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musik artikel (Interpretation und charakterisierung)

Oper

Der wandel der "grand opera" zum "drame lyrique"


1. Konzert
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Mitte des 19. Jahrhunderts
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Im Frankreich des 19. Jahrhunderts gehörte Halévy mit Meyerbeer und Auber zu den einflussreichsten und meistaufgeführten Opernkomponisten seiner Zeit.

Besonders erfolgreich war Halévy mit seiner Oper "La Juive" nach einem Libretto von Eugene Scribe. Inhaltlich beschäftigt sich diese Oper mit der Unversöhnlichkeit zwischen Christen und Juden. Wie auch in den "Hugenotten" geht es hier um einen Glaubensgegensatz, der musikalisch durch Soli und zahlreichen Ensembles in eine düstere Atmosphäre eingehüllt ist. Bei der Aufführung konzentrierte man sich weniger auf die musikalische Durchschlagskraft, sondern auf die Ausstattung, welches im Sinne der Grand Opéra war. Man machte einen ungeheuren Aufwand, um die riesigen tableaus zu realisieren. Der Zirkus Franconi steuerte 20 Pferde bei, auch die Hinrichtungsszene riss das Publikum mit. Mit seinem ungeheuren Aufwand überbot das Werk alles, was die Pariser Opera bisher kannte.



Es gab aber auch viele jüngere Komponisten, die sich noch in den alten Bahnen bewegten, unter anderem Ambroise Thomas (1811 - 1896), Auguste Mermet (1810 - 1889) und Charles Gounod (1818 - 1893).

Charles Gounod hatte mit seiner ersten Oper "La Nonne sanglante"(1854) keinen Erfolg. Das hierzu benutzte Libretto von Eugene Scribe wurde schon vorher von großen Opernkomponisten wie Halévy, Meyerbeer, Berlioz und Verdi aufgrund von fehlenden dramatischen Höhepunkten abgelehnt.



4 Jahre später jedoch gelang ihm der große Durchbruch mit seiner Oper "Faust" (1858) Hier beweist Gounod eine geschickte Szenenführung, indem er fesselnde Bilder im Gleichgewicht mit dramatischen Höhepunkten und lyrischen Passagen aneinander reiht. Verschiedene Einzelzüge in Gounods Musik, der charakteristische Ausbau der Rezitative, die leitmotivische Verwendung wichtiger Melodien, lassen deutlich Wagners Einfluß erkennen.

David und Mermet trugen auch nichts Neues zum Bild der Grand Opéra bei. Davids Oper "Herculanum" (1859) wie auch Mermets "Roland à Ronceveaux" (1864) wurden vom Publikum nicht anerkannt und waren erfolglos. Dieses lag an ihren Texten wie auch an ihrer unschöpferischen, nachahmenden Musik. Sie hatten zu geringe Gegensätze in ihrer Musik, die Mittel ihrer musikalischen Gegensätze stimmten weitgehend überein.

Mit den Werken Gounods "Faust" und Thomas' "Mignon" (1866) wird die Verschiebung der "Grand Opéra" auf das "drama lyrique" deutlich. Die "Grand Opéra" war von nun an zwar nicht verschwunden, da sie Aushängeschild und Ausdruck der französischen Nation war, aber es entstand eine enge Berührung mit der "Opéra Comique", welche die Oper musikalisch und textlich auflockerte.

Gleichzeitig mit Meyerbeer lebte und wirkte in Paris Hector Berlioz, der nur zu häufig verspottete Zukunftsmusiker. Die Werke von Hector Berlioz (1803 - 1869) nehmen auf der Opernbühne eine Sonderstellung ein. Seine erste Oper "Benvenuto Cellini" (1838), im Stil von Auber nach einem Libretto von Leon de Wailly und Auguste Barbier fiel bereits bei ihrer Uraufführung in der Pariser Opéra beim Publikum durch. Das Publikum vermisste den üblichen Pomp der großen tragischen Oper. Schon in seiner Ouvertüre skizziert Berlioz die Grundstimmung der Oper. Dem Orchester wird im gesamten Werk eine eigenständige, charakterisierende Rolle zugedacht, jedoch in vereinfachter Form zu Meyerbeer und Halevy. Auch durch die stark wechselnden Affekte, unvermittelte Verbindung von Ernst und Komik fiel sie aus dem damaligen Rahmen.



Auch in seiner nächsten Oper "Béatrice et Bénédict" (1862) nach Shakespeares "Viel Lärm um nichts" fehlte die Leichtigkeit der Opéra Comique. Es ist eine heitere Oper. Beim Publikum stieß sie jedoch auf Gefallen und wurde als Erfolg gefeiert. Die Musik hat mit Berlioz' bisherigen Bühnenwerken kaum Gemeinsamkeiten. Er schreibt passend zum Stoff eine leichte, eingängige Partitur, die der Opera buffa nahe kommt. Dem Orchester weist Berlioz allerdings noch eine eigenständige Rolle zu.

Beide Opern lassen jedoch erkennen, was Berlioz in seinem Hauptwerk "Les Trojans" aus dem Jahre 1856 - 58 auf die Opernbühnen bringen würde.

Berlioz komponierte eine 5aktige Oper, die jedoch in zwei Opern aufgeteilt wurde. Die beiden ersten Akte schildern den Fall Trojas, wobei Akt drei bis fünf die Dido Episode des Äneas in Karthago darstellen. Diese beiden Teile stehen im völligen Kontrast zueinander. Im ersten Abschnitt, in dem die Figur des Cassandre im Mittelpunkt steht, greift Berlioz die Gluckschen Traditionen auf. Im zweiten Abschnitt stehen theatralische Elemente und große Ensembles im Vordergrund, die die Gedanken der Grand Opéra aufnehmen. Die Musik aber ist stets von hoher Größe und Würde, besonders im zweiten Teil, in dessen Mittelpunkt die tragische Gestalt der Dido steht. Im textlichen werden jedoch keine schlagkräftigen Steigerungen erzielt.



Zu Berlioz Lebzeiten wurde nur der zweite Teil aufgeführt, Paris 1863. Es war ein völliger Misserfolg. Da Berlioz auf antike Inhalte zurückgriff, war der Misserfolg dieser Oper in Paris vorherbestimmt.

 
 




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