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geschichte artikel (Interpretation und charakterisierung)

Kolonialisierung

Geschichte lateinamerikas





Geschichte Lateinamerikas Am 12. Oktober 1492 entdeckte Kolumbus Lateinamerika. Da die Europäer glaubten Indien entdeckt zu haben, nannten sie die Ureinwohner, die ihnen dort begegneten, Indianer \". Den Kontinent benannten sie, nach dem Forschungsreisenden Amerigo Vespucci, Amerika. Den Kontinent und alles was auf ihm lebte betrachteten die Europäer als ihr Eigentum. Einige Jahre später nahm Kolumbus Hunderte von Ureinwohnern nach Spanien, um sie in die Sklaverei zu führen.

     Mit ihrer Land - und Geldgier zerstörten die Europäer den ganzen Kontinent. Durch Mord, Zwangsarbeit und vor allem eingeschleppten Krankheiten gelang es ihnen innerhalb von 150 Jahren die Bevölkerung von 70 Mio. auf 3.5 Mio. Menschen zu reduzieren. Auch beuteten die Spanier die natürlichen Bodenschätze des Landes aus.

     Zwischen 1503 und 1660 gelangten 185 000 kg Gold und 16 Mio. kg Silber von Lateinamerika nach Spanien. Der Reichtum Amerikas nutzte dem Luxuskonsum und vor allem profitierten englische, holländische, französische und deutsche Handelshäuser vom Sklaven- und Kolonialhandel. Doch Spanien und Portugal verarmten mit dem Reichtum Lateinamerikas, da der Zufluß an Rohstoffen aus Amerika den gesellschaftlichen Wandel verhinderte. Wichtig bei der Eroberung Amerikas war auch der Missionseifer. An gesellschaftliche Würdenträger wurden Indios verteilt, die ihnen in Form von Arbeit oder Gütern zu zahlen hatten.

     Als Gegenleistung dafür mußten deren Herren sie zu christlichen und Æzivilisierten\" Menschen erziehen. Mitte des 19. Jh. wurden die auf Plantagen arbeitenden und aus Afrika stammenden Sklaven durch Lohnarbeiter ersetzt, die für die Plantagenbesitzer wesentlich wirtschaftlicher waren, da man sie nur für einige Monate bezahlen mußte. Daher entstand eine große Anzahl an billigen Arbeitskräften, die immer mehr an die Armutsgrenze rückten. Als sich 1776 die Kolonien Englands in Nordamerika von ihrem Mutterland trennten, tauchten auch in Lateinamerika eben solche freiheitliche Gedanken auf.

     Von nun an sollte Lateinamerika demokratisch und republikanisch regiert werden. Doch nach etlichen Freiheitskriegen zerfiel der Kontinent in Nationalstaaten und somit die Hoffnungen auf die ÆVereinigten Staaten von Lateinamerika. Nun waren Diktatur und Militarismus in Lateinamerika an der Macht. Durch diese politischen Veränderungen änderte sich auch die wirtschaftliche Lage. 1823 erklärte die USA, daß sie jede Einmischung Europas in Lateinamerika als unfreundlichen Akt ansehen würde. Solange eigene Interessen nicht angegriffen würden, würde auch die USA darauf verzichten, sich in Lateinamerika einzumischen.

     Durch diese Anerkennung der USA stärkte sich die Unabhängigkeit Lateinamerikas. Durch den wirtschaftlichen Aufstieg der USA konnte auch Lateinamerika eine Industrie aufbauen und sich vom Weltmarkt abkoppeln. Diese Entwicklung hatte allerdings auch Nachteile, denn die Menschen aus dem z.T. verarmten Hinterland zogen in die großen Städte, um dort Geld zu verdienen. Da die Städte nach einiger Zeit überfüllt waren, siedelten sich die Einwanderer rund um die Städte an und es entstanden Elendsviertel.

     Es wurden mehr billige und daher meist ungelernte Arbeitskräfte eingestellt, was den Lebensstandard der Industriearbeiter nicht steigen und sogar senken ließ. Kokain linderte die unmenschlichen Arbeitsbedingungen Schon vor der Eroberung großer Teile Südamerikas war der Genuss der Kokablätter weit verbreitet. Nach einer alten Sage soll die Pflanze den Menschen bei der Gründung des Inkareiches vom Sonnengott als Geschenk überreicht worden sein, um die Hungrigen zu sättigen, den Müden und Erschöpften neue Kraft zu geben und den Verzweifelten zu helfen, ihr Leid zu vergessen. Von den Inkaherrschern wurde sie als Symbol benutzt und ihre Königinnen nannten sich Mutter der Kokapflanze. Bei vielen religiösen Zeremonien wurde der Strauch verwendet. Sehr bald nach ihrer Unterwerfung wurden die Ureinwohner zu Frondiensten herangezogen, diese oft unmenschlichen Bedingungen linderten die Menschen durch das Kauen der speziell zubereiteten Kokablätter.

     Daher verbreite sich das Kokablatt- Kauen sehr rasch über große Regionen. Sehr schnell breitete sich die Überzeugung aus: "Dieses Kraut ist so nahrhaft und kräftigend, dass die Indianer den ganzen Tag arbeiten, ohne irgend etwas anderes zu sich zu nehmen.\" Durch die Spanischen Eroberer gelangte die Droge sehr schnell nach Europa. Dieses Lebenselixier, wie die Droge bald genannt wurde, verbreitete sich rasch und damals führende Wissenschaftler empfahlen es sogar als Nahrungsersatz. Die schädliche Wirkung von Kokain wurde lange Zeit unterschätzt. Die Ureinwohner Südamerikas Ureinwohner: \"Trau den Weissen nicht über den Weg.

     Das sind Leute, die über den Blitz bestimmen, die ohne Heimat leben, die umherwandern, um ihre Gier nach Gold zu stillen. Sie sind dann freundlich zu uns, wenn sie uns brauchen, denn das Land, das sie zertrampeln, die Weiden und die Flüsse, über die sie herfallen, gehören uns. Haben sie einmal ihr Ziel erreicht, sind sie falsch und hinterhältig!\". - Rosa Borõro, 1913 Die Ureinwohner Amerikas sind eigentlich Mongolen. Während der Eiszeiten gelangten sie von Sibirien aus über die damals landfeste Behringstraße nach Nordamerika. Hier breiteten sich die Menschen, die die Europäer später als Indianer bezeichnen sollten, rasch auf dem gesamten Doppelkontinent aus.

     Sie gründeten die Hochkulturen der Maya, der Azteken und der Incas, bevor sie mit der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus 1492 rasch zurückgedrängt, ihrer Kultur beraubt und zu einem großen Teil vernichtet wurden. Heute, etwa 30.000 Jahre nach ihrem Auftauchen auf dem amerikanischen Kontinent, sind sie immer noch bedroht. In den tropischen Regenwäldern existierte - und existiert heute noch in Teilen - ein äußerst komplexes Mosaik verschiedener Indianerstämme mit den unterschiedlichsten Kulturen. Fast alle sind Jäger, Fischer und Sammler, wobei die meisten zusätzlich Landwirtschaft im Wanderfeldbau betreiben. Ein Großteil der Stämme ist mehr oder weniger seßhaft oder wandert in einem begrenzten Gebiet umher.

     Andere Gruppen leben halbnomadisch oder nomadisch. Durch ihre Wanderungsbewegungen haben sich die verschiedenen Kulturen vermischt und in der Durchdringung der Lebensweisen neue Kulturen geschaffen. Hunderte von verschiedenen Sprachen und unzählige Dialekte werden gesprochen. Verwandte Sprachen finden sich dabei, dank der Wanderungsbewegungen, weit über den südamerikanischen Kontinent verbreitet. Die Stämme des Amazonas-Regenwaldes - mit die letzten, die ihre eigene Kultur bewahren konnten - sind heute durch Holzeinschlag und wilde oder staatlich geplante Erschließung und Besiedlung bedroht. Eingeschleppte Krankheiten wie Grippe, Masern, Tuberkulose oder Malaria schwächen die Menschen und bedrohen sie ebenso wie Goldwäscher, die in ihr Territorium eindringen, die Flüsse mit Quecksilber verseuchen und Camps und Landebahnen im Urwald anlegen.

     Bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen Indianern und Goldgräbern sind häufig. Stauseen verschlingen ihr Land, Tagebaue der Bergbaufirmen vernichten die Landschaft und den Wald, von dem sie leben. Oft werden sie wirtschaftlich abhängig; die Lohnarbeit reißt die Familienverbände auseinander. Staatliche Autoritäten verbieten traditionelle Verhaltensweisen wie Kopfjagd, Stammeskriege oder Poligamie, die ein wichtiger Teil der indigenen Kultur sind. Und dennoch konnten einige Stämme ihre Kultur, ihre Mythen und ihre Lebensweise bewahren. Bolivien Geschichte und Politik: Bolivien ist ein Binnenland im Herzen Südamerikas.

     Obwohl es keine Küste hat, lässt es keinen landschaftlichen Reiz vermissen. Es gibt über 6000 m hohe Andengipfel mit zahllosen Gletscherseen - Heimat der Lamas, Alpakas und des Kondors. Dazwischen eingebettet liegt die karge Hochebene des Altiplano in fast 4000 m Höhe. Im Norden findet man den riesigen tiefblauen Titicacasee. Der Süden ist geprägt durch große Salzseen und farbenprächtige vulkanische Lagunen. Im Osten nehmen die Andengipfel an Höhe ab und gehen in die Valles oder Täler in 1500-2000 m über.

     Ihr mildes Klima macht sie zu bedeutenden Landwirtschaftszentren mit teilweise grünen Farbtönen - Kontrast zu den Farben der Berge und Bäche. Die Waldzone, auch Llanos genannt, bedeckt den größten Teil Boliviens. Sie umfasst subtropische, bergige Gebiete, die sogenannten Yungas. Es gibt auch endlose Savannen, weite tropische Regenwälder und heiße, wüstenartige Gebiete wie z.B. das des Chaco.

     Mit der Eroberung durch die Spanier wurden vor allem die Andenvölker auf brutale Art und Weise in allen Lebensbereichen ihrer Kultur beraubt. Andere Formen der sozialen und politischen Organisation, eine andere Sprache und Religion wurden eingeführt. Tribute, Zwangsarbeit in den Minen und auf den Haziendas sowie die Landenteignung waren die Ursachen für einen Verarmungsprozess und die Ausrottung der Ureinwohner. Sie wurden dazu erniedrigt, als Arbeitskräfte einer neuen, hauptsächlich auf Export ausgerichteten Wirtschaft zu dienen. Es entstand eine neue Gesellschaftsform, an deren Spitze die Spanier und deren Nachfahren, die Kreolen, standen, gefolgt von den Mestizen (Mischlingen aus Spaniern und Eingeborenen). An unterster Stelle standen und stehen die Angehörigen der ursprünglichen Kulturen, die Ureinwohner Südamerikas.

     Auch die Unabhängigkeit der Republik Bolivien 1825, bei der die Kreolen und ein Teil der Mestizen die Macht übernahmen, änderte nichts daran. Im Juli 1997 fanden zum vierten Mal Wahlen in Bolivien statt. Inzwischen hat sich das \"Land der zahlreichen Putsche\" zu einem stabilen Land mit einer gefestigten parlamentarischen Demokratie entwickelt. Mit der Regierung Sánchez de Lozado, die von 1993 bis August 1997 an der Macht war, konnten zahlreiche Reformvorhaben umgesetzt werden: Privatisierung wichtiger Staatsunternehmen, eine Erziehungsreform und Gesetze zur Dezentralisierung (Verteilung von Verwaltungsarbeiten auf mehrere Stellen) und für die Volksbeteiligung. Seit August 1997 ist nun Hugo Bánzer Suárez von der ADN-Partei (Acción Democrática Nacionalista) als Präsident und Regierungschef gewählt worden. Hugo Bánzer kommt aus militärischen Kreisen und hatte sich schon zwischen Oktober 1970 und Januar 1971 an die Macht geputscht, bis er nach Argentinien flüchten musste.

     Die ADN gilt als rechtsgerichtet und wurde 1979 von Hugo Bánzer selbst gegründet. Zu den Problemen der gegenwärtigen Regierung zählt die Bekämpfung des Kokaanbaus. Man entschädigt die Bauern für die Vernichtung ihrer Kokapflanzen. Die Anbaugebiete wurden militärisiert, wodurch politisch-sozialen Spannungen entstanden. Die Repression der Sicherheitskräfte und die Verletzung der Menschenrechte terrorisiert und vertreibt die Bevölkerung. Durch die Drogenproblematik sind die Beziehungen zu den USA und der EU belastet.

     So wurde im Juni 1999 das Kabinett umgebildet, um das Ansehen der Regierung zu verbessern, da sie von massiven Korruptionsvorwürfen heimgesucht wurden. In Bolivien gibt es eine Vielzahl an Parteien und Splitterparteien, die durch Abspaltungen und Bündnisse entstanden Wirtschaft und Soziales: 1998 gab es in Bolivien ein reales Wachstum von etwa 4,8%. Dennoch ist das Wirtschaftswachstum in den letzten Jahren zu gering gewesen, um eine Verbesserung der Beschäftigungslage und einen Abbau der Armut zu bewirken. Die bolivianische Wirtschaft ist immer noch zu 30% von der Land- und Forstwirtschaft und vom Bergbau abhängig. So ist das Wirtschaftswachstum von den Witterungsverhältnissen und vom Preisverfall bzw. von Exportrückgängen in diesen Bereichen sehr betroffen (Landwirtschaft: -5%, Bergbau: -20%).

     Das verarbeitende Gewerbe macht 17% des BIP aus und konnte leichte Zuwächse verzeichnen. Spektakulär war 1998 der Wachstum von 27% in der Kommunikationsbranche. Boliviens Inflationsrate von nur 2,36% lässt sich im internationalen Vergleich zeigen. Auch die Arbeitslosigkeitsquote von durchschnittlich 10% ist nicht so hoch, wie in anderen vergleichbaren Entwicklungsländern. Durch Entschuldungsmaßnahmen für hochverschuldete Länder wurde Bolivien eine Quote von ca. 20% seiner Auslandsschuld als Erlass zugesprochen.

     1998 beliefen sich Boliviens Auslandsschulden auf 4,392 Mrd. US$. Auch zahlreiche Entwicklungshilfegelder, besonders aus den USA, Japan und Deutschland helfen Bolivien. Boliviens Einwohnerzahl wird auf 8,13 Millionen beziffert. Das jährliche Bevölkerungswachstum liegt nach wie vor bei 2,2%. Bolivien gehört trotz seines Reichtums an Bodenschätzen und seiner geringen Einwohnerzahl zu den ärmsten Ländern Lateinamerikas.

     Das Ungleichgewicht in der Einkommensverteilung ist sehr stark. 1994 galten 70% der Bevölkerung nach offiziellen Angaben als arm. 1992 besuchten, laut offiziellen Angaben, 85% der schulpflichtigen Kinder zwischen dem 6. und dem 12. Lebensjahr die Schule. Allerdings gibt es ein starkes Gefälle zwischen Stadt und Land, zwischen indigener, Mestizen- und weißer Bevölkerung.

     Auch in Bezug auf die Ausstattung der Schulen bestehen enorme Unterschiede zwischen privaten, staatlichen, städtischen und ländlichen Schulen. Die Bezahlung der Lehrer ist schlecht, so dass es jährlich zu Protesten kommt. Seit Juli 1994 ist die interkulturelle und zweisprachige Erziehung in Bolivien eingeführt worden. Nach offiziellen Angaben lag die Analphabetenquote 1998 bei 13,76% und konnte somit innerhalb von sechs Jahren jährlich um knapp 1% reduziert werden. Im sozialen Bereich existiert auch heute noch das spanische Erbe rassischer Schranken und Vorurteile. Für einen großen Teil der Bevölkerung hat die Tatsache, eine der ursprünglichen Sprachen zu sprechen oder indianischer Abstammung zu sein, einen negativen, oft sogar beschämenden Beigeschmack.

     Viele versuchen daher verzweifelt, aus dieser Situation auszubrechen, indem sie ihre wahre Identität verleugnen. Dennoch gibt es ethnische Gruppen, die mit großer Vitalität versuchen, ihre Identität zu bewahren. Sie halten an traditionellen Techniken im Bereich der Landwirtschaft, Medizin, Kunst und Religion fest. Boliviens offizielle Sprachen sind Spanisch, sowei Aymará und Quechua. Spanisch wird von ca. 50% der Bevölkerung gesprochen.

     Die kleinen Tieflandvölker sprechen eigene Sprachen bzw. Dialekte. Im Tiefland leben Indianer (33 verschiedene Ethnien), von denen die Mehrzahl Chiquitanos, Guaranies, Mollejos und Movimas sind. Rund 86,5% der Bolivianer sind römisch-katholischen Glaubens. Bei der indianischen Bevölkerung hat sich eine eigenständige vermischte Religion entwickelt, die Elemente des Katholizismus und der indianischen Naturreligionen miteinander verbindet. Es gibt außerdem noch eine kleine Anzahl an Protestanten, Juden und eine Bahá\'i-Minderheit.

     Ureinwohner Brasiliens Fast alle 160 Millionen Einwohner Brasiliens stammen von den Indios ab - so lauten die Ergebnisse jüngster historischer Forschungen. Vor der Heirat wurden die Indianerinnen getauft und bekamen einen europäischen Namen, deswegen sind die Spuren der Vermischung so schwer zu verfolgen. Doch ohne das Zusammenleben mit den Indios hätten die Portugiesen in der Neuen Welt nicht überleben können. In der erzwungenen Verschmelzung von Indianerinnen und Eroberern sind die Ursache allen Übels: Die Nachkommen haben ihre Herkunft verleugnet und sich nie zum Volk ihrer Mütter bekannt. Dadurch hätten sie ihre Identität verloren und seien zu den schlimmsten Unterdrückern der Indios geworden. Brasiliens Indianer hatten ihren ersten Kontakt mit den künftigen Kolonisten im Jahre 1500, als Pedro Alvares Cabrals Schiff anlegte.

     Die Europäer waren beeindruckt von der Unschuld und der Grosszügigkeit der Indianer, und einer von ihnen schrieb: \"Ihr Körper ist über die Massen sauber, kräftig und schön\". Amerigo Vespucci schuf 1503 in einem Bericht über die Indianer die Vorstellung vom edlen Wilden. Man schätzt die Zahl der indianischen Ureinwohner zum Zeitpunkt der Entdeckung Brasiliens auf 2,5 bis 6 Millionen. Es gab vier Sprachgruppen, zwei davon die Arush und die Kariben, finden sich auch in Zentralamerika und im Karibischen Becken, was auf einen gemeinsamen Ursprung schliessen lässt. Die Anthropologen sind sich seit einiger Zeit darüber einig, dass die Vorfahren der Indianer beider Amerikas über die Beringstrasse aus Zentralasien einwanderten. Zu Beginn behandelte man die Indianer mit Respekt.

     Die an der Küste lebenden Stämme halfen den Portugiesen, ihre Karavellen mit Stämmen des überaus gewinnbringenden Brasilholzes zu beladen. Während der Bedarf der Indianer an den metallenen Schneidewerkzeugen, die sich im Austausch erhielten, bald befriedigt war, hatten die Kolonisten weiterhin größtes Interesse an Menschen für diese schwere Arbeit. Also suchten die Portugiesen nach einem Vorwand, um die Indianer zu versklaven. Sie sahen sie als heidnische Seelen, die zu bekehren waren, als billige, auszubeutende Arbeitskräfte oder aber als gefährliche Feinde, die der Bevölkerung in den jungen Kolonien immer noch an Zahl überlegen waren. Vor allem akzeptierten die Portugiesen die Indianer niemals als ein Volk das ein Anrecht auf das Land hatte. Sklaverei, Krankheit und Alkohol liessen die Indianer physisch und psychisch so weit verfallen, dass die weisse Gesellschaft sie schliesslich als faul, unbrauchbar und unfähig zur Integration ansah.

     1845 wurden die Indianer von der neuen brasilianischen Regierung wieder in die Mission zurückgeführt, um sich ihrer Arbeitskraft mittels des Schuldsklavensystems zu bedienen, das man bei der Gummigewinnung im Amazonas-Urwald anwandte. Diplomaten verlangten, auch im Interesse der Kolonisten, energische Schritte gegen die Indianer zu unternehmen, da deren Territorium an die deutschen und italienischen Einwanderer verteilt worden war und die Indianer eine Bedrohung darstellten. Zu Anfang des 20.Jh. brüsteten sich die Bugreiros, die von den Kolonisten angeheuerten Indianer-Jäger, sie hätten Kaináng-Indios getötet oder verschleppt, die versucht hatten, eine nach Westen vordringende Eisenbahnlinie zu stoppen. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Zahl der Indianer auf weniger als eine Million dezimiert worden.

     Die Stellung der Ureinwohner Brasiliens in der christlichen Gesellschaft gestern und heute ist nicht gut. Die Kultur der Indianer sei eine der niedrigsten und verdiene wenig Respekt, und die Ureinwohner sollten sich endlich in die brasilianische Mehrheitsgesellschaft integrieren. Nach 500 Jahren kolonialer oder nationaler Beherrschung haben aber nur wenige Stammesgruppen durch Anpassung oder Rückzug der kulturellen Zerstörung entgehen können. Heute kämpfen die indianischen Völker darum, ihre kulturelle und ethnische ldentität bewahren zu können. Die lndianer, die das kulturelle Erbe bewahrten, haben mit ihren Naturkenntnissen und botanischen Entdeckungen einen wertvollen Beitrag zum kulturellen Reichtum der Menschheit geleistet und können ihn weiter leisten, wenn es gelingt, ihre Bedeutung zu erkennen und sie zu bewahren. Ende der sechziger Jahre wurde dann aber die Erschließung des undurchdringlichen Urwalds von der brasilianischen Regierung systematisch in Angriff genommen.

     Wird die Lage der Indianer zu aussichtslos, wählen sie lieber den Freitod. Immer mehr Indios sehen den einzigen Ausweg aus dem Elend, unter den Kaiwá-Indios sind es zur Zeit über 50 Fälle jährlich, die Mehrheit der Opfer ist unter 20 Jahre alt. Andere verlassen ihr Dorf, um sich in sklavenähnliche Arbeitsverhältnisse zu ergeben oder in die Ghettos der grossen Städte zu ziehen. Bereits 1910 gründete man den Indianerschutzdienst \"SPI\", der 1967 von der \"FUNAI - Fundação Nacional do Indio\" abgelöst wurde. Ungefähr 13.000 Indianer leben heute in 24 zugewiesene Lebensräume (Reservate), wo sie, weitgehend von der Zivilisation unberührt, nach althergebrachter Weise für sich selbst sorgen und ihre Kultur pflegen können.

     Bekannt ist vor allem der 1961 gegründete 35.000 Quadratkilometer grosse Xingu-Nationalpark am Oberlauf des Xingu-Flusses, wo neun verschiedene Stämme, unter ihnen die letzten Ureinwohner die Xingu mit insgesamt rund 1.000 Indianern leben. Leider bleiben die Indianer aber selbst in diesen letzten Rückzugsgebieten nicht ungestört. Wiederholt wurde in den letzten Jahren von Massakern unter den brasilianischen Ureinwohnern berichtet, teils durch umherziehende Goldsucher. Die Indianer können den Grund und Boden, auf dem sie oft seit Jahrhunderten siedeln, nicht veräussern, da Indianer-Territorien Bundeseigentum sind.

     Die Verfassung garantiert den Ureinwohnern lediglich die Nutzung der Reichtümer des Bodens, der Flüsse und Seen, die industrielle Ausbeutung der Bodenschätze ist jedoch ausdrücklich ausgenommen. Das Wort \"Indio\" hat in einigen Ländern Südamerikas einen ähnlichen Beigeschmack erhalten wie die Bezeichnung \"Nigger\" für Schwarze. Zum Beispiel in Guatemala ist die Bezeichnung \"Indio\" ein Schimpfwort. Jahrhundertelang drückten die europäischen Eroberer damit ihre Geringschätzung gegenüber den lndianern aus. Respektvoller ist das Wort \"Indigena - Einheimischer\". Grundsätzlich muss unterschieden werden zwischen Hochlandindianern - den Nachkommen der alten Hochkulturen des Andengebietes - und Tieflandindianern, die sich in eine Vielzahl von voneinander unabhängigen Volksgruppen gliedern und vornehmlich im Amazonasbecken leben.

     ARMUT: Brasilien ist keineswegs gefährlich, wenn man einige simple Sicherheitsregeln beachtet. Wenn jemand um ein paar Pommes Frites bittet oder auf der Terrasse eines Restaurants fragt, ob er die restlichen Hühnerknochen auf dem Teller abnagen darf, tut er dies nicht aus Jux, sondern weil er Hunger hat. Tätlichkeiten oder Belästigungen werden stets von Not und Armut diktiert. Unsere Medien neigen leider dazu, die Einschaltquoten fest im Blick, die Gewaltkriminalität in Berichten über Brasilien kräftig zu überzeichnen. Tatsächlich häufen sich die Fälle grausamer Bluttaten, aber diese treffen zumeist die Schwächsten der Gesellschaft: Straßenkinder, Indianer, Slumbewohner usw. Dahinter steckt nicht selten die Militärpolizei, deren Vergeltungsschlägen oder reinen Willkür bisher kein Ermittler beikommen konnte.

     Auch hier gilt es zu bedenken, dass strukturelle Gewalt stets von den Mächtigen ausgeht, und dazu zählen in einem Land wie Brasilien auch ausländische Besucher. Man denke nur an die Touristenorten verbreitete Kinderprostitution. Brasilien gilt als typisches Schwellenland mit einem hohen Grad an Industrialisierung und einem breiten Angebot an Gütern. Doch maximal ein Drittel der Gesamtbevölkerung nimmt am Wirtschaftskreislauf teil, die Mehrheit ist in der Schattenwirtschaft tätig oder lebt am Rande des Existenzminimums in bitterer Armut. Man findet sie auf keine Landkarte eingezeichnet, doch gibt es zwei Brasilien, die auf dem gleichen Territorium, Seite an Seite existieren: das eine ein Land von riesigem Potential, unbegrenzten Möglichkeiten und unvorstellbaren Reichtums; das andere hingegen ein Land des Mangels, des menschlichen Elends und der Verzweiflung. Die Armut zog in Brasilien mit den Kolonisatoren ein.

     Der Grundstein hierfür wurde mit dem System der \"Casa Grande\", also mit dem Herrenhaus auf dem Lande gelegt. Die Fazenda war auf Sklavenarbeit aufgebaut und funktionierte stets vaterrechtlich. Oben und unten, arm und reich waren festgelegt. Die Nachwirkungen dieses Systems bestimmen noch die brasilianische Sozialstruktur. Auch heute noch ist die Gesellschaft streng gegliedert. Nach einem Jahrzehnt der Wirtschaftskrisen klafft die Einkommensschere fast weiter denn je auseinander.

     Die Einkommenssituation zwingt die meisten Brasilianer, nach einem Zusatzverdienst zu suchen. Bei den Armen ist es üblich, dass die Kinder mit zehn Jahren zu arbeiten beginnen. Beispiele für große regionale Abweichung findet man in jeder Stadt und in jedem Staat, doch sind auch enorme regionale Abweichungen festzustellen. Als Brasilien Kolonie war, galt der Nordosten lange Zeit als das Zentrum der Zuckerplantagen und als die beherrschend brasilianische Wirtschaftsregion. Doch als der Zucker an Bedeutung verlor, ging es mit dieser Region bergab. Den Todesstoß versetzte ihr die stürmische industrielle Revolution, die die wirtschaftliche Macht auf die Städte im Südosten und Süden verlagerte, wo sich die Fabriken konzentrierten.

     Fehlende Industrie, Dürreperioden und ein überkommenes landwirtschaftliches Pachtsystem ließen den Nordosten zum Symbol des anderen Brasilien werden. Zwischen 1970 und 1980 wuchs die Bevölkerung im Stadtgebiet von São Paulo um drei Millionen Menschen, von denen die meisten aus dem verarmten Nordosten kamen. Im Laufe dieser Entwicklung gelangten arme, ungelernte Bauern in die Industriezentren des Südens und Südostens und lieferten beständig billige Arbeitskräfte, aber auch ein riesiges und wachsendes soziales Problem. Abgesehen davon, dass die Städte, was Wohnraum, Dienstleistungen und Versorgungseinrichtungen betrifft, bis an den Rand ihrer Möglichkeiten strapaziert werden, lässt diese Masse von armen Einwanderern die Slums in den Städten anwachsen und damit die Kriminalität. Heute leben ca. über fünf Millionen Einwohner von São Paulo, das ist die Hälfte der Stadtbevölkerung, in Wohnungen, die weit unter dem Mindeststandard liegen.

     Die Mehrzahl der Strassenhändler sind Arbeitslose die sich nicht verändern können oder wollen: Sie haben keine festen Arbeitszeiten sind nicht an Verträge und Arbeitgeber gebunden, zahlen keine Steuern und verdienen oft mehr als in einer regulären Stellung. Ist die Wirtschaft im Aufschwung, so verringert sich ihre Zahl, steuert sie wider in eine Krise, so steigt sie umgehend. Die stete Präsenz von Bettlern ist zumindest in den Städten im Nordosten Brasiliens sehr auffallend. Dort gibt es kein soziales Netz, das die Alten, Blinden, Behinderten, psychisch Kranken und Arbeitslosen auffangen und von der Strasse holen könnte. Bei den zahllosen bettelnden Kinder ist es sicherlich besser, ihnen kein Geld zu geben, um so vor skrupellosen Erwachsenen zu schützen, die meinen, auf diese Weise ohne Gegenleistung an Geld herankommen zu können. Ein Kind, das wirklich Hunger hat, wird für ein Stück Obst oder eine gesunde Mahlzeit dankbar sein.

     (bis hier hin hab ichs durchgeguckt und unten Favela hab ich auch schon gekürzt) Chile Geschichte und Politik: Chile ist seit 1818 politisch unabhängig. Dem Land gelang der Aufbau einer politischen Demokratie, nicht jedoch die Entwicklung einer entsprechenden Wirtschaftsstruktur. Seine stagnierende Landwirtschaft bei rapidem Bevölkerungswachstum, Exportabhängigkeit und Abhängigkeit von US-Kapital, das den Abbau und Export von Kupfer kontrolliert, belasten die wirtschaftliche Entwicklung. Die einseitig vorangetriebene Industrialisierung führte zu wachsenden sozialen Problemen, die bis heute nicht gelöst wurden. Die Verbesserung der Lebensverhältnisse der besitzlosen Bevölkerung und Agrarreformen wären notwendig. Diese Fragen standen im Mittelpunkt der in den 60er Jahren beginnenden Auseinandersetzungen.

     Doch weder die liberale Regierung Frei (ab 1964), noch der international beachtete Versuch Allendes, eine sozialistische Demokratie gerade für das verarmte und unterdrückte Volk aufzubauen (ab 1970), wurde den Bedürfnissen der Bevölkerung nach demokratischen Reformen umfassend gerecht. Freis Politik der Agrarreform und Industrieförderung basierte wesentlich auf Kapitalhilfe aus dem Ausland, vor allem den USA. Die dadurch wachsenden Auslandsschulden brachten neue Probleme (hohe Inflationsraten ohne entsprechende Lohnanpassungen, steigende Arbeitslosigkeit). Das führte zu wachsenden Protesten seitens Gewerkschaften, linker Parteien und der werktätigen Bevölkerung. Im Wahlsieg der Unidad Popular kam das Interesse der Massen an sozialen Veränderungen klar zum Ausdruck. Die sozialistische Politik Allendes geriet bald in das Spannungsfeld zwischen Mittelschicht und Arbeiterschaft.

     Während die Unternehmen versuchten, den Aufbau eines staatlichen Wirtschaftssektors zu lähmen, gingen die Forderungen der Arbeiterschaft noch weit über das Regierungsprogramm hinaus. 1973 konnten die Militärs von Widersprüchen zwischen Regierung und Bevölkerung profitieren. Wirtschaftsprobleme wurden zur Stimmungsmache gegen die sozialistische Regierung ausgenutzt. Die Aussicht Allendes, die bevorstehenden Wahlen zu gewinnen, sank. Gleichzeitig wuchs die Angst der Bevölkerung vor einer revolutionären Machtergreifung. Mit brutalen Mitteln gelang dem Militär und Pinochet der Aufbau einer Diktatur.

     Das Pinochet-Regime praktizierte eine neoliberale Wirtschaftspolitik (Reprivatisierungen, Öffnung für Auslandskapital, Einfrieren der Löhne etc.), die vor allem den Unternehmern und Spekulanten zu Gute kam. Armut, Krisen und wachsender Widerstand schürten erneut die Auseinandersetzung um Wirtschaft und Demokratie: Demokratische Kräfte erzwangen 1988 eine Volksabstimmung über die Verlängerung der Amtszeit Pinochets - damit war sein Abgang besiegelt. Das ermöglichte auch eine Wiederaufnahme des Dialogs zwischen Militär und Opposition, um eine Demokratisierung der Verfassung vor zu nehmen. Aylwin war von 1990 bis 1994 an der Regierung und trat mit seiner Koalition \"Bündnis für die Demokratie\" an, das neben der Marktwirtschaft auch mehr soziale Gerechtigkeit durchsetzen wollte. Nach der Entdeckung von Massengräbern berief Alwyn eine Untersuchungskommission, die die Verstöße des Militärregimes gegen die Menschenrechte untersuchen sollte.

     Im März 1994 wurde Eduardo Frei Ruíz-Tagle von der PDC (Partido Demócratia Cristiano) zum Präsident gewählt. Er ist der Sohn von Eduardo Frei Montalva, der von 1964 bis 1970 regierte. 1982 gründete er die \"Fundación Frei\". Er war auch bei der Anti-Regierungs-Kampagne im August 1988 gegen Pinochet beteiligt. Frei ist sowohl Präsident, als auch Oberbefehlshaber des Heeres. Er möchte die extreme Armut der unteren Bevölkerungsschicht beseitigen und möchte somit die Tradition der christlichen Sozialpolitik seines Vaters fortsetzen.

     Wirtschaft und Soziales Chiles Maßnahmen zur Inflationsbekämpfung haben Wirkung gezeigt. Die Inflationsrate sank von 18% auf unter 6% Ende der 90er Jahre . Die Arbeitslosigkeit ging offiziell auf 6,6% zurück. Allerdings sind die Lohnsteigerungen zu schnell im Vergleich zum Produktionszuwachs angestiegen, so dass dies wiederum Auswirkungen auf die Arbeitsplatzsituation haben könnte. Seit Rückkehr zur Demokratie werden Anstrengungen unternommen, den Tourismus als Devisenbringer wieder anzukurbeln. Die Außenverschuldung belief sich 1996 auf 23,049 Millionen US$.

     Chile hat 1991 als erstes lateinamerikanisches Land durch seinen Abbau der Schuldenlast wieder Zugang zum internationalen Kapitalmarkt finden können. Chile hatte nach UN-Schätzungen 1998 eine Einwohnerzahl von 14,824 Millionen Menschen. Das jährliche Bevölkerungswachstum liegt bei 1,6%. 50 bis 60% der Bevölkerung sind Mestizen, 30 bis 50% Weisse (vorwiegend altspanischer Abstammung und über 100000 Deutschstämmige) und 1,5% Auraukaner-Indianer in Chile. Chiles Staatssprache ist Spanisch; bei den Indianern hat Araukanisch noch eine regionale Bedeutung. 80% der Bevölkerung bekennt sich zum römisch-katholischen Glauben, 6% zum Protestantismus und 300.

    000 zum jüdischen Glauben. Chile hat eines der umfassensten Sozialversicherungssysteme Lateinamerikas. Die ersten Sozialgesetze wurden schon 1925 erlassen. Es gibt ein Arbeitsschutzgesetz, die Pflichtversicherung, Arbeitslosenunterstützung, Kranken- und Sterbekasse, sowie Renten und Pensionen. Im Mai 1981 wurden diese Zweige alle privatisiert, unter gewisser Kontrolle der Regierung. Zwar gewährleistet der staatliche Gesundheitsdienst eine kostenlose Krankenversorgung, die jedoch nur den Versicherten zu Gute kommt (=2/3 der Bevölkerung).

     Die arme Bevölkerung wird noch unzureichend versorgt. Dasselbe gilt für die Trinkwasserversorgung und schlechte Kanalisation, was in den ländlichen Gebieten häufig der Fall ist. Dadurch treten vermehrt Infektionskrankheiten u.ä. auf. Für Kinder zwischen 7 und 15 Jahren besteht Schulpflicht.

     Der Unterricht wird kostenlos angeboten. Allerdings konnten aufgrund des Schul- und Lehrermangels in den letzten Jahren bis zu ein Drittel der Kinder nicht unterrichtet werden. Die Analphabetenquote lag 1992 bei 5,7%. Kolumbien Geschichte und Politik: Im Nordwesten Südamerikas gelegen, ist Kolumbien mit rund 1,1 Mio. km² das viertgrößte Land des Kontinents und ist somit mehr als dreimal so groß wie die Bundesrepublik, jedoch leben dort mit ca. 37,683 Millionen Einwohnern weniger als die Hälfte Menschen als in Deutschland.

     Es ist das einzige südamerikanische Land, das sowohl an den Pazifik als auch an den Atlantik (Karibisches Meer) stößt. Aufgrund der Äquatornähe verzeichnet Kolumbien keine ausgeprägten Jahreszeiten, sein tropisches Klima wandelt sich mit den Höhenlagen und reicht von 24-30°C Durchschnittstemperatur der tiefgelegenen, heißen Zonen bis zum ewigen Schnee ab 4500 m Höhe. Wichtiger Faktor für das dortige Klima und die Fischerei ist die pazifische Meeresströmung \"El Niño\", deren Intensität und Periodizität durch eine globale Klimaänderung gefährdet sein könnte und möglicherweise weitreichende Folgen haben kann. Kolumbien wird im westlichen bis mittleren Teil des Landes von drei, in von Nord nach Süden verlaufenden Bergketten (Cordillera Occidental, Cordillera Central, Cordiera Oriental) mit einigen fast 5000m hohen, noch tätigen Vulkanen durchzogen. Diese charakteristischen Ausläufer der Anden gliedern das Land geografisch in die Pazifikregion (eine der regenreichsten Gebiete der Welt), die Andenregionen und die östlichen Tiefländer, die sich in ebenen Savannen (Llanos orientales) im Nordosten und in die Regenwälder der Amazonasregion (Selva amazónica) im Südosten erstrecken. Ein Großteil des Nordens wird als karibische Region bezeichnet.

     Kolumbien kann die älteste demokratische Tradition des Kontinents verzeichnen und präsentiert sich auch heute als Vorzeigedemodratie mit regelmäßigen Wahlen, liberaler Verfassung, Pressefreiheit etc. Doch hinter dieser demokratischen Fassade herrscht ein Klima extremer politischer Gewalt, deren Opfer Oppositionelle, MenschenrechtsaktivistInnen, JournalistInnen, GewerkschafterInnen, RechtsanwältInnen, Kleinbauern/-bäuerinnen in Konfliktgebieten und Mitglieder sozialer Randgruppen wie etwa Homosexuelle und Straßenkinder sind. Weitgehend unbeachtet von der internationalen Öffentlichkeit und unter dem Deckmantel der Verfolgung und Ausmerzung von Drogenmafia und Guerilla, denen vor allem die Schuld an der allgemeinen Misere des Landes zugeschoben wird, führen Militär und paramititärische Einheiten (Todesschwadronen) in Kolumbien den grausamen, schmutzigen Krieg gegen die eigene Bevölkerung: politisch motivierte Morde, bewaffnete Auseinandersetzungen, gewaltsame Vertreibungen, Verschwindenlassen und Folter sind erschreckende und alarmierende Alltäglichkeit in Kolumbien. Seit Mitte 1991 wurde eine neue Verfassung in Kraft gesetzt, nachdem die alte aus dem Jahre 1886 stammt, schon häufig geändert worden war. Ziel war vor allem, die Machtkartelle der Traditionsparteien (Konservative und Linke) zu beseitigen. Auch traf man Maßnahmen , die die die Korruption und Vetternwirtschaft eindämmen sollten.

     So dürfen Regierungs- und Parlamentsmitglieder keine weiteren öffentlichen Ämter bekleiden und auch nicht ihren Angehörigen dazu verhelfen. Auf juristischer Ebene wurden Maßnahmen ergriffen, politisch unabhängiger und effizienter zu arbeien. Das Gerichtswesen glich man weitgehend dem amerikanischen Recht an. Seit August 1998 ist Dr. Andrés Pastrana Astrango von der Nueva Fuerza Democrática, die er selbst 1991 gegründet hatte, als Präsident und Regierungschef Kolumbiens an der Regierung. Er wurde für vier Jahre gewählt und konnte erst in der Stichwahl das Amt für sich bestreiten.

     Die Wahlen waren überschattet von Terroranschlägen, bei denen mindestens 19 Menschen starben. Pastrana setzte sich als Hauptziel den Ausbau des kolumbianischen Sozialstaates und einen Friedensschluss mit der linken Guerilla, den Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia (FARC) und dem Ejército de Liberación Nacional (ELN). Ihm gelang als erster kolumbianischer Präsident, sich mit Führern der FARC im Juli 1998 zu treffen. Dennoch geht der Terror in Kolumbien weiter. 1999 wurde von einer Ombudstelle als \"das blutigste Jahr in Kolumbien\" deklariert mit 289 Massakern mit 1357 Ermordeten. Es bleibt zu hoffen, dass der neuen Regierung ein Durchbruch bei den Friedensverhandlungen und bei der Verbrechensbekämpfung gelingen wird.

     Wirtschaft und Soziales: Einhergehend mit der problematischen politischen und sozialen Lage, befindet sich die Volkswirtschaft Kolumbiens in einem unsicheren Status. Kolumbien war vom Wachstum verwöhnt worden, erlebte jedoch die schwerste Wirtschafskrise des Jahrhunderts. Das reale Wirtschaftswachstum ist seit 1997 rückläufig. Für 1999 wurde im günstigsten Fall mit einem Wachstum von maximal 1% gerechnet. Dagegen wird die Wirtschaftsstruktur Boliviens als relativ stabil bezeichnet. das BIP teilt sich in ca.

     20% auf die Landwirtschaft (v.a. Kaffee, Reis, Mais Sorghum und Kartoffeln), 27% auf die industrielle Produktion (mit Bergbau und Bauwesen) und 54% auf staatliche und private Dienstleistungen auf. Der große Sozialplan (Gran Salto Social) sollte dem hohen Sozialgefälle Abhilfe schaffen. Jedoch gab es bei seiner Umsetzung erhebliche Probleme.Kolumbiens Wirtschaft befindet sich aufgrund des labilen Bankwesens, der Unsicherheit im Lande durch Guerillagruppen und Rauschgiftkartelle und die damit verbundene Geldwäsche in einer unsicheren Situation.

     Nach offiziellen Angaben lag die Arbeitslosenquote 1997 bei ca. 12,6%. Kolumbien ist von Umweltproblemen nicht verschont, besonders in den großen Städten, wie Bogotá und Medellín ist die Luftverschmutzung immens. Die Bevölkerung setzt sich zusammen aus 58% Mestizen, 14% Mulatten, 20% Weißen und Kreolen, 4% Schwarze, 3% Zambos (Nachkommen von Schwarzen und Indianern) und etwa 20.000 Ureinwohnern. Fast die gesamte Bevölkerung (96%) bekennt sich zum katholischen Glauben.

     Für Kinder zwischen 7 und 12 Jahren besteht Schulpflicht, die jedoch mangels Schulen und Lehrkräften nicht überall konsequent durchgeführt wird (schätzungsweise 83% - 1991). Die Analphabetenquote konnte auf 8,7% gesenkt werden. Zwar konnte Kolumbien in den letzten Jahren Verbesserungen in der Gesundheitsversorgung durch die Aufnahme von Weltbankdarlehen erzielen, dennoch gibt es nach wie vor Lücken im System. Auch hier ist wieder ein Gefälle zwischen dem Land und der Stadt zu verzeichen. Unzureichende Ernährungs- und Wohnbedingungen sind die Hauptursachen für die Erkrankungen an Tuberkulose, Malaria, Ruhr und Typhus. Ecuador Geschichte und Politik: Ecuador, das mit einer Landfläche von 270.

    695 km² zu den kleineren Staaten Lateinamerikas gehört, bietet gleich zwei Besonderheiten: zum Einen die berühmten Galápagosinseln, zum Anderen den mit 5.897 Metern höchsten Vulkan der Welt. Rund die Hälfte des Staatsgebietes nimmt das östliche Tiefland (Oriente) ein, die Amazonasebene mit ihre tropischen Regenwäldern. 12,4 Mio. ha. Auch Naturwald gibt es in Ecuador.

     Schlechte Zugänglichkeit und fehlende Transportmöglichkeiten haben die Wälder bislang vor großflächigem Holzeinschlag bewahrt. Die landwirtschaftlich verfügbare Fläche wird nur zu 44% genutzt. Dennoch hat auch Ecuador mit Umweltproblemen zu kämpfen: Bergbau und Erdölförderung haben weite Landstriche verwüstet. Durch monokulturellen Anbau schreitet die Bodenerosion voran. Bis Anfang des 16. Jahrhunderts gehörte das heutige Ecuador zum Inka-Reich.

     1531 eroberte General Belalcazar das Land für die spanische Krone. 1822 gelang die Befreiung von der spanischen Oberherrschaft, doch erst zwei Jahre später, mit der Trennung von Groß-Kolumbien, entstand die selbstständige Republik Ecuador. Politisch konnte der Andenstaat nie an Stabilität gewinnen. Immer wieder kam es zu Regierungsstürzen und Putschen, immer wieder lösten Militärs zivile Regierungen ab. Gleichzeitig schwelten außenpolitische Konflikte mit den Nachbarländern Peru und Kolumbien. Auch eine neue Verfassung im Jahre 1979 - die dritte seit Bestehen der Republik - brachte keine Ruhe in die politische Landschaft.

     Seit August 1998 ist nun Dr. Jamil Mahuad Witt von der christdemokratischen Democracia Popular (DP) als Staatspräsident für fünf Jahre gewählt worden. Er löste die Übergangsregierung von Alarcón Rivera ab. Seit 1983 war er in unterschiedlichen Positionen in der Provinzpolitik aktiv. Wirtschaft und Soziales: In den 70er Jahren konzentrierten sich die wirtschaftlichen Aktivitäten vor allem auf die Erdölproduktion, was zeitweise zur Vernachlässigung der Landwirtschaft und Kleinindustrie führte. Anfang der Achtziger wurde der Kurs korrigiert, gerade noch rechtzeitig vor der Ölkrise 1986.

     Seitdem haben die Bereiche Landwirtschaft und Fischerei erhebliche Wachstumsraten zu verzeichnen. Besonders die Fischerei, die in den Gewässern um die Galápagosinseln sehr gute Voraussetzungen vorfindet, hat sich zu einem sehr bedeutenden Wirtschaftszweig entwickelt. Begrenzt sind hingegen die Aussichten der verarbeitenden Industrie. Ihr größtes Manko ist die Abhängigkeit vom Import der verschiedenen Vorprodukte. Inzwischen hat die ecuadorianische Volkswirtschaft einen ausgeprägten Dienstleistungssektor, der fast 50% des Bruttosozialproduktes ausmacht. Daneben fallen auf die Land- und Forstwirtschaft, den Bergbau miteingeschlossen, 30%, und auf den industriellen Sektor 20% des Bruttosozialproduktes.

     Anfang der 90er Jahre wurde von Durán Ballen eine umfassendes marktwirtschaftliches Reformprogramm durchgeführt. Kernstücke der Reform waren die Privatisierung von einem Großteil der Staatsbetriebe, Abbau von Stellen im öffentlichen Dienst und eine Effizienzsteigerung der öffentlichen Verwaltung. Die Bevölkerung war auf solch eine umfassende Reform nicht vorbereitet und reagierte aus Furcht vor Arbeitslosigkeit und Verarmung mit Unruhen. 1994 bis 1996 konnte noch ein jährliches Wirtschaftswachstum von etwa 3% erreicht werden. Die Situation verschlechterte sich. Hinzu kommt das Klimaphänomen El Niño, von dem Ecuador besonders stark betroffen war.

     Der Wiederaufbau von Straßen und Brücken und die Rückgewinnung von verwüstetem Land kostete nach Regierungsangaben zwischen 1,5 und 1,8 Milliarden US$. Hinzu kam ein Ernteverlust von 1 Milliarde US$. So betrug das Wirtschaftswachstum in der ersten Hälfte des Jahres 1998 nur noch 0,6%. Anfang 1999 lag die Inflationsrate bei 40% und damit am höchsten in Lateinamerika. Zuvor schloss Ecuador das Haushaltsjahr 1998 mit einem Defizit von rund 1,2 Milliarden US$ ab. Daraufhin leitete die Regierung Mahuad zu Beginn des Jahres 1999 drastische Sparmaßnahmen ein (neue Steuern und Abgaben u.

    a.), die zu landesweiten Protesten führten. Ecuadors Außenverschuldung gehört zu der höchsten Pro-Kopf-Verschuldung Lateinamerikas. Sie betrug 1997 83,9% des Bruttoinlandsproduktes. Ecuador zählt eine Einwohnerzahl von ungefähr 12,175 Millionen. Das jährliche Bevölkerungswachstum von 2,1% ist sehr hoch.

     Die Bevölkerung setzt sich aus folgenden ethnischen Gruppen zusammen: zu 45% Mestizen, 35% Indios, 10% Weiße, 6% Mulatten und 4% Schwarze. Die größtenteils indigene Landbevölkerung lebt in absoluter Armut. Für die indianische Bevölkerung im Amazonasgebiet stellen vor allem die Aktivitäten der Erdölfirmen und Minengesellschaften eine Existenzbedrohung dar. Des weiteren wurden sie von den peruanisch-ecuadorianischen Grenzstreitigkeiten stark betroffen. Schon seit 1942 gibt es um ein Landstück in der Region Oriente Streitigkeiten. Es wurde im \"Protocolo de Río de Janeiro\" an Peru abgetreten.

     Die offizielle Landessprache ist Spanisch. Vor allem im Hochland werden aber auch Quechua, Chibcha, Shuar und andere indigene Sprachen gesprochen. Das Gesundheitswesen ist bislang nur in den Städten verbessert worden. Auf dem Land besteht nach wie vor Handlungsbedarf. So herrscht auch in Bezug auf die Versorgung mit sauberem Trinkwasser ein enormes Gefälle zwischen der Stadt- und der Landbevölkerung. 1995 hatten in den Städten 81% und auf dem Lande lediglich 10% der Bevölkerung Zugang zu sauberem Trinkwasser.

     Hieraus resultieren die auch durch schlechte Wohnverhältnisse verursachten Krankheiten. Die häufigsten Todesursachen der Bevölkerung sind Durchfallerkrankungen und Erkrankungen der Atemorgane. Für alle Kinder zwischen 7 und 14 Jahren besteht Schulpflicht. Der Unterricht an öffentlichen Schulen ist kostenlos. Mit Hilfe von internationaler Unterstützung konnte das stark vernachlässigte Schulwesen der Landregionen ausgebaut werden. Die Analphabetenquote konnte auf durchschnittlich 9,9% gesenkt werden.

     Favela und ihre Bewohner Ursprünglich war \"Favela\" die Bezeichnung eines Hügels in Rio de Janeiro, an dem arme, von der Gesellschaft ausgestoßene Menschen Hütten aufgebaut hatten, um wenigstens ein, wenn auch erbärmliches, Dach über dem Kopf zu haben. Doch in den ersten Jahrzehnten dieses Jahrhunderts, als die Städte durch die Industrialisierung ein immer attraktiver Anziehungspunkt für die mittellose Landbevölkerung wurden, wuchs eben auch das Heer jener, die keine gutbezahlte Arbeit oder feste Anstellung fanden und ein notdürftiges Quartier finden mussten. Eine Favela ist zunächst illegal besetztes Land, auf dem die Menschen notdürftige Hütten bauen. Es existieren keinerlei Besitzansprüche, und nicht selten kam es vor, dass die ganze Favela mit Baggern dem Erdboden gleichgemacht wurde und die Menschen ihr weniges Hab und Gut verloren haben. Von den hygienischen Verhältnissen und der Gefahr von Krankheiten kann man sich ein lebhaftes Bild machen. Nur ganz wenige Favelas haben den Wandel zum sauberen Unterklasseviertel geschafft, die meisten werden sich wohl nie ändern.

     In den Favelas wohnen die Putzfrauen und Fabrikarbeiterinnen, die Hausmeister und Taxifahrer - Menschen, die hart ums Überleben kämpfen müssen. Das Problem der Favelas bleibt unter den herrschenden gesellschaftlichen Bedingungen jedoch praktisch unlösbar, da sie schneller wachsen als sie zerstört werden. Überdies werden die Favelados in düstere Stadtteile mit Sozialwohnungen umgesiedelt und sich dann gezwungen, täglich mehrere Kilometer unter unzumutbaren Umständen zurückzulegen, um zur Arbeit zu gelangen. So erstaunt es nicht, dass sie alles daran setzen, um in ihre Favela zurückzukommen. Die Regierung verzichtete bereits auf Grundstücke, auf denen sich Elendsquartiere angesiedelt hatten.

 
 




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