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musik artikel (Interpretation und charakterisierung)

Der freischütz -


1. Konzert
2. Jazz

Oper in 3 Akten Text von Friedrich Kind

Personen

Ottokar, regierender Fürst /
Kuno, Erbförster /

Agathe, seine Tochter /
Ännchen, eine Verwandte /
Kaspar (Bass) and Max (Tenor), Jägerburschen / y
Samiel, der schwarze Jäger / (Sprechrolle)

ein Eremit / (Bass)
Kilian, reicher Bauer / (Baritone)

Brautjüngfern / (Soprano)
Jäger, Landleute, Erscheinungen, Brautjüngfern, Gefolge des Fürsten

Ort und Zeit der Handlung: Böhmen, nach Beendigung der Dreißjährigen Krieg.






Romantik - modern

Stress! Max möchte das Mädchen. Aber er bekommt Agathe nur, wenn er einen besonders guten Schuss hinlegt. So sind die Regeln. Ziemlich antiquiert. Und er ist ja eigentlich auch kein Jäger, sondern ein Schreiber, ein Intellektueller. Warum da nicht ein bisschen nachhelfen in Sachen Treffsicherheit? So suggeriert's ihm jedenfalls sein Jagdkumpan Kaspar. Auch Kugeln gibt's mit \"Dope\". Freikugeln nennt sich das. Und haben sie nicht alle ein bisschen nachgeholfen, die Kunos und Urur-Kunos vor ihm, um den Förster-Job zu ergattern?
Doch nichts ist umsonst. Und die Währung für Freikugeln heißt Menschenleben. Max ist darüber durchaus nicht sich im Klaren. Nur Kaspar, der Arbeits-Kumpel und ehedem Rivale um die försterliche Braut, macht so merkwürdige Andeutungen, redet manchmal laut mit jemandem, der überall gegenwärtig und neben ihm zu stehen scheint, aber den man nicht sieht. Und dann lotst er ihn auch noch in die finsterste Ecke, wo es einen schon gruselt bei Tag. Und nun soll er dorthin bei Mitternacht?
Agathe ahnt, dass irgendwas nicht stimmt mit ihrem von Prüfungs-Ängsten und Versagens-Schüben geplagten Max. Aber der Guru, zu dem sie flüchtet, kann ihr so recht auch nicht helfen. Man muss es riskieren, und wenn's schief geht mit dem Probeschuss - \"schau'n mer mal\", welche \"Über\"-Macht da vielleicht noch raus hilft aus dem schwarzen Loch.


Als die Nationaloper der Deutschen gilt Der Freischütz. Und das ist nicht untertrieben. Wo die Franzosen ihre Revolution machten, gönnten die Deutschen sich diese Oper, die nach der (vielfach verschobenen) Uraufführung 1821 im Schauspielhaus Berlin die Welt im Sturmschritt eroberte: Über Paris, London, Sankt Peterburg, New York bis nach Sydney. Von den Wilhelms und Metternichs - sie liebten ihren Rossini und Spontini - wurde sie anfangs eher beargwöhnt und verdrängt als allzu grübelnd deutsch; am Ende aber doch von allen geliebt, karikiert - und geplündert, nicht zuletzt vom großen Richard Wagner samt seinen Walküren.
Denn was war das schon für ein \"Dreißigjähriger Krieg\", \"nach\" dem das Stück angeblich spielte? Und was war das für ein \"Böhmen\", wo die schwarzen Reiter tobten? Jeder verstand doch, welcher \"Religionskrieg\" (der Zensur halber) da gemeint war und wo die Böhmischen Dörfer und Wälder lagen, in denen bestimmte \"Jäger\" ihr Handwerk be- und die Bauern und Freidenker vertrieben. Am kleinsten Detail dieser Oper hat der Kapellmeister und Direktor der deutschen Abteilung der Dresdner Hofoper, Carl Maria von Weber, getüftelt. Und zimperlich war er ja nicht.
Wie ein Musical-Großmeister unserer Tage bosselte er am Gruselinventar der Wolfsschlucht, machte mit seinem Theaterinstinkt sich letztlich gar seinen Koautor Friedrich Kind zum Feind. Es musste ein Erfolg werden, im Sinne der Selbstfindung einer ganzen Nation. Es wurde einer. Romantik? Na klar. Und wie modern!

 
 

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