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musik artikel (Interpretation und charakterisierung)

Melodik

Die orgel


1. Konzert
2. Jazz



Wir haben das Thema Orgel behandelt. Die Orgel wird häufig als die "Königin unter den Musikinstrumenten" bezeichnet, weil sie nach Tonumfang, Lautstärke und Klangreichtum das größte Instrument ist. Das Phänomenale an der Orgel ist, das ein einziger Spieler eine ganze Kirche ausfüllen oder ein ganzes Orchester darstellen kann.
Die Orgel besteht aus Pfeifen, dem Windwerk und dem Spieltisch, der seinerseits wiederum aus einer oder mehreren Manualen besteht. Außer den Manualen gibt es auch noch die Pedale, eine Klaviatur, die mit den Füßen zu spielen ist. Die Pfeifen sind in Reihen auf Windkästen vom höchsten zum tiefsten Ton angeordnet. Alle Pfeifen in einer Reihe haben den gleichen Klangcharakter, eine solche Pfeifenreihe ist jeweils einem Register zugeordnet. Es gibt also ebenso viele Pfeifenreihen wie Register. Dieser Klangcharakter hängt von der Form und Material der Pfeifen ab. Eine normalgroße Orgel hat ca. 25 bis 50, die Größten haben bis über 100 Register. Eine Orgel mit 25 Registern hat etwa 1900 Pfeifen.
Geschichte: Die Entstehung der Orgel wird aus vielen Instrumenten abgeleitet, z.B. aus der ägyptischen Panflöte, der jüdischen Magrepha oder dem chinesischen Tscheng. Wahrscheinlich kam sie erstmals zu Beginn unserer Zeitrechnung in der griechisch-römischen Kultur vor. Das älteste heute noch erhaltene Exemplar stammt aus dem 14. Jahrhundert. Musik für die Orgel gibt es aus allen Musikepochen, der bedeutendste Komponist ist Johann Sebastian Bach.
Die Register haben verschiedene Höhen, von ganz tief bis ganz hoch. Die Tonhöhe ist von der Pfeifenlänge abhängig, die mit Fuß gemessen wird (1 Fuß = 27,6 cm). Die Register haben verschiedene Namen je nach ihrer Funktion: Prinzipal sind die Hauptstimmen, nach ihrem Klangcharakter benannte Stimmen sind z.B. Fagott, Violine, Viola, Violon, Flöte, Gambe.....
Auf vielen Orgeln sind auch Mischregister vorhanden.
Die Dynamik kann auf der Orgel nur durch zu- oder abschalten von Registern beeinflusst werden. Der Tonumfang ist je nach Größe und Bauzeit des Instruments verschieden. Verwendet wird die Orgel in der Kirchenmusik, sie wird im Violin- und Bassschlüssel notiert (rechte Hand im Violinschlüssel, linke Hand und Pedale im Bassschlüssel). Eine interessante Nebensächlichkeit: Früher durfte die Orgel nur nach den strengen kirchlichen Regeln benutzt werden. Z.B. an den Hochfesten wie Weihnachten, Ostern oder Pfingsten sollte sie die Feierlichkeit der Feste erhöhen, dagegen im Advent und in der Fastenzeit durfte sie nicht bespielt werden.
Eine der bekanntesten Firmennamen für Konzertorgeln aus dem 19. Jahrhundert ist Walcker, diese Firma wurde vom bekannten Orgelbaumeister Eberhard Friedrich Walcker gegründet. Der Ton wird durch einen Druck auf die Taste erzeugt, der die Ventile nach unten zieht. Luft aus dem Windkasten hat damit Zugang zu den Pfeifen und zwar dann, wenn die Schleifladen so verschoben werden, dass die in ihnen angebrachten Löcher unmittelbar unter den Pfeifen zu stehen kommen. Der Registerzug bestimmt, welche Schleiflade gezogen wird, also welches Register erklingt.
Es gibt verschiedene Arten von Pfeifen: Sie sind als Lippenpfeifen (Flötenpfeifen: entweder offen oder gedackt (oben geschlossen)) oder als Zungenpfeifen ausgebildet. "Gedackte" Pfeifen sind eine Oktave tiefer als offene Pfeifen.
Gespielt wird die Orgel durch einen Spieler, der mit den Händen sowohl die Manuale bespielt als auch die Register zieht und mit den Füßen die Pedale drückt. Manchmal, bei sehr komplizierten Stücken, übernimmt auch eine zweite Person das Ziehen der Register.
Der Orgel ähnliche Instrumente sind zum Beispiel das Positiv, das Regal, die Wasserorgel und das Portativ.
Das Portativ ist eine kleine, tragbare Frühform der Orgel (bis ca. 1500), die meist nur ein oder zwei Register hat.
Das Positiv ist ein bisschen größer als das Portativ mit mehreren Pfeifenreihen, aber immer noch klein genug, dass es vorwiegend in kleineren Räumen als Begleit- oder Soloinstrument verwendet wurde.
Das Regal ist eine kleine, tragbare Orgel mit ausschließlich Zungenpfeifen, die einen "schnarchenden, nasalen" Klang bewirken.
Die Wasserorgel ist heute nicht mehr in Verwendung, sie hat einen äußerst komplizierten Aufbau. Sie wurde mit einer Wassertonne betrieben. Berufsbeschreibung

Orgelbauer und Orgelbauerin erstellen in handwerklicher Arbeit Pfeifenorgeln: Jede Orgel ist ein Einzelstück. Sie planen und entwerfen die Orgel und zeichnen die Pläne. Danach bauen sie in der Werkstatt die Orgel: Sie bearbeiten Holz, verarbeiten Leder und Filze und fertigen verschiedenste Metallteile. Mit äusserster Präzision erstellen sie die sensible Mechanik. Die Pfeifen fertigen Zinnpfeifenmacher und Zinnpfeifenmacherin, doch müssen sie Grundkenntnisse im Pfeifenbau, deren Klanggebung und Stimmung haben, um den Spezialisten exakte Angaben zu liefern. Der Zusammenbau der verschiedenen Elemente in der Werkstatt und am zukünftigen Standort ist sehr anspruchsvoll. Orgelbauer und Orgelbauerin warten ausserdem bestehende Orgeln.

Anforderung

Die Tätigkeit, die sich vom architektonischen Entwurf über die Fertigung bis zur musikalischen Ausgestaltung erstreckt, ist äusserst vielseitig. Sie setzt voraus: Kenntnisse im Orgelspiel, Sinn für Präzision, handwerkliches Geschick, räumliches Vorstellungsvermögen, feines musikalisches Gehör und Liebe zur Musik, gute Konstitution.

Ausbildung

Die Lehre dauert 4 Jahre. Sie erfolgt ausschliesslich in einer Werkstatt, die auf den Neubau von Pfeifenorgeln spezialisiert ist. Ein Tag pro Woche ist Unterricht in der interkantonalen Fachklasse in Horgen.

Entwicklungsmöglichkeiten

Tüchtige Orgelbauer/innen haben gute Aufstiegsmöglichkeiten. Spezialisierung als Konstrukteur/in, Intonateur/in (sie übernehmen die klangliche Gestaltung eines Instrumentes), Stimmer/in (sie warten bestehende Orgeln). Vorbereitung auf die Prüfung als Orgelbaumeister/in in Deutschland, an der "Fachschule für Musikinstrumentenbau" in Ludwigsburg bei Stuttgart.


Das Herzstück der Orgel
sind eine oder mehrere Windladen



Der Organist und sein Instrument

Damit Sie sich besser vorstellen können, wie


interessant und abwechslungsreich die

handwerklichen und künstlerischen Arbeiten im

Orgelbau sind, beschreiben wir hier kurz Aufbau


und Funktionieren der Orgel:

Am Spieltisch sitzt der Organistund spielt mit Händen und

Füssen auf den Verschiedenen Tastenreihen,

sogenannten Klaviaturen (Manualen und Pedalen).
Mit den Händen spielt er auf den Tasten der Manuale, von

denen eine Orgel 1 - 5 übereinander angeordnet haben kann. Ein Manual sieht

ähnlich aus wie die Klaviertastatur und umfasst 56 bis 61Tasten.
Das Pedalklavier ist zum Spielen mit den Füssen da und umfasst 27 bis 32 Tasten.
Neben den Klaviaturen sind auch die Registerzüge angebracht. Mit ihnen kann

der Organist ganze Pfeifenreihen, Register genannt, ein- oder abschalten.




Jeder Klaviatur sind eine oder mehrere Windladen zugeordnet. Eine Orgel mit 3 Manualen und 1 Pedal verfügt in der Regel also über mindestens 4 Windladen.

Die Windladen bilden das Verteilsystem für die Luft, im Orgelbau Wind genannt. Auf der Oberseite einer Windlade stehen verschiedene Pfeifen-Reihen (Register). Vor jeder Pfeife liegt ein doppelter Windverschluss. Einer wird von der Klaviatur-Taste betätigt (Tonventil), der andere vom entsprechenden Registerzug (Registerschleife). Sobald die Ventile geöffnet sind, strömt Luft aus der Windlade in die Pfeife und erzeugt einen Ton.





Muß man als Orgelbauer Orgel spielen können?

Nein, da der größte Teil des Berufes Handwerk ist. Dafür ist ein gutes technisches Verständnis und eine praktische Veranlagung nötig. Ein musikalisches Verständnis ist aber vorteilhaft, denn es wird ein Musikinstrument und keine Maschine gebaut. Nur Orgelbauer, die sich auf den Klang spezialisiert haben, die sogenannten Intonateure, brauchen ein musikalisches Basiswissen und sollten auch etwas Orgel spielen können. Es gibt aber nur wenige Orgelbauer, die gute Organisten sind, denn das Spielen der Orgel ist eine andere Profession.





Wieviel kostet eine Orgel?

Diese Frage ist schwer zu beantworten, weil die Orgel in der äußeren Erscheinung und in der inneren Zusammensetzung das wohl wandelbarste Musikinstrument ist. Eine Orgel für eine mittlere Dorfkirche kostet etwa 200 000,- bis 300 000,- DM und benötigt zur Herstellung etwa 4000 Arbeitsstunden. Eine Domorgel kostet leicht mehrere Millionen Mark, denn trotz aller Technisierung muß eine Orgel immer noch in mühevoller Handarbeit hergestellt werden.




Kann man Orgeln nicht billiger in Serie herstellen?

Jede Orgel ist ein Unikat, weil jeder Kirchenraum anders und die Bedürfnisse und Wünsche der jeweiligen Kunden sehr unterschiedlich sind. Daher muß jede Orgel neu gezeichnet und konstruiert werden. Kleine Serien werden nur von kleinen transportablen Orgeln, sog. Positiven oder Truhen, hergestellt. Bei größeren Orgeln hat sich der Serienbau nie durchsetzen können.




Wird eine Orgel schon in der Werkstatt vollständig aufgebaut?

Wenn es die räumlichen Verhältnisse zulassen, wird eine Orgel immer vollständig in der Werkstatt aufgebaut um Montagezeiten in der Kirche zu sparen. Weil jede Orgel ein Prototyp ist, können Probleme beim Zusammenbau in der Werkstatt leichter gelöst werden.
Zum Transport in die Kirche wird das Instrument dann in viele Einzelteile zerlegt, mit einem Lastwagen zum Aufstellungsort transportiert und wieder zusammengebaut.




Wieviel verdient man als Orgelbauer?

Orgelbauen ist etwas für Idealisten. Der Lohn orientiert sich im günstigen Fall am Schreinertarif. Ein Lehrling verdient ca. 500,- DM, ein Geselle nach drei Gesellenjahren ca. 3 300,- DM brutto pro Monat. Die Bezahlung ist jedoch regional recht unterschiedlich, da die Orgelbauer nicht gewerkschaftlich organisiert sind. In Norddeutschland werden durchschnittlich höhere Löhne als in Süd- und Ostdeutschland gezahlt.




Wieviele Pfeifen hat eine Orgel?

Bei einer Orgel sind nur die wenigsten Pfeifen in der Schauseite, dem sog. Prospekt, zu sehen. Die meisten anderen Pfeifen stehen in dem Gehäuse auf einem großen Kasten, der Windlade. Eine durchschnittliche Dorforgel hat ca. 1 000 Pfeifen. In größeren Instrumenten sind es bis zu 10 000 und mehr.




 
 




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