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wirtschaft artikel (Interpretation und charakterisierung)

Einleitende betrachtung zur skizze für eine reichsordnung





Die Sprechweise, die ich für die nachfolgenden Skizzen für eine Neue Reichsordnung gewählt habe, ist nicht jedermanns Sache. Sie löst unbewußte Abwehrreflexe aus. Diese erweisen sich bei näherem Hinsehen als verinnerlichte Diktaturgewalt der Anti-Religion des "wissenschaftlichen Weltbildes".

Wie tief diese dem Geist angetane Gewalt wirkt, zeigt sich in dem Umstand, daß auch wohlmeinende Zeitgenossen mich warnen, ich würde mich mit der Forderung nach einem neuen Kaisertum der Lächerlichkeit preisgeben. Sie wollen über das Interesse, das für seine Zwecke sich dieser Waffe bedient, gar nicht erst nachdenken - so sehr fürchten sie die Lächerlichkeit, die in meiner Nähe auf sie selbst abstrahlen könnte.

Jenes Interesse geht darauf, jegliches Denken, das über die Aufklärung und die "Moderne" hinausweist, dadurch zu verunmöglichen, daß die Begriffe verunglimpft werden, in denen sich ein übersteigendes Denken allein vollziehen kann. Wer aber erst einmal die Bedeutungssysteme der Moderne als Geistesgefängnis erfahren hat, kann von diesem übersteigenden Denken nicht mehr lassen. Der nimmt es hin, lächerlich gemacht zu werden, in der Gewißheit, daß er es ist, der zuletzt - und dann eben auch "am besten lacht".

Die Überwindung des "Not- und Verstandesstaates" (Hegel) im sittlichen Staat - wie sie hier in praktischer Absicht skizziert werden soll - setzt bereits innerlichen Abstand von der Moderne voraus. Deren ausgrenzende und zertrennende Sprache und blutleeren Definitionen müssen dem Denken schon als Zwangsjacke bewußt sein. Die "Thesen zum Bankrott der Moderne" könnten hier als Wegweiser nützlich sein.

Es muß doch etwas zu bedeuten haben, daß "mittelalterliche" Begriffe im gedanklichen Umfeld einer Verfassungsdebatte so abwertende Gefühle wie "Lächerlichkeit" udgl. auslösen.

Solche Reaktionen sind eine hilflose Abwehr von Gedanken, die zwar als "unmodern" verpönt, mit denen die Zeitgenossen aber nicht wirklich fertig sind, weil in ihnen noch unerkanntes Leben wirkt, das als Sehnsucht Dasein hat. Aus ihr brechen sie - oft unvermutet - erneut durch, wenn eine schlechte Gegenwart dem "Modernen" die legitimierende Kraft nimmt und dem Gedenken an das Althergebrachte wieder Raum gibt. ....

Es läßt sich nicht überzeugend begründen, daß mit der Guillotinierung von Ludwig XVI. 1793 und der Absetzung von Kaiser Wilhelm II. 1918 die Idee der Monarchie und des deutschen Kaisertums historisch erledigt war.

Ein Blick in die Geschichte Japans belehrt darüber, daß die Monarchie mit der Industriegesellschaft nicht unvereinbar ist, wie es die deutschen Ideologen der bürgerlichen Gesellschaft glauben machen wollen. Max Stirner hat gegen Karl Marx recht behalten.

Die mit Händen greifbare Vereinsamung des bürgerlichen Individuums löst als Rückstoß die Besinnung auf das in uns wirkende Bedürfnis nach dauerhafter, schützender Gemeinschaft aus.

Wir sollten uns bewußt sein, daß jedem echten Bedürfnis ein Sein entspricht, in dem es befriedigt ist. Mein Sein, insofern es - zum Beispiel - auch Hunger ist, den ich leide, und das Dasein meines Bedürfnisses als Brot, das nicht in der Natur wächst, sondern von mir gebacken wurde, um verzehrt zu werden, sind die Momente ein und desselben: meines Stoffwechsels mit der Natur, der mein Leben ist und damit mein geistiges Dasein erhält. Indem ich - hungrig, wie ich bin - das Brot in mich zehre, erreiche ich ein Sein, in dem ich mich vom Hunger befreit und in diesem Sinne befriedigt finde.

