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geschichte artikel (Interpretation und charakterisierung)

Römer

Hauptteil



2.1 Inhaltsangabe Heinrich Heine kritisiert, mithilfe von Ironie, in dem Gedicht "Zur Beruhigung" das deutsche Volk, indem er es mit dem römischen Volk vergleicht. Die Römer, im Gedicht durch Brutus verkörpert, sind tapfer und gewalttätig und haben mithilfe ihrer Größe und Stärke ihren Herrscher gestürzt. Die Deutschen hingegen sind treu, schwach, stolz (auf das Nichtstun der Fürsten), fromm und tatenlos weswegen sie ihre Fürsten niemals stürzen würden.





2.2 Analyse und Interpretation

Das Gedicht "Zur Beruhigung" ist ein Bestandteil des vielseitig bekannten Gedichtes "Deutschland. Ein Wintermärchen". Es besteht aus acht Strophen mit jeweils vier Versen und ist im Paarreim geschrieben.

Im gesamten Gedicht vergleicht der Dichter die Deutschen mit den

Römern. Das wird bereits in der ersten Zeile der ersten Strophe deutlich ("Wir schlafen ganz, wie Brutus schlief-" Zeile 1).

Brutus galt als Haupt der Verschwörung gegen Cäsar und missbilligte dessen Bestrebungen, die Macht in seiner Hand zu vereinigen, nachdem er sich selbst zum Diktator auf Lebenszeit ernannt hatte. An den "Iden des Märzen" ermordete Brutus schließlich, mit einigen Senatoren, Cäsar mit 23 Stichen im Theater des Pompeius.

In der ersten Strophe heißt es ebenfalls, dass Brutus sich gegen seinen Herrscher gewehrt hat, obwohl Cäsar ein stolzer, erhobener Mann war.

Die Deutschen hingegen konzentrieren sich ganz und gar auf das Private. Sie stillen ihren Hunger und ihren Durst und verschlafen die nötige politische Aktion.

Das Bild vom kalten Messer, das tief ins Cäsar Brust gebohrt wurde ("Doch jener erwachte und bohrte tief, In Cäsars Brust das kalte Messer!" Zeile 2), zeigt, das dieser Mord kaltherzig, brutal und mit Bedacht durchgeführt wurde. Das kann man an den Wörtern "bohrte tief" und "kaltes Messer" festmachen. Die Römer werden als Tyrannenfresser beschrieben ("Die Römer waren Tyrannenfresser." Zeile 4), das heißt, dass das Volk der Römer viel stärker und größer als seine Tyrannen sein muss, denn sonst hätte es den Tyrannen nicht verschlingen können. Von der zweiten bis vierten Strophe werden nun die Deutschen beschrieben, welche das totale Gegenteil vom römischen Volk sind, denn sie "[...] sind keine Römer" (vgl. Zeile 5), "[...] rauchen Tabak" (vgl. Zeile 5), sind "[...] gemütlich und brav" (vgl. Zeile 9) und "[...] sind so treu wie Eichenholz" (vgl. Zeile 13).

Das sie "[...]gesunden Pflanzenschlaf (schlafen)" (vgl. Zeile 10), weist darauf hin, dass es sie nicht im geringsten kümmert, was ihre Fürsten tun. Die Pflanze hat nämlich kein Nervensystem, so dass sie sich weder aufregen, noch Wut gegen etwas empfinden kann, so wie die Deutschen. Mit der Aussage, dass sie keine Römer sind wird genau der springende Punkt angesprochen: Sie sind keine Römer, sie sind nicht kaltherzig und gewalttätig, sie sind kein so starkes Volk, sie haben keinen so mächtigen Herrscher wie Cäsar, sie sind gemütlich und ausruhend und nicht aktiv,

sie sind Deutsche. Dass sie Tabak rauchen, gemütlich sind, schlafen und nur ans Essen denken ("In Schwaben kocht man die besten Klöße." Zeile 8, "Wir haben gute Pfefferkuchen" Zeile 20 und "Wir lieben auch Sauerkraut mit Würsten." Zeile 28) unterstützt das Bild der Deutschen als ein träges, tatenloses und verfressenes Volk.

In der vierten Strophe erwähnt Heine in vier Versen fünf mal das Wort "treu", einerseits direkt, andererseits symbolisch durch die Wörter "Linde" (vgl. Zeile 14 und 15) und "Eiche" (vgl. Zeile 13 und 15), welche ebenfalls für die Treue stehen. Durch diese mehrmaligen Aufzählungen bringt Heine deutlich zum Vorschein, wie fromm und treu die Deutschen gegenüber ihren Fürsten sind. Das diese Beschreibung nicht auf einen Brutus passt, wird in der nächste Zeile deutlich ("Wird niemals sich ein Brutus finden." Zeile 16). Nach der vierten Strophe erfolgt im Gedicht ein Einschnitt, der den Beschreib- und Vergleichteil von dem Kritik ausübenden Teil abtrennt.

Nun beginnt Heinrich Heine extreme Kritik an dem von den Fürsten zerstückelte Deutschland zu äußern. Selbst wenn es -hypothetisch angenommen- einen Brutus unter den Deutschen gäbe, so fehle es doch in Deutschland an einer Figur, die mit dem Cäsar vergleichbar wäre. Auch hier wird am Ende der Strophe wiederholt, wie gemütlich die Deutschen sind ( "Wir haben gute Pfefferkuchen", Zeile 20). Denn das spiegelt die Harmlosigkeit des Volkes wieder.

In Zeile 21 wird von 36 Herren gesprochen, womit die 34 Fürstentümer und die vier freien Städte gemeint sind. Das diese Herren, also Fürstentümer, "[...]nicht zu viel(e) (sind)" (vgl. Zeile 21) ist mit größter Ironie gemeint, denn 36 Fürstentümer sind auf jeden Fall zu viele. Dazu kommt, dass die Herren allesamt einen Stern schützend auf ihrem Herzen tragen, der sie vor den "Iden des Märzen" bewahren soll.

Die letzten beiden Strophen hat Heine mit purer Ironie versetzt, die dazu dienen soll, die Deutschen aufzurütteln und wach werden zu lassen. Er spricht davon, dass das Vaterland der Deutschen eigentlich nur durch Vererbung an die Fürsten abgetreten wurde und diese nichts dafür tun mussten. Wie auch an vorherigen Stellen wird hier scheinbar zusammenhanglos auf eines der Lieblingsessen der Deutschen

eingegangen ( "Wir lieben auch Sauerkraut mit Würsten", Zeile 28), was eine lächerliche Wirkung im Bezug auf die Deutschen hat. Selbst wenn der Herrscher, also die Fürsten, spazieren gehen und vielmehr an der Sicherung ihrer fürstlichen Rechte als am Aufbau eines einheitlichen Nationalstaates interessiert sind, ziehen die Deutschen davor ihren Hut mit Pietät.

Mehr Ironie konnte Heine in diesen beiden Zeilen nicht verwenden. In den letzten beiden Zeilen wird das noch einmal zusammenfassend das gesagt, was der Rest des Gedichtes ebenso ausdrückt: Deutschland war fromm, brav und treu und würde niemals ihre Fürsten stürzen. Dazu wären sie nicht in der Lage. Die Römer hingegen wollten ihren Herrscher, der zugleich ein Diktator war, nicht und stürzten diesen, indem sie ihn an den "Iden des Märzen" mit 23 Stichen töteten.




Ich denke Heinrich Heine möchte mit diesem politischem Gedicht erreichen, dass sich die Deutschen gegenüber den Römern niedergemacht und lächerlich vorkommen und endlich etwas in Hinsicht auf die Politik unternehmen. Heine kritisiert Deutschland, weil er dieses oftmals als Flüchtling verlassen musste aus Angst vor den Folgen der Zensur.

Heinrich Heine verfasste während seines Lebens viele Gedichte, die gegen die derzeitige Politik waren. Dieses Gedicht sollte ein Aufruf zur Revolution werden, die Frankreich bereits vollzogen hatte.

Mit dem Titel "Zur Beruhigung" meint er eigentlich genau das Gegenteil, denn Heine ist bekannt für seine ironische Schreibweise. Es soll eigentlich zu Beruhigung der Fürsten dienen, da diese keine Angst haben brauchen, vom eigenem Volk umgebracht zu werden. Da er aber den Titel dieses Gedichtes ironisch gemeint hat, hat er die Absicht, die deutschen zu provozieren und versucht zu erreichen, dass diese etwas unternehmen.

 
 

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