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geographie artikel (Interpretation und charakterisierung)

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung und bevölkerungspolitik in indien und china






Zahlen in Indien - Bev. im Jahr 2004 bei etwa 1Mrd, 65Mio Menschen

China 1Mrd, 300Mio
- China bev.reichste, Indien das zweitbev.reichste Land der Erde

- Bev.wachstum liegt derzeit bei 1,4% > kleiner Fortschritt: zw. 1960 und 1970 noch bei 2,2%

Bev.wachstum in China 0,57% > großer Fortschritt: zw. 1960 und 1970 noch bei 2,3%
- Geburtenrate im Jahr 2004: 22,8 Geburten je 1000Einwohner

China: 12,98/1000

- Sterberate: 8.38/1000


China: 6,92/1000
- Fertilität: 2,85 Kinder pro Frau

China: 1,69 Kinder pro Frau
- Bevölkerungsentwicklung: 1950: 370Mio. > Steigerung von Jahrzehnt zu Jahrzehnt mit Wachstumsraten um die 2% > im Jahr 2000 Überschreitung der Milliardengrenze

- Prognose sagen, dass Wachstum zwar weiterhin stattfindet, aber mit wesentlich geringeren Wachstumsraten (2050 Wachstumsraten von 0,5%) > Anstrebung eines Nullwachstums

China: Bevölkerungsentwicklung: 1950 bereits: 560Mio Einw., schon 1982 erreichen der Mrd-Marke
China: Prognosen erwarten jedoch zwischen 2010 in 2020 ein rückläufiges Wachstum und somit Verringerung der Bevölkerungszahl


- viele Kinder in Ländern der dritten Welt sehr nützlich

- auf Grund des begrenzten Raumes und der enorm großen Bevölkerung haben also sowohl Indien als auch China das Problem der Überbevölkerung Mitte des 20. Jh. erkannt

- Probleme der großen Bevölkerung bestanden vor allem in der Ernährung

- China hat zwar 22% der Weltbevölkerung, aber nur 7% der Weltackerfläche zur Verfügung

- Indien ist sogar kleiner als China, daher das gleiche Problem

- außerdem gerade in Städten Mangel an Wohnungen

- vor allem auf dem Land Mangel an Arbeitsplätzen

- ab gewissem Bildungsstand Mangel an Schulen, Universitäten und auch Kindergärten

- Regierungen haben daher Bevölkerungspolitik betrieben

- Def.: Bevölkerungspolitik beinhaltet staatliche Maßnahmen, die auf Anzahl und Zusammensetzung der Einwohner eines Landes Einfluss nehmen. Dazu gehören alle Maßnahmen, die die Entwicklung der Bevölkerung in einer vom Staat erstrebten Richtung fördern können.

- vom Staat erstrebte Richtung war also die Senkung der Bevölkerungsanzahl und das Erreichen eines Null- bzw. rückläufigen Wachstums

- Indien und China sind unterschiedlich vorgegangen




Bevölkerungspolitik in Indien

- erstes Familienplanungsprogramm begann in 50er Jahren und brachte aber so gut wie keine Erfolge (Verhütungsmittel wurden verteilt, Bev. konnte damit aber nichts anfangen)

- 1970 neue Politik von Indira Gandhi: Sterilisationskampagnen, die 1977 aber durch den Protest der Bevölkerung zum Sturz der Regierung führten

- auch in 80ern wurden Sterilisationen weitergeführt

- Frauen, die sich sterilisieren ließen bekamen eine staatliche Prämie

- dabei wurden Frauen mit materiellen Anreizen und wenig Informationen über Folgen zu Sterilisation gedrängt

- staatliche Sozialarbeiter reisten in abgelegene Dörfer und überreden Männer mit Anreiz von 20 Euro ihre Frauen in Sterilisationscamps zu schicken

- in Camps teilweise katastrophale hygienische Bedingungen, Sterilisationen wie am Fließband, OP nur bei lokaler Betäubung, ohne Nachuntersuchung, nach 2h gehen Frauen wieder nach Hause, wissen teilweise nicht, dass der Eingriff unwiderruflich ist

- Sozialarbeiter und Ärzte bekamen auch staatliche Prämien: 1,20 Euro pro Sterilisation > Hauptinteresse besteht daher in Anzahl der OPs und nicht in der Qualität

- Vorgehen keine Dauerlösung, da Methoden teilweise menschenwürdeverletzend und teils auch zwangsweise durchgeführt wurden

- währenddessen hat der indische Bundesstaat Kerala ein ganz andere Bevölkerungspolitik betrieben

- linksgerichtete Landesregierung hat konsequente Politik betrieben:

o eines der brutalsten Kastensystem wurde schon zu Beginn des 20.Jh. zerschlagen

o gleichberechtigte Förderung von Stadt und Land, sodass Leben auf Land attraktiv bleibt

o bei den Ausgaben Priorität zu Gunsten von Bildungsmaßnahmen und Investitionen im Gesundheitsbereich

o konsequente Landreform, die drei Mio. Landlosen eigenes Land brachte

o verbesserte Stellung der Frau, das allerdings in Kerala historische Wurzeln hat

o Folge: deutlich bessere Sozialindikatoren

- auf Grund dieser Erfahrungen und ähnlichen aus anderen Ländern wie Thailand, Bangladesh und Kolumbien hat Weltbevölkerungskonferenz 1994 in Kairo folgende Hauptforderungen zur Senkung des Bev.wachstums gemacht:

o Erhöhung des Haushaltseinkommens (nur mit höherem Einkommen können sich Familien Gesundheitsfürsorge und Bildung leisten und auf Kinderarbeit verzichten; Erhöhung der Lebenschancen der Kinder > Möglichkeit Kinderzahl zu reduzieren)

o Senkung der Kindersterblichkeit (weniger Kinder können so auch Sicherheit vermitteln, wenn nicht so viele im Laufe der Zeit wegsterben)

o mehr Bildung und Beschäftigung für Frauen (Bildung ermöglicht Lösung von kulturellen Vorgaben, Eigenverantwortung über Kinderzahl)

o Zugang zu Verhütungsmitteln und Beratung (Verhütungsmittel müssen bezahlbar, praktikabel, sicher und kulturell angemessen sein; Beratung muss bei offenen Fragen möglich sein)

