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wirtschaft artikel (Interpretation und charakterisierung)

über polen von od





Landesnatur Das Land ist zum größten Teil ein in der Eiszeit geformtes Tiefland (fast drei Viertel des gesamten Gebietes erreichen nur weniger als 200 m Höhe) mit flachen, lehmigen Platten und ost-westlich gerichteten, sandigen Urstromtälern. Von der Ostseeküste, einer Ausgleichsküste mit zahlreichen Nehrungen, Haffen und Strandseen, steigt das Land nach Süden über die breit ausgebildete Tieflandzone mit dem Baltischen Landrücken und dem Mittelpolnischen Tiefland zur schmalen Mittelgebirgsregion der Sudeten und Kleinpolnischen Hochfläche an. Im äußersten Süden greifen die Ausläufer der Karpaten auf Polen über. Die Jungmoränenlandschaft des Baltischen Landrückens mit ihren zahlreichen Seen wird durch die Weichselniederung in die Pommersche Seenplatte im Westen und die Masurische Seenplatte im Osten gegliedert. Die Hauptflüsse Weichsel und Oder fließen von Süden nach Norden; das Land gehört fast ausschließlich zum Einzugsbereich der Ostsee.

Klima

Klimatisch liegt Polen im Übergangsbereich von ozeanisch geprägtem mitteleuropäischem und kontinentalem osteuropäischem Klima. Die jährliche Niederschlagsmenge nimmt von Südwesten nach Nordosten ab. Über ein Viertel des Landes ist mit Wald bedeckt; größere Waldgebiete gibt es in den Karpaten und Sudeten, in den Urstromtälern und in Masuren.

Bevölkerung

99 % der Bewohner sind Polen, die stärksten ethnischen Minderheiten stellen Deutsche, deren Zahl auf rd. 400 000 geschätzt wird, sowie Ukrainer (300 000) und Weißrussen (200 000). 96% gehören der römisch-katholischen Kirche an, die traditionell eine bedeutende Rolle in der Gesellschaft spielt. Die Bevölkerung ist sehr ungleichmäßig verteilt. Am dichtesten besiedelt sind die zentralpolnischen Ballungsräume um Warschau und Łódź sowie der südliche Landesteil mit dem oberschlesischen Industriegebiet und der Region Krakau. Im Zuge der fortschreitenden Industrialisierung verstärkte sich während der letzten Jahrzehnte die Landflucht (vor allem vom agrarisch geprägten Norden in die Mitte und in den Süden Polens); der Anteil der Stadtbevölkerung beträgt 66%.

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Wirtschaft

Bis zum 2. Weltkrieg war Polen ein Agrarland; 1938 lebten 68% der Bevölkerung von der Landwirtschaft. In den Nachkriegsjahren wurde die Industrie intensiv und planmäßig ausgebaut, wodurch der Anteil der in der Landwirtschaft Beschäftigten auf heute rund 20% zurückgegangen ist. Die landwirtschaftliche Nutzfläche umfasst rund 60% der Gesamtfläche. Angebaut werden besonders Roggen, Hafer, Weizen, Kartoffeln und Zuckerrüben. Die Viehzucht umfasst Schweine, Rinder und Schafe sowie die weit verbreitete Geflügelhaltung.Besonders stark entwickelt wurden nach 1945 der Steinkohlenbergbau, die Stahl- und die chemische Industrie. In Niederschlesien wurden bedeutende Kupfererzlager, in Mittelpolen Schwefellager erschlossen. Der Braunkohlenbergbau wurde besonders in Niederschlesien und an der Warthe östlich von Poznań ausgebaut. An Bodenschätzen gibt es außerdem Zink- und Eisenerze, Kalisalze und etwas Erdöl. Ab 1994 wurde die Privatisierung der industriellen Staatsbetriebe durch Umwandlung in Aktiengesellschaften massiv vorangetrieben. Seit Ende der 1980er Jahre sind die EU-Länder, vor allem Deutschland, die wichtigsten Außenhandelspartner. Von dem Beitritt zur EU (1.5.2004) erhofft sich Polen wichtige Impulse für die wirtschaftliche Entwicklung:

Verkehr

Wichtigstes Transportmittel ist noch immer die Eisenbahn. Der Anteil der Kraftfahrzeuge an der Gesamtverkehrsleistung nimmt aber rasch zu. Die größten Seehäfen sind Stettin, Gdynia und Danzig; die wichtigsten Flughäfen befinden sich in Warschau, Łódź und Breslau.

Politik und Verfassung

Nach der 1997 in Kraft getretenen Verfassung ist Polen eine Republik mit parlamentarischem System, in dem der Staatspräsident eine starke Stellung hat. Er wird für eine Amtszeit von fünf Jahren direkt vom Volk gewählt. Eine einmalige Wiederwahl ist möglich. Der Präsident kann gegen Gesetzesbeschlüsse des Parlaments sein Veto einlegen, das nur mit Dreifünftelmehrheit aufgehoben werden kann.Als Legislative fungiert ein Zweikammerparlament (Sejm und Senat). Der Sejm hat 460 Abgeordnete, die durch eine Mischung von Mehrheits- und Verhältniswahlsystem bestimmt werden. Die 100 Senatoren werden in den Wojewodschaften nach dem Mehrheitswahlsystem gewählt. Die Legislaturperiode für Sejm und Senat beträgt vier Jahre.