So ist es auch im Reich des objektiven Geistes, des Staates. Erfahre ich mich in ihm als bedroht und unfrei, ist in meinem Gefühl der Unfreiheit und Bedrohung die Freiheit und Geborgenheit als das Abwesende schon anwesend. Nur die nicht gefühlte Unfreiheit ist die Hoffnungslosigkeit schlechthin, weil ohne das Gefühl der Unfreiheit sich keine Kraft regt und sich kein Geist erhebt, um seine Freiheit zu vollbringen.

Die im Lande immer lauter werdende Klage, daß nichts mehr zu bewegen sei, daß alles in das Gegenteil von dem, was gewollt ist, ausschlage, bezeugt ein wachsendes Gefühl der Unfreiheit. Denn Freiheit ist ja gerade das, daß der Wille, soweit er vernünftig ist, zu einer Wirklichkeit kommt, die ihm entspricht. Das aber findet nicht mehr statt. Es ist heute schon die allgemein geteilte Überzeugung, daß die Ökonomie und nicht der Mensch im Mittelpunkt des Geschehens stehe. Die Menschen erfahren sich als "einverleibt", was nichts anderes zum Ausdruck bringt als die Tatsache, daß sie als kleinste Funktionselemente eines sachzwanghaft wirkenden Systems erscheinen. Dieses Sein wird ihnen zunehmend zu einer unerträglichen Last.

Allein diese Überlegung macht mich so sicher in der Überzeugung, daß der Gedanke der germanischen Volksgemeinschaft untergründig fortlebt, weil sie das Dasein unsres Bedürfnisses nach Gemeinschaft der Freien ist. Im Gedanken der Gemeinschaft der Freien liegt, daß der Einzelne seine je besonderen Interessen nur als Glied einer Gemeinschaft betätigen kann, in der alle frei sind, die sich im Wissen darum dem Gemeinwesen verantwortlich fühlen und danach handeln.

Der Begriff der Volksgemeinschaft als der alles umfassenden Genossenschaft hat sich im europäischen Mittelalter unter den germanischen Völkerschaften als eine eigene Welt ausgeprägt. Die Volksgemeinschaft "ergreift den ganzen Menschen, sie umfaßt mit gleicher Macht alle Seiten des Lebens und begründet zugleich eine religiöse, gesellige, sittliche, wirtschaftliche Verbindung" (O.v. Gierke, Dt. Genossenschaftsrecht I S. 13). Ihr Dasein war aber durch das feudale Privilegiensystem vielfach verunreinigt.

In dem Jahrtausende währenden Prozeß der Bildung der Genossenschaft freier Germanen zur Volksgemeinschaft als der selbstherrlichen Genossenschaft eines großen Volkes hat sich ihr Wesen dahingehend bestimmt, selbst ein Individuum, d. h. als Gemeinschaft eine Person zu sein, die zugleich ihr Person-Sein in einem individuellen Willen, einem Monarchen, offenbart. Dieser ist nicht selbstherrlich, nicht selbst der Staat, wie der "Sonnenkönig" (Ludwig der XIV. König von Frankreich) von sich behauptete.

Das germanische Staatsverständnis ist ein grundsätzlich anderes. Das die Volksgenossenschaft verkörpernde Individuum, der Monarch, ist dem Ganzen verantwortlich. Er ist nicht der Staat, sondern nur ein Moment desselben. Die Volksgenossen sind nicht seine Untertanen, sondern ihm in der Freiheit - also im Recht - gleich. Soweit das Dasein des Rechts als Freiheit ein Wollen und Handeln im Ganzen erfordert, leisten die Volksgenossen dem Monarchen freiwillige Gefolgschaft, deren Wesen die Treue zum eigenen Volk ist. Die Treue der Volksgenossen zum Monarchen ist aber gebunden allein durch die Treue des Monarchen zu seinem Volk. Ein Treuebruch von der einen oder der anderen Seite versetzt das Gemeinwesen zurück in den Naturzustand, wo rohe Gewalt erzwingt, was Recht nicht mehr bewirken kann.

