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deutsch artikel (Interpretation und charakterisierung)

Exiliteratur franz severin berger / christiane holler "Überleben im versteck"


1. Drama
2. Liebe



Inhaltsverzeichnis 1. Ziele, Anliegen und Begründung meiner Themenwahl


2. Einordnung in den Literaturabschnitt "Exilliteratur"


2.1. Die Literatur während des NS-Regimes



3. Literatur, die mich beeindruckte

Franz Severin Berger / Christiane Holler "Überleben im Versteck" Schicksale in der
NS-Zeit


3.1. Der Jüngling im Gras

Das erste Leben des Hans Rosenthal
3.1.1. Textanalyse
3.1.2. Textinterpretation



3.2. Der dumme Pferdebursche


Vom Überleben des Izodor Gold in der Slowakei
3.2.1. Textanalyse
3.2.2. Textinterpretation




3.3. Das weit gereiste Kind

Die Verstecke der Elfriede Gerstl
3.3.1. Textanalyse

3.3.2. Textinterpretation

4. Historischer Hintergrund zur NS-Zeit


4.1. Hintergrundinformationen zu Hans Rosenthal


4.2. Näheres zur Reichskristallnacht



4.3. Kurzer Abriss zur Geschichte des "Judensterns"


4.4. Die Polizei im NS-Staat



5. Rezension zum Buch


6. Quellenangaben



1. Ziele, Anliegen und Begründung meiner Themenwahl

Mein Ziel ist es die grausame Verfolgung und Vernichtung der Juden während des NS- Regimes, in Form einer Buchinterpretation, den Lesern Nahezubringen. Es geht mir darum den Leuten, die bisher nicht viel über den Holocaust erfahren haben, zu zeigen wie grausam es in der NS - Zeit war. Ich habe dieses Thema gewählt, weil ich mich schon seit sehr langer Zeit mit dem Thema Judenverfolgung beschäftige und viele Bücher und alte Zeitungsartikel gelesen habe. Ich habe für meine Buchinterpretation das Buch "Überleben im Versteck. Schicksale in der NS - Zeit." gewählt und mir von 9 Kurzporträts nur 3 ausgesucht, weil ich denke das fast allen Juden, was auch an den Kurzporträts zu erkennen ist, das gleiche Schicksal widerfahren ist.

2. Einordnung in den Literaturabschnitt "Exilliteratur"



Exilliteratur wird von dem lateinischem Wort exilium abgeleitet. Sie wird auch Emigrantenliteratur genannt. Man fasst darunter sämtliche literarische Werke, die meist durch politische oder religiöse Verfolgung im Exil entstanden sind. Dieser Begriff " Emigrantenliteratur" stammt von Georg Brandes. Er benutzte ihn 1872 für die aus Frankreich geflohenen Schriftsteller in der Französischen Revolution.

Eine Trennung der Begriffe Emigranten und Exilliierte vorzunehmen ist wichtig. Sein Land wegen politischer oder religiöser Verfolgung verlassen zu müssen, bedeutet Emigrant (Auswanderer) zu sein. Emigranten (Ausgewanderte) sind v.a. eine große Menge von Juden, Exillierten (Vertriebene) sind z.B. Schriftsteller, Künstler und Politiker.

Bertolt Brecht - Über die Bezeichnung Emigranten (1937)

"Immer fand ich den Namen falsch, den man uns gab: Emigranten.
Das heißt doch Auswanderer. Aber wir
Wanderten doch nicht aus, nach freiem Entschluss
Wählend ein anderes Land. Wanderten wir doch auch nicht
Ein in ein Land, dort zu bleiben, womöglich für immer.
Sondern wir flohen. Vertriebene sind wir, Verbannte.
Und kein Heim, ein Exil soll das Land sein, das uns aufnahm.
Unruhig sitzen wir so, möglichst nahe den Grenzen
Warten des Tags der Rückkehr, jede kleinste Veränderung
Jenseits der Grenze beobachtend, jeden Ankömmling
Eifrig befragend, nichts vergessend und nicht aufgebend
Und auch verzeihend nichts, was geschah, nichts verzeihend.
Ach, die Stille der Stunde täuscht uns nicht! Wir hören die Schreie
Aus ihren Lagern bis hierher. Sind wir doch selber
Fast wie Gerüchte von Untaten, die da entkamen
Über die Grenzen. Jeder von uns
Der mit zerrissenen Schuhn durch die Menge geht

Zeugt von der Schande, die jetzt unser Land befleckt.
Aber keiner von uns

Wird hier bleiben. Das letzte Wort
ist noch nicht gesprochen."

Selbst Werke ohne aktuellen Bezug sind von der Exilerfahrung des Autors geprägt , die Exilliteratur jedoch ist oft politisch engagiert Nach der nationalsozialistischen Bücherverbrennung am 10.05.1933 mussten viele Schriftsteller emigrieren. Die meisten Exilliteraten emigrierten infolge des Nationalsozialismus nach 1933 aus politischen oder rassistischen Gründen. Die Zentren der vertriebenen deutschen Schriftstellerschaft waren Paris, Amsterdam, Stockholm, Wien und Prag (bis 1938), Zürich, London, in den USA, Lateinamerika und Palästina.

Die Menschen die von den Nazis aufgrund rassistischer Gesetze zu "Volljuden" oder "Nichtariern" erklärt worden waren, stellten den größten Teil unter den Emigrierten dar.

Das \'andere Deutschland\' zu repräsentieren und die Opposition zu den Nazis war das was sie noch verband.

Als bevorzugte Form des Deutschlandromans setzte sich in der ersten Phase des Exils die Aufklärungsabsicht über das Dritte Reich in Dokumentation, Reportage und Erlebnisbericht durch (z.B. Eine Jüdin erlebt das neue Deutschland (1934) von Lilli Körber). Charakteristisch für die zweite Phase war das Nebeneinander von historischen und zeitgeschichtlichen Stoffen. Im Bewusstsein der Zeitenwende bildete sich die Epochenbilanz, als Autobiografie, als Familien- oder Generationenroman oder als Deutschland- Allegorie, in der dritten und letzten Phase aus.

Die Exilsituation war besonders schwierig für Dramatikerinnen denn was sie schrieben blieb meistens ohne Aussicht auf Aufführung. Wenige Ausnahmen sind z.B. Die Gewehre der Frau Carrar und Furcht und Elend des Dritten Reiches von Bertolt Brecht und Margarete Steffin im französischen Exil.
Der Zugang zu den Lesern im deutschen Reich blieb den Autoren und ihrer Literatur durch politische Verhältnisse verschlossen. Aufgrund des politischen Drucks endete eine Gruppe von Schriftstellern durch Freitod, wie Walter Benjamin, Kurt Tucholsky und Stefan Zweig.
Vor ihrer Emigration waren viele Autoren schon im Ausland bekannt und hatten so keine Schwierigkeiten, ihre schriftstellerische Existenz fortzuführen. Dem Untergang verurteilt waren die Autoren, die bisher nur in Deutschland ein Publikum gefunden hatten. Ende des Krieges gingen einige Autoren wieder in Ihr Heimatland zurück . Manche kehrten erst viel später zurück und andere blieben für immer im Ausland.



2.1. Die Literatur während des NS-Regimes




Eine Literatur die den zentralen Inhalten ihrer Weltanschauung und ihrer Ideologie Ausdruck verlieh, förderten die Nationalsozialisten nach ihrer Machtübernahme 1933.

Bevor er sich von dem NS- Regimes distanzierte und 1938 aus der Reichsschrifttumskammer (RSK) ausgeschlossen wurde, galt Hans Grimm als Vorzeigeautor des NS- Regimes.

Einer seiner bekanntesten Romane der Weimarer Republik war \"Volk ohne Raum\", in dem er für eine klassische Kolonialpolitik eintrat.

Der Titel des Buches wurde von den Nationalsozialisten zur Begründung ihrer Lebensraum-Politik benutzt.

Neben Kriegs- und Heldendarstellungen gehörten zu den bevorzugten Genres der NS- Literatur vor allem Historien-, Heimat- und Bauernromane.

Hanns Johst 1932 entstandenes Drama \"Schlageter\" widmete er \"Adolf Hitler in liebender Verehrung und unwandelbarer Treue\". Es avancierte zu einem der bekanntesten und meistgespielten Stücke auf deutschen Bühnen.

Als \"bedeutendster lebender Lyriker der Gegenwart\" von den Nationalsozialisten galt Josef Weinheber (1892-1945). Weinheber heroisierte die deutsche Geschichte und propagierte das Führerprinzip mit einer bedingungslosen Gefolgschaft. Der Schriftsteller Will Vesper (1882-1962) , der vor allem durch seine Artikel und Kritiken in der \"Neuen Literatur\" Bedeutung erlangte, vertrat die nationalsozialistische Haltung.

1924 veröffentlichte Adolf Bartels (1862-1945) seine Abhandlung \"Der Nationalsozialismus - Deutschlands Rettung\", 1933 wurde er von Nationalsozialisten mit einer Professur in Jena belohnt.

In Agnes Miegel (1879-1964) zuvor unpolitischen Balladen spiegelte sich ab 1933 eine erkennbare Blut- und Boden-Romantik wider.

In NSDAP-Kreisen galt Richard Euringers (1891-1953) \"Fliegerschule 4, ein Buch der Mannschaft\" (1929) mit einer Verherrlichung des Kampferlebnisses im Ersten Weltkrieg als erstes \"nationalsozialistisches Kriegsbuch\" und als Gegenentwurf zu Erich Maria Remarques Antikriegsroman \"Im Westen nichts Neues\" (1929).

Karl Bröger (1886-1944), der als SPD-Mitglied 1933 für drei Monate im Konzentrationslager (KZ) Dachau inhaftiert war, sich aber anschließend mit dem NS-Regime arrangierte, beschrieb in seinen Werken den Krieg als Gemeinschaftserlebnis.

I m Auftrag der NSDAP veröffentlichte Fritz Steuben 1940 \"Der Marsch nach Lowitsch\", eine Beschreibung des deutschen Überfalls auf Polen aus nationalsozialistischer Sicht. In der NS-Führung großes Ansehen genoss vor allem Hans Zöberlein (1895-1964). 1931 wurde sein populärer Kriegsroman \"Glaube an Deutschland\" mit einem Geleitwort Adolf Hitlers herausgegeben und war zwei Jahre später in den Kinos als \"Stoßtrupp 1917 - Der gewaltigste, deutsche Kriegsfilm\" zu sehen; und 1937 erschien auch sein populärer Propagandaroman \"Der Befehl des Gewissens\" in hoher Auflage.


3. Literatur, die mich beeindruckte

Franz Severin Berger / Christiane Holler "Überleben im Versteck" Schicksale in der

NS-Zeit


Franz Severin Berger - Kurzbiografie
Franz Severin Berger wurde 1945 in Wien geboren. Er war ursprünglich Fachingenieur für Medizintechnik. In der Industrie war er als Techniker, Planer und Vertriebskaufmann eingesetzt. Anschließend hatte er eine fünfjährige Tätigkeit als Projektleiter eines Großbaus. Franz Severin Berger ist begeisterter Hobbygärtner.
Seit 1980 ist Franz Severin Berger freier Schriftsteller und Journalist. Franz Severin Berger ist ständiger freier Mitarbeiter im ORF Hörfunk (Wissenschaft und Bildung, Literatur und Hörspiel, Features). Sein besonderes Interesse gilt der Kulturgeschichte der Ernährung und der damit verbundenen Volksmedizin.
Auch ist er Schauspieler und Regisseur an Wiener Bühnen. Er ist Autor und Regisseur jährlicher Kabarettproduktionen und politischer Revuen. Franz Severin Berger hat sich als Autor von Kinder- und Jugendtheaterstücken, Sachbüchern und Erzählungen durchgesetzt.
Er engagiert sich als Freier Trainer für Kommunikation, Verhalten und Managementtechniken in Wirtschaft, Organisationen und Politik.
Ausserdem ist er auch noch Autor von Management-Lehrbüchern.

Aktuelle Publikationen:

\"Management by Bible\" (gemeinsam mit Harald Gleissner), Verlag Niederösterreichisches Pressehaus 1996

\"Das Paulus Prinzip - die erfolgreichste Marketingstrategie der Weltgeschichte\" (gemeinsam mit Harald Gleissner), Verlag Econ München 1999


\"Kämpfer, Ketzer, Heilige - die Dominikaner\", Verlag Niederösterreichisches Pressehaus 2000


In Vorbereitung:

\"Management for kids\" B & G, Herbst 2001

\"Märchen für Manager\" LMH, Herbst 2001

Demnächst:

Wiederaufnahme der burlesken Revue \"Trümmer Girls\" (Premiere 15.1.2000)
Ab 12. September im Theater Brett Wien 6., Münzwardeingasse 2



Kurz vor der Fertigstellung seines Buches \"Das blaue vom Himmel\" verstarb Franz Severin Berger. Elisabeth Tschachler-Roth, seine Mitautorin, charakterisierte ihn im Vorwort zu diesem Buch wie folgt:

"Am 28. Juli 2002, knapp vor der Fertigstellung dieses Buches, hat Franz Severin Berger den langen und mit unglaublicher Energie geführten Kampf gegen seine Krankheit verloren. Er war ein Meister der Sprache und ein beredter Geschichtenerzähler und hat sich als Autor mit einer Fülle verschiedener - meist kulturhistorischer - Themen beschäftigt. Er recherchierte mit Leidenschaft und speicherte alles so Erfahrene in seinem phänomenalen Gedächtnis, aus dem er bei Gelegenheit wortgewandt die verblüffendsten Anekdoten zauberte. Vieles von dem Wissen über alte Sprachschätze ist mit Franz Severin Berger gestorben. Einiges ist in diesem Buch erhalten."



Im Februar ist das Buch \"Das blaue vom Himmel\", alltägliche Redensarten und ihre Herkunft, im Herbig Verlag erschienen.



"Wir haben keinen Freund verloren, er ist einen Weg, den Weg den wir alle vor uns haben, vorausgegangen.
Wir haben alle die Möglichkeit durch das Fenster der Erinnerung durchzusehen und viele gemeinsame Erlebnisse werden wieder lebendig". Der Vorstand des Kulturvereins Wien Innere Stadt.


Christiane Holler - Kurzbiografie

Geboren ist Christiane Holler 1955 in Wien. Von 1978 bis 1981 unterrichtet sie Englisch und Musik.
Ab 1981 arbeitet sie als Musikerin, Journalistin und Autorin. Ihre Texte werden durch ihren witzig - einfallsreichen Erzählstil zum besonderen Lesegenuss.

Christiane Holler ist Autorin von Sachbüchern. Sie ist Freie Mitarbeiterin und Gestalterin von Hörfunkserien beim ORF Hörfunk (Bildung und Wissenschaft, Junior-Radio). Sie schreibt ebenso für Theater und Kabarett.

Bisher erschienene Kinderbücher:

\"Ich heiße Melisande - ein Pferdetagebuch\", Dachs Verlag 1993
(französische Ausgabe: \"Mélisande - Journal intime\" Castor Poche 1995)

\"Radio Pferdewelle\", Dachs Verlag 1995

\"Esel oder Pferd? - Geschichten vom Herrn Cerny\", Dachs Verlag 1997
(holländische Ausgabe: \"Applaus voor een Ezel\" Clavis 2000)

\"Die Gespensterkoppel\", Dachs Verlag 1999

Gemeinsame Publikationen von Christiane Holler und Franz Severin Berger:

\"Trümmerfrauen - Alltag zwischen Hamstern und Hoffen\", Verlag Ueberreuter, 1994

\"Von der Waschfrau zum Fräulein vom Amt - Frauenarbeit durch drei Jahrhunderte\", Verlag Ueberreuter, 1997
Für dieses Buch wurde der \"Bruno Kreisky Anerkennungspreis für das politische Buch 1997\" verliehen.

\"Mythen, Spuk und gute Geister - ein Reiseführer in die Anderswelt\", Verlag Orac 1998

\"Die Fastenspeisen der Pfarrersköchinnen\" (gemeinsam mit August Paterno), Verlag Orac 1994

Demnächst:

\"Mutters Küche\", Verlag Ueberreuter, Oktober 2000


Jugendbücher:

\"Gipfeltreffen - Ein EU-Lesebuch für Junge Leute\", Dachs Verlag 1998

\"Von Gutenberg zum World wide web\", Dachs Verlag 2000


3.1. Der Jüngling im Gras

Das erste Leben des Hans Rosenthal


3.1.1 Textanalyse



- 9 Personen (Hans Rosenthal; Vater, Kurt Rosenthal; Mutter Else; Oma Klara; Opa Willi; Bruder Gert; Frau Jauch; Frau Harndt; Frau Schönebeck)

- Hans Rosenthal → Hauptperson , handelt situationsbedingt


- Verhältnisse sind sehr gut


- Deutsche halten zum Juden Hans

- Bestes Verhältnis zu den drei Frauen (Frau Jauch, Frau Harndt, Frau Schönebeck)


- Eltern und Bruder sterben sehr früh

- Bei Großeltern darf er nicht sein wegen Gestapo

- Handlung spielt in der NS - Zeit ( 1933 - 1945)


- Zeit spielt wichtige Rolle

- Wäre NS - Regime nicht müssten Juden sich nicht verstecken

- Geschehen spielt an vielen Orten → Ortswechsel

- Zuhause in Berlin/ Wedding → Jugendgruppe → Fürstenwalde → Berlin → Waisenhaus → Jugendwohnheim → Torgelow → Berlin → Frau Jauch ( Kleingärten Berlin/Lichtenberg) → Frau Schönebeck → Freiheit


- viele Handlungspunkte


- ausführlicher Handlungsverlauf


- keine auffallenden Konflikte


- Höhepunkt ist die Befreiung


- Spannungskurve ist vorhanden

- Text ist gegliedert in Rückblick, Lebensabschnitt NS - Zeit und zweites Leben


- Beginnt allmählich


- Endet unerwartet


- Text ist in der Gegenwart geschrieben

- Es wird in neutraler Er-/Sie- Form erzählt


- Sätze sind einfach und unkompliziert


- Ausdrucksweise ist normal

- Besondere Nomen sind Jude und Deutsche

- Adolf Hitler ist z.B. eine rhetorische Figur




3.1.2. Textinterpretation



Das Kurzporträts " Der Jüngling im Gras - Das erste Leben des Hans Rosenthal" wurde von Franz Severin Berger und Christiane Holler geschrieben. Es handelt von dem Juden Hans Rosenthal, der sich vor den Nationalsozialisten bei mehreren Frauen in einer Kleingartensiedlung versteckt und trotzdem am Ende des Krieges fast sein Leben riskiert.

Das Kurzporträt spielt in der NS - Zeit, hauptsächlich in Berlin/ Lichtenberg und handelt von dem Juden Hans Rosenthal. Hans Rosenthal wird am 2. April 1925 in Berlin - Wedding geboren. Er lebt in einer normalen jüdischen Familie, mit seiner Mutter Else, seinem Vater Kurt, seinem Bruder Gert und seinen Großeltern mütterlicher Seite, zusammen. Sein Vater leidet an einem Nierenleiden und sein Bruder Gert lebt ein Jahr lang mit einer Kinderlähmung(Zitat S.11: "Vater Rosenthal hat ein schweres Nierenleiden,...". "..." "..., Gert erkrankt im Alter von zwei Jahren an Kinderlähmung und ...."). Die Eltern versuchen ihre Kinder so normal wie möglich aufwachsen zu lassen, indem sie z.B. die Brüder auf eine "normale" Schule schicken, die Kinder am katholischem Religionsunterricht teilnehmen und zu Weihnachten einen Christbaum aufstellen . Als Hitler am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler ernannt wird, ändert sich das Klima für die Juden drastisch.

Der Vater wird infolge der Nürnberger Rassengesetze aus seiner Firma entlassen und stirbt 1937 einige Tage nach der Entlassung an seiner Nierenkrankheit . Hans und Gert sind, nachdem die Mutter ins Krankenhaus musste, jüdische Waisenkinder (Zitat S.13: "Nun sind Hansi und Gert jüdische Waisenkinder."). Als Gert neun ist kommt er ins jüdische Waisenhaus und Hans geht zu einer Jugendgruppe, die sich auf die Ausreise nach Palästina vorbereitet. Als das Ausbildungslager, indem Hans eine Landwirtschaftliche Ausbildung erhielt, aufgelöst wird, wird er zur Arbeit auf einem Friedhof in Neuendorf bei Fürstenwalde zwangsverpflichtet. Im November 1941, als er schon wieder in der Landwirtschaft tätig ist, erhält er die Nachricht vom Tod seiner Mutter und beschließt sofort nach Berlin zu seinem Bruder Gert zurückzukehren. Er erfährt das die anderen, kurz nachdem er abgeholt wurde, ins KZ Auschwitz gebracht worden sind. Hans wird ins Waisenhaus aufgenommen, darf seinen Bruder aber trotzdem nur am Wochenende sehen. Hans bekommt Arbeit in einer Konservenfabrik und mit siebzehn muss er das Waisenhaus verlassen und kommt ins Jugendwohnheim(Zitat S.15: "Hans wird zur Arbeit in einer Konservenfabrik eingeteilt, wäscht dort Konservendosen in scharfer Lauge und sortiert sie. Kurz vor seinem siebzehnten Geburtstag muss er das Waisenhaus verlassen, er kommt ins jüdische Jugendwohnheim in der Rosenstraße."). Als Gert sechszehn ist, werden er und die anderen aus dem Waisenhaus mit einem sogenannten "Osttransport" verschickt. Sein Chef schickt ihn nach Torgelow in Pommern um in der Zweigstelle zu arbeiten. Er muss aus dem jüdischen Jugendwohnheim ausziehen und ist somit nicht dabei als die anderen abgeholt werden. Hans wird klar wie oft er nur knapp dem Tod entkommen ist und will sein Schicksal selbst in die Hand nehmen. Er fährt zurück nach Berlin zu den Großeltern, bei denen er aber nicht bleiben kann, wegen der Gestapo. Seine Oma schickt ihn zu Frau Jauch, eine gute Freundin. Hans bittet Frau Jauch um ein Versteck und die zögert nicht lange und nimmt den Jungen in ihre Laube auf. Am 27. März 1943 zieht Hans in seinen 4 qm kleinen Verschlag ein und existiert somit offiziell nicht mehr (Zitat S. 17 - 18: " Und Hans zieht in der Laubensiedlung "Dreieinigkeit" ein, am 27. März 1943" "..." "Dahinter ist ein vier Quadratmeter kleiner Verschlag, das neue Zuhause für Hans" "..." "Hans existiert ja nun offiziell nicht mehr, daher hat er auch keine Lebensmittelkarte."). Am Anfang gibt es einige Probleme wie z. B. das wenige Essen und die Toilette. Frau Jauch weiht eine Nachbarin ein und bezeichnet Hans als ein "U-Boot". Als Frau Jauch im ein Radio schenkt, hört Hans zum ersten mal die ganze Nazi- Propaganda und ist sehr sauer auf Nazi- Deutschland und Josef Goebbels. Hans beschließt diesen Krieg zu überleben, als Jude. Hans Rosenthal darf seinen Verschlag nur verlassen während der Bombenangriffe. Die Laube der Nachbarn fängt eines Nachts an zu brennen und Hans geht helfen, dabei verbrennt er sich die Hand und muss ins Krankenhaus. Er überlegt sich vorher was er machen muss z.B. den "Heil Hitler" Gruß und denkt sich einen anderen Namen aus. Hans sieht zum ersten mal das in Ruinen liegende Berlin und ist froh als er wieder in seinem Verschlag ist. Im Sommer 1944 wird Frau Jauch ernsthaft krank und stirbt (Zitat S.23: " Im Sommer 1944 geschieht etwas Furchtbares, Frau Jauch wird ernsthaft krank." "..." "Frau Jauch stirbt."). Hans erfährt dies von der Nachbarin, Frau Harndt und ab da wird sie sein Bezug zur Außenwelt. Frau Jauchs Bruder wird die Laube erben und Hans überlegt was er jetzt tun soll. Zu Frau Harndt kann er nicht denn ihr Mann, der Kommunist ist, ist zurück und dann denkt er an Frau Schönebeck vor der er sich einmal nicht rechtzeitig verstecken konnte. Frau Schönebeck nimmt ihn auf und weiht die Nemnichs ein. Herr Nemnich baut einen Schutzbunker, in dem bald alle aus der Siedlung Schutz suchen und keiner verrät Hans bei den Nazis (Zitat S. 24: " Herr Nemnich baut sogar aus Balken und Erde einen Schutz, eine Art Bunker für Hans und Frau Schönebeck." "..." "Bald sucht auch Frau Harndt Schutz in diesem Behelfsbunker, die Nemnichs kommen und auf einmal sitzen Leute aus der Siedlung Dreieinigkeit, die Hans noch nie gesehen hat, bei ihnen."). Die Frauen sehen ihn als Schutz an und glauben er bringt ihnen Glück. Hans kann ihnen aber eigentlich erst nach dem Krieg helfen indem er sie vor den Russen beschützt. In der letzten Aprilwoche 1945 hört Hans, der Geräusche gelernt hat zu unterscheiden, dass die Russen kommen und nimmt sofort seinen gelben Stern und geht auf die Strasse. Er weiß das das seine Befreiung ist, aber die russischen Soldaten nehmen ihn in die Mangel und er muss das jiddische Glaubensbekenntnis aufsagen(Zitat S. 25: "Eine Gruppe von russischen Soldaten umzingeln ihn, drängt ihn an eine Wand, schreit ihn an. Ein Offizier auf einem Fahrrad kommt dazu, spricht ihn auf Jiddisch an. Hans muss das jüdische Glaubensbekenntnis aufsagen:...."). Der Offizier sagt das er seinen Judenstern sofort abnehmen soll, weil sie sonst denken das es nur ein getarnter Nazi ist und ihn sofort erschießen würden. Als er sich bei einem antifaschistischen Komitee einen neuen Ausweis holt, ist er nach drei Jahren Versteck wieder ein legaler Mensch. Als am 8. Mai die deutsche Wehrmacht kapituliert und der Krieg zu Ende ist, ist Hans Rosenthal knapp 20 Jahre alt. Hans Rosenthal lebt noch für weitere zwei Jahre bei Frau Schönebeck, eine von drei Frauen die es möglich gemacht haben das er ohne Hass an die Nazi - Zeit zurückdenken kann. Hans Rosenthal beginnt ein neues Leben und wird einer der bekanntesten Show- und Talkmaster Deutschlands (z.B. "Dalli, Dalli"). Er stirbt im Februar 1987 im Alter von 62 Jahren.

In dem Kurzporträt spielen neun Personen eine wichtige Rolle (Hans Rosenthal; Vater, Kurt Rosenthal; Mutter Else; Oma Klara; Opa Willi; Bruder Gert; Frau Jauch; Frau Harndt; Frau Schönebeck). Hans Rosenthal ist die Hauptperson und er handelt so wie es die Situation von ihm verlangt. Die Verhältnisse zwischen den einzelnen Personen ist sehr gut und in diesem Porträt kann man besonders das Verhältnis von Deutschen zu Juden betrachten. Drei sehr wichtige Verhältnisse entwickelt Hans zu den Frauen (Frau Jauch; Frau Harndt; Frau Schönebeck), da seine Eltern und sein Bruder sehr früh sterben und er bei seinen Großeltern nicht sicher ist. Die Handlung spielt in der NS - Zeit und ist eine sehr wichtige Rolle, denn ohne sie müssten sich die Juden nicht verstecken. Das Geschehen spielt an sehr vielen Orten und beinhaltet somit viele Ortswechsel. Es wird ein sehr detaillierter Handlungsverlauf dargestellt. Eine Spannungskurve ist vorhanden und somit auch ein Höhepunkt, nämlich die Befreiung. Der Text ist gegliedert in Rückblick, Lebensabschnitt NS - Zeit und zweites Leben. Der Text ist in der Gegenwart geschrieben, er beginnt allmählich und endet unerwartet. Es wird in neutraler Er-/Sie- Form erzählt. Die Sätze sind einfach und unkompliziert und die Ausdrucksweise ist normal. Besondere Nomen sind z.B. Jude und Deutsche. Adolf Hitler ist z.B. eine rhetorische Figur in diesem Kurzporträt.

Mir gefällt dieses Kurzporträt am besten von allen, weil es sehr mitreißend und emotional ist. Ich kann es kaum glauben das es so mutige Frauen gab die ihr Leben riskiert haben, um seins zu retten, obwohl sie ihn gar nicht richtig kennen. Ich denke das man durch solch ein Porträt viel über diese Zeit erfahren kann und wie viel Elend und Leid es gab. Ich finde man sollte sich über diese Zeit z.B. durch lesen so eines Buches informieren, denn wenn man sieht was die eigenen Mitbürger einem antun können nur weil sie unter der Leitung eines Regimes stehen, finde ich sollte man sein Land nicht mehr so hoch loben. Für alle die sich darüber ein Bild verschaffen wollen ist dieses Kurzporträt/Buch sehr hilfreich.




3.2. Der dumme Pferdebursche


Vom Überleben des Izodor Gold in der Slowakei

3.2.1. Textanalyse



- 6 wichtige Personen ( Izodor "Janky" Gold; Mutter; Vater;; Herr Lehovsky, Priester; Gutsbesitzer in Humenne; Polizist)

- Izodor "Janky" Gold → Hauptperson , handelt nach Intuition und Gefühl

- Keine richtigen Verhältnisse vorhanden, außer zwischen Izodor und Herrn Lehovsky , haben viel Vertrauen zueinander

- Spielt in der NS - Zeit

- Wäre NS - Regime nicht müssten Juden sich nicht verstecken

- Geschehen spielt in der Slowakei

- Spielt meistens in der Landwirtschaft ( Bauernhöfe etc.)

- paar Ortswechsel vorhanden ( Stropkov → Humenne → Bratislava)

- kurze und eindeutige Handlungspunkte

- Konflikte sind keine vorhanden

- Text ist gegliedert in Rückblick , Lebensabschnitt NS - Zeit und die Zeit danach

- Beginnt allmählich


- Endet unerwartet

- Es wird in neutraler Er-/Sie- Form erzählt


- Sätze sind einfach und unkompliziert


- Ausdrucksweise ist normal

- Einige rhetorische Personen ( Köchin Bozena; Jan, Sohn von Herr Lehovsky; Knecht, Zwölf Geschwister etc.)



3.2.2. Textinterpretation



Das Kurzporträt "Der dumme Pferdebursche - Vom Überleben des Izodor Gold in der Slowakei" wurde von Christiane Holler und Franz Severin Berger geschrieben. Es handelt von dem slowakischem Juden Izodor Gold, der sich als dummer Pferdebursche getarnt vor den Nationalsozialisten versteckt.

Das Kurzporträt spielt in der Slowakei und handelt von dem slowakischem Juden Izodor "Janky" Gold. Izodor Gold wird 1915 in Hermanovce in der Slowakei geboren (Zitat S.84: "Izodor Gold kommt 1915 zu Welt, in Hermanovce, im Osten der Slowakei.") Er wächst in einer frommen jüdischen Familie, zusammen mit zwölf Geschwistern auf. 1918 kauft der Vater ein Bauernhaus und Felder in Stropkov noch weiter im Osten von der Slowakei. Izodor und seine Geschwister müssen früh lernen mitzuarbeiten, aber Izodor interessiert sich mehr für die Pferde. Er kann sehr gut mit den Tieren umgehen und wird oft beim Verkauf zu Rate gezogen. In Stropkov leben viele jüdische Familien, aber auch viele Katholiken. Es wird trotzdem viel zusammen gefeiert. Als die Slowakei ein Schutz- und Vasallenstaat unter dem katholischen Priester Josef Tiso wurde, begann die Verfolgung der jüdischen Menschen, weil er ein fanatischer Antisemit ist (Zitat S. 85 - 86: "Am 14. März 1939 wird die Slowakei zum ersten Mal ein unabhängiger Staat, indem sie sich vom tschechischen Staatsverband trennt; ein Schutz- und Vasallenstaat des Deutschen Reichs von Hitlers Gnaden. Staatspräsident ist der katholische Priester Josef Tiso, ein fanatischer Antisemit und ein glühender Bewunderer des Nationalsozialismus."). 1942 erhalten in Stropkov viele Juden die Nachricht sich zur Abreise bereit zu machen, um sie zur Arbeit einzuteilen . Izodor denkt nicht daran sich zu melden und warnt auch die anderen nicht dort hin zu gehen (Zitat S. 86: " Sie siedeln euch nicht um, sie brauchen euch nicht zur Arbeit, stecken euch in ein Lager. Wir müssen von hier verschwinden, und zwar rasch."), aber viele glauben ihm nicht (Zitat S.86: "Hast du Angst vor der Arbeit?"). Ein paar Jungen und Mädchen entschließen sich mit ihm zu gehen. Sie verstecken sich im Wald. Zuerst dachten sie für zwei, drei Tage vielleicht, aber die Polizei sucht sie eindringlich. Sie hatten ein paar außenstehende Mitwisser und Helfer, die sie mit Essen versorgten. Die Polizei gibt auf sie zu suchen. Izodor hat einen bekannten in Stropkov, bei dem er untertauchen will. Er verbringt die Nacht auf dem Heuboden der Stallungen. Am nächsten Nachmittag spricht er seinen Bekannten, Herr Lehovsky, an (Zitat S.87: "Sie haben meine Familie mitgenommen, die Eltern, die Schwester. Ich weiß nicht, wo ich jetzt hingehen werde.") und der sagt das er bei ihm bleiben darf (Zitat S.87: "Du brauchst nicht zu gehen.", sagt er, "bleib hier."). Herr Lehovsky vertraut Izodor und hilft ihm wo er kann z.B. besorgt er ihm falsche Papiere und nimmt ihn immer wieder auf, wenn er nicht weiß wohin. 1942 ist er immer noch bei Herrn Lehovsky und muss sich auf dem Heuboden verstecken, aber da wird es ihm schnell langweilig und er verändert sein Aussehen und beginnt im Stall, bei den Pferden, zu arbeiten. Herr Lehovsky drängt Izodor nicht wegzugehen, aber Izodor will selber einen Weg finden um von da wegzukommen, weil es auf Dauer zu gefährlich ist. Sein Bruder vermittelt ihn an einen Besitzer von einer großen Mühle, weil die nicht wissen wer er in Wahrheit ist, aber einen Landarbeiter brauchen. Ab diesem Zeitpunkt nennt er sich Jan. Einmal macht er einen Fehler und jemand erkennt ihn und deshalb geht er zurück zu Herrn Lehovsky, der ihn wieder aufnimmt und froh ist ihn gesund zu sehen. Jan will weiter um eine neue Arbeitsstelle zu suchen und Herr Lehovsky gibt ihm den Ausweis seines Sohnes mit: Jan Lehovsky, kurz Janky genannt. In Humenne findet er in einem großen Betrieb mit vielen Pferden Arbeit und der Gutsbesitzer ahnt wer hinter "Janky" steckt, aber gibt ihm zu verstehen das er ihn respektiert. (Zitat S. 89: "Hab keine Angst."). Izodor arbeitet dort viel mit Pferden und wenn Leute fällt manchen auf das er das sehr gut kann. Izodor hat gelernt kein Wort Deutsch mehr zu sprechen, obwohl er es kann. Es ist eine sehr gute Tarnung als dummer slowakischer Pferdeknecht. Janky reist immer weiter nach Bratislava, denn umso weiter entfernt er von zu Hause ist, desto besser. Einmal trifft er seinen Bruder und beide haben sich Jan genannt, was zu einem kleinen Missverständnis mit einem dritten führt (Zitat S. 90: "Was seid ihr für Brüder?", fragt der. "Was ist das für eine Familie, die beide Söhne Jan tauft?"), aber Izodor passiert nichts. Für Izodor ist es schwer gute, falsche Papiere zu bekommen. Einmal hat er Glück und trifft einen Drucker bei dem er sich Papiere klauen kann und sie bei einem Kopierer fertig stellen lassen kann, originalgesiegelt. Er lernt noch einen Priester kennen, der ihm einen Taufschein gibt. Innerhalb von drei Jahren verwendet er an die zehn verschiedene falsche Papiere. Von einem Freund erfährt er von Arbeit in Bratislava, will dort aber nicht hin und sich als Jude präsentieren. 1945 geht er nach Bratislava zur Polizei, die Landarbeiter suchen und arbeitet dann noch privat bei einem Polizisten. Als die Nazi- Zeit vorbei ist sagt er ihm das er Jude ist und der kann es kaum glauben (Zitat S. 90 - 91: "Als der Krieg zu Ende ist und der Nazi - Spuk vorüber, sagt er seinem Arbeitgeber, dass er Jude ist. Der Polizist ist völlig überrascht."). Janky Gold will schnell wieder zurück nach Stropkov und nach seiner Familie gucken. Die Eltern und ein paar Geschwister wurden ermordet. Janky bleibt trotzdem in der Slowakei und heiratet 1948 und bekommt drei Söhne. Beruflich ist er ganz zu den Pferden gewechselt. Obwohl es noch ein paar Probleme gab das er Jude ist hat er nie daran gedacht sich christlich taufen zu lassen. Sein Bruder hatte ihn danach gefragt (Zitat S. 92: "Sollen wir uns nicht taufen lassen?"), aber Izodor hat verneint (Zitat S. 93: "Ich bin kein fanatischer Jude, ich kenne das alte Gesetz und das neue. Gott möge so sein oder so, aber ich bleibe Jude."). Sein Bruder will auch seinen Namen ändern lassen. Izodor Gold denkt nicht daran sich anzupassen, er ist bis heute stolz auf seinen Namen.

In dem Kurzporträt gibt es 6 wichtige Personen ( Izodor "Janky" Gold; Mutter; Vater;; Herr Lehovsky, Priester; Gutsbesitzer in Humenne; Polizist). Izodor "Janky" Gold ist die Hauptperson und handelt nach Intuition und Gefühl. Es gibt keine richtigen Verhältnisse, außer zwischen Izodor und Herrn Lehovsky. Sie haben viel Vertrauen zueinander. Das Geschehen spielt in der NS - Zeit. Wäre das NS - Regime nicht müssten Juden sich nicht verstecken. Geschichte spielt in der Slowakei, meistens in der Landwirtschaft ( Bauernhöfe etc.). Ein paar Ortswechsel sind vorhanden ( Stropkov → Humenne → Bratislava). Es gibt kurze und eindeutige Handlungspunkte. Es sind keine Konflikte vorhanden. Der Text ist gegliedert in Rückblick, Lebensabschnitt NS - Zeit und die Zeit danach. Der Text beginnt allmählich und endet unerwartet. Es wird in neutraler Er-/Sie- Form erzählt. Die Sätze sind einfach und unkompliziert und die Ausdrucksweise ist normal. Es sind einige rhetorische Personen vorhanden ( Köchin Bozena; Jan, Sohn von Herr Lehovsky; Knecht, Zwölf Geschwister etc.).

Ich finde dieses Kurzporträt auch sehr gut, weil es in einem Land spielt von dem man nicht soviel erfährt.




3.3. Das weit gereiste Kind

Die Verstecke der Elfriede Gerstl

3.3.1 Textanalyse



- 7 wichtige Personen ( Elfriede Gerstl; Mutter; Großmutter; Tante; Nachbarin in der Rembrandtstraße; Frau Wöber und Schwiegertochter)


- Elfriede Gerstl à Hauptperson


- sehr ruhiges, verängstigtes Mädchen

- spricht nie; kein Kontakt zu anderen Kindern (auch später nicht)
- Mutter - Tochter Verhältnis ist gut

- spielt in der NS - Zeit

- Wäre NS - Regime nicht müssten Juden sich nicht verstecken
- Geschichte spielt in Wien
- spielt meistens in den Verstecken (Dunkle Wohnung; Dachboden; Keller etc.)
- kurze, klare Handlungspunkte

- keine schwerwiegenden Konflikte

- Spannungskurve ist zu erkennen

- Höhepunkt ist die Befreiung
- Text ist gegliedert in Rückblick Lebensabschnitt NS- Zeit und kurz Leben danach
- beginnt allmählich

- endet unerwartet
- Geschichte wird in neutraler ER-/SIE- Form erzählt
- Sätze sind unkompliziert und von normaler Länge

- Ausdrucksweise ist normal

- das Thema 'Essen' ist wichtig
- einige rhetorische Personen (z.B. Nachbarin von Frau Wöber)



3.3.2. Textinterpretation



Das Kurzporträt "Das weit gereiste Kind - Die Verstecke der Elfriede Gerstl" wurde von Christiane Holler und Franz Severin Berger geschrieben. Es handelt von einem Mädchen das in ihrem jungen Leben schon lernen muss erwachsen zu sein.

Das Kurzporträt spielt in Wien und handelt von dem kleinen Mädchen Elfriede Gerstl. Elfriede Gerstl wurde 1932 in Wien geboren (Zitat S.94: "Elfriede Gerstl ist 1932 in Wien zur Welt gekommen."). Sie wächst wohl behütet in einer gut situierten jüdischen Familie auf. Ihre Eltern nehmen das Leben als Juden nicht so ernst. Der Vater ist Zahnarzt und hat kaum zeit für seine Familie. Auf Elfriede wird sehr geachtet z. B. ist sie nie ohne Aufsicht unterwegs, denn sie hat ein großes Muttermal am Knie und darf deswegen nicht hinfallen(Zitat S. 96: "Elfriede ist ein behütetes Kind. Immer hübsch gekleidet, nie ohne Aufsicht unterwegs. Sie soll nicht laufen, denn wegen eines großen Muttermals am Knie darf sie nicht hinfallen."). Am meisten passt das Kindermädchen auf sie auf, weil die Mutter nicht viel Zeit für sie hat. Elfriede lebt in ihrer eigenen Welt, der Welt der Zahlen zum Beispiel. Sie zählt alles was ihr in die Quere kommt. In der Ehe kommt es immer mehr zu Streit und letztendlich zu der Scheidung. Die Mutter zieht mit ihrem fünfjährigen Kind, zu ihrer Schwester und ihrer Mutter. Das Zusammenleben ist nicht einfach, das merkt auch Elfriede. Sie mag ihre Tante sehr gern, aber die Mutter und die Großmutter mögen die Art wie sie lebt nicht. Elfriede hat einen Hauslehrer, dem sie nicht richtig vertraut. Elfriede träumt sehr viel z.B. von einer außergewöhnlichen Krankheit oder von einer bunten Wunderwelt (Zitat S.98: "Dann träumt Elfriede den halben Vormittag...".; "Dann träumt sie sich in eine bunte Wunderwelt...".). In Österreich - nun ist das die Ostmark - sind die Nationalsozialisten seit 1938 und Elfriede und ihre Familie gelten, nach den "Nürnberger Rassengesetzen" als "Volljuden". Das Leben für Juden ist schwer geworden z.B. sie müssen eine Kennkarte annehmen und dürfen keine Trachtenkleidung (Bild 01) mehr tragen. Elfriedes Vater ist noch rechtzeitig emigriert, aber die Tochter hätte er nicht mitnehmen dürfen(Zitat S.99: "Der Vater ist - gerade noch rechtzeitig - emigriert."). Die Mutter, Großmutter und das Kind werden bald von den Nazis aus ihrer Wohnung vertrieben und werden in einen anderen Bezirk übersiedelt. Es wird immer schwerer für Juden einkaufen zu gehen, weil viele Geschäfte "arisiert" wurden und in den jüdischen Geschäften musste man Angst haben mit auf einen Transportwagen geschickt zu werden. 1942 stirbt die Großmutter und Frau Gerstl soll sich mit der Tochter melden, doch sie denkt nicht daran und besorgt einen sogenannten "Ariernachweis" mit dem sie zur "Halbjüdin" wird. Der Nachweis ist nicht abgestempelt aber SS - Mann schickt sie trotzdem wieder nach Hause. Bald werden wieder Hausdurchsuchungen gemacht und die Mutter gibt vor krank zu sein (Zitat S. 101 - 102: "Einige Tage später kommt eine Gruppe von "Eintreibern" ins Haus." "...". "Wieder hat Elfriedes Mutter einen großen Auftritt." "...". "Sie wäre einfach zu krank...".). Elfriedes Mutter beschließt unterzutauchen und ahnt nicht im geringsten das es noch die nächsten drei Jahre so sein wird. Als erstes kommen die beiden in ein paar Notunterkünften unter z.B. in einer Backstube. Bald kommt die Mutter auf die Idee in die Wohnung, wo sie mit der Großmutter zusammen gelebt hatte zurück zu gehen, weil sie dort niemand vermuten würde. Sie müssen das sehr vorsichtig angehen und nach ein paar Tagen vertraut sie sich einer Nachbarin an, die hilft Lebensmittel aufzutreiben. Mutter und Tochter müssen ganz leise sein und dürfen keine Fenster oder Rollos aufmachen. Elfriede liest den ganzen Tag oder träumt sich ihre eigenen Geschichten zusammen. Sie beobachtet gern das Kind, das gegenüber wohnt, durch die Risse in den Rollos. Die Mutter gibt alles Kostbare weg um dafür Lebensmittel zu erhalten. In der Straße kommt es bald auch wieder zu Verhaftungen und die Gerstls werden vorgewarnt um zu fliehen. Die Mutter geht in ihrer Not in das Haus in dem sie davor gewohnt hat und die Hausbesorgerin Frau Wöber nimmt die beiden auf. Sie geht damit ein großes Risiko ein, denn die eine Nachbarin ist überzeugte Nationalsozialistin (Zitat S.106. "Die dortige Hausbesorgerin, Frau Wöber, hat Erbarmen...".). Frau Wöber muss den richtigen Zeitpunkt abwarten bis sie die beiden auf den Dachboden bringen kann. Jeden Tag wartet sie bis die Nachbarin weg ist um Lebensmittel hoch zu bringen. Jetzt muss Elfriede noch leiser sein. Die Amerikaner greifen 1943 Österreich immer mehr an. Frau Wöber hat ihre Schwiegertochter mit eingeweiht und jetzt bringen sie abwechselnd Essen hoch. Einige Mieter sind schon misstrauisch geworden (Zitat S. 108: "Sie gehen jetzt aber oft in die Waschküche, Frau Wöber."). Schließlich kommt eine Frau hinter das Geheimnis der Frau Wöber und zeigt sie bei der Gestapo an. Frau Wöber versteckt die Gerstls im Keller mit ein bisschen zu Essen und ein paar Decken. Die Gestapo entdeckt niemanden. Die Gerstls müssen dort ungefähr eine Woche aushalten bis zwei russische Offiziere kommen und sie befreien, den der Krieg ist zu Ende (Zitat S. 109: "Nicht mehr Angst. Krieg aus." Elfriede Gerstl ist 1945 13 Jahre alt und hat noch nie mit Kindern gesprochen. Sie leidet noch lange Zeit danach unter diesen Erfahrungen z. B. hat sie Angst in eine Bäckerei zu gehen oder sich bei einem Zeichenkurs anzumelden. Heute ist sie eine der bedeuttestenden Lyrikerinnen Österreichs.

In diesem Kurzporträt gibt es 7 wichtige Personen ( Elfriede Gerstl; Mutter; Großmutter; Tante; Nachbarin in der Rembrandtstraße; Frau Wöber und Schwiegertochter). Elfriede Gerstl ist die Hauptperson und sie ist ein sehr ruhiges und verängstigtes Mädchen. Sie spricht nie mit anderen Kindern (auch später nicht). Das Mutter - Tochter Verhältnis ist gut, aber es könnte besser sein. Geschichte spielt in der NS - Zeit. Die Zeit spielt eine wichtige Rolle, denn wenn NS - Regime nicht wäre müssten Juden sich nicht verstecken. Die Geschichte spielt in Wien und meistens in den Verstecken (Dunkle Wohnung; Dachboden; Keller etc.). Es gibt kurze, klare Handlungspunkte und keine schwerwiegenden Konflikte. Eine Spannungskurve ist zu erkennen und der Höhepunkt ist die Befreiung. Der Text ist gegliedert in Rückblick Lebensabschnitt NS- Zeit und das Leben danach wird kurz geschildert. Das Kurzporträt beginnt allmählich und endet unerwartet. Die Geschichte wird in neutraler ER-/SIE- Form erzählt und die Sätze sind unkompliziert und von normaler Länge. Die Ausdrucksweise ist normal das Thema 'Essen' ist wichtig. Es gibt einige rhetorische Personen (z.B. Nachbarin von Frau Wöber).

Ich finde das Kurzporträt auch sehr informativ, denn hier kann man sehen wie grausam die Kindheit in dieser Zeit war. Hier ist auch wieder die Hilfsbereitschaft der Deutschen zu erkennen.

 
 




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