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Soziales

Die Arbeitslosenrate in Polen liegt bei 16,7 Prozent (2000). Auf einen Arzt kommen 435 Einwohner (1999). Die Kindersterblichkeitsrate beträgt 9 Sterbefälle pro 1 000 Lebendgeburten (2002). Die mittlere Lebenserwartung liegt bei 69,5 Jahren für Männer und 78 Jahren für Frauen (2002). In der Volksrepublik Polen gibt es ein ausgedehntes Sozialsystem. Zu den umfassenden Sozialausgaben gehören neben dem sozialen Wohnungsbau und Preissubventionen auch Pensionen und verschiedene Formen der Krankenfürsorge. Seit 1989 orientiert sich vieles in diesem Bereich an marktwirtschaftlichen Prinzipien, so dass die Einwohner Polens jetzt für ihre Kranken- und Sozialversicherung direkt bezahlen. Heute sind private Ärzte und die Abrechnung von Leistungen in den Krankenhäusern üblich

Religion

Etwa 91 Prozent der Polen bekennen sich zum katholischen Glauben. Die katholische Kirche mit ihren 27 Diözesen und mehr als 8 900 Gemeinden übt einen bedeutenden gesellschaftlichen Einfluss aus. 1978 wurde der polnische Kardinal Karol Wojty?a zum Papst gewählt und nahm den Namen Johannes Paul II. an. In Polen gibt es noch etwa 35 weitere Kirchen und Religionsgemeinschaften, die zusammen etwa 900 000 Mitglieder haben. Acht dieser Kirchen sind Mitglied des Polnischen Ökumenischen Rats. Die größten dieser Gemeinschaften sind die polnisch-orthodoxe Kirche mit etwa 570 000 Anhängern und die evangelisch-lutherische Kirche (etwa 100 000 Mitglieder). Zudem leben in Polen etwa 10 000 Juden:

Umweltsituation



Zu Beginn der neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts war die ökologische Gesamtsituation in Polen katastrophal. Die Energieversorgung des Landes basiert auf der Verbrennung importierter fossiler Brennstoffe. Fast drei Viertel von Polens Baumbestand sind durch den sauren Regen geschädigt. Polen hat außerdem mit der Wasserverschmutzung zu kämpfen, die durch den Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden in der Landwirtschaft verursacht wird. Die Küsten an der Ostsee sind stark verschmutzt. Doch die Situation hat sich mittlerweile verbessert. Die Immissionsschutzmaßnahmen in Bezug auf Industrie- und Autoabgase orientieren sich an westeuropäischen Standards. Viele veraltete Industriebetriebe, die einst zu den Hauptverursachern der Umweltverschmutzung gehörten, wurden stillgelegt oder modernisiert. Als Folge davon sind einige Gebiete weniger verschmutzt.

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Verwaltung und Politik



Am 25. Mai 1997 trat durch ein Referendum eine neue Verfassung in Kraft, die am 2. April 1997 verabschiedet worden war. Die zuvor gültige provisorische Verfassung vom 29. Dezember 1993 basierte noch auf der Fassung aus der kommunistischen Ära vom 22. Juli 1952 und markiert den Wandel von einer sozialistischen Volksrepublik zu einer parlamentarischen Republik mit sozialer Marktwirtschaft. Die Reformen von 1989 schafften das kommunistische Regime ab und führten demokratische Prinzipien ein. Die Änderungen von 1992 führten zu einer ungenauen Definition der Befugnisse des Präsidenten, des Ministerpräsidenten und des Parlaments, so dass Konfrontationen zwischen den verschiedenen Regierungsorganen die Folge waren.





Landwirtschaft

Obwohl die Landwirtschaft in Polen nach wie vor eine wichtige Rolle spielt, ist das Land außerstande, den Eigenbedarf an Lebensmitteln, Futtergetreide und Pflanzenölen selbst zu decken. Unter der kommunistischen Herrschaft war die Landwirtschaft in einen genossenschaftlichen und einen privaten Sektor geteilt. Die kleinen privaten Betriebe umfassten über 70 Prozent der Anbaufläche und erbrachten etwa 80 Prozent der jährlichen Ernte. Die größten Anbaugebiete befinden sich in den Ebenen im Zentrum des Landes, die besten Böden befinden sich in den Becken im Süden. Etwa 46,2 Prozent der Fläche werden als Ackerland genutzt (1999).

Industrie



Vor dem 2. Weltkrieg war die Basis der polnischen Industrie durch folgende Bereiche geprägt: Textilien, Eisen und Stahl, Chemie, Nahrungsmittel und Maschinenbau. In der Nachkriegszeit wurden diese Zweige ausgebaut, daneben wurde aber auch Gewicht auf neue Produkte gelegt, wie Petrochemikalien, Werkzeugmaschinen, elektronische Geräte, Schiffe, Kunstdünger und Kupfer. Die Industrie ist in den alten Zentren von Oberschlesien und Warschau, Lód? und Krakau konzentriert, obwohl es durchaus Bemühungen gab, auch in kleineren Städten und ländlichen Gegenden Industriebetriebe anzusiedeln.

 
 




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