau und garantierte der Insel Selbstverwaltung innerhalb des Commonwealth. 1964 wurde ihr überraschend schnell und ohne eigenen Antrieb volle Unabhängigkeit gegeben. Malta war wohl das einzige Land, das aus freiem Willen britische Kolonie wurde, und die einzige britische Kolonie, die nicht selbständig werden wollte. Seit 1974 ist Malta eine Republik. Am 31. März 1979 wurden die letzten britischen Truppen, die im Rahmen von NATO-Verträgen noch auf Malta stationiert waren, abgezogen.

 
 

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