- aus diesen Punkten entstand in Indien im Jahr 2000 neue "sanfte "Bevölkerungspolitik: National Population Policy 2000 (NPP2000)

- Programm versteht sich als Gesamtlösung auf Basis freiwilliger und informierter Wahlmöglichkeiten (Unterschied zu Sterilisationen der 80er)

- Ziel: Lebensqualität und Wohlstand der Bürger zu bessern, um das zu erreichen war Senkung der Bevölkerungszahl notwendig


- 3 Ziele:

o kurzfristiges Ziel: Bedarf an Familienplanungsdiensten zu decken und Mutter-Kind-Hilfsdienste einzurichten

o mittelfristiges Ziel: bis 2010 Fertilität so senken, das Paare im Durchschnitt nur noch 2 Kinder haben, Senkung der Säuglings- und Müttersterblichkeit, Einführung Impfpflicht, Mindestheiratsalter von 18 Jahren

o langfristiges Ziel: Nullwachstum bis 2045, verbesserte Trinkwasserversorgung, Hebung des Bildungsniveaus

- um Tötung von Mädchen zu verhindern sollen Frauen bei Geburt eines Mädchen 10 Euro von Staat bekommen, wenn Mädchen das erste oder zweite Kind ist

- auch Männer sollen in Familienplanung miteinbezogen werden: Verwendung von Kondomen

- Menschen in Slums sollen besser mit Dienstleistungen versorgt werden

- schwierig: Familienplanung muss auch ländlicher Bevölkerung mit tief verwurzelten Traditionen nahe gebracht werden

- Problem: Umsetzung der Politik hängt von einzelnen Bundesstaaten ab, Einbindung oberster Minister auf Bundesebene fehlt, ist aber dringend notwendig




Bevölkerungspolitik China



- seit Anfang 70er Propagierung Ein-Kind-Politik

- in 80er Jahren gesetzlich festgelegt

- Heiratsalter 20 und 22, Kind mit 25 und 27


- wer Norm erfüllt:


o monatl. finanziellen Zuschuss

o bevorzugte Zuweisung eines Kindergartenplatzes


o Befreiung von Schulgebühr


o höhere Rente


o Landzuteilung (auf dem Land)


o Sozialleistungen

- Verhütungsmittel kostenlos, Abtreibungen sind straffrei und kostenlos


- Geburtenpläne und -quoten

- wer Kind bekommen will muss dies vorher bei Behörde anmelden

- bei Geburt eines zweiten Kindes werden all diese Vergünstigungen gestrichen

o Zuschüsse müssen zurückgezahlt werden

o Strafgelder werden erhoben (in Shanghai Strafe von 3 durchschnittlichen Jahreseinkommen und kein Anspruch auf Wohnraum)


o Gehälter werden gekürzt


o Zwangssterilisationen

- bei 2. Schwangerschaft enormer moralischer Druck vor allem auf Frau, moralischer oder auch gewaltvoller Zwang zur Abtreibung

- trotzdem große Erfolge der Politik vor allem in Städten (strenge Kontrolle, sozialer Druck)

- Menschen haben gemerkt: viele Kinder sind wirtschaftliche Belastung > Verwendung des Geldes für Konsumgüter

- auf Land wenig Erfolge, weil Bauern immer noch Söhne haben wollen, als Arbeitskräfte und Bewahrer der Familientradition

- hohe Strafen helfen nicht denn: Reiche nehmen Strafen in Kauf, Arme verlassen sich darauf die Strafen eh nicht bezahlen zu können

- Hoffnung, dass Bev. bis 2000 die 1,2 Mrd.-Marke nicht übersteigt, hat sich nicht erfüllt

- Bev. weiter gewachsen, weil die in den kinderreichen 60er jahren geborenen Frauen in den 90ern einen Babyboom auslösten

- ohne Familienplanung würden in China heute 200 Mio. Menschen mehr leben

- China will Familienpolitik jetzt lockern: Chinesen, die als Einzelkinder geboren wurde, sollten selbst zwei Kinder bekommen dürfen








Gemeinsamkeiten:

- Umsetzung auf dem Land schwierig

- Umsetzung in Städten erfolgreich

- ethnische Minderheiten sind in Bev.politik integriert

- Umsetzung liegt bei den Landesregierung, keine staatliche Ebene




Unterschiede:


- Ein-Kind Politik in China


- Chinas Politik erfolgreicher

- China wesentlich konsequentere Umsetzung

- harte Bestrafungen, sehr umstritten

- Zwei-Kind- Familie Ziel in Indien

- Indien jetzt sanfte Politik (informierte, freiwillige Entscheidungen)

- Indien noch keine großen Erfolge

 
 




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