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musik artikel (Interpretation und charakterisierung)

Klavier

Konzert

Klavierkonzert op.54 in a-moll von robert schumann:


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Im folgenden werde ich der Entstehungsgeschichte des Schumannschen Klavierkonzerts, die im Mai 1841 beginnt, nachgehen. Schumann, der sich in den früheren Jahren seines Komponierens nahezu ausschließlich mit Klaviermusik befasste und sich im Jahre 1840 besonders der Liedkomposition zugewandt hatte, schrieb im Jahre 1841 seine ersten bedeutenden Orchesterwerke. In diesem Jahr entstanden die 1. Sinfonie in B-Dur, die 1. Fassung der 4. Sinfonie in d-Moll, "Ouvertüre", "Scherzo" und "Allegro" op.52, sowie die "Phantasie" für Klavier und Orchester in a-Moll. Die intensive Beschäftigung mit dem Orchester, mit seien Klang- und Entfaltungsmöglichkeiten, dürfte Schumann dazu veranlasst haben, nun auch ein Werk für Klavier und Orchester zu schreiben. Im "Haushaltbuch", einem vom Komponisten und seiner Frau gemeinsam geführten Tagebuch, hat Schumann die einzelnen Etappen der Werkentstehung festgehalten:
13. Mai 1841: An der Fantasie gearbeitet.
14. Mai 1841: Die Fantasie fertig gebracht.
15. Mai 1841: Die Fantasie angefangen zu instrumentieren.
19. Mai 1841: An der Fantasie instrumentiert.
20. Mai 1841: Meine Fantasie fertig instumentiert.
(Boetticher, S.356)
Im August desselben Jahres berichtet Clara Schumann von einer Probe der 1. Sinfonie im Leipziger Gewandhaus und ergänzt:
"Die Phantasie in A-Moll spielte ich auch; leider nur hat der Spieler selbst im Saale wenig Genuß (im leeren Saale nämlich), er hört weder sich noch das Orchester. Ich spielte sie aber zweimal und fand sie herrlich! Fein einstudiert muß sie den schönsten Genuß dem Hörer bereiten. Das Klavierist auf das Feinste mit dem Orchester verwebt - man kann sich das eine nicht denken ohne das andere."

(SL, S.301f.)
Schumann gelang es nicht, für dieses Allegro affettuoso einen Verleger zu finden. Am 14. Dezember 1843 bietet er Härtel, mit dem er über die Herausgabe der Partitur von "Das Paradies und die Peri" verhandelt, "ein Concert-Allegro für Pianoforte mit Begleitung des Orchesters" an. (Briefe II, S.438)
Im Sommer 1845, also bereits nach der Übersiedlung von Leipzig nach Dresden, ergänzt Schumann dieses für sich stehende Werk durch zwei weitere Sätze zu einem kompletten Klavierkonzert. Im Haushaltbuch steht, datiert auf den 16. Juli 1845:
"Den zweiten Satz des Konzerts beendigt"

(Boetticher, S.420)
Die Eintragungen des Komponisten vom 14. Juni 1845:

"Rondo in a fortgesetzt"
(Boetticher, S.419)

und vom 21. Juni:
"Angefangen am Rondo aufzuschreiben"

(Boetticher, ebda.)
dürften sich zweifellos auf die Arbeit am Schlußsatz des Konzertes beziehen, den Schumann an anderer Stelle ebenfalls ausdrücklich als "Rondo" bezeichnet.
Bezüglich der Vorbereitungen für eine Aufführung des Konzerts im Leipziger Gewandhaus am 1 Januar 1846 unter Mendelssohns Leitung schreibt Schumann an den Kollegen:
"Mein Concert zerfällt in Allegro affettuoso, Andantino und Rondo - die beiden letzten zusammenhängend - "

(Briefe II, S. 255).
Die Uraufführung des Konzerts fand am 4. Dezember 1845 in Dresden unter der Leitung von Ferdinand Hiller statt, dem das Werk gewidmet wurde. Den Solopart spielte Clara Schumann. Sie berichtet über ihren Eindruck beim Studium des Konzerts:
"...wie reich an Erfindung, wie interessant vom Anfang bis zum Ende ist es, wie frisch und welch ein schönes zusammenhängendes Ganze!"
(Litzmann II, S. 138)

"Nachdem bezüglich der Drucklegung die Verhandlungen mit dem Verleger Kistner gescheitert waren, erschien der Erstdruck der Stimmen im Juli 1846 beim Verlag Breitkopf & Härtel. Der Erstdruck der Partitur erschien 1862 im gleichen Verlag. Für die Werkbesprechung wurden folgende Ausgaben herangezogen: Gesamtausgabe hg. v. Clara Schumann Bd. III Breitkopf & Härtel Leipzig 1883. Taschenpartitur Philharmonia Universal Edition Nr. 424. Das Autograph des Konzerts ist in Privatbesitz. Der Zugang wurde dem Verfasser nicht ermöglicht. Somit fehlen die Voraussetzungen für ein quellenkritisches Studium der Handschrift."
(aus "Meisterwerke der Musik - Werkmonographien zur Musikgeschichte begründet von Ernst Ludwig Waeltner und herausgegeben von Stefan Kunze", S.15)

Das Klavierkonzert in a-Moll von Robert Schumann besteht aus 3 Sätzen. Die Tempobezeichnungen lauten Allegro affettouso, Andantino grazioso und Allegro vivace, wobei der zweite und der dritte Satz miteinander verbunden sind bzw. Der zweite Satz in den dritten übergeht (attacca).
Der erste Satz besteht aus 544 Takten, steht in a-Moll und seine Taktart ist der 4/4 Takt.
Der zweite Satz besteht aus 108 Takten und steht in F-Dur; die Taktart ist hier der 2/4 Takt.
Der dritte Satz, bestehend aus 871 Takten, steht in A-Dur; seine Taktart ist der ¾ Takt.
Mit dieser Dreisätzigkeit blieb Schumann bei der klassischen Konzertform, für die die Dreisätzigkeit (schnell, Sonatenhauptsatzform - langsam - schnell, meist Rondo) typisch war.
Er setzte sich jedoch über das veraltete klassische Schema der Sonatenhauptsatzform (Orchesterexposition - Soloexposition - Durchführung - Reprise der Orchesterexposition - Reprise der Soloexposition - (Solokadenz) - Coda des Orchesters) hinweg; er wollte die traditionelle Anlage des Konzertes ganzheitlich verändern.
Als Orchesterbesetzung schrieb Schumann großes Orchester vor, bestehend aus 2 Flöten, 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Fagotten, 2 Hörnern, 2Trompeten und Timpani, Violine I und II, Viola, Violoncello und Kontrabaß.
Das Soloinstrument ist selbstverständlich das Klavier bzw. das Pianoforte.
In Schumanns Klavierkonzert op.54 verbinden sich sowohl Strenge und Freiheit, als auch Logik und Phantasie zu einem Ganzen, das sich trotzdem nirgends im Formlosigkeit verliert. Der Zuschnitt ist sinfonisch, das Zusammenwirken von Soloinstrument und Orchester eine echte gedankliche Partnerschaft, die dabei dem Klavier höchste virtuose Möglichkeiten einräumt. Der Dualismus der Sonatenform ist bei Schumann auf sein ganzes Werk verteilt und gibt dennoch jedem neuen Gedanken genügend Raum. Das Prinzip kontrastierender, jedoch aus gemeinsamer Wurzel entspringender Themen, miteinander und gegeneinander genau festgesetzt, ist auch für Schumanns Klavierkonzert op. 54 charakteristisch.

 
 




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