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kunst artikel (Interpretation und charakterisierung)

Jugendstil in wien und wiener sezession



Der Aufbruch in die Moderne in Wien ist zeitlich mit 1897 festgelegt, dem Gründungsjahr der Sezession. In Österreich war man unzufrieden mit der Ringstraßenkultur (Historismus), und dem Protektionismus des wenig aufgeschlossenen Künstlerhauses.
Schließlich traten einige fortschrittlich gesinnte Maler und Architekten, zum Teil wegen abgelehnter Arbeiten aus dem Künstlerhaus aus und gründeten die Wiener Sezession. Zu den führenden Persönlichkeiten zählten Gustav Klimt, Kolomann Moser, Josef Hoffmann und Alfred Roller.
Schon bald wurde die Zeitschrift der Vereinigung, der "Ver Sacrum" herausgegeben, und das Ausstellungshaus "Wiener Sezession" wurde nach dem Entwurf von Josef Maria Olbrich erbaut.
Eines der Hauptziele des wiener Jugendstil war der Anschluß an die internationale Kunstszene, in den Ausstellungen in der Sezession werden auch immer wieder Werke von Künstlern des Auslandes gezeigt.
Vor allem der schottische Architekt und Designer Chales Rennie Mackintosh, dessen Werke auf der 8.Ausstellung gezeigt wurden, übt großen Einfluß auf den wiener Jugendstil aus, vor allem auf die Wiener Werkstätten, die 3 Jahre später gegründet werden. Durch die enge Beziehung zwischen den beiden Künstlergruppen wandelte sich der gefühlsbetonte Sezessions-stil unter dem englischen Einfluß hin zu klarer, sachlicher Gestaltung verbunden mit geometrischem Flächenmuster.
Ursprünglich sollte die wiener Sezession 10 Jahre bestehen, solange schätzte man den Zeitraum ab, den man benötigen würde, um die neuen Tendenzen durchzusetzen. Zunächst kam es zwischen "Stilkünstlern" und "Naturalisten", deren Wortführer Josef Engelhart war. Die Stilkünstler wollten nicht als reine Maler auftreten, sie sahen ihre Aufgabe darin, "alle Bereiche des Lebens zu durchdringen".
Der entgültige Bruch innerhalb der Sezession erfolgte nach einer Abstimmung über die Beteiligung der Sezession an der Galerie Mietke. Die Naturalisten waren der Meinung, daß diese Galerie kein anderes Anliegen habe, als die verkommerzialisierung der Kunst, also genau das, was man im Künstlerhaus unerträglich gefunden hatte.
Nach einer Abstimmung, die die Naturalisten mit einer Stimme Mehrheit gewannen, traten die Stilkünstler um Klimt 1905 aus der Vereinigung der Wiener Sezession aus, dies bedeutete das Ende der "heroischen Jahre" der Vereinigung, jedoch nicht das Ende der Stilkunstperiode in Wien.

 
 

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