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recht artikel (Interpretation und charakterisierung)

Schußwaffen


1. Finanz
2. Reform

Allgemeines Schußwaffen sind kriminalistisch als Spurenverursacher und als Spurenträger von Bedeutung. Sie kommen als Präzisionsgeräte bei der Ausführung von schwerwiegenden Straftaten und bei Selbsttötungen zur Anwendung. Ferner können sie bei Unglücksfällen eine Rolle spielen (Durchdringen einer Schutzvorrichtung, einer Hülle oder einer Trägervorrichtung).
Darüber hinaus kann allein deren Existenz eine waffenrechtliche Straftat darstellen.

Wir unterscheiden zwischen Lang- und Kurzwaffen. Diese Unterscheidung erfolgt anhand der Lauflänge von mehr oder weniger als 40 Zentimetern.

Die Langwaffen (seit dem 14.Jhd.), auch Handfeuerwaffen oder Gewehre genannt (weil sie tragbar sind), werden als einschüssige Büchsen oder Flinten, Repetiergewehre, Selbstladegewehre, oder Automatische (Maschinen-) Gewehre hergestellt.

Einschüssige Waffen müssen nach jedem Schuss entladen, neu geladen und gespannt werden. Repetierwaffen verfügen über ein Munitionsmagazin. Nach dem Schuss wird durch das manuelle Ent- und Verriegeln des Schlosses die leere Hülse entfernt und eine neue Patrone eingeführt. Bei Selbstladewaffen wird dieser Ladevorgang beim Abfeuern des Schusses mit Hilfe der Explosionsenergie durch die Waffe selbst vorgenommen. Automatische Waffen laden nicht nur selbst nach, sondern feuern nach den nächsten Schuss selbsttätig nach. Dieser Vorgang wiederholt sich solange, bis entweder der Abzughahn losgelassen wird oder die Munition verbraucht ist.

Jagdwaffen sind Flinten oder Büchsen. Um aus diesen einschüssigen Waffen schneller mehrere Schüsse abgeben zu können, sind im Regelfall mehrere Läufe an einer Waffe zusammengefasst. Es können glatte und gezogene Läufe kombiniert sein.

Kurzwaffen, auch Faustfeuerwaffen genannt, werden als Pistolen (seit dem 15.Jhd) und als Revolver (seit dem 19.Jhd.) hergestellt. Der Begriff "pistol" kommt aus dem tschechischen und bedeutet Pfeife. Revolver leitet sich aus dem Englischen "to revolve", sich drehen, ab. Das Patronenlager, die Trommel, dreht sich hierbei.
Pistolen werden als Einschüssige Pistole, Repetierpistole, Selbstladepistole oder Automatische (Maschinen-) Pistole hergestellt. Die Funktionen entsprechen denen der Langwaffen.

Spurenbilder in Verbindung mit Schußwaffen

a) Waffe

An der Waffe können sich daktyloskopische Spuren befinden. Dies gilt auch für innenliegende Teile, die beim Zerlegen der Waffe angefasst wurden. Schmauchspuren im Innern der Waffe oder Anhaftungen deuten auf den Gebrauch hin. Pflegemittel lassen sich nach der Herkunft bestimmen. Verschleißstellen ermöglichen den Schluss auf die Häufigkeit sowie auf die Art und Weise des Tragens der Waffe. Ladezustand und Fundort sind genau zu beschreiben, da sie auf die Beziehung des Besitzers zum Gebrauch der Waffe hindeuten. War die Waffe gebrauchsfertig und griffbereit gelagert oder gut versteckt?

b) Lauf

Der Lauf der Waffe ist das Kernstück. Er nimmt die Patrone auf und gibt dem Geschoß die Richtung. Damit das Geschoß während des Fluges in seiner Lage stabil bleibt und so an Reichweite und Treffgenauigkeit gewinnt, ist der Lauf gezogen, d.h. an der Innenseite befinden sich korkenzieherähnliche Riefen. Der Durchmesser des Laufes heißt Kaliber. Das Maß wird herkömmlicherweise im Millimeter angegeben.

c) Geschoß (Munition)

