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musik artikel (Interpretation und charakterisierung)

Reggae

Die solistin und pianistin


1. Konzert
2. Jazz



Wie oben gezeigt wurde das Bild der klavierspielenden \"höheren Tochter\" deutlich begründet. Das Klavier war ein Instrument, das die Frauen mit Erlaubnis der Männer spielen durften. Die Frau wirkte beim Klavierspiel sehr erhaben und hatte eine gewisse Ästhetik, die den Männern durchaus gefiel. Auch war mit diesem Instrument die Möglichkeit gegeben, bei Gesellschaften am Abend die Familie glänzend zu unterhalten. Aber das Bild der klavierspielenden Frau blieb nicht so ungetrübt, als sie begann, ihr Hobby zum Beruf zu machen.
So zeigt folgender Abschnitt die Probleme und Schwierigkeiten, denen eine Vielzahl von Frauen begegnen mussten, um ihre Karriere aufrecht zu erhalten.

Zu Zeiten von Bach gab es keine echten solistischen Auftritte, denn der Solist trat bei Solo- und Tuttistellen auf. Hier war aber immer ein Chor vorhanden, der die Tuttistellen weiter untermalte. In der Klassik spielte der Solist (zu dieser Zeit ausschließlich männliche Solisten) nur noch die Solostellen mit. Erst Liszt wagte es, ohne Orchester oder Chor aufzutreten. In der gesamten Musikgeschichte wurde der Solist stets hochgejubelt, und das Publikum erfreute sich am Solospiel. So schreibt Berlioz diesem ersten echten Solisten: \"Du kannst frei nach Ludwig XIV. sagen: Das Orchester bin ich! Der Chor bin ich! Der Dirigent wiederum bin ich!\". Dass eine Frau gleich drei wichtige Musikeinheiten, wie Liszt es getan hat, gleichzeitig verkörpert, das geht nun wirklich nicht. \"Die Frau konnte höchstens als exotische Variante toleriert werden\". Um 1840 gab es dennoch vereinzelt Klaviervirtuosinnen. Aber auch die Harfe war von Seiten der Männer den Frauen als typisches Frauen-Instrument aufoktroyiert worden. Die Harfe wurde aber als so klanglich dürftiges Instrument angesehen, dass es eine schöne Gestalt braucht, die von diesem Klang ablenkt.
Aber auch an dieses unweibliche Instrument, wie es die Geige ist, wagten sich dennoch einige mutige Frauen, die damit konzertierten (Theresa Milanollo, Rosa Schindler,...). Dennoch wurden die gesamten Blechblasinstrumente von Frauen als Soloinstrumente ausgespart.
Dilettanten, Liebhaber der Kunst, waren früher für die Entwicklung der Solisten/Innen sehr ausschlaggebend. (Das Wort Dilettant wird heute, im Vergleich zu früher, in einem negativen Kontext angewandt.) Einerseits waren sie stetes Publikum für die Solisten, andererseits förderten sie die Veröffentlichung von Notenmaterial und den Instrumentalunterricht. Kurz gesagt waren sie die \"Organisatoren und Träger des Musiklebens\". Da es nur sehr wenige Berufsmusikerinnen damals gab, waren diese Dilettanten meist Frauen. Sie spielten ohne Bezahlung vor einem Publikum, das sie kannten und nicht vor einer anonymen Öffentlichkeit. Hier war die Pianistin meistens gleichzeitig Gastgeberin und Solistin. So ist auch Fanny Hensel, \"ein spätes Beispiel einer großen >dilettierenden< Pianistin, nur einmal öffentlich aufgetreten, in einem >Dilettantenkonzert zum Besten der Armen< 1838, wobei die Chöre fast von lauter Gräfinnen, Gesandtinnen und Offizieren gesungen wurden\". Es ist deutlich zu erkennen, dass Frauen versucht haben, auf einem anderem Weg Berufsmusikerinnen zu werden und mit den Männer dabei unauffällig zu konkurrieren.

