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deutsch artikel (Interpretation und charakterisierung)

Schule und universitÄten im mittelalter


1. Drama
2. Liebe



Klosterschulen und Entstehung: Als erstes entstanden kirchliche Schulen, nämlich in Klöstern oder die sogenannten Domschulen, die unter direkter Aufsicht eines Abtes oder Bischofs standen. Die Initiative kam von Karl dem Großen.
Normalerweise lernten nur die Lesen und Schreiben, die Priester oder Mönch werden wollten. Diese Schulen nahmen selten auswärtige Kleriker auf. Kinder aus einer vermögenden Oberschicht nahmen auch am Unterricht teil. Selten schafften es Leute aus der Unterschicht, höchstens sie legten Kloster und Priestergelübde ab und traten später zur Priesterweihe an. Die Ritter lernten lieber Fechten schwimmen und reiten, die Kinder von Handwerkern und Bauern erlernten den Beruf ihrer Eltern.


Klosterschüler mussten einiges lernen:
- Lateinische Grammatik

- Rhetorik (Kunst der Freien rede)
- Dialektik (das logische Denken)

- Musik (Singen von Psalmen)
- Algebra (rechnen)

- Geometrie (mathematisches Zeichnen)
- Astronomie (Sternenkunde)

Städteschulen:
Ab dem 13. Jh. gab es auch in Städten Schulen für den Elementarunterricht. Ein städtischer Schulmeister, der sich auf seine Kosten auch Gehilfen einstellen konnte, wurde vom Magistrat bezahlt. Dieser musste kein Kleriker sein, aber ein "Meister der sieben freien Künste". Auf Wunsch von vielen Bürgern wurde der Lese und Schreibunterricht in deutscher Sprache gehalten. Neben den Stadtschulen konnte man auch bei Schreib und Rechenmeistern gegen Geld unterrichtet werden.


Der Unterricht:
In den Klassen saßen die Schüler auf kleinen Hockern oder Bänken und der Lehrer auf einem erhöhten Podest. Als Schreibmaterialien dienten Holztafeln mit einer Wachsplatte, auf denen mit spitzen Griffeln aus Holz, Metall oder Knochen geschrieben wurde. Gegen Ende des Mittelalters schrieben die Schüler dann schon auf Schiefertafeln mit Kreide. Die Lehrer hatten immer eine Rute bei sich, um Schülern die Fehler machten, Prügel zu geben.

Die Entstehung der Universitäten:
Im 12. Jahrhundert entstanden, in einem etwa 50-jährigen Prozess, die ersten Universitäten. Die zwei wichtigsten davon waren die in Bologna und Paris.
Die erste Universität, die durch den Landesherrn Friedrich gegründet wurde, war die in Neapel im 13. Jh. Die Universität in Bologna führte, seit Ireneriur (1088) einen juristischen Unterricht.
Der Schüler Gratian wandte neue Methoden an und schuf damit das erste Gesetzbuch vom Kirchenrecht.




Weitere Universitäten:
Bis 1200 traten noch Oxford (hatte vier Fakultäten und im Jahre 1209 3000 Lehrer und Studenten), Montpellier und Salerno(älteste medizinische Hochschule Europas) hinzu.
Bis 1230 Reggio, Vicenca, Arezzo, Padua, Neapel, Vercelli, Toulouse, Orleans, Angers, Cambridge, Valencia und Salamanca.

Universitäten im deutschen Raum:
Mitte des 14. Jh. entstanden Scholaren an den deutschen Universitäten.
1348 gründete Kaiser Karl IV, unter geistlichem Einfluss von Papst Clemens VI, die erste deutschsprachige Uni in Prag. 1409 gingen dort 11 000 Studenten zur Schule
Weiter folgten in Wien (1365 - Stiftung des Habsburgers Herzog Rudolf IV), Heidelberg (1368 Gründung durch Kurfürsten Ruprecht I. von der Pfalz), Köln (1388), Erfurt (1392) und Krakau.
Sie folgten im Aufbau ihren Vorbildern aus Italien und amten Eingliederung, System von Nation und Korporation nach.

Die Neuheiten an den Unis:
Sie bildeten eine eigenständige Gesellschaft, der ein Personenverband war und für die Lehre sorgte. Paris und Bologna hatte hier bei der Zusammensetzung dieses Verbandes einen gewissen unterschied. Während die Bologneser einen Verband von Studenten hatten, hatten die Pariser hingegen eine Genossenschaft der Lehrenden und Lernenden, wobei die Uni von den Professoren unter der Leitung des Kanzlers von Notre Dame stand.
Die Universität hatte eine große, weitreichende Wirksamkeit. Die Studenten hatten mehr Freiheit und waren nicht mehr ans Kloster gebunden wie früher. Magister und Scholaren bekamen als Ortsfremde Rechtschutz, genauso wie die Universität eine Bestandheitsgarantie bekam.
Im Jahr 1250 entstanden vier Fakultäten, nämlich Theologie, Recht, Medizin, Philosophie und Künste.
Im 13. Jhd. Wurden die Vorlesungen in Privaträumen abgehalten und nicht wir früher auf Kreuzgängen.

Die Studienfächer:
Zuerst die 7 freien Künste, die in drei und dann in vier Fächer geteilt sind. Die ersten drei Fächer waren nämlich Grammatik (=Latein), Dialektik (=Logik) und Rhetorik (=Rede und Briefschreibkunst) wurden Trivium genannt. Mit den drei Fächern konnte man den Abschluss Baccalaureus (=Tutor) erwerben.
Die nächsten vier Fächer waren Arithmetik (Größen), Geometrie (unbegehlichen Größen), Astronomie (+Astrologie) und Musik. Mit diesen allen Fächern konnte man den Abschluss es Magisters machen und somit die Lehrberechtigung an der Artistenfakultät erlangen.
Etwa ein Drittel bis ein viertel der Studenten verließen die Uni als Baccararii, kaum 20% als Magister, der Rest ging ohne Studienabschluss.
Die übrigen Fakultäten waren Theologie, Jurisprudenz und Medizin. Alle konnten mit der Promotion zur Doktorwürde abgeschlossen werden.

Der Lehrbetrieb:
Ein Studienjahr dauerte von Oktober bis September. Die Lehrstunden dauerten etwa 180 Minuten.
Die Hauptvorlesung begann um 6 Uhr und endete um 9 Uhr. Die Vorlesegeschwindigkeit war so geregelt, dass man mitschreiben konnte. Danach gab es von 9-12 eine außerordentliche Vorlesung und Repetition zur Hauptvorlesung. Von 12-15 folgte eine Mittagspause (heute: Siesta) .
Von 15-18 Uhr gab es Seminare und Übungen. Bis 21 Uhr konnten noch Streitgespräche, als Übung und Anwendung des gelernten Stoffes, Wiederholungen unter Anleitung eines älteren Studenten und Behauptungen stattfinden.
Latein war die ausschließliche Sprache bis ins 17. Jh. Die Studenten hatten keine Lehr und Lernfreiheit. Es gab lange zeit keine Regelung für den Ort der Vorlesung. Da die universitates noch keine eigenen Gebäude hatten, fanden die Vorlesungen in kleinen Räumen, meist Wirtshäusern, Kirchen oder Klöstern statt. Die Scholaren saßen meistens auf dem Boden vor dem Magister.
Die Prüfungen wurden mündlich abgehalten. Die Kandidaten überreichten dem Magister neben dem Prüfungsgeld auch Geschenke.


Die Mitglieder:
Studenten hießen damals auch Scholaren. Das Studium begann mit 13-14 Jahren. Es durften nur die Magister die Vorlesungen halten, die schon über 21 waren und mindestens 6 Jahre lang Vorlesungen gehört haben. Die soziale Herkunft war gleichgültig, es gab keine Vorrechte. Die größere Zahl der Studenten war bürgerlicher oder bäuerlicher Herkunft, selten aus dem Adel. Studenten unterstanden nicht der kommunalen Gesetzgebung, hatten steuerliche Vorteile, zogen von einer Uni zur anderen konsumierten viel und produzierten wenig.
Die Magister waren wegen ihrer Armut, da ihnen die Studenten wenig zahlten, allgemein weniger geschätzt.


Das Wohnen:
Die Miete für Wohnungen war in den Städten nicht billig, trotz der Universitates die gegen den Mietwucher vorgingen und Kontrollen einführten. Es wurden dazu eigene Vermittler und Makler eingestellt. Es gab verschiedene Wohnarten.
Das Hospizium - eine pensionsähnliche Herberge, von Studenten gemeinschaftlich gemietet und verwaltet.
Die Burse - eine Art Internat mit Unterkunft und Verpflegung für 20-30 Studenten, Zahlung eines wöchentlichen Beitrags, strenge Hausregeln. Die Bewohner wählten einen Prior, der nach dem Mittagsessen mit den Scholaren disputieren musste. Latein war die vorgeschriebene Sprache.
Das Kollegium - klosterähnliches Internat, meistens eine Stiftung für Scholaren gleicher Landesmannschaft, verpflichtet zu einem halbklösterlichen Leben und zur Teilnahme an Seelenmessen, Waffentragen, Lärmen und mitbringen von Frauen war in Kollegien genauso wie in den Bursen untersagt, Karten und Würfelspiele waren auch verboten, 4 Wochen durften die Bewohner nur außer Haus sein, die Magister hatten Disziplinargewalt über ihre Scholaren.
Ein berühmtes Kollegium war die Sorbonne in Paris.

Innerhalb der Universität:
Bei den Studenten gab es die sogenannten "nationes", das waren Landesgemeinschaftliche Schutzgilden, die zu einer Korporation vereinigt waren.
z.B. Bologna hatte die Korporation der Diesseitigen mit drei Nationen der Italiener und dann hatte sie auch noch die Korporation der Jenseitigen mit 14 Nationen und deren auch Franzosen, Engländer und Deutsche waren.
Die Universität mietete in den Städten "hospicias" - Wohnungen für Magister und Scholaren für die Vorlesungen. Für größere Veranstaltungen wurden kirchliche Räume in Anspruch genommen. Der Markt wurde auch beaufsichtigt und die Höchstpreise festgelegt, damit die Studenten es sich leisten konnten.
Aus den "hospicios" wurden in Paris später die Bursen, Wohn, ess und Lebensgemeinschaften mit ca 10-15 Scholaren unter der Leitung eines Magisters und in völliger Abgeschiedenheit lebend.
Es gab einen größeren Lern- und Speiseraum, der beheizt war und rundherum Schlafsäle. Man bezahlte das aus einer gemeinsamen Kasse.


Die Finanzierung:
Die Universität finanzierte sich durch Einschreibgebühren, Lehr- und Prüfungsgelder, Stiftungen und Schenkungen (später wurden sie zu Grundbesitz)
Die Magister wurden von den Scholaren bezahlt, doch diese waren recht schlechte Zahler meistens. Manchmal wurde auch städtisches oder fürstliches Solar gezahlt.
Für mittellose Studenten gab es ein System von Stipendien für Wohnung und Verpflegung. In Bologna hatten Kaufleute oder Bankiers die Lizenz solche Kredite zu vergeben und in Paris waren es die angesehenen Bürger.

Diese Stätten dienten der Wissensvermittlung, Ausbildung der Urteilskraft, Forschung und Charakterbildung.

 
 




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