Geschoßart und Verwendungszweck lassen Rückschlüsse auf das Motiv des Schützen zu. So gibt es spezielle Munition zum Töten von Vögeln, Kleintieren oder großen Tieren sowie zum Sportschießen. Darüber hinaus kann das Geschoß in seiner Wirkung verändert werden, wenn die Spitze abgefeilt oder gar ausgehöhlt wird. Kaliber, Feld- und Zugbreite, sowie deren Winkel geben Auskunft über den Waffentyp, aus dem geschossen wurde, weil alle Waffenhersteller bemüht sind, ihre Waffen möglichst individuell herzustellen. Anhaftungen deuten auf die Materie hin, die das Geschoß durchdrungen hat. Die Lage des Geschosses kann auf den Standort des Schützen hinweisen.

Die Entfernung zwischen Geschoß und Schützen lässt sich aus der verwendeten Munition, der Art der Waffe und der kinetischen Energie des Geschosses an der Einschlagstelle ermitteln.
Unter günstigen Bedingungen, bei einem Abschußwinkel von 30°, kann ein Jagdgeschoß 5.000 m, ein Pistolengeschoß 1.500m, ein KK-Geschoß 1.300m und ein Schrot zwischen 200 und 400m weit fliegen.
Damit das Geschoß beim Abfeuern im Lauf genügend Drall erhält, ist der Lauf um den Bruchteil eines Millimeters kleiner als das Geschoß. Dies verursacht an dem Geschoß individuelle Spuren des Laufes, die bei der kriminaltechn. Untersuchung nachgewiesen werden können. Der Beweiswert ist dem des Fingerabdrucks gleichzusetzen.

d) Patronenhülse

Die Patronenhülse wird bei Selbstladewaffen und automatischen Waffen am Schießort aus der Waffe geschleudert und kann dort vorgefunden werden. Waffentechn. Hat sie folgene Bedeutung:
Damit das Pulver, mit dem das Geschoß beschleunigt wird, nicht lose in die Waffe gegeben werden muss, befindet es sich in einer Hülse, die auch das Zündplättchen enthält. Modernste Kriegswaffen können auf diese Hülse jedoch verzichten, da das Pulver in derart fester Form hergestellt werden kann, dass es die Hülse ersetzt. An der Hülse können genauso individuelle Spuren wie am Geschoß gefunden werden.
Das Trefferfeld ist bei Schrotpatronen sehr ungenau und ist bei 100m Entfernung immerhin 18m breit.

e) Schütze (Täter)

An der Schusshand finden wir Schmauchspuren, die mit einem angefeuchteten Papiertaschentuch durch Abreiben zufriedenstellend gesichert werden können. Rückschlagspuren lassen sich med. an der Schusshand oder an der Schulter nachweisen. Ständiges Tragen von Kurzwaffen führt zu typischen Tragespuren an der Kleidung.

f) Opfer/Tatort

Fehlt beim Opfer der Ausschuss, so muss sich das Geschoß noch im Körper befinden. Bei der operativen Entfernung ist der Arzt darauf hinzuweisen, das Geschoß nicht wegzuwerfen und möglichst nicht mit einer Zange festzuhalten. Schmauchspuren und der Niederschlagshof (Tiefe des Einschlags) lassen eine Schussentfernungsbestimmung zu. Ein Kontusionsring deutet auf einen aufgesetzten Schuß hin. Dieser Ring entsteht bei Kopfschüssen. Der beim Schuss austretende Pulverschmauch tritt zwischen Schädelknochen und Haut und presst letztere gegen die Laufmündung.

Schußarten/Ballistik

- Durchschuß (Einschuß, Schußkanal, Ausschuß)

- Steckschuß (Ausschuß fehlt)
- Streifschuß (Geschoß tangiert Körper an der Oberfläche)
- Querschläger (Geschoß trifft nicht mit Geschoßspitze auf)
- Winkelschuß (Geschoß wird beim Auftreffen abgelenkt)
- Schädelschuß (Völlige Zersprengung des Schädels; Gehirn bleibt zum Teil unverletzt)


Entfernungsbestimmung

- aufgesetzter Schuss (0cm E.) - absoluter Nahschuß (

 
 

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