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geschichte artikel (Interpretation und charakterisierung)

Erörterung des erneuten wiederaufbaus





Der Verfasser des berühmten Buches "Das alte Dresden\", Professor Fritz Löffler, bezeichnete die Dresdner Frauenkirche als "Weltangelegenheit\". Er meinte damit nicht nur die Bedeutung der steinernen Krone für das Stadtbild, sondern auch die Ruine als eindrucksvolles Zeichen christlicher Macht, als Mahnmal sinnloser Kriegszerstörung. Seit Fertigstellung der barocken Kirche beherrschte sie das Stadtbild von Dresden, so wie es die Gemälde von Bernado Bellotto und anderen zeigen. Die Frauenkirche galt als Ausdruck der evangelischen Bürgergemeinde im Gegensatz zu den unter August dem Starken katholisch gewordenen Herrscherhaus der Wettiner. Als in der Nacht vom 13.zum 14. Februar 1945 mehr als 700 Kriegsflugzeuge mit ihrer Bombenlast fast alle Kulturbauten zerstörten, sakte wenige Stunden nach dem Angriff auch die Kuppel der Frauenkirche mit ihrem Gewicht von mehr als 20000 Zentnern auf den ausgeglühten Kirchenmauern in Sekundenschnelle zusammen. Bereits 1945 erörterten die Denkmalpfleger die ersten Schritte zur Sicherung der Ruine als Mahnmal an die Schrecken des Krieges. Nach der Wende 1989/90 gab es viele Stimmen, die eine baulich gesicherte Ruine als einprägsames Friedensdenkmal erhalten wollten, sich gegen einen Wiederaufbau aussprachen. Eine entscheidende Rolle spielte dabei die Meinung der Evangelischen-Lutherischen Landeskirche, auf einen kirchlich finanzierten Bau verzichten zu müssen, und die Bedenken vieler Bürger im Hinblick auf die diskutierten Baukosten handelte es sich um Prognosen von erst 160 später 250 Millionen. Außerdem könne ein solcher Bau ohnehin nur eine Kopie sein. Die Erinnerung an Krieg und Tod müsse erhalten bleiben ist jedoch das Hauptargument vieler Bürger.

Bereits Ende 1989 bildete sich eine Bürgerinitiative zum Wiederaufbau des Gotteshauses, die eine breite Spendenbewegung anregte. Im November 1992 verbanden sich engagierte Befürworter des Aufbaus zu einem Kuratorium unter Leitung von Professor Ludwig Güttler, so daß am 12.Februar 1993 offiziel mit der sorgfältigen archäologischen Enttrümmerung begonnen werden konnte. Die geborgenen, geordneten und nummerierten Steine im Depot am Neumarkt künden vom guten Beginn. Etwa ein Drittel der erhaltenen Steine sollten, nach Schätzungen der Bauleute, für den Wiederaufbau genutzt werden. Am 23.Dezember 1993 trafen sich Dresdner und Gäste am Fuße der Kirche zu einem Gottesdienst. Die Enttrümmerung dauerte 17 Monate und die Ruine war von der Trümmerlast befreit (26.000 t Schutt), wobei auch kostbare Funde gemacht wurden: das zentnerschwere Türenkreuz und die gut erhaltenen Fresken des Altars. Im Mai 1994 fand man unter den letzten Trümmern das Grabmal von George Bähr, dem Ratszimmermeister und Architekten der Frauenkirche. Die Vollversammlung der Handwerkskammer hatte am 18. Mai 1994 eine "Stiftung des Dresdner Handwerks zum Wiederaufbau der Frauenkirche\" beschlossen, die von den ca. 17.000 Handwerksbetrieben des Bezirkes Dresdens getragen wird. Die Frauenkirchenstiftung beschloß im Juni 1993 eine neue Satzung , in der die Unterstützung vom Freistaat, der Stadt Dresden und der Landeskirche verankert ist. Am Freitag den 24.Mai 1994 wurde mit dem Setzen des ersten Steines und dem Einlassen einer Kapsel der Wiederaufbau der Frauenkirche begonnen. Für 1994 wurden etwa 17 Millionen DM benötigt. Ein Ausstellungspavillion neben der Ruine dokumentiert künstlerische Arbeiten. Für interessierte Besucher wurde ein 20 m hoher Aussichtsturm aufgestellt. Die wiederaufgebaute Frauenkirche soll ein "christliches Weltfriedenszentrum\" werden, das gleicherrmaßen als Haus für Gottesdienste, Konzerte und andere Veranstaltungen genutzt werden kann und immer wieder an die furchtbare Zerstörung und den Wiederaufbau Elbflorenz erinnert.

Zwei Jahrhunderte lang krönte die steinerne Kuppel das einmalige Stadtbild von Dres-den und ich bin froh, daß die Frauenkirche mit einem schön gestallteten Neumarkt bald wieder zu einem Mittelpunkt der Dresdner Stadtsilhouette wird. Selbstverständlich setzt das weitere Spendenbewegungen und sparsamen Einsatz der Baumittel voraus, damit keine anderen - vor allem sozialen Aufgaben - gestrichen werden müssen.

 
 



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