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deutsch artikel (Interpretation und charakterisierung)

Charakterisierung von dem zuchthausdirektor


1. Drama
2. Liebe

Die Komödie "Der Hauptmann von Köpenick" von Carl Zuckmayer, erschien erstmals 1921. Die Handlung spielt zur Zeit des Wilhelminismus, Anfang des 20. Jh. und beruht auf einer wahren Begebenheit, die sich am 16. Oktober 1906 in der Umgebung Berlins und Köpenicks ereignete. In diesem Stück wird gezeigt, wie es dem chancenlosen Schuhmacher Wilhelm Voigt gelingt, durch eine Verkleidung an eine Machtposition zu kommen. Die Voraussetzungen dafür waren seine Kenntnisse über das Militär und eine Gesellschaft, die ihn lehrten so angesehen zu werden, wie man aussieht.

Die 8. Szene spielt in der Strafanstalt Sonnenburg. Voigt ist dort schon seit 10 Jahren, denn er versuchte einen Pass zu stehlen. Doch dies hat er nur getan, da er keine Chance vom Staat bekommen hat, einen Job oder eine Aufenthaltserlaubnis zu bekommen. An diesem Tag, am 2. September kommt der Zuchthausdirektor in den Vortragssaal, da vor 40 Jahren Deutschland einen Sieg bei Sedan gefeiert hat. Er erzählt den Gefangenen einiges von der Schlacht und lässt sie selber diese militärische Situation nachspielen. Viele waren nie Soldat oder beim Militär, so sind viele begeistert dabei, vor allem auch Voigt.

Der Direktor ist ein würdiger Herr, hat einen langen, grauen, zweigeteilten Bart und ein rundes, rosig freundliches Gesicht. Dazu hat er eine glänzende, glatte Stirn und trägt einen grauen Anzug mit langen Rockschößen. Von Beruf ist er Zuchthausdirektor in der Strafanstalt Sonnenburg. In dieser Szene spielt er eine wichtige Rolle.



In dieser Szene wird sehr deutlich, wie man den Zuchthausdirektor beschreiben kann. Er ist freundlich und sympathisch zu allen Gefangen (S.59, Z.10). An Voigt wird das ganz besonders deutlich. Er redet mit ihm wie ein Freund (S.59, Z.26 f.) und lobt ihn, da er militärische Fragen sehr präzise beantworten kann (S.62, Z.15). Er sieht ihn als Mensch und stempelt ihn und auch die anderen Insassen, nicht als Verbrecher ab, denn er bezeichnet ihre Straftaten als "frühere Schicksalsschläge" (S.61, Z.3). Der Zuchthausdirektor sorgt sich die Gefangenen wie um z.B. die Familie (S.60, Z.12 f.), denn für ihn sind die ganzen Sträflinge würdige Bürger, obwohl sie nicht beim Militär waren (S.61, Z.9 f.). Dass er Achtung vor ihnen hat, wird an der Stelle deutlich, wo er sagt: "Stecken Sie sie ein. Sie wissen, ich lege Wert darauf, dass die Anstaltsinsassen immer mit Sie angeredet werden." (S.60, Z.17 f.)

Als Fazit der oben genannten Eigenschaften könnte man sagen: Der Zuchthausdirektor behandelt alle Insassen wie ein Pfarrer seine Gemeinde. Er ist ein Vertreter der Nächstenliebe. Er weiß, dass die Gefangenen nicht ohne Grund in der Anstalt sind, doch trotzdem behandelt er sie nicht wie "Untiere", sondern sieht in ihnen den Menschen. Ein Priester sieht in seiner Gemeinde auch das Gute, obwohl die Leute natürlich auch nicht immer so handeln, wie der Glaube es vorschreibt.

Doch das ist nicht alles was man zu dem Zuchthausdirektor sagen kann. Er ist voll und ganz für das Militär und glaubt an das Gute im Staat. Er meint, dass es eine Freude ist, für das Vaterland zu kämpfen (S.60, Z.28) und dass es einfach Spaß macht, einen Sieg davon zu tragen und mit den Kameraden zu lachen. Er findet es schade, dass viele Insassen nicht beim Militär gewesen sind (S.60, Z.3), doch er glaubt an eine Chance für sie nach ihrer Entlassung (S.61, Z.9 f.). Leider weiß er nicht, dass es für keinen von ihnen eine Chance geben wird vom Staat als richtige Bürger anerkannt zu werden. Er ist ein Opfer des Wilhelminismus in Preußen. Ihm wird der Staat schön geredet, dass es keine Ungerechtigkeiten gibt und dass jeder anerkannt wird. Und der Zuchthausdirektor glaubt das. Doch er ist nicht informiert und tappt deshalb im Dunkeln. Die Situation ist zu vergleichen mit einem kleinen Kind, welches noch an das Christkind glaubt. Die Wahrheit ist für kleine Kinder oft erschreckend. Ich bin mir aber ziemlich sicher: Wüsste der Zuchthausdirektor, dass es im Staat solche Ungerechtigkeiten gibt, würde er seine Meinung über den Staat ändern. Er hat eine eigene Meinung und würde sich für die Insassen einsetzen.



Um alles noch einmal zusammenzufassen: Der Zuchthausdirektor ist ein Vertreter der Menschlichkeit und Nächstenliebe. Er sieht in den Gefangenen den Menschen und nicht einen Verbrecher. Er gibt jedem eine Chance und hofft auch, dass die Leute die Chance nutzen. Allerdings können sie das nicht, denn im Wilhelminismus gibt es viel Ungerechtigkeit. Leider weiß der Zuchthausdirektor davon nichts und ist daher ein Opfer von diesem Staat. Mir tut er leid, denn er hat keine Ahnung und vertritt daher eine Meinung, die er wahrscheinlich gar nicht vertreten würde.

 
 

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