In dem als Monarch herausgehobenen Einzelnen schaut sich der einzelne Volksgenosse selbst an und erkennt sich als Glied eines Ganzen. Erst in dieser Einsicht sind alle anderen Glieder des Gemeinwesens als Genossen erkannt und anerkannt. Diese Überzeugung ist der Boden des Staates der Germanen, seiner Festigkeit und seiner Stärke. Der Monarch herrscht, aber er übt Herrschaft als Amt aus.

Die deutschen Stämme erkannten sich in ihrem König, das Reich aber im Kaiser. Dieser verkörperte als Wille zum Recht das Reichsvolk, das Reich und den Reichsfrieden.

Mit der Reformation und dem Humanismus setzte eine Bewegung ein, die bis in unsere Tage andauert. Sie hat in den blutigen Kämpfen des europäischen Bürgerkriegs die Naturalform des Reiches als die verunreinigte Realisation der Reichsidee weggearbeitet, die Volksgemeinschaft in der atomisierten Gesellschaft untergehen lassen - um der Wiedergeburt des Reiches aus dem Geiste den Weg zu bereiten.

Hitler hat sie dann vollends verdorben, indem er - der exterminatorischen Logik der jüdisch geprägten Moderne folgend - große Teile der Bevölkerung als "undeutsch" aus der Volksgemeinschaft ausschloß, anderen - fremdvölkischen - Teilen den Schutz des Reiches entzog und sie so friedlos machte. Die Volksgemeinschaft verkam zu einer Bürger- und Rassenkriegsmaschine.

Als Führer der nationalen Bewegung, die so im wesentlichen eine Bürgerkriegspartei war, konnte Hitler nicht wirklich zum Monarchen aufsteigen. Das Vorhandensein der Konzentrationslager ist sichtbarer Ausdruck dessen, daß er zu keinem Zeitpunkt das Reich und dessen Frieden für alle im Reich lebenden Volksgenossen und Schutzbefohlenen verkörperte.

Die Zustände, die sich aus dem Schein der totalen Losgebundenheit des Individuums von jeder realen Gemeinschaft als unsere Gegenwart entwickelt haben, sind die Qual der absoluten Entbehrung von Geborgenheit. Diese Qual bewirkt aber nicht wirklich den Tod des Gemeinwesens, sie führt diesen nur als Gefahr vor Augen, die die Gegenkräfte in Bewegung setzt, die jetzt aus dem Zentrum der individualistischen Revolution (Nietzsche) heraus die Volksgemeinschaft ihrem Begriffe gemäß verwirklichen. Dieses Zentrum ist Deutschland deshalb, weil einerseits hier die durch den Markt, d. h. durch das Geldsystem zerstäubte Gesellschaft nicht nur als Naturalform vorhanden ist, sondern infolge der totalen Niederlage im 2. Dreißigjährigen Krieg zusätzlich die fast völlige Vernichtung des völkischen und nationalen Selbstbewußtseins eingetreten ist. Hier ist die Not am größten, die Rettung daher am nächsten. Andrerseits ist hier in der Tiefe des kollektiven Unbewußten der Geist der Germanen noch wirksam und darauf vorbereitet, sein Werk zu vollenden.

Diese aus dem Hegelschen Begriff hergeleitete Überlegung findet eine ihr entsprechende Erfahrungswelt vor: Die Erfahrungen, die die westlichen Länder mit den republikanischen Verfassungen des bürgerlichen Typs gemacht haben, nähren allgemein den Verdacht, daß diese wegen ihrer inneren Widersprüche aus sich heraus keinen Bestand haben können. Dieser dumpfen Ahnung entspricht der täglich aufdringlicher agierende Kultus der "westlichen Wertegemeinschaft" mit seiner Liturgie der "Demokratie" und der "Menschenrechte".

Es ist an der Zeit, darüber nachzudenken, ob das republikanische Prinzip nicht Elemente der staatlichen Ordnung einseitig verworfen hat, die - wenn es freiheitlich zugehen soll - unverzichtbar sind.

Rudolf Bahro hat in seinem Buch "Die Alternative", das eine grundsätzliche Abrechnung mit dem SED-System enthält, den Begriff der "organisierten Verantwortungslosigkeit" geprägt, um damit einen Regierungsstil zu charakterisieren, bei dem nur zufällig das als Ergebnis herauskommt, was "die Verantwortlichen" gedacht, geplant und gewollt haben. Die meisten Resultate des Regimes waren von der Art, daß sich kein "Akteur" damit identifizieren konnte.

