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musik artikel (Interpretation und charakterisierung)

Le sacre du printemps


1. Konzert
2. Jazz



Bilder aus dem heidnischen Russland r /> Nach dem glänzenden Erfolg des Feuervogels war es klar, dass Strawinsky ein weiteres Ballett schreiben sollte. Diaghilew schlug eine Novelle von Edgar Allan vor "Die Maske des Todes". Doch Strawinsky hatte seit längerem eine Idee. Er hatte im Traum die Vision einer großen heidnischen Feier: "Alte Weise Männer sitzen im Kreis und schauen dem Todestanz eines jungen Mädchens zu, das geopfert werden sollte, um den Gott des Frühlings günstig zu stimmen." Das ist das Thema von "Sacre du Printemps"
Der Maler Nikolaus Roerich, ein Kenner auf diesem Gebiet der heidnischen Beschwörung, half Strawinsky diese Idee zu konkretisieren. Er entwarf später auch die Szenerie, das Bühnenbild und die Kostüme für die Uraufführung.
Im Juli 1911 erteilte Diaghilew, Strawinsky den offiziellen Auftrag für dieses Werk. Doch Strawinsky schreckte von dieser Aufgabe noch zurück und schob zuerst noch einige Arbeiten ein. Die Oper Nachtigall, die Chorkantate Svesdolike und ein Ballett mit dem Titel Petruschka. Erst dann konnte er sich dem Sacre widmen.
Er arbeitete meistens in seinem Landhaus am Genfer See. Um die neuen Metren in Bewegungsabläufe umzusetzen wurde im Nov.1912 der Begründer der rhythmischen Gymnastik Emil Jaques-Dalcroze hinzugezogen. Die Uraufführung wurde für 1912 geplant, musste jedoch verschoben werden, da der Choreograph Nijinski noch andere Tätigkeiten abschließen musste. Sie fand schließlich am 29. Mai 1913 unter dem Dirigenten Pierre Monteux im Theatre des Champs-Elysees statt. Der Name des Werkes wechselte mehrmals. Zunächst sollte es "Das Große Opfer heißen". Ab 1912 spricht Strawinsky dann über den "Frühling der Heiligen". Der endgültige französische Titel " Le sacre du Prentimps" stammt von Leon Bakst, dem Bedeutendsten Maler des Diaghilew-Kreises. Dieser Titel enthält sprachlich die beiden Bedeutungen: Frühlingsweihe bzw. Frühlingsopfer.

"Le sacre du Printemps" gliedert sich in 2 große Teile:


1. Anbetung der Erde:
Einleitung, Vorboten des Frühlings, Entführungsspiel, Frühlingsreigen, Spiel der feindlichen Stämme, Prozession des Weisen, der Weise, Tanz der Erde;
Die Einleitung hat die Funktion der traditionellen Ouvertüre und wird daher bei geschlossenem Vorhang gespielt. Die Introduction ist fast ausschließlich ein reines Bläserwerk. Das ganze Vorspiel beruht auf einem durchgehenden "mezzoforte". Das Orchester soll die Geburt des Frühlings zum Ausdruck bringen.(Fagottthema)
Im ersten Bild erscheinen einige Jünglinge mit einer alten Frau, die die Geheimnisse der Natur kennt und ihren Söhne das Weissagen lehrt. Die Jünglinge sind die Boten des Frühlings, die mit ihren Schritten den Rhythmus und den Pulsschlag des Frühlings angeben. Inzwischen kommen junge Mädchen vom Fluss und bilden mit den Jünglingen einen Kreis. Doch plötzlich teilen sie sich wieder und beginnen miteinander zu kämpfen.
Dann hört man eine Prozession herankommen. Es ist der Heilige, der Weise, der hohe Priester, der älteste des Stammes. Ein großer Schrecken ergreift alle. Nun segnet der Weise die Erde. Alle bedecken den Kopf und rennen im Kreis herum.
Das ist der "Tanz der Erde".

2. Das Opfer:
Einleitung, geheimnisvolle Kreise der jungen Mädchen, Verherrlichung der Auserwählten, Anruf der Ahnen, weihevolle Handlung der Ahnen, Opfertanz;
Das zweite Bild beginnt mit einem geheimnisvollen Spiel der jungen Mädchen.
Der Frühling sucht sich eines der Mädchen aus und weiht sie. Die Vorfahren versammeln sich um die Auserwählte und der "Weihetanz" beginnt.
Als sie im Begriff ist erschöpft umzufallen ,fangen sie die Vorfahren, damit sie beim Fallen nicht die Erde berührt. Sie nehmen sie und heben sie zum Himmel empor. Der jährliche Kreislauf der Kräfte ist nun beendet. Der Frühling hat nun wieder genug Kraft um zu bestehen.



Nennenswertes zum Werk:

Strawinsky führte einige Änderungen im Orchester durch.
Er übernahm den Guiro aus der lateinamerikanischen Musik und führte ihn ins europäische Orchester ein. Er ersetzte das Becken durch das Tambourin und führte die "Piatti antichi" (kleine Becken mit Glockenklang) ein. Außerdem erfand er noch eine neue Spielweise für das Tamtam. Für dieses Werk sind 5 Pauken und 2 Spieler vorgeschrieben, da einer immer mit dem Stimmen beschäftigt ist. Er erzeugte auch neue Instrumentaleffekte wie z.B. Hornglissandi, gedämpfte Posaunen, verschieden Flagolettechniken;
Neu ist, dass die rhythmischen Impulse nicht auf die eigentlich dafür gedachte Instrumenten beschränkt bleiben, sondern auch von den Melodieinstrumenten ausgeführt werden. Die wesentliche Wirkung des Sacre geht von seiner rhythmischen Kraft aus und erst dann folgen Melodik, Harmonik und Klangfarbe. Srawinsky spielt mit wechselnden Rhythmen und verleiht dem Werk dadurch enormen Schwung. Beim Komponieren des "Sacre" notierte Strawinsky häufig zuerst nur den Rhythmus, danach erfolgten erst die harmonischen und melodischen Ausarbeitungen. Das Werk ist für 110 Instrumentalisten geschrieben. Es kommen aber auch lyrische Passagen vor wie z.B. die Fagottmelodie zu Beginn der Einleitung.
Die Harmonik arbeitet kaum mehr nach dem Vorbild der alten funktionalen Schemata. Die Klänge sind häufig brutal geschärft (z.B. Fes-Dur Dreiklang mit Quintsextakkord).
In choreographischer Hinsicht war das Publikum vor allem durch Nijinkys Idee einer asymmetrischen Haltung der Tänzer irritiert.
Die Uraufführung des Werkes wurde zu einem der größten Theaterskandale der Geschichte. Weiter Aufführungen: 1920 Ernest Ansermet (nur Konzertant)

2.2.1926 unter Strawinsky in Amsterdam

Die Hauptschlagzeile der Pariser Tageszeitungen lautete: "Massacre du Printemps"(Frühlingsmassaker).
Meiner Meinung nach ist dieser Skandal auf die Voreinnahme des Publikums zurückzuführen, da die Presse eine schlechte Kritik über die Vorpremiere abgab. Außerdem erwartete sich das Publikum ein Ballett im Stil des "Ballets Russes" wie z.B. "Der Feuervogel".

Heute wird dieses Werk, wenn überhaupt nur konzertant aufgeführt, da die visuelle Umsetzung dieser Handlung sehr schwierig ist, weshalb es in Tänzerkreisen den Beinamen "Ballett-Blindgänger" trägt.

 
 




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