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Die vorboten der raf





"Jeder kann anfangen. Er braucht auf niemanden zu warten. Einige Dutzend Kämpfer, die wirklich beginnen und nicht nur endlos diskutieren, können die politische Szene grundlegend

verändern, eine Lawine auslösen."

Die Geschichte der RAF beginnt nicht mit den Ereignissen des Schah-Besuchs am 2. Juni 1967, der Erschießung Benno Ohnesorgs und der sich in der Folgezeit rasant entwickelnden Radikalisierung der Studentenbewegung. Die Befreiung Andreas Baaders im Mai 1970 ist eher der formale Beginn einer Ära als ihr Ausgangspunkt.
Dass in der Bundesrepublik Deutschland in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts eine Opposition entstand, die bewaffnete Aktionen gegen die bestehende Staatsordnung verübte, liegt unter anderem im deutschen Faschismus und dessen mangelnder Reflexion nach Ende des zweiten Weltkrieges begründet.
Denn die Hoffnungen der Linken auf einen sozialistischen, antifaschistischen Neuanfang wurden enttäuscht - anstelle einer Aufarbeitung der nationalsozialistischen Verbrechen und des Antikommunismus fand eine breite Verdrängung statt. Durch eine erneute Verfolgung von KPD Mitgliedern Anfang der 50er Jahre und dem 1956 verordneten Verbot der KPD, durch das Wirtschaftswunder in Deutschland, sowie durch das Image als "Frontstaat" wurden die Sozialisten in ihrer Meinung gestärkt, dass in der Bundesrepublik Deutschland (BRD) weiterhin faschistische Strukturen vorherrschen würden. Am 28. Mai 1972 wurde der sog. Radikalenerlass beschlossen, wonach Mitglieder der DKP (Deutschen kommunistischen Partei) keine Beamten mehr sein konnten. Als Antwort auf die von der Adenauer-Regierung geplante und durchgesetzte Remilitarisierung Deutschlands sammelte die antimilitaristische Bewegung neun Millionen Unterschriften gegen die Wiederbewaffnung. Die Auseinandersetzung mit den nationalsozialistischen Verbrechen hatte auch in den sechziger Jahren noch nicht begonnen. Der Auschwitz-Prozess in Frankfurt/Main stellte hier eher eine Ausnahme dar. Tausende von NS-Mördern wie z.B. hochrangige Wehrmachtsverbrecher, Nazi-Juristen, Euthanasieärzte, Unternehmer - konnten ungesühnt in der Bundesrepublik leben und hatten teilweise sogar gesellschaftliche Führungspositionen inne. Die RAF machte nicht zuletzt in ihrer Auflösungserklärung vom 20. April 1998 auf diesen gesellschaftlichen Missstand aufmerksam. Als ein Ziel ihrer politischen Motivation wurde der "Kampf gegen einen Staat [.]", der nach der Befreiung vom Nazi-Faschismus mit seiner nationalsozialistischen Vergangenheit nicht gebrochen hatte" , genannt.
Als weiteres Indiz für die durchaus noch wesentlich vorhandene Nationalgesinnung in der BRD zogen zwischen 1966 und 1968 rechtsextreme Parteien, darunter die NPD, in sieben Länderparlamente ein.

In den 60er Jahren entwickelte sich eine außerparlamentarische revolutionäre Opposition (APO), aus der später die RAF hervorgehen sollte. Die APO bekam ihren Namen Anfang 1967 durch den Anführer des deutschen Studentenbundes (SDS) in Berlin, Rudi Dutschke. Diese Opposition hatte ihr politisches Ziel in der Umsetzung der Theorien des Marxismus, des Leninismus, sowie - vor allem später in der RAF - der Theorien Mao Tse Tungs.
In zunehmendem Maße fanden gewalttätige Aktionen und Demonstrationen statt. 1964 provozierte die Subversive Aktion in München mit diversen Auftritten. Als Reaktion auf die Einmischung und das harte Vorgehen der USA im Vietnamkrieg demonstrierten im Februar 1966 2500 Studentinnen und Studenten in Berlin gegen die USA und den Vietnamkrieg. Es sollten zahlreiche weitere Demonstrationen und Aktionen gegen die USA und stellvertretende Einrichtungen folgen. Um die Jahreswende 1966/67 radikalisierte sich das Vorgehen der antiautoritären Gruppen. Durch den Tod Benno Ohnesorgs im Juni 1967 bekamen die radikalen Bewegungen weiteren Zulauf und erlangten innerhalb des linken Flügels eine zunehmend größere Legitimation des gewalttätigen Vorgehens.

1968 wird der Überbegriff für die Ereignisse und verschiedenen revolutionären, antiautoritären und antimilitaristischen Organisationen der 68er Bewegung geprägt. Es kommt weltweit zu Studenten- und Jugendunruhen sowie zu Arbeiteraufständen.
Im April 1968 machen die beiden späteren Gründer der RAF, Andreas Baader und Gudrun Ensslin, mit der ersten Aktion auf sich aufmerksam. Als Antwort auf das gewalttätige Vorgehen der US-Armee in südvietnamesischen Dörfern werden Brandsätze in zwei Frankfurter Kaufhäusern gelegt. Die Aktion wird von Baader und Ensslin als Protest gegen "die Gleichgültigkeit der Gesellschaft gegenüber den Morden in Vietnam" durchgeführt. Ein paar Tage nach dem Anschlag werden Gudrun Ensslin und Andreas Baader aufgespürt und zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Sie kommen das erste Mal in Kontakt mit der Journalistin und dem späteren RAF-Führungsmitglied Ulrike Meinhof, die ein Artikel in der linken Zeitschrift "Konkret" über die Kaufhausbrandstiftung schreiben möchte. Auch später in der RAF erstellt hauptsächlich sie die öffentlichen Erklärungen und Schriften der RAF
Ebenfalls im April 1968 wird der Studentenführer Rudi Dutschke durch Schüsse des rechtsradikalen Joseph Bachmann lebensgefährlich verletzt. Diese Aktion löst in der BRD und im europäischen Ausland Massenproteste und Straßenschlachten mit der Polizei aus. Innerhalb der APO rückt die Diskussion über Anwendung von Gewalt als unausweichliches Mittel zur Gegenwehr zusehends in den Mittelpunkt.
In Paris kam es zur "Mai-Revolte". Die Pariser Universität wurde aufgrund von Disziplinierungsmaßnahmen besetzt. Millionen Arbeiter/innen verbünden sich mit den Studenten. Es kommt unter anderem zur Bestreikung von Renault-Werken und zahlreichen Großdemonstrationen. Erst einen Monat später schafft es die französische Regierung unter Charles de Gaulles, über die Aufstände Herr zu werden.
Auch in der Türkei kam es zu Aufständen gegen den Kapitalismus und die Ausbeutung durch den Staat und dessen Funktionäre. In der Folge wurden die drei Führer der türkischen 68er Bewegung, Deniz, Yusuf und Hüseyin hingerichtet.
Schwere Unruhen gab es auch in Südamerika, unter anderem in Rio de Janeiro und Mexico-City. Dort kam es zwei Monaten nach Beginn der Olympiade zu einem weiteren Eklat. Eine Protestkundgebung der revolutionären Bewegung wurde durch das Militär gewaltsam niedergeschlagen. Dabei kamen fast 500 Menschen ums Leben.
Als Reaktion auf die Intervention der 5 Gruppen des Warschauer Pakts in die Sozialistische Tschechoslowakische Republik formuliert ein Bündnis unter anderem bestehend aus dem Sozialistischen Studentenbund (SDS) am 22. August 1968 in Berlin auf einem Flugblatt das Paradox dieser Handlung:

"Der Einmarsch der Truppen [...] zeigt mit erdrückender Offenheit, wie diese Staaten den proletarischen Internationalismus verstehen. Weder der Vernichtungskrieg der US-amerikanischen Imperialisten gegen die revolutionäre Bewegung in Südvietnam, noch die Terrorangriffe der US¬ Luftwaffe gegen das sozialistische Nordvietnam haben es vermocht, die Streitkräfte des Warschauer Pakts in Marsch zu setzen oder auch nur eine Interventionsdrohung hervorzurufen." Und weiter:
"Die militärische Intervention hat den Kräften des proletarischen Internationalismus erneut gezeigt, wie notwendig ihr Kampf gegen jede Front bürokratischer Herrschaft in den verschiedenen Gesellschaftssystemen ist. Es leben die sozialistische Weltrevolution!"

Am 4. November kam es aufgrund des Gerichtsverfahrens gegen Horst Mahler, der unter anderem als Anwalt von Andreas Baader diesen verteidigt hatte und RAF-Mitglied der ersten Stunde war, zu der "Schlacht am Tegeler Weg". Es setzten sich 1000 militante Studenten, Rocker, proletarische Jugendliche und Jungarbeiter/innen mit der Polizei auseinander, wobei letztendlich die Staatsmacht unterlag.
Auch in anderen europäischen Ländern kommt es zu Arbeiter- und Studentenunruhen mit Grossdemonstrationen und Besetzungen. In nahezu allen osteuropäischen Staaten entstanden kulturrevolutionäre Protestbewegungen, die sich zum Teil auf die Theorien Mao Tse Tungs beriefen.

1969 fanden bundesweit Massendemonstrationen, gemeinsam mit Anschlägen auf US-amerikanische Einrichtungen, Konsulate, Banken, Rathäuser, Justiz- und Polizeieinrichtungen, statt. Im September 1969 ereigneten sich bundesweit "wilde" Massenstreiks im Bergbau, wie in der Metall- und Elektroindustrie. Die APO radikalisierte ihr Vorgehen zunehmend.

Am 13. Juni 1969 werden Baader und Ensslin aus der Haft entlassen, bis über die Revision des Urteils zu 3 Jahren Zuchthaus entschieden sein wird.

Parallel zu Aktionen der RAF fanden auch in den folgenden Jahren zahlreiche von anderen Bewegungen initiierte Demonstrationen, gewalttätige Auseinandersetzungen mit der Staatsmacht und Anschläge statt. Dieses revolutionäre Potential soll in den nachfolgenden Ausführungen speziell zur Geschichte der RAF nicht außer Acht gelassen werden und den Eindruck der gesamtheitlichen Unzufriedenheit in nicht wenigen Teilen der BRD-Bevölkerung angemessen zum Ausdruck bringen.

 
 




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