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geschichte artikel (Interpretation und charakterisierung)

Otto von bismarck - kurzbiografie



Otto Eduard Leopold von Bismarck wurde am 1. April 1815 in Schönhausen im heutigen Sachsen-Anhalt als Sohn von Ferdinand und Wilhelmine geboren. Seine Schulzeit verbrachte er in Berlin. Ab 1822 besuchte er die Plamannsche Erziehungsanstalt, die er 1827 verließ, um zum Friedrich-Wilhelm-Gymnasium zu wechseln. Da er sich dort nicht wohl fühlte, wechselte er 1830 erneut und besuchte nun das Gymnasium zum Grauen Kloster. Dieses schloss er 1832 mit dem Abitur ab, wobei er die Überzeugung gewonnen hatte, "dass die Republik die vernünftigste Staatsform sei" .
Danach begann er auf Wunsch seiner Mutter ein Jurastudium an der Göttinger Universität. Dort erhielt er aufgrund seines Aussehens den Spitznamen "Fuchs Rabenmark" und trat der exklusiven Studentenverbindung Corps Hanovera bei. Aufgrund seines verschwenderischen Lebensstiles immatrikulierte er sich 1834 an der Berliner Universität, da er sich das Leben in Göttingen nicht mehr leisten konnte.
Nach seinem Abschluss 1835 wurde er Gerichtsreferendar und Beamter in Aachen. Weil er dort in Ungnade gefallen war, musste er im Frühjahr 1838 seinen einjährigen Militärdienst bei einem Jägerbataillon in Berlin antreten. 1839 übertrug sein Vater ihm dann die Verwaltung des Gutes in Pommern. In dieser Zeit machte er überwiegend durch verschiedene Eskapaden auf sich aufmerksam.
Nach verschiedenen Liebschaften entschloss er sich 1847, Johanna von Putkammer zu heiraten. Im selben Jahr wurde er Mitglied im preußischen Vereinigten Landtag, wo ihm aufgrund seiner Angriffe auf den liberalen Politiker Georg von Vincke der Spitzname "Vincke-Quäler" gegeben wurde.
Während der 1848er Revolution versuchte er den König von seiner Idee zu überzeugen, Berlin vom Militär besetzen zu lassen und so die Ordnung wiederherzustellen, aber der König lehnte dies ab. Zu dieser Zeit war nichts mehr von seiner Meinung aus dem Jahre 1832 zu sehen. Er sah es als seine Pflicht an, "die Monarchie vor der Revolution zu retten" . Nachdem die Revolution gescheitert war, wurde er 1849 Mitglied der Zweiten Preußischen Kammer und 1851 ernannte man ihn zum Gesandten Preußens beim Frankfurter Bundestag. Schon im Sommer desselben Jahres wurde er von Metternich, der immer noch die Politik des Bundes mit Interesse verfolgte, zu einem Treffen eingeladen, obwohl er 1848 zurückgetreten war. 1852 musste er den preußischen Botschafter in Österreich für einen Monat vertreten und lernte dort Kaiser Franz Joseph kennen. Während seiner Zeit als Gesandter unternahm er mehrere Reisen nach Frankreich und knüpfte dort Kontakte zu verschiedenen Politikern.
1859 wurde er von Graf Usedom als Gesandter abgelöst, er selber trat seinen Dienst als Gesandter in St. Petersburg an. Dort brach zum ersten Mal ein Nervenleiden aus, das auch körperliche Einschränkungen zur Folge hatte. Dies zwang ihn auch in den folgenden Jahren immer wieder zu Kuraufenthalten.1862 versetzte man ihn nach Paris, so dass er die Politik aller europäischen Großmächte - außer England - studieren konnte.
Aber schon im selben Jahr kam es zwischen dem Parlament und dem seit 1861 amtierenden König Wilhelm I. zu Auseinandersetzungen über eine Heeresreform. Der König wollte bereits abdanken, aber der Minister Roon schickte ein Telegramm an Bismarck: "[.] Periculum in mora" . Daraufhin fuhr Bismarck nach Berlin und bot ihm den Dienst als Vasall an und wollte ohne das Parlament regieren. So wurde er zum preußischen Ministerpräsidenten ernannt. 1866 überlebte er dank einer kugelsicheren Weste ein Revolverattentat auf offener Straße.
Wegen des Streits um Schleswig-Holstein brach in diesem Jahr auch der Deutsch-Deutsche Krieg zwischen Preußen und Österreich aus, den Bismarck schon länger geplant hatte. Nachdem Österreich besiegt worden war, wurde er ein Jahr später Kanzler des Norddeutschen Bundes, an dessen Verfassung er maßgeblich mitgewirkt hat. Diesem gehörten 22 Staaten und freie Städte nördlich der Mainlinie an. Doch die süddeutschen Staaten wollten ihre Souveränität nicht aufgeben und Frankreich hatte Angst vor einem vereinigten Deutschland. So nutzte Bismarck 1870 den Streit um den Thronfolger Spaniens um einen Krieg zwischen dem Norddeutschen Bund und Frankreich durch eine veränderte Depesche zu provozieren. Entgegen allen Erwartungen schlossen sich auch die süddeutschen Staaten dem Bund an. Die aufgrund der Erfolge im Krieg positive Stimmung nutzte Bismarck, um einen Nationalstaat zu formen. Nach der Reichsgründung 1871 ernannte man ihn zum Reichskanzler. Dieser war nur vom Vertrauen des Kaisers abhängig, nicht vom Reichstag.
Innenpolitisch führte er einen Kampf gegen die katholische Kirche, den Kulturkampf, und verbot die Sozialdemokratie. Durch diese Maßnahmen stärkte er aber nur die SPD und das Zentrum. Während seiner Amtszeit entwickelte er ein ausgeklügeltes Bündnissystem, das Frankreich isolierte. Obwohl er mit Wilhelm I. einige Meinungsverschiedenheiten hatte, kam es erst unter Wilhelm II., der 1888 inthronisiert wurde, zu ernsthaften Konflikten, in dessen Folge Bismarck 1890 abdankte. Danach wandte er sich in Reden und Artikeln gegen den "Neuen Kurs" Wilhelms II.
Am 30. Juli 1898 starb er im Alter von 83 Jahren auf seinem Gut Friedrichsruh im Sachsenwald.

 
 

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