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kunst artikel (Interpretation und charakterisierung)

Musik

Skulptur

Rokoko






Diese Epoche, die wegen den Abgrenzungsschwierigkeiten oftmals als "Spätbarock" bezeichnet wird, folgte dem Barock und trat von 1720 - 1770/80 besonders in Frankreich, Deutschland und Italien hervor und wurde im späten 18. Jahrhundert vom Klassizismus abgelöst.

Nach dem Tod Ludwigs XIV, zu Beginn des 18. Jahrhunderts, änderte sich das Leben. Die strenge Hofetikette wurde schnell vergessen. Vergnügen und Feste herrschten am Hof und in ganz Frankreich. Die Stilrichtung wurde aus diesen Bedürfnissen geboren. Mit der Französischen Revolution 1789 und dem Untergang des Absolutismus in Europa war sein Ende besiegelt. Das Rokoko lässt sich etwa auf die Zeit der Regentschaft Ludwigs XV (1715- 1774) von Frankreich eingrenzen.

Das Wort "Rokoko" ist abgeleitet vom franz. Wort "Rocaille", was soviel wie Muschel- oder Grottenwerk heißt, nach einem immer wieder auftretenden Ornamentmotiv.

Rokoko ist charakteristisch für die Vorliebe für Eleganz, Lebendigkeit, Leichtigkeit, Helligkeit, Schönheit, Farbgeschmack und handwerkliche Virtuosität.

Diese Epoche beschäftigte sich großenteils mit der Architektur im Innen- und Außenbereich und der Malerei.



Malerei
In der Rokokomalerei beschäftigte man sich gerne mit Ölbildern, Fresken, Aquarellbildern und Zeichnungen mit Pastellstiften.

Die Rokokomalerei hatte ihre höchsten Leitungen in kirchlichen Deckenfresken mit sinnesfreudigen Innenausstattungen.

Besonders die Pastellmalerei entsprach der Vorliebe für zarte duftige Farbe und wurde folglich die favorisierte Maltechnik, häufig wurde auch mit Bleistift, Kohle, schwarzer Kreide, Rötel[1], Feder und Pinsel gemalt.

Es gab zwei Hauptrichtungen, um die sich die Künstler bemüht haben, zum einen um dem verwöhnten Geschmack der höfischen Gesellschaft zu schmeicheln und zum anderen das einfache Volk darzustellen.

Die überragenden Maler des Rokoko waren Jean Antonie Watteau (Einschiffung nach Kythera) mit seinen Darstellungen elegant gekleideter Damen und Heeren in idyllischen Umgebungen; François Boucher (Ruhendes Mädchen) berühmt für seine Bilder mit mythologischen, ländlichen und erotischen Szenen; Jean- Honoré (die Schaukel) nicht minder geschätzt für seine scheuen Liebespaare in umgrünten Lichtungen.

Folgende Maltechniken wurden favorisiert angewendet:

Der Holzschnitt, eine der ältesten graphischen Techniken der Vervielfältigung. Es handelt sich dabei um ein Hochdruckverfahren, das heute noch als Kunstzweig Verwendung findet.

Der Kupferstich, dabei ritzt man Zeichnungen in Metallplatten ein, so dass sie gedruckt werden können. Als Druckträger dient eine glatt polierte Metallplatte, meist aus Kupfer. Die Zeichnung wird mit dem Grabstichel als Furchen eingegraben. Die so entstandenen Vertiefungen werden mit Farbe eingerieben. Nachdem die blanken Teile der Platte gesäubert wurden, kann die Zeichnung auf Papier abgezogen werden.

Die Kaltnadel, eine Weiterentwicklung des Kupferstichs. Hierbei wird mit einer scharf geschliffenen Stahlnadel, der kalten Nadel, unter Verzicht auf den Ätzvorgang direkt in die Metallplatte geritzt.

Die Ätzradierung, sie bot die Möglichkeit, durch feinste Hell-Dunkel-Abstufungen Bildteile herauszuheben oder zurücktreten zu lassen. Hierbei wurden Teile einer Metallplatte mit Ätzgrund abgedeckt, anschließend konnte man Teile, die abgedunkelt werden sollten, radieren und ätzen, danach wurde der Ätzgrund wieder entfernt. Dieses konnte man beliebig oft bis

zum gewünschten Ergebnis wiederholen. Abschließend wurde die Metallplatte mit Kolophoniumstaub und Säurebad behandelt und als Druckplatte verwendet.


Architektur
Das Rokoko hatte keinen eigenen Baustil, sondern es war nur eine phantasievolle Weiterentwicklung barocker Schmuckformen.

Der neuen Gesellschaft schienen die alten Bauwerke des Barocks zu gleichförmig. Vor allem fehlte es in der Innenausstattung an Komfort und Anmut. Die Gesellschaft suchte die Gemütlichkeit.

Während die pompöse Wuchtigkeit der Barockbauten erhalten blieb, Veränderteten sich die Zierelemente dieser Bauten im Innen- und Außenbereich.

Wo sich im Barock die Zierelemente noch streng geometrisch zu Schnecken- Voluten rollten, wurden Fenster- und Türeinfassungen und die Mittelrisalite[2] der Gebäude während des Rokoko vom unregelmäßigen Element der Rocaille umtanzt und umflossen.

Im Vergleich zum Barock waren die Räume nicht mehr so groß und die Wände wurden in Pastellfarben gehalten.

Das Gesims, das einst die Decke so streng vom Raum schied, fällt ganz fort. Es läuft zwar noch als Hohlkehle oder dünnes Band von Wand zu Wand, von Tür zur Tür, seine architektonische Bedeutung jedoch hatte es eingebüßt. An dieser Stelle kam die Malerei, die den Raum und die Decke in eins verschmelzen ließen. Räume und Fassaden wurden mit Girlanden, Blumenkränzen und Sträußen aus Stuck in äußerst feiner Arbeit geschmückt.

Das üppige Dekor täuschte häufig nicht vorhandene archetektonische Finessen vor, wie gewölbte Decken und Kuppeln, dieses nannte man "Scheinarchitektur".

Der französische Adel baute im Rokoko eine Vielzahl von Stadtpalästen, Hôtel genannt.

In den deutschen Prachtbauten Schloss Sanssouci in Potsdam, Schloss Benrath in Düsseldorf, Schloss Nymphenburg bei München, Schloss Charlottenburg in Berlin- Charlottenburg und in weiteren Fürstenschlössern hatte sich der Stil richtig entfalten können.

Das in Frankreich Ende 17. Jahrhundert entwickelte Verfahren, durch Gießen und Walzen große Spiegeltafeln herzustellen, ermöglichte es durch die Verspiegelungen ganzer Wandflächen (Spiegelkabinett) Zimmerfluchten optisch auszudehnen.

Licht drang durch große Fenster, brach sich in Spiegeln und Kristallen, diese funkelten auf Metall und Wasser. Dieses bracht Lebendigkeit zum Ausdruck. Nachts steigerten Kerzen und Leuchter den Glanz.

In der Rokokoepoche wurden besonders viele Kirchen in diesem Stil ausgestattet.

Die Ausstattung an den Wänden der Wieskirche (erbaut von Dominikus Zimmermann und dekoriert vom Bruder Johann Baptist Zimmermann) ist mit Stuckmarmor versehen. Stuckmarmor ist ein künstlicher Stein, bei dem man von vorn herein Farbigkeit und Maserung bestimmen kann. Grundsubstanz ist ein Gemisch aus Gips, Wasser und Sand. Weitere bekannte Kirchen sind die Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen von Balthasar Neumann in Oberfranken, Bamberg und die Kirche Sankt Peter und Paul in der kleinen Ortschaft Steinhausen (Baden-Württemberg), die in dieser Zeit umgebaut wurde.





Mit zu den wichtigsten Architekten gehörten Kilian Ignaz Dientzenhofer (Kirche St. Niklas in Prag); Johann Balthasar Neumann (Vierzehnheiligen in Oberfranken); François Cuvilliés (Amalienburg im Park von Schloss Nymphenburg); Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff (Schloss Sanssouci in Potsdam) und Dominikus Zimmermann (Wieskirche in Steingarten).





















Plastik/ Skulptur
Porträtbüsten, Statuetten, allegorische Bildwerke dienten zur Ausstattung der Appartements der Aristokratie.

Oft wurden anmutige Götter (z.B. Venus, Pan), die Nymphen und die niederen Götter dargestellt, aber auch Paare in typischer Rokokotracht.

Sehr beliebt waren anekdotische Züge mit naiver und freundlicherheiternde Wirkungen.

Das Rocaille war auch hier das Leitmotiv für die Figuren.



Blei war ein beliebtes Material der Rokokoplastik, ebenso Bronze für repräsentative Aufgaben.

Marmor für Porträtbüsten war ideal wegen seiner seidigen Glätte.



Monumentalskulptur gehört nicht zu den Schwerpunkten des Rokoko. Die Skulptur diente viel mehr dem plastischen Schmuck der Architektur am Innen- und Außenbau.

Bei der Monumentalskulptur war Holz das bevorzugte Material, eine Weiß- und Goldfassung, Silber oder Bronze sollten wertvollen Metalle vortäuschen.



Porzellan aber war das Lieblingsmaterial, man konnte durch zarte Bemalung und Glasur den kleinen Figuren den Anschein von Lebendigkeit geben.

Das Porzellan wurde damals sehr gerne mit chinesischen Motiven bemalt.



Nach dem man die Möglichkeit hatte Porzellan herzustellen, gab es in Europa viele Porzellanmanufakturen, besonders bekannte in Deutschland sind heute noch Meißener- und Nymphenburgerporzellan.



Der bekannteste Bildhauer des Rokoko war Franz Anton Bustelli, er arbeitete als Porzellanplastiker für die Nymphenburger Manufaktur und stellte häufig Porzellanfiguren in Rokokotracht her.





 
 




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