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geschichte artikel (Interpretation und charakterisierung)

Reformen

Sozialismus

Neugründung der nsdap



Hitler wurde im Dezember 1924 vorzeitig mit Bewährungsfrist aus der Haft entlassen und sicherte "legales" Verhalten zu. Mit der nunmehr reichsweiten Neugründung der NSDAP am 27. Februar 1925 fand auch ein Neuaufbau der Partei nach dem Führerprinzip statt. An der Spitze stand Hitler, der schon bald zum Gegenstand eines ausgeprägten Führerkultes (zum Beispiel Hitlergruß) wurde. Die Partei wurde straff organisiert und die Aufgaben auf einzelne Parteifunktionäre verteilt: Rudolf Hess wurde Stellvertreter des Führers (seit 1941 war Martin Bormann der mächtigste Mann in der Partei nach Hitler), Joseph Goebbels übernahm die Propagandaabteilung, Ernst Röhm machte die SA zur Terror ausübenden Parteiarmee, Heinrich Himmler rekrutierte aus der SA die Schutzstaffel (SS), und Julius Streicher begann in seiner Zeitschrift "Der Stürmer" eine erbarmungslose Hetze gegen die Juden. Auch bei den Führungskräften fand eine umfassende Gliederung statt: vom Reichs,- Gau-, und Kreis- bis hinunter zum Blockleiter.

Die NSDAP konnte trotz des über Hitler verhängten Redeverbots unter Ausnutzung der freiheitlichen Ordnung der Weimarer Republik ihre Mitgliederzahl vervielfachten, sie gewann weitere Mitglieder vor allem aus den durch die Inflation verarmten Mittelschichten, aber auch aus der Arbeiterschaft. So entwickelte sich die NSDAP von einer bayerischen Splitterpartei zu einer in ganz Deutschland präsenten Massenpartei. Auch der Nachwuchs wurde in der 1926 gegründeten Hitler-Jugend (HJ) erfasst. Trotz innen- und außenpolitischer Beruhigung der Weimarer Republik (Aufnahme in den Völkerbund unter Gustav Stresemann, Wirtschaftskredite der USA für den Wiederaufbau; Fortschritte in der Revision der Reparationspolitik) gewann die NSDAP bei der Reichstagswahl 1928 immerhin zwölf Mandate (809 000 Stimmen), und im Anschluss daran wurde das Redeverbot für Hitler in Preußen aufgehoben. 1928 wurde Hitler auch Führer der österreichischen NSDAP. 1929 organisierte Hitler die "Nationale Opposition" gegen den Youngplan. Die NSDAP verfolgte nach dem gescheiterten Putsch nun eine neue Strategie: Die Macht im Staat sollte durch legale Mittel, also durch die Gewinnung einer parlamentarischen Mehrheit, erreicht werden. 1929 setzte der Beginn der Unterwanderung der Betriebe durch die Nationalsozialistische Betriebszellenorganisation (NSBO) ein. In mehreren deutschen Ländern war die NSDAP an der Regierung beteiligt. Die propagandistische Ausnutzung der Auswirkungen der 1929 beginnenden Weltwirtschaftskrise und der einsetzenden Massenarbeitslosigkeit (2 Millionen Arbeitslose Anfang 1930) machte die NSDAP bei den Reichstagswahlen vom 14. September 1930 nach der SPD (143 Abgeordnete) zur zweitstärksten Partei (107 Abgeordnete, 6,4 Millionen Stimmen). Über die parlamentarischen Erfolge hinaus profilierte sich die NSDAP mit anderen rechten, antiparlamentarischen Kräften in der Kampagne gegen den Youngplan, der eine Neuregelung der Reparationen festschrieb. Da es im Reichstag an einer entschlossenen Kooperation der verfassungstreuen Parteien fehlte und die Reichswehr dem Nationalsozialismus gegenüber eine unklare Haltung einnahm, bildete Reichskanzler Heinrich Brüning im Oktober 1931 zur Verhütung der drohenden Rechtsdiktatur das erste nur auf Hindenburgs Vertrauen und das Notverordnungsrecht des Reichspräsidenten gestützte Präsidialkabinett. Es folgten unter anderem Einschränkungen der Versammlungs- und Pressefreiheit, die Regierung erließ ein Uniformverbot. Gegen Brünings Notverordnungen und gegen die Weimarer Republik insgesamt bildete sich die Harzburger Front (Nationalsozialisten, Deutschnationale, "Vaterländische Verbände"). Als Reaktion auf die Schlägertruppen der Rechten kam es zur Gründung der republikanischen Abwehrorganisation der Eisernen Front (SPD, Gewerkschaften, Arbeitersportverbände, Reichsbanner), die gegen Nationalsozialismus und Kommunismus kämpfte. In den Folgejahren nahm die Arbeitslosigkeit weiter zu (Ende 1931 waren es 4,5 Millionen), die Verschuldung der Bauern stieg an und Teile des Mittelstandes sanken immer weiter ab. Große Teile der Arbeiterschaft wandten sich den extremen Parteien zu; bei der Reichspräsidentenwahl am 10. März 1932 stimmten nach dem Einsatz aller Mittel der Massenbeeinflussung (Hitler, "der Trommler") 13,4 Millionen Menschen für Hitler (53 % für Hindenburg). Brüning verbot SA und SS, um dem Radikalismus und Straßenterror Einhalt zu gebieten. Er musste im Mai 1932 zurücktreten, nachdem er durch Intrigen das Vertrauen des Reichspräsidenten verloren hatte. Der von dem Leiter des politischen Ministeramts im Reichswehrministerium, Kurt von Schleicher, vorgeschobene neue Reichskanzler und Vertrauensmann Hindenburgs, Franz von Papen, hob das erlassene SA- und SS-Verbot auf. Die NSDAP gewann nach Auflösung des Reichstages bei der Wahl am 31. Juli 230 Mandate (3,7 Millionen Stimmen) und wurde damit zur stärksten Partei. Die extremistischen Parteien, KPD und NSDAP, verfügten mit 319 von 608 Mandaten über die absolute Mehrheit. Hitler forderte die Regierungsübernahme durch die NSDAP, Papen hingegen eine auf die Reichswehr gestützte autoritäre Regierung. Beide Forderungen wurden aber von Schleicher und Hindenburg abgelehnt. Die NSDAP stellte ein Misstrauensvotum gegen Papen, und der Reichstag wurde am 15. September 1932 aufgelöst. Bei der Neuwahl (6. November) verlor die NSDAP bei 196 Abgeordneten 2 Millionen Stimmen und bei der Landtagswahl in Thüringen 50 % ihrer Mandate. Dennoch stellte sie weiterhin die stärkste Fraktion im Reichstag. Die NSDAP befand sich allerdings durch enorme Verschuldung und durch die innerparteiliche Opposition des Reichsorganisationsleiters der NSDAP, Gregor Strasser, und mehrerer Gauleiter gegen Hitler in der Krise. Schleicher, der das dritte Präsidialkabinett bildete, versuchte Hitler außerparlamentarisch mit Hilfe der nationalsozialistischen Frondeure, der Reichswehr, der Gewerkschaften und der staatstreuen Parteien zu überspielen und durch neue Reichstagsauflösungen und Wahlen weitere Verluste der NSDAP zu erzielen. Papen aber vermittelte Hitler die Finanz- und Wahlhilfe der Industrie und Banken und sicherte ihm die Unterstützung durch die Deutschnationalen.

 
 

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