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musik artikel (Interpretation und charakterisierung)

Konzert

Vergleichen und bewerten sie diese beiden konzerte, geben sie ihren eigenen eindruck wieder.


1. Konzert
2. Jazz



Leiten Sie aus Ihren Erkenntnissen allgemeine Entwicklungsmerkmale ab, die diese
Konzerte vom Typ des klassischen Konzertmodells unterscheiden.

Die Zeit, in der Robert und Clara lebten, war die Zeit der Romantik. Hierbei handelt es sich um eine Strömung, die ursprünglich von der Literatur ausging, später aber auch auf die Musik übergriff.
Selbstverständlich wurden die Kompositionen sowohl Roberts als auch Claras von den äußeren Einflüsse ihrer Zeit geprägt und brachten dies auch zum Ausdruck.
In der Klassik war es üblich, die strenge Sonatenhauptsatzform zu erhalten und ein Mit - und Gegeneinander zwischen dem Orchesters und den Solisten darzustellen.
In der Romantik hingegen verließ man derartige Vorgaben und richtete sich nicht mehr nach diesen Regeln. Einige Neuerungen der Romantik will ich nun kurz skizzieren:
a) Harmonik (,,Akkordfolge eines Stückes\")
. Chromatisierungen (Erhöhung/Erniedrigung der Stammtöne einer Tonleiter um Halbtonschritte). Ein Hauptmerkmal der romantischen Harmonik ist die Verwendung von chromatischen Akkorden, d.h Akkorden, die eigentlich nicht in der jeweiligen Tonart verfügbar wären. Damit verbunden sind
. Alterationen: Veränderung eines Intervalls durch Vorzeichen, z.B Quint c-g -> übermäßige Quint c-gis
. Enharmonik bis zur Atonalität (,,schwebende Tonalität\"): allmähliche Loslösung von den Tonarten
. Auflösung der Kadenzen bzw. Schaffung neuer Kadenzen
. versch. Sequenztechniken

b) Melodik
Die Melodie führt wie in der Klassik, allerdings wird diese nicht mehr nach ästhetischen Regeln und Gesetzen, sondern vielmehr nach Aussagekraft und Charakter bewertet.

c) Rhythmik
Die klass. Rhythmik wird erweiter um:

. Triolen (Gruppe von 3 Tönen)
. Synkopen (Verlagerung von unbetonten und betonten Taktteilen)
. Punktierungen (ein Notendauerwert wird um die Hälfte vergrößert)
d) Klangfarben
Man bevorzugte naturnahe Klänge wie z.B Waldhörner, Flöten und Klarinetten. Außerdem würde die Klangmassen durch riesige Chöre, große Orchester und Einsatz von zahlreichen Bläsern vergrößert.
Nun waren aber die Kompositionen Robert und Claras mehr poetisch und ohne Programmatik. Daher wollten beide von sich aus eine Veränderung im Konzertwesen; diese strenge Form lag ihnen nicht. Die besondere Herausarbeitung im Konzertwesen verschiedener Stile und einer losen Satzform waren die Zielform beider Komponisten.
Das neue Denken, das Herausarbeiten des Gefühls, ließ den Komponisten der Romantik keine andere Wahl, als sich von dieser Richtschnur leiten zu lassen und ihre Werke in ähnlicher Form zu komponieren.

Mir ist aufgefallen, dass beide Konzerte eng miteinander in Verbindung stehen. Trotz des unterschiedlichen Alters zwischen Clara und Robert Schumann treten Gemeinsamkeiten und ähnliche Strukturen in beiden Konzerten auf. Dennoch hat jedes Werk seine Besonderheiten und ist daher einmalig.
Claras Konzert brachte den Durchbruch ihrer Zeit. Dem damals 14 jährigen Mädchen wandten alle Kenner ihre Aufmerksamkeit zu. Besonders auffällig daran war, dass sie viele typische Stildetails anderer Zeitgenossen übertrug.
Sowohl Claras als auch Robert Klavierkonzert in a-Moll sind von ihrer Struktur her ähnlich. Sie beeinflussten sich gegenseitig.
Roberts 1. Satz ist schon von Aufbau her einmalig: die Doppelexposition fällt weg; die strenge Form der frühklassischen Sonatenhauptsatzform wird verlassen und Robert stellt das Soloinstrument gleich noch während der ersten Vorstellung des Themas vor. Wie bereits erwähnt, ist Roberts Konzert monothematisch aufgebaut, das heißt, dass das Hauptthema A auch in den anderen Sätzen immer wieder zum Vorschein kommt.
Beim Vergleich beider A-Moll Konzerte wird man feststellen, dass sich die Ähnlichkeiten förmlich überschlagen.
Der erste Satz des Konzerts von Robert Schumann war ursprünglich eine Phantasie - allein schon das ist typisch für die Romantik. Es lässt sich außerdem in Claras Konzert eine phantasievolle Gestaltung finden. Beide Konzerte sind meiner Meinung nach in die Epoche der Romantik einzugliedern. Selbst die Verwendung der gleichen Tonart lässt sich auf die Romantik beziehen. Beide verlassen mir Vorliebe die strenge Sonatenhauptsatzform. Robert verwendet keine traditionelle Doppelexposition und Clara keine direkte Durchführung, sondern ein durchführungsähnliches Mittelstück - solche Elemente haben die Konzerte gemeinsam.
Ebenso schreibt Clara im 2. Satz ein Duett (Cello und Soloklavier), das Schumann-ähnliche Konzeptionen im 2. Satz vorsieht. Daher lässt sich keine konkrete Gattung für beide Konzerte finden. Man kann sie nicht in die Kategorie Konzert stecken, da das Klavier als Soloinstrument einer wesentlich höheren Bedeutung zukommt als in der Klassik und der von der Sonatenhauptsatzform festgelegten Stellung des Soloinstruments.
Diese besondere Stellung des Klaviers findet man in beiden Konzerten wieder: Virtuosität bei Claras und eine besondere thematisch-motivische Arbeit bei Roberts Konzert.
Robert schlug sogar vor, eine eigene Konzertform zu entwerfen, die auch für Pianoforte allein geschrieben werden konnte. Dadurch erkennt man auch das starke Interesse an Claras Konzert
Da ihr Konzert einige Jahre eher entstand, verstand Robert darin seine kompositorische Aufgabe, etwas ähnliches, aber doch einmaliges zu schreiben.

Zusammenfassend kann man sagen, dass sowohl Clara als auch Robert Schumann sich vom Geist ihrer Zeit mitreißen ließen, aber auch selbst neue musikalische Ausdrucksmittel fanden und diese in ihren Werken präsentierten.

 
 




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