Durch die Einhaltung der weiblichen Berufslosigkeit wurde es den Frauen verwehrt, den Beruf mit genügend Ansehen zu verbinden. Allerdings war die Lage für Frauen in Deutschland besonders schlecht. In England konnte z.B. die Schwester von Ferdinand David, Marie Lousie David-Dulcken (1811-1850) konzertieren und war persönliche Lehrerin der Königin Victoria. Sie genoss in England höchstes Ansehen.
Für Frauen, die ihren Beruf jetzt ernsthaft ausüben wollten, war es unabdingbar, auf Reisen und Tourneen zu gehen. Frauen wurden zusehends selbstbewusster und akzeptierten es nicht mehr, ihren Beruf aufgrund ihrer Ehe aufzugeben. Hier waren Scheidung und gesellschaftliche Ächtung keine Seltenheit (Marie Pleyel, Johanna Kinkel,...). Während bei einem männlichen Pianisten Kriterien waren, wie er Stücke interpretiert, kamen bei weiblichen Solistinnen noch \"ihr Aussehen, ihre Bewegungen und ihre Kleidung\" dazu. Es war auch nicht selten, dass der männliche Kritiker die Solistin schon bei ihrer Stückauswahl zurechtwies. Auch wurde Frauen oft die nötige Technik, die einige Stücke erforderten, aberkannt. \"Die Frauen besonders haben die wenigsten Aussichten darauf, denn die Mendelssohn\'schen Conzertstücke erfordern strenges Tempo, Ausdauer der Finger, Geschmeidigkeit der Handgelenke, und überhaupt eine männliche Kraft, welche in der Regel dem zarteren Geschlechte versagt ist\". Wer von Musikkritikern immer noch als Frau angesehen werden wollte, musste entweder irgendwelche Fehler aufweisen oder unaussprechlich schön sein. Andernfalls wird eine Frau, die versucht, Fehler anderer zu vermeiden und die Stücke mit männlicher Stärke begeht, als \"klavierspielende Amazone\" bezeichnet. Frauen, die solistisch auftraten wurden nicht nur stärker kritisiert als Männer, sondern auch die Probleme bei Konzertreisen waren erheblich schwieriger. Die Konzertreisen von Solistinnen waren organisatorisch aufwendiger, teurer und risikoreicher.

Das erste Problem, das auftrat, war die Transportfähigkeit von frauentypischen Instrumenten. Hier wäre zu erwähnen, wie schwer es war ein Klavier oder eine Harfe zu befördern. Wohlhabende Klaviervirtuosinnen ließen sich extra dafür konstruierte Wägen bauen. Aber diesen Luxus konnte sich natürlich nicht jeder leisten. Weiterhin problematisch war, dass Frauen immer begleitet werden mussten, um sich vor Männern, die in der Kutsche zudringlich wurden, zu schützen. Als Gegenmaßnahme war es im 18./19. Jahrhundert üblich, in Männerkleidung zu reisen. Ein weiterer Grund für eine Begleitung war, dass diese nämlich sämtliche Konzertvorbereitungen, Genehmigungen, Konzertsaalwahl, Kartenverkauf und Werbung übernahm. Für die Solistin war es nur von Vorteil, wenn ihre Begleitung ihr Beziehungen in den höheren Kreisen verschaffte. Die Musikerin war aufgrund dieser Aspekte vollständig von ihrer Begleitperson abhängig.
Falls das Musikerinnenleben für einige Frauen zu anstrengend wurde, gewährte man ihr, wenn sie außerordentlich gut war, eine zeitbegrenzte Stelle am Hofe, an Kirchen, Universitäten und Schulen. Sie verdiente durch Privatunterricht und gelegentlicher Orchesterpraxis ihren Lebensunterhalt. Als umherreisende Solistin war es nicht selten, dass die Frau mit ihren Einnahmen ihre ganze Familie ernähren musste.

 
 




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