Das hat etwas mit der spezifischen Struktur jener Entscheidungsprozesse zu tun. Diese ist so beschaffen, daß "Regieren" überhaupt nicht stattfinden kann, weil die an diesem Prozeß beteiligten Willen der "Entscheidungsträger" sich wechselseitig durchkreuzen wie bei einem vektoriellen Geschehen, bei dem der resultierende Vektor eine Richtung hat, die mit der Richtung der beteiligten Teilvektoren nicht übereinzustimmen braucht. Man kann sich das auch als eine Busreise vorstellen, bei der der Fahrer ständig ausgewechselt wird, und jeder eine andere Vorstellung davon hat, wohin die Reise gehen soll.

Dieser Strukturmangel ist in den pluralistischen Demokratien des Westens sogar noch ausgeprägter als im Einparteienstaat des real-sozialistischen Typs.

In den Demokratien sind es die Parteien, die die Macht im Staate an sich gerissen haben.

Eine Partei steht für die Sonderinteressen ihrer Mitglieder und Anhänger. Sie muß, um durch Wiederwahl in der Position als Machthaberin bestätigt zu werden, auch als Regierung dem einseitigen Sonderinteresse ihrer Klientel treu bleiben. Sie kann dadurch nie mit dem Allgemeininteresse übereinstimmen.

Regierung aber ist ihrem Begriffe nach der Wille, der mit dem Allgemeininteresse übereinstimmt und dieses gegen Sonderinteressen geltend macht.

Daraus folgt für die Reisegesellschaft im Bus zweierlei:
Der Reise muß durch einen realen Willen ein eindeutiges Ziel gesetzt und dieses fortgesetzt angestrebt werden. Angesichts ständig wechselnder Launen seiner Fahrgäste muß der Fahrer in die Überlegung eintreten, was bei Berücksichtigung aller verfügbaren Kenntnisse über die jeweils besonderen Interessen das wohlverstandene Allgemeininteresse seiner Fahrgäste ist. Danach wird er das Ziel und die Richtung des Weges, auf dem er es ansteuern will, festlegen und danach den Transport durchführen. Er wird so zum Herrscher über die Reisegruppe. Diese läßt sich die Herrschaft gefallen, weil anders das im Allgemeininteresse liegende Ziel nicht erreicht werden kann.

Nach den Erfahrungen mit der bürgerlichen Republik kommen wir zurück zum Begriff der Herrschaft, der in dem Gedanken von Kaiser und Reich gegenwärtig ist. Wir erkennen, daß die bürgerliche Revolution "das Kind mit dem Bade" ausgeschüttet hat. Und daß die Revolutionäre gerade darauf zielten, die mit den herkömmlichen Begriffen gegebenen vielfältigen und untergründigen Sinnbezüge zur staatlichen Ordnung der gestürzten gesellschaftlichen Mächte dadurch abzuschneiden, daß ganz neue - und deshalb assoziationsfreie - Ausdrücke zur Bezeichnung staatlicher Strukturen und Funktionen erfunden wurden.

Wenn das richtig ist, dann ist die Hinrichtung des französischen Königs und die Verbannung des deutschen Kaisers im kollektiven Unbewußten, das latent von der Notwendigkeit von Herrschaft weiß - als Frevel gedeutet worden. Es bedarf deshalb einer besonderen - unbewußt vollzogenen - Anstrengung des Geistes, diese Deutung dem Bewußtsein fernzuhalten. Das erklärt die aggressive Arroganz, mit der jede Erinnerung an die Monarchie als gültiges Ordnungsprinzip intellektuell geächtet wird.

Will man zur Wahrheit, daß Regierung ihrem Begriffe nach monarchische Herrschaftsausübung ist, durchdringen, darf man vor dieser Ächtung nicht zurückschrecken, muß man es auf sich nehmen, als lächerlich zu erscheinen. Man darf darauf vertrauen, daß die Wahrheit die Kraft hat, durchzudringen, wenn ihre Zeit gekommen ist.

