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geographie artikel (Interpretation und charakterisierung)

Bildung und kultur polen





4.1 /


Bildung und Schulwesen

Nach dem 1. Weltkrieg wurde in Polen ein zentralistisches Bildungssystem errichtet. Nach dem 2. Weltkrieg führte die kommunistische Regierung ein Schulsystem nach sowjetischem Muster ein.

Der Schulbesuch ist kostenlos, es besteht eine allgemeine Schulpflicht von 8 Jahren (1998). Nach dem Abschluss der achtjährigen Hauptschule gehen fast alle Jugendlichen auf weiterführende Schulen. Etwa 20 Prozent von ihnen besuchen allgemein bildende Schulen, an denen sie für höhere Lehranstalten oder die Universität vorbereitet werden.

Polen hat eine lange Tradition der akademischen Ausbildung. Die Jagiellonische Universität in Krakau wurde 1364 gegründet und war damit die zweite Universität in Mitteleuropa. Von den 124 Hochschulen in Polen sind elf Universitäten, 32 Technische Institute und zwölf Medizinische Akademien; der Rest sind spezialisierte Berufsakademien. Die Universitäten liegen in Krakau, Warschau, Posen, Breslau, Lublin, LódY, Thorn, Danzig, Stettin und Kattowitz.


4.2



Kultureinrichtungen

Zu den wichtigsten der zahlreichen Museen gehören das Nationalmuseum (gegründet 1862), das Technische Museum (1875) und das Archäologische Museum (1923), alle in Warschau; das Nationalmuseum und die Staatliche Kunstsammlung Wawel (1879) in Krakau; das Archäologische und das Volkskundliche Museum (1956) in LódY; das Polnische Meereskundliche Museum (1960) in Danzig und das Oberschlesische Museum (1927) in Kattowitz. Wichtige Büchereien sind die Nationalbibliothek (1928) und die Öffentliche Bibliothek (1907), beide in Warschau, sowie mehrere Universitätsbibliotheken.

4.3


Kunst und Musik

Die polnische Kunst stand bis zum 18. Jahrhundert unter dem Einfluss Mitteleuropas und Italiens. Die Reformation förderte die Herausbildung einer landessprachlichen polnischen Literatur, und im 18. und 19. Jahrhundert wurde Polen stark durch die französische Kultur beeinflusst. Im 19. Jahrhundert erfolgte eine explizit nationale Ausrichtung in den polnischen Künsten. Von 1949 bis 1955 war die künstlerische Freiheit aufgrund der Doktrinen des Stalinismus stark eingeschränkt. Nach 1956 liberalisierte sich die staatliche Kulturpolitik.

Vor allem die polnische Literatur brachte Großes hervor. Als deren Blütezeit gilt die Zeit der Romantik, die mit Namen wie Adam Mickiewicz, Juliusz Slowacki, Zygmunt Graf Krasinski und Cyprian Kamil Norwid verbunden ist. Herausragende Erzähler des Realismus waren Boles³aw Prus, Henryk Sienkiewicz (Nobelpreis 1905) und W³adys³aw Stanis³aw Reymont. Stanis³aw Wyspiañski gilt als Begründer des modernen polnischen Dramas. Nach 1945 wurden Autoren wie Jerzy Andrzejewski, Tadeusz Ró¿ewicz, Stanis³aw Lem, Leon Kruczkowski, Zbigniew Zaluski und Andrzej Szczypiorski auch international bekannt. Czeslaw Milosz wurde 1980 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet.

Frédéric Chopin ist der bekannteste polnische Komponist; in seiner Klaviermusik verarbeitete er auch Elemente polnischer Volksmusik. Als wichtigste Persönlichkeit der polnischen Musik seit Chopin gilt Karol Szymanowski. Nach dem 2. Weltkrieg bildete sich eine Schule, in der sich zahlreiche Komponisten mit der modernen Musik auseinander setzten und internationale Anerkennung fanden, wie Witold Lutos³awski, Krzysztof Penderecki und Kazimierz Serocki. Bekannte polnische Musiker waren die Cembalistin Wanda Landowska und der Pianist Ignace Jan Paderewski.

Polen besitzt eine lange Tradition von Volksmusik und Tanz, deren Bedeutung durch die Verstädterung nach dem 2. Weltkrieg allerdings stark nachließ. Reichhaltig ist auch das Repertoire an Volkskunst und Kunsthandwerk in so unterschiedlichen Bereichen wie Töpferei, Webkunst, Stickerei, Plastik, Graphik und Malerei. Derartige Traditionen überlebten vor allem in Regionen wie Kaschubien, einer von Touristen gern besuchten Gegend mit zahlreichen Wäldern und Seen westlich von Danzig.

Die polnische Malerei war wenig innovativ. Von Bedeutung sind die Historiengemälde von Jan Matejko. Namhafte Künstler polnischer Abstammung sind Elie Nadelman, Jacob Epstein, Andy Warhol, F. K. Waechter und Roland Topor. Weltbekannt wurde der polnisch-amerikanische Architekt Daniel Libeskind. Polnische Filmregisseure wie Andrzej Wajda, Roman Polanski, Krzysztof Kieolowski und Krzysztof Zanussi erlangten nach 1950 internationale Anerkennung. Siehe auch polnischer Film.


4.4



Medien

1946 wurden die Massenmedien in Polen verstaatlicht und anschließend vom kommunistischen Regime kontrolliert. 1989 schaffte die demokratische Regierung die Zensur ab und stellte die Subventionen für die kommunistische Presse ein. In Polen gibt es 52 Tageszeitungen (1998) mit einer Auflage von insgesamt 4 Millionen. Die wichtigsten überregionalen Tageszeitungen sind die Gazeta Wyborcza (Wählernachrichten), Rzeczpospolita, Prawo i Gospodarka, Zycie und Trybuna. Die bedeutendsten Wochenzeitungen sind Polityka, Wprost, Tygodnik Powszechny und Tygodnik Solidarnosc. Es gibt zwei öffentlich-rechtliche Fernsehsender (TVP 1 und TVP 2), einen staatlichen Sender für Polen, die im Ausland leben, sowie eine Reihe privater Sender. Der Hörfunk umfasst fünf öffentlich-rechtliche Programme sowie etwa 200 private Stationen.

 
 

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