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deutsch artikel (Interpretation und charakterisierung)

Charakterisierung des steppenwolfs


1. Drama
2. Liebe



Harry Haller ist eine der Hauptpersonen. Er führt ein Doppelleben, mit dem er nicht zufrieden ist. Er ist halb Mensch und halb Wolf. Schon einmal hat er versucht sich von seinen Qualen zu befreien, indem er so viele Opiumpillen geschluckt hat, dass sie 6 andere Menschen hätten töten können. Und doch hat ihn irgendeine fremde Macht vor dem Tod bewahrt. Zu gern würde er eine Hälfte seiner Seele auslöschen, aber das gelingt ihm nicht. Er hasst seine Zwiespältigkeit, bezeichnet sich sogar selbst als Schizophrene, was seine Haltung zur Welt zeigt. Zudem lebt er in Gegensätzen. Er mag Ordnung, lebt aber in ständiger Unordnung. Die Gasthäuser, die er bewohnt, sind gutbürgerlich geführt und sauber. Sein Zimmer ist jedoch genau das Gegenteil. Es liegen überall Weinflaschen und Zigarettenstummel herum. Harry betrinkt sich oft, um seine Sorgen zu vergessen. Vielleicht sogar, um den \"Wolf\" in sich zu wecken. Als er Hermine in einem Gasthaus trifft, ist dieser Wolf wie weggeblasen. Harry würde sich sehr darüber freuen, alle ihre Befehle zu befolgen. Zwischen den beiden besteht eine etwas merkwürdige Verbindung. Harry weiß alles über Hermine, weil sie für ihn wie ein Spiegelbild der Vergangenheit ist und andersherum.

Mit seinen einleitenden Worten stellt der nicht näher vorgestellte Ich-Erzähler klar, dass er nicht nur Herausgeber der Aufzeichnungen des Mannes, den er \"Steppenwolf\" nennt, sein will. Neben die als authentisch ausgewiesenen Aufzeichnungen will er seine eigenen Erinnerungen an diese Person stellen.
Der Erzähler räumt ein, nichts über Herkunft und Vorleben des Steppenwolfs zu wissen. Seine Informationen über die Person des Steppenwolfs, seine äußere Erscheinung, seine Lebensumstände, sein äußeres Verhalten und seine psychischen Dispositionen sind daher auch spärlich: Der \"Steppenwolf\" ist ein Mann von etwa 50 Jahren, nicht sonderlich groß gewachsen, mit einem glattrasierten, scharfen Profil. Die Kleidung, von der der Erzähler nur den modernen Wintermantel erwähnt, den der Steppenwolf bei seinem erstmaligen Erscheinen trägt, sowie die beiden Koffer und die große Bücherkiste, die er mit sich führt, sind die spärlichen Informationen, die der Erzähler über die soziale Lage des Steppenwolfs mitteilt. Bei seiner ersten Begegnung mit dem etwas schleppend gehenden \"Steppenwolf\" erweist sich dieser als rundum höflich, freundlich und korrekt, und mit seiner Bemerkung, es rieche in dem Hause gut, versucht er wohl, seiner künftigen Zimmerwirtin ein Kompliment zu machen. Bei den Mietverhandlungen über die Mansarde und die dazugehörende Schlafkammer zeigt er sich sehr kulant, als er von sich aus eine Mietvorauszahlung anbietet.
Über seine seelische Befindlichkeit weiß der Erzähler nichts Genaues zu berichten. Lediglich seine Ausstrahlung in Form der vom Erzähler gemachten Eindrücke vermag - mit dem dafür nötigen Vorbehalt - auf die psychischen Dispositionen des Erzählers verweisen. So bleibt allein, die auch vom Steppenwolf selbst gebrauchte Bezeichnung \"Steppenwolf\" das einzige authentische Indiz für Einstellungen und Werte der charakterisierten Figur.
Für die Charakterisierung des Steppenwolfs durch den Erzähler wichtiger als die hauptsächlich beschreibenden Charakterisierungen sind die immer wieder vorgenommenen Bewertungen des \"Steppenwolfs\" durch den Erzähler, bzw. seine Rückschlüsse auf Charaktereigenschaften des Steppenwolfs.
In seiner Rolle als sich erinnernder Ich-Erzähler, der sich an Ereignisse von neun oder zehn Monaten Dauer vor einigen Jahren erinnert, betont er, dass der Steppenwolf eine starke Persönlichkeit gewesen sei, die seine Sympathie gefunden habe. Daran hat offenbar auch das von ihm bemerkte sozial extrem zurückgezogene Verhalten wie auch das fremdartige, scheue und zugleich wilde Wesen des Steppenwolfs nichts geändert.
Noch sehr genau stehen dem Erzähler die Eindrücke vor Augen, die seine erste Begegnung mit dem Steppenwolf bei ihm hinterlassen hat. Die Gefühle, die dem erinnerten Ich des Erzählers wieder kommen, stehen dabei in einem merkwürdigen Kontrast zu dem eingangs abgegeben Gesamturteil. Sonderbar und zwiespältig sei ihm der Steppenwolf damals erschienen. Das instinktive Wittern des Steppenwolfs beim Betreten des Hauses, sein schleppender Gang, sein eigentümliches Lächeln und die von ihm verbreitete Aura einer fremden Welt, habe sogar eine abweisende und feindliche Atmosphäre erzeugt. Dies, obwohl der Erzähler einräumt, dass der Steppenwolf sich eigentlich, wenn auch mit Mühe, höflich und freundlich verhalten habe. So gipfelt die Widersprüchlichkeit des Erlebens bei der ersten Begegnung mit dem Steppenwolf in einer charakterisierenden Beschreibung seines Gesichts, dessen Züge Eigenartigkeit, Traurigkeit, Wachheit, Gedankenversunkenheit, Lebenserfahrung und Vergeistigung gleichermaßen ausdrücken.
Und, was sich für den Erzähler im Gesicht zeigt, kann auch die Körpersprache nicht verhehlen. Zwar trage der Steppenwolf seinen Kopf selbstbewusst hoch, doch sein höfliches und freundschaftliches Verhalten habe keine Spur von Überheblichkeit, sondern gebe ihm den Gestus des Flehens und mache ihn damit zum Objekt der Rührung. So bleibt am Ende ein insgesamt widersprüchliches Bild, erscheint die Figur des Steppenwolf verrätselt und der Leser wird darauf eingestimmt das Rätsel seiner Person im weiteren Verlauf der Lektüre zu lösen.
Die Charakterisierung des Steppenwolf am Romananfang erfolgt überwiegend direkt. Fast immer handelt es sich um Beschreibungen und Bewertungen, die der Charakterisierung des Steppenwolfs dienen sollen. Nur vereinzelt kommen indirekte Charakterisierungen zum Zuge, wenn aus der Perspektive des erinnerten Ichs, im Erzählerbericht das Verhalten des Steppenwolfs dargeboten wird.

 
 




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