Ich erlebe es, daß man den in der mittelalterlichen Begrifflichkeit geäußerten Gedanken zwar zustimmt, aber einwendet, daß man dafür nie massenhafte Unterstützung erlangen werde.

In diesem Einwand schwingt das ganze Elend unserer demoskopisch gebannten Geistesverfassung. Geradezu reflexhaft wird zuerst über die "Vermittelbarkeit" und meistens gar nicht mehr über die Wahrhaftigkeit eines Gedankens nachgedacht. In dieser Haltung verrät sich der Hunger nach Macht. Man will "Stimmen gewinnen", ohne zu fragen, wofür gestimmt wird.

Dagegen ist zu erinnern, daß nur eine tiefgreifende Umorientierung im Denken die notwendige Revolutionierung der Wirklichkeit bewirken wird. Da ist die Gewöhnung an eine heute noch verpönte Ausdrucksweise noch die leichteste Übung.

Wie schnell hier Durchbrüche zu erzielen sind, zeigt die Erfahrung der sechziger Jahre. Die studentischen Revolteure in der Frontstadt Westberlin bedienten sich der Sprache des Feindes, predigten den kommunistischen Umsturz. Nichts war damals stärker tabuisiert als der revolutionäre Klassenkampf. Innerhalb weniger Wochen gelang es den kommunistischen Studenten, ihre Begrifflichkeit in den Debattierzirkeln der Stadt und in den Redaktionsstuben "gesellschaftsfähig" zu machen.

Revolutionen kündigen sich immer in der Sprache an, denn Sprache ist das Gefäß der Gedanken, die zu neuen Ufern drängen.

Die Frage darf nicht sein, was verstanden wird, sondern was das denkende Subjekt für wahr hält.
Dieses ist ohne Wenn und Aber und ohne Abstriche oder Zugeständnisse an den Zeitgeist auszusprechen. In einem komplizierten und widersprüchlichen Prozeß von Abwehr, Neugier und vorbewußter Zustimmung (Zeugnis des Geistes) wird die neue Wahrheit im Denken der von der Krise existentiell Betroffenen eingepflanzt, wo sie wächst und zu Kräften kommt. Sie wird - oft erst, wenn man die Hoffnung schon aufgegeben hat - durchbrechen und handlungsbestimmend werden.

Nun könnte man ja noch einwenden, daß man für das Staatsoberhaupt bzw. für den Herrscher leicht eine "moderne" Bezeichnung finden könnte. Warum sollte man sich also mit "antiquierten" Wörtern belasten?

Auch diesem Einwand setze ich Widerstand entgegen. Er zielt nämlich darauf, die Ausdrucksweise dem "modernen Lebensgefühl" zu unterwerfen, die Deutungsgewohnheiten unseres "modernen Sprachverständnisses und Sprachgefühls" (Semantik) zu achten. Gerade das aber darf nicht sein; denn in jener Semantik ist ein bestimmtes Weltbild geronnen, das wir wieder in Bewegung bringen müssen.

Die sprachliche Kehre muß verdeutlichen, daß Geschichte nicht entlang einem ins Unendliche weisenden Pfeil vor sich geht - was moderner Sicht entspräche -, sondern spiralförmig verläuft, dabei immer wieder zu Erscheinungen zurückkehrt, die sie auf niederer Stufe schon behandelt hatte. Der Fortschritt ist immer eine Rückkehr in den Grund (Hegel), der immer schon war und das in sich enthielt, was aus ihm hervorgeht. Die Eichel ist schon der ganze Baum - aber nur "an sich" -, in die Erde gesenkt keimt sie aus, strebt in den Himmel, entfaltet sich zu einer majestätischen Krone, trägt Früchte, die wieder die Eichel sind, mit der alles anfing.

Richtig gewählt sind die bezeichnenden Worte der Schlüssel, der den Zugang zur Erinnerung, insbesondere zu den unbewußten Anteilen des kollektiven Gedächtnisses, auf die wir nicht verzichten sollten, öffnet. Ohne daß wir uns dessen bewußt sind, dringt das Wort "Kaiser" tief in unsere Empfindungen ein. Es weitet die Brust und erhebt die Gedanken - und genau das soll es auch.

 
 




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