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deutsch artikel (Interpretation und charakterisierung)

Fausts gefühle gegenüber gretchen


1. Drama
2. Liebe



Durch die Verjüngung und den "Helenen Trank\" fühlt Faust den Wunsch nach erotischen Abenteuern stärker. Er ist nun um 30 Jahre verjüngt und bereit neue Abenteuer zu erleben., die ausnahmsweise einmal wenig mit Wissenschaft zu tun haben sollen. So stachelt Mephisto Faust an, Gretchen zu verführen ("Der Nachbarin Haus\"). Doch auch hier kann man wieder Fausts typische Zerrissenheit sehen. Erst scheint er Gretchen nur verführen zu wollen, dann bis über beide Ohren verliebt in Gretchen zu sein (Szene "Abend\"). Dann wird doch wieder deutlich, dass er sie durch den Schmuck erkaufen und nicht gewinnen möchte (was ja nicht für wahre Liebe spricht).

Man weiß nicht, ob er sich auch unter normalen Umständen in Gretchen verliebt hätte, weil sie ja selber von sich sagt, dass sie "weder Fräulein, weder schön\" (V. 2607) sei. In der Szene "Straße\" kann man also nicht von Liebe reden, zumal sich die beiden noch gar nicht richtig kennen und Gretchen am Ende vor Faust flieht (V. 2608 "Kann ungeleitet nach Hause gehen\"). Sie macht sich sogar von Faust los du lässt seine Berührungen nicht zu. Erst als er sich mit Mephisto in ihr Zimmer schleicht, um den Schmuck für sie zu verstecken, brechen erste Liebeswallungen in Faust aus (V. 2689 "Ergreif mein Herz, du süße Liebespein!\"). Er beschreibt ihr Zimmer als ordentlich, rein und natürlich. Außerdem scheint es wie ein Heiligtum auf ihn zu wirken (V. 2716).

Doch gleich in der nächsten Szene ("Spaziergang\") wird klar, dass er Gretchen nur verführen will. Als Mephisto davon erzählt, dass Gretchens Mutter den Schmuck dem Pfarrer gegeben hat, verlangt er sofort ein neues "Geschmeide\" von Mephisto. Dies ist ein Punkt, der auf jeden Fall dafür spricht, dass Faust hier noch keine echte Liebe für Gretchen empfinden kann.

In den nächsten Szenen wird deutlich, dass Faust trotz seines Verführungswunsches immer wieder ins Grübeln kommt. So will er zum Beispiel auch nicht den Tod von Marthes Mann bezeugen, um ein Treffen mit Gretchen zu bekommen. Erst nach einiger Zeit kann Mephisto ihn mit seinen Redekünsten überzeugen. Am Ende ist ihm das Treffen mit Gretchen doch wichtiger, als seine Moralvorstellungen.

Während des Treffens im "Garten\" scheint Faust sich wirklich in Gretchen zu verlieben.

Er findet alles, was sie sagt, schön und hängt förmlich an ihren Lippen, als sie über ihre Kindheit in kleinbürgerlichen Verhältnissen erzählt. Faust schmeichelt Gretchen die ganze Zeit über. Dies könnte als Versuch gedeutet werden, ihr Herz zu gewinnen oder sie einfach nur zu bezirzen um sie dann zu verführen (V. 3124). Am Ende der Szene wird klar,

dass Gretchen starke Gefühl für Faust hat. Dieser versucht sie in ihren Gefühlen noch zu bestärken, indem er ihr sagt, dass sie nicht "schaudern\" solle (V.3187 Gretchen: "Mich überläuftìs!\" Faust: "O schaudre nicht! Lass diesen Blick, / Lass diesen Händedruck dir sagen, / Was unaussprechlich ist: / Sich hinzugeben ganz und eine Wonne / Zu fühlen,

die ewig sein muss!\").

Im "Gartenhäusschen\" kommt es nur zur einzigen beschriebenen Liebesszene im Stück zwischen Faust du Gretchen! Hier gestehen sich beide ihre Liebe, doch werden bald von Mephisto unterbrochen. In der Szene "Wald und Höhle\" wird klar, dass Faust sich bereits richtig in Gretchen verliebt. Er bekundet seine Liebe sogar Mephisto gegenüber, der versucht ihn wieder vom Verführungsgedanken zu überzeugen (V. 3326-3329; 3345 ff. "Was ist die Himmelsfreud in ihren Armen? Lass mich an ihrer Brust erwarmen!\").

Faust wird in dieser Szene klar, dass, wenn er mit Gretchen zusammen sein möchte,

er ihre Welt zerstören müsste. Das möchte er anfangs nicht und entschließt deshalb,

sich von ihr fern zu halten. Doch nun taucht Mephisto auf, der ihn dazu bringen will,

wieder zu Gretchen zurück zu kehren. Mephisto kann hier wieder einmal triumphieren.

Er nutzt Fausts Liebestaumel aus und bringt ihn so dazu wieder zu Gretchen zurück zu

kehren (V.3343 "Ihr sollt in Eures Liebchens Kammer, / Nicht etwa in den Tod.\").

Als Faust von der Walpurgisnacht zurückgekehrt ist und erfährt, dass Gretchen im Kerker sitzt, weil sie ihren Sohn getötet hat, will er sie sofort retten. Hier kann man nun nicht genau sagen, ob dies für die Liebe oder Mitleid Fausts gegenüber Gretchen spricht, denn am Ende lässt er sie im Kerker zurück und begibt sich zusammen mit Mephisto auf die Reise zu neuen Abenteuern. Es könnte einerseits sein, dass ihm klar war (durch die Stimme "von oben\"

in V. 4612), dass Gretchen im Himmel aufgenommen wird und er somit nichts mehr für sie tun konnte. Andererseits könnte es auch sein, dass hier wieder einmal Mephisto in gewisser Hinsicht gesiegt hätte. Er zeigt Faust Gretchen, die schon wahnsinnig in ihrem Kerker sitzt und zeigt Faust somit, was er ihr angetan hat. Auch dass Gretchen ihn nicht erkennt und auch nicht mit ihm fliehen, sondern sich lieber dem Gericht überantworten will, könnte Faust dazu gebracht haben, das kleine Bisschen Liebe, das er für sie empfunden hatte, "über Bord zu werfen\" und mit Mephisto zu fliehen.

Der wichtigste Grund, der gegen die Liebe Fausts zu Gretchen spricht, ist der "Helenen Trank\" aus der Hexenküche. Er lässt Faust in jeder Frau Helena, die für ihn schönste

Frau der Welt, sehen. Somit ist es nur eine Folge des Trankes, dass er sich für Gretchen interessiert. Später kam richtiges Interesse an Gretchen hinzu, was aber schnell wieder abflaute, weil die geistigen Unterschiede zwischen den Beiden für Faust und Gretchen einfach zu groß waren. Nach der Nacht mit Gretchen schien Faust außerdem zum ersten

Mal bewusst zu werden, was er Gretchen eigentlich angetan hatte und noch antun könnte